Hunde

Malteser Hundrasse – Ratgeber zur Rasse, Charakter und Haltung

Malteser Hund

Neugierig und clever begegnet der Malteser-Hund dem Menschen. Die vom FCI anerkannte kleine Hunderasse liebt es, sich ausreichend zu bewegen. Aufgrund seines ausgeprägten Jagd-Instinktes favorisiert der Vierbeiner den Aufenthalt im Freien. Er nimmt Geruchsspuren auf und verfolgt diese selbstständig. Seinem Herrchen oder Frauchen gegenüber zeigt er sich intelligent und anhänglich. Der Spieltrieb des Malteser-Hundes macht ihn zu einem idealen Begleiter für Kinder.

Erfahren Sie hier in unserem Ratgeber alles rund um Charakter, Haltung und BEsonderheiten der Malteser Hunderasse.

Weißer kleiner Malteser Hund Copyright: Daniel Krason, Bigstockphoto

 

Der Malteser Hund  – Rassestandards und Aussehen

Bei dem Malteser handelt es sich um einen sehr kleinen Hund. Im Durchschnitt beträgt seine Körperhöhe 25 Zentimeter. Er wiegt vier Kilogramm. Vorwiegend bei den Rüden kommt es in einigen Fällen zu einem größeren Gewicht. Der Gesellschaftshund liebt „seine Menschen“ und zeigt dies durch ein anhängliches Verhalten.

Gewöhnlich besitzt er eine reinweiße Fellfarbe, eine blasse Elfenbeinfärbung kommt unter Umständen vor. Diese gehört nicht zu den Rassestandards und ist in der Regel unerwünscht. Das Fell des Vierbeiners überzeugt aufgrund einer seidigen Struktur. Dabei verfügt das Tier ausschließlich über Deckhaar. Unterwolle gibt es nicht. Bei einigen Vertretern dieser Art reicht das Fell bis auf den Boden. Das Haarkleid der kleinen Hunde bedarf einer regelmäßigen und intensiven Pflege.

 

Der besondere Charakter des Maltesers

Trotz seiner Größe stellt der Malteser-Hund kein gewöhnliches Schoßhündchen dar. Der aufgeweckte Vierbeiner braucht viel Bewegung und Abwechslung. Speziell die Jagd übt einen besonderen Reiz auf den Hund aus. In der Wohnung zeigt sich das Tier in der Regel ausgeglichen. Seine gesamte Energie verbraucht er bei ausgedehnten Spaziergängen.

Das Hinterherjagen nach einem Ball oder Stock befriedigt die Bewegungslust des Vierbeiners. Malteser-Hunde zeigen sich als anhängliche und treue Begleiter. Sie verstehen sich mit Artgenossen ebenso wie mit anderen Tieren. Aufgrund ihres aufgeweckten Wesens stellen sie ideale Spielkameraden für Kinder dar. Diese Hunderasse verfügt über einen großen Bewegungsdrang. Die Tiere toben mit Vorliebe herum. Sie lernen neue Tricks schnell und bereitwillig. Speziell diese Lernwilligkeit bringt die Intelligenz der Malteser-Hunde zum Ausdruck. Trotz der quirligen Art beweist der beste Freund des Menschen auch Wachsamkeit und Geduld.

Der Malteser-Hund bewacht sein Heim misstrauisch und beweist vorwiegend in den eigenen vier Wänden Ruhe und Gelassenheit. Andere Hunde beeindrucken das Tier wenig. Im Regelfall überzeugt er aufgrund eines stetigen Charakters.

Unterwegs mit dem Malteser Hund als treuer Begleiter, Copyright: kimrawicz Bigstockphoto

Der Bewegungsdrang des Malteser Hundes

Der Malteser-Hund wirkt auf den ersten Blick wie der typische Schoßhund. Trotzdem benötigt er viel Auslauf. Sein Bewegungsdrang zeigt sich deutlicher höher als bei anderen kleinen Hunden. Eine stundenlange Wanderung hält der Vierbeiner problemlos durch. Auch längere Spaziergänge pro Tag stellen keine Schwierigkeit für den Hund dar. Dennoch braucht er keine tägliche Wanderung. Ein kurzer Auslauf an den Wochentagen genügt, wenn am Wochenende ausgedehnte Spaziergänge locken.

Malteser

Malteser / Urheber: lindo12345 / 123RF

Am besten beschäftigst Du Deinen Malteser-Hund gleich morgens mit einem Spiel, bei dem sich das Tier verausgabt. Einmal am Tag braucht der Hund eine längere Laufphase. Diese hält mindestens eine Stunde an. Auf diese Weise befriedigst Du den Bewegungsdrang Deines Haustiers und vermeidest eine aufkommende Rammdösigkeit. Malteser-Hunde bevorzugen die Abwechslung.

Die täglich gleiche Runde langweilt die Tiere schnell. Selbst nach dem Spaziergang zeigen sie sich nicht ausgelastet. Daher variierst Du die Pfade. Dein Hund prägt sich somit immer neue Gerüche ein. Alternativ legst Du neue Geruchsspuren durch den Garten, um das Tier zu beschäftigen.

 

Wenn dem Malteser Abwechslung fehlt

Oftmals klagen die Besitzer kleiner Hunderassen über das ständige Bellen ihrer Vierbeiner. In diesem Fall fehlt den Hunden die Abwechslung, sodass sie anderweitig auf sich aufmerksam machen. Ein körperlich und geistig ausgeglichener Malteser zeigt sich als idealer Begleithund für Senioren, Kinder und Familien. Fehlt dem Vierbeiner die physische und psychische Herausforderung, kommt es zu einem aggressiven Verhalten.

Beispielsweise sucht der Malteser-Hund nach „Feinden“, die es zu vertreiben gilt. Ein Schuh, der Postbote oder ein vorbeilaufender Spaziergänger – der unterforderte Vierbeiner sieht alles als Bedrohung an. Somit entwickelt sich das Tier ohne eine regelmäßige Auslastung zu dem typischen „kleinen Kläffer“. Auch ein depressives Verhalten stellt die Folge einer fehlenden Herausforderung dar.

Dabei verweigern die Tiere beispielsweise das Fressen oder die Spiele mit Herrchen und Frauchen. Zeigt Dein Malteser Anzeichen für Aggressivität oder Depressionen, handelst Du zeitnah. Oftmals reichen längere Spaziergänge aus, um den Vierbeiner zufriedenzustellen. Streicheleinheiten und das Toben in der Natur helfen dem Tier ebenfalls, über depressive Phasen hinwegzukommen.

 

Wie viel Zeit braucht der Malteser Hund?

Der Malteser gehört zu den zeitaufwendigeren Hunderassen. Speziell die Fellpflege nimmt täglich bis zu einer Stunde in Anspruch. Bei dem ausgewachsenen Vierbeiner wächst das Fell schnell bis auf den Boden. Um dies zu vermeiden, schneidest Du die Haare auf eine für den Hund angenehme Länge. Vermeide, dass Dein Tier beim Laufen auf sein Fell tritt. Auch über die Augen sollten die Haare nicht hängen.

Malteser Hunde

Malteser Hunde sind ideale Begleiter und Freunde fürs Leben, Copyright: Amaviael Bigstockphoto

Zu langes Fell sorgt dafür, dass Dein Vierbeiner Staub, Blätter und Schmutz mit sich herumträgt. Zudem besteht die Gefahr, dass sich Knötchen in dem feinen Hundehaar bilden. Hierbei erhält das tägliche Kämmen und Bürsten Deines Hundes eine hohe Priorität. Besuchst Du mit Deinem Malteser keine Hundeshow, hältst Du sein Fell kürzer.

Auf diese Weise reduziert sich die Pflegedauer. Neben der Fellpflege spielt die Kontrolle der Augen eine wichtige Rolle. Bei einigen Tieren entdeckst Du unterhalb derselben rotbraune Spuren im Fell. Hierbei handelt es sich um die Rückstände eines zu starken Tränenflusses. Vorwiegend diese Hunderasse neigt zu dem Phänomen. Durch das regelmäßige Kontrollieren und bei Bedarf Reinigen der Augen verhinderst Du sie.

 

 

 

 

 

 

 

Besonderheiten des kleinen Maltesers

Gibst Du Deinem Hund Nassfutter, säuberst Du nach dem Fressen die Schnauze des Vierbeiners. Auch hier bleiben Speisereste im Fell hängen. Die meisten Malteser wehren sich nicht gegen die Fellpflege. Wirkt der Hund unruhig, besänftigst Du ihn beispielsweise mit einem Leckerchen. Der Zeitaufwand bei der Pflege variiert. Bei Tieren, die sich an dieses Ritual gewöhnen, geht der Prozess schneller vonstatten. Bei ihnen dauert die tägliche Pflege fünfzehn bis dreißig Minuten.

Kommst Du mit der Pflege mehrere Tage nicht nach, verlängert sich der Aufwand deutlich. Beispielsweise das Entwirren des Hundefells nimmt in diesem Fall mehrere Stunden in Anspruch. Zu der regelmäßigen Pflege gehören des Weiteren:

  • die Kontrolle und das Reinigen der Zähne,
  • das Stutzen der Krallen,
  • das Baden,
  • die Kontrolle und das Reinigen der Ohren
  • sowie das Scheren.

 

Passt die Hunderasse des Malteser zu mir?

Der Malteser-Hund passt zu älteren Menschen und Familien mit Kindern ebenso wie zu Singles. Wichtig ist, dass Du ausreichend Zeit für die Pflege und die Beschäftigung des Tieres aufbringst. Kuschelst Du gern, zeigt sich diese Hunderasse als guter Schmusepartner. Des Weiteren verfügt der Vierbeiner über einen äußerst anhänglichen Charakter.

Er hält sich am liebsten an der Seite „seines Menschen“ auf. Arbeitest Du lang, fühlt sich der Malteser schnell einsam. Auch bei einer Betreuung durch andere Personen leidet er schnell. Daher eignet sich dieser Vierbeiner besonders für Tierliebhaber, die regelmäßig viel Zeit für ihn aufbringen. Musst Du auf Geschäftsreise gehen, sorgst Du für eine feste Bezugsperson. Gewöhnt er sich an diese, steht auch dem mehrmaligen Reisen nichts im Weg.

 

Die Ernährung des Maltesers

Bei der Ernährung sind die Malteser anspruchsvolle Genießer. Du gibst Deinem Vierbeiner ohne Probleme Futter aus der Dose oder die Reste vom Küchentisch. Jedoch beachtest Du mehrere Dinge. Der Wassergehalt der Speisen spielt eine bedeutende Rolle. Ebenso untersuchst Du die Nahrung auf das Verhältnis von tierischen und pflanzlichen Zutaten.

Die Hunde freuen sich über eine abwechslungsreiche Ernährung. Hierbei achtest Du darauf, dass das Futter zu drei gleichen Teilen aus tierischen Eiweißen, Gemüse und Kräutern sowie aus Vitaminen besteht. Der Fleischanteil liegt bei der Ernährung der Malteser niedriger als bei anderen Hunderassen. Beispielsweise gibst Du Deinem Vierbeiner an einem Tag der Woche ausschließlich Trockenfutter. Die kleinen Hunde nehmen schnell zu und neigen bei wenig Bewegung zur Fettleibigkeit. Weiterhin hecheln die Tiere häufig. Dies liegt an dem dichten Haarkleid.

Damit sie nicht dehydrieren, empfiehlt der Bitterfelder Tierarzt Dr. Schrader den ständigen Zugang zu frischem Wasser. Der Wasseranteil in festen Speisen zeigt sich am besten hoch. Auch Öle gehören auf den Speiseplan der Hunderasse. Beispielsweise verabreichst Du Deinem Haustier einmal im Monat Leinensamen-Öl. Durch diesen Futterzusatz bekommt der Vierbeiner einen glänzenden Pelz.

 

Typische Erkrankungen bei den Malteser Hunden

Der Malteser-Hund neigt wie sämtliche kleinen Hunderassen zu Krankheiten der Kniescheiben und Ellenbogen. In der Fachsprache nennt sich dieses Phänomen Patellaluxation. Hierbei kommt es zu einer schnelleren Abnutzung der Gelenke. Bei älteren Hunden führt die Komplikation unter Umständen zu Schmerzen beim Rennen und Laufen.

Das Risiko für diese Erkrankung erhöhen mehrere Faktoren. Zu diesen zählen wenig Bewegung und Übergewicht. Zudem leiden die Tiere oftmals an:

  • Reizungen und Entzündungen der Augen,
  • frühzeitigem Zahnverlust (beispielsweise bedingt durch Fehlstellungen) sowie
  • Ausschlag auf der Haut (bedingt durch die erhöhte Transpiration).

Die Entzündungen der Augen resultieren aus dem langen Fell. Gelangt es in den Bereich der Iriden, gilt es als Fremdkörper. Die Augen tränen vermehrt. Auch Staub und Schmutz gelangen auf diesem Weg in diesen empfindlichen Teil des Kopfes. Daher stutzt Du das Fell in der Region regelmäßig. Alternativ hältst Du es mit Spangen oder einem Haargummi aus den Augen Deines Haustiers. Um einem frühzeitigen Zahnverlust vorzubeugen, kontrollierst Du das Gebiss des Hundes auf Zahnstein und entfernst diesen bei Bedarf. Gelingt das nicht, kommt es zu Schäden an den Zähnen. Auch ein gereiztes oder entzündetes Zahnfleisch stellt eine mögliche Folge dar. Entstehen zudem Vereiterungen, droht eine Schwächung des Immunsystems. In diesem Fall erhöht sich das Risiko für ein Herzproblem bei dem Hund.

Ohne eine regelmäßige Fellpflege verfilzt der Pelz der Tiere. Aus den feinen Härchen bildet sich eine isolierende Masse. Diese hält die empfindliche Haut der Vierbeiner dauerhaft warm. Schmutz und Bakterien sammeln sich auf der oberen Hautschicht an und provozieren den Juckreiz. Kratzt sich der Hund die Haut auf, gelangen die Erreger in die Blutbahnen.

 

Die Besonderheiten bei den Welpen

Der erwachsene Malteser zeigt sich bereits als niedlicher Spielgefährte. Den süßen Welpen vermag ein Hundefreund kaum zu widerstehen. Wünscht Du Dir einen Hundewelpen dieser Rasse, beachtest Du einige Besonderheiten. Aufgrund ihrer geringen Größe passen die Hundebabys in jede Ritze. Auch hinter oder unter Möbelstücke verirren sich die Vierbeiner oftmals. Daher richtest Du Deine Wohnung zuerst welpensicher ein, bevor Du Dir den Hund kaufst.

Die Lebenserwartung beträgt bei den Vierbeinern durchschnittlich 16 Jahre. Daher stellt die Anschaffung des Tieres keinen spontanen Akt dar. Stattdessen überlegst Du, ob Du den Pflegeaufwand über diesen Zeitraum bewerkstelligst. Die große Verantwortung übernimmst Du nicht ausschließlich für die Welpen. Auch die ausgewachsenen Hunde brauchen Aufmerksamkeit und intensive Pflege. Bei den Maltesern existieren keine charakterlichen Unterschiede zwischen Hündinnen und Rüden. Ihr jeweiliges Verhalten hängt von ihrer individuellen Prägung ab. Bei älteren Tieren spielen zudem vorherige Erfahrungen eine gravierende Rolle.

 

Die Geschichte des Maltesers

Für die Herkunft dieser Rasse gibt es zahlreiche Hinweise. Trotzdem ist die Geschichte des weißen Hundes bis heute nicht geklärt. Vermutlich brachten die Phönizier ihn in den europäischen Mittelmeerraum. Kaufleute handelten vor 2.000 Jahren in dieser Region. Auch im alten Ägypten existieren Hinweise auf die Ausbreitung der Hunderasse.

Auf einem Grabmal des Pharaos Ramses II. befindet sich eine rudimentäre Abbildung eines Hundes. Dieser ähnelt dem heutigen Malteser. Zudem weist die Aufschrift „Melitae“ angeblich auf die Tiere hin. Jedoch gibt es weiterhin die Vermutung, dass es sich bei der Abbildung um die Zeichnung eines Zwergspitzes handelt. Ihren Namen erhielten die Malteser laut der FCI von der Insel Malta. Das Wort „málat“ bedeutet demnach Hafen oder Zuflucht.

Der Malteser-Hund und seine Besonderheiten zusammengefasst

Malteser-Hunde zeigen sich als eine kleine Hunderasse, die über ein seidiges, weißes Fell verfügt. Die Tiere erreichen eine durchschnittliche Größe von 25 Zentimetern. Ihr Wesen präsentiert sich verspielt, neugierig und intelligent. Daher lernen die Vierbeiner beispielsweise schnell und mit Vorliebe neue Tricks. Ihr Bewegungsdrang zeigt sich relativ hoch, sodass sie sich mindestens einmal am Tag auspowern müssen. Des Weiteren sind die Hunde anhänglich und treu. Dies macht sie zu idealen Gefährten für Kinder.

 

Quellen:

Tierarzt Doktor Schrader aus Bitterfeld

Click to comment

You must be logged in to post a comment Login

Leave a Reply

To Top