Rasseportrait American Staffordshire Terrier

Herkunft USA
FCI-Standard 3
Größe 46-48 cm (Rüde) 43-46 cm (Hündin)
Charakter mutig, neugierig, aufgeschlossen
Besonderheiten Haltung mit Auflagen verbunden, Einfuhr aus dem Ausland verboten
Lebenserwartung 10 bis 15 Jahren
Funktion Begleithund, Sporthund, Ausstellungshund
Krankheiten HD, Arthrose im Alter
Felllänge kurz
Fellfarbe alle Farben außer Leberfarben erlaubt, schwarzes Pigment
American Staffordshire Terrier
American Staffordshire Terrier: Rasseportrait Copyright: Stanislav Duben bigstockphoto

Wir stellen hier den American Staffordshire Terrier in einem Rasseportrait vor. Alle Informationen zu dieser Hunderasse im Überblick:

Geschichte und Herkunft des Amstaffs

Verfolgen wir die Rassegeschichte des American Staffordshire Terriers bis in die Anfänge zurück, kommen wir zum englischen Bulldog. Durch Kreuzungen mit anderen Terriern entstand allmählich die Rasse, wie wir sie heute kennen. Wobei vielmehr vom Pit Bull oder Pit Bull Mix die Rede war.

Mit ihrem Ursprung haben die Hunde heute noch zu kämpfen. Die Terrier wurden für Hundekämpfe gezüchtet. Nach dem Verbot führte sie ihr Weg in die USA. Erst mit dem 20. Jahrhundert kam es zu einem Umdenken. So gelten Staffs heute als Begleiter und als Ausstellungshund.

1936 legte der American Kennel Club den American Bull Terrier Rassestandard fest, der bis heute eine Grundlage für die Zucht und das Richterwesen darstellt. Die Rasse bekam erst 1969 mit dem American Staffordshire Terrier ihren Namen. Leider verwechseln viele die Rassebezeichnung, sodass es häufig zu Missverständnissen kommt.

Auch in der Berichterstattung rund um die Kampfhundehysterie ist nicht vom American Staffordshire Terrier die Rede, sondern vom Staffordshire Terrier, den es gar so nicht gibt. Es ist der unermüdlichen Aufklärungsarbeit und dem Engagement der Hundehalter und Züchter zu verdanken, dass diese Rasse wieder an Ansehen gewinnt.

American Staffordshire Terrier
American Staffordshire Terrier: Rasseportrait Copyright: eriklam bigstockphoto

Ist ein American Staffordshire Terrier ein Pitbull?

1936 hat der American Kennel Club die Rasse anerkannt und einen offiziellen Rassestandard herausgebracht. Daraufhin entbrannte ein Streit über die Bezeichnung. In einigen Gebieten war der Hund als Yankee Terrier bekannt. Auf dem Hundekampfplatz nannte man sie Pit. Das Verbot dieser Kämpfe führte zu einer Spaltung der American Pit Bull Terrier und der American Staffordshire Terrier. Der AKC wollte die Hundekämpfe nicht länger tolerieren.

Hierzulande treffen wir umgangssprachlich auf den Pit Bull. Gemeint ist ein Mischling, der aus einer anderen Rasse und dem American Staffordshire Terrier hervorgegangen ist.

Aussehen: Wie sieht der American Staffordshire Terrier aus?

Werfen wir einen Blick in das Rasseportrait und in den FCI Standard, soll der typische American Staffordshire Terrier ausgehend von seiner Größe den Eindruck von Stärke vermitteln. Er hat einen soliden, muskulösen Körperbau. Die VDH Richter wünschen sich einen leicht untersetztes und gedrungenes Exterieur. Auf keinen Fall soll der American Staffordshire langbeinig oder schmal wirken.

American Staffordshire Terrier: Rasseportrait Copyright: Anaite bigstockphoto

Körpergröße

Der FCI ordnet die Rasse in die Terrier-Gruppe 3 unter die Sektion der bullartigen Terrier. Eine Reglementierung nimmt Bezug auf die Höhe bzw. Größe dieser Terrier:

  • Rüden: 46-48 cm
  • Hündinnen: 43-46 cm

Die Farben des American Staffordshire Terrier

Die Rasse wird in unterschiedlichen Farben gezüchtet. Es gibt gefleckte, mehrfarbige und einfarbige Hunde. Ausgeschlossen von der Zucht werden Staffords mit einem Weißanteil von mehr als 80 % sowie leberfarbene Terrier.

Kopf und Pigment

Der Kopf der Tiere ist mittellang, seine Bewegungen dynamisch und voller Stärke. Die Nasen sollte dunkel gefärbt sein. Hier ist die Rede von dem Pigment. Auch die Zehennägel, die am dunkleren Fell anliegen, müssen dunkel sein.

Ohren

Eine Problematik in der Zucht ist das Ohr des American Staffordshire Terriers. Es wurde über Jahre hinweg kopiert. Gemeint ist damit das Abschneiden einer Ohrhälfte aus ästhetischen Gründen. Glücklicherweise setzte man diesem mehr als bedenklichen Verfahren ein Ende, sodass Kupieren in Deutschland strengstens verboten ist. Das Ohr sollte halb aufgerichtet als Rosenohr nah am Kopf getragen werden.

Wesen und Charakter des American Staffordshire Terrier

Ein American Staffordshire Terrier ist an allem interessiert und stets neugierig. Er möchte wissen, was in seiner Umgebung vorgeht und nichts verpassen. Die Rasse steht für ihren Mut und ihren unermüdlichen Einsatzwillen. Sie gelten als treue Begleiter auf Lebenszeit. Ein perfekter Rassevertreter ist mit einem festen Charakter ausgestattet und sollte in keiner Situation ängstlich oder verstört reagieren. Die American Staffordshire Terrier besitzen eine hohe Intelligenz und Sensibilität, was sie zu einem zuverlässigen Begleiter für den Hundesport macht.

Haltung und Erziehung

Bei dieser Rasse kommt es auf Konsequenz und eine liebevolle Erziehung an. Die Hunde müssen ausreichend bewegt werden. Andernfalls lassen sie sich an der Inneneinrichtung aus. Die meisten Probleme in der Erziehung gibt es mit einem Terrier, wenn dieser unterfordert ist. Eine Gelegenheit für eine artgerechte Auslastung bietet sich in den hiesigen Hundevereinen und auf dem Hundeplatz. Ob Obedience, Begleithundetraining, Dogdancing oder Agility: Ein gesunder Terrier ist für jede Hundesportart zu haben.

Gesundheit und Pflege

Die Pflege ist unkompliziert. Es reicht aus, mit einem Striegel oder mit einem Putzhandschuh den Hund täglich ein paar Minuten zu bürsten und zu kämmen. Der Stafford ist mit einem widerstandsfähigen Fell ausgestattet, das nach einem schlammigen, matschigen Spaziergang schnell trocknet.

Die wichtigsten Pflegemaßnahmen auf einen Blick:

  • Bürsten und Kämmen
  • Krallen kürzen
  • Ohrenmuschel säubern
  • Augensekret entfernen

Bei einer artgerechten Haltung und ausgewogenen Ernährung können American Staffordshire Terrier über 13 Jahre alt werden. Laut VDH gehört ein Hund mit Vollendung des 8. Lebensjahres zu den Senioren. So solltet ihr die Auslastung und das Training an das Lebensalter anpassen.

Grundsätzlich gibt es beim Amstaff nur eine wesentliche Krankheit. HD – ist die Abkürzung für die Hüftdysplasie – eine krankhafte Verformung des Hüftgelenks. Die VDH Züchter sind dazu verpflichtet, die Zuchtrüden und die Muttertiere zu testen. Nur so lässt sich das Risiko von HD reduzieren.

Artgerechte Ernährung

Viele American Staffordshire Terrier sehnen jeden Tag ihrer Futterschale entgegen. Sie neigen dazu, die Futterbrocken hastig hinunter zu schlingern. Das kann Gefahren mit sich bringen. Nicht wenige Tiere sind in den letzten Jahren am Trockenfutter qualvoll erstickt. Soweit musst du es nicht kommen lassen. Im Fachhandel gibt es spezielle Näpfe für Schlinger. Die Hunde müssen mit der Zunge und den Zähnen die Futterbrocken heraussuchen. Eine Alternative: Du füllst das Trockenfutter mit Wasser auf.

Am besten kombinierst du Trockenfutter und Nassfutter miteinander. Auf jeden Fall müssen die Hunde ausreichend trinken. So sollte über den ganzen Tag ein gefüllter Napf mit frischem Wasser am Futterplatz stehen. Um das Training, hohe Belastungen und eine Show vorzubereiten, greifen Züchter auf Frischfleisch zurück. Das gibt es im Fachhandel oder direkt beim Metzger.

American Staffordshire Terrier: Rasseportrait Copyright: Lara-sh bigstockphoto

American Staffordshire Terrier Welpen kaufen

Der erste Weg führt Interessenten zum Züchter, zum Tierheim oder zu einer der Hundeausstellungen, die in Deutschland stattfinden. Der Verein für Deutsches Hundewesen führt unter dem Dachverband des FCI internationale und nationale Shows durch. Hier hast du die Gelegenheit, sehr viele Hunde der Rasse auf einmal zu sehen und ins Gespräch mit Ausstellern und Züchtern zu kommen. Notiere dir den Ring und den Tag, an dem der American Staffordshire Terrier gerichtet wird. Sichere dir einen Platz in der ersten Reihe und überzeuge dich selbst von dem lebendigen, aufgeweckten und freundlichen Wesen dieser Hunde.

Leider sitzen viele erwachsene und junge American Staffordshire Terrier im Tierheim. Wer keinen jungen Welpen sucht, kann hier einen treuen Begleiter finden.

Was kostet ein American Staffordshire Terrier?

Die Preise belaufen sich für einen VDH bei 1500-2500 €. Für einen Amstaff aus dem Tierheim wird eine Schutzgebühr zwischen 150-500 € fällig. Grundsätzlich bleibt es nicht bei dem Anschaffungspreis. In einigen Bundesländern kommen sehr hoher Kampfhundesteuern hinzu. Hier solltest du dich vorab gründlich informieren.

Darüber hinaus gehört es zur Pflicht, eine Hundeversicherung abzuschließen, die mit Kosten von ca. 10 € im Monat zu Buche schlägt. Ausgaben für den Tierarzt,

  1. die jährliche Impfung,
  2. Parasitenbehandlung,
  3. Entwurmung,
  4. das Futter,
  5. Leine und Halsband,
  6. Spielzeug, Hundebett und
  7. Pflegeutensilien

solltet ihr nicht unterschätzen.

Rasseproblematik: Wo darf ich den American Staffordshire Terrier  halten?

Wer sich für die Rasse interessiert, dem legt die deutsche Gesetzgebung Steine in den Weg. Derzeit gehört der American Staffordshire Terrier zu einem der vier Listenhunde, die in vielen Bundesländern mit Auflagen versehen sind. Es gibt einige Bundesländer, wo es verboten ist, einen Staffordshire Terrier zu führen.

Du solltest dich auf keinen Fall über die Vorschriften hinwegsetzen. Im schlimmsten Fall verlierst du deinen Hund im Welpenalter an das Ordnungsamt. Informiere dich vor Ort in der Kommune oder in der Stadtverwaltung über die Kampfhundeverordnung. Sie sagt aus, welche Voraussetzungen zu erfüllen sind, um einen American Staffordshire Terrier zu führen.

Einige Bundesländer gehen mit gutem Beispiel voran. Seit 2018 gehört neben Niedersachsen und Schleswig Holstein auch Thüringen dazu. Hier gibt es keine Rasseliste. Es ist wünschenswert, in Zukunft nicht die Tiere nach ihrer Rassezugehörigkeit einzuordnen, sondern konsequent auf einen sachgerechten und artgerechten Umgang zu achten.

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