Unserer Hauskatzen und Freigänger profitieren von einer verbesserten medizinischen Versorgung. So werden viele Tiere immer älter. Neben dem regelmäßigen Gesundheitscheck benötigen die Tierärzte die Blutwerte der Katze aus einer labortechnischen Blutuntersuchung. Anhand der Blutwerte können Sie unspezifische Symptome einordnen und kommen im besten Fall zu einer folgerichtigen Diagnose. Welche Parameter dafür wichtig sind und wie du die Blutwerte bei Katzen richtig deutest, erfährst du in diesem Beitrag.

Labor

Wann sollten die Blutwerte bestimmt werden?

In Abhängigkeit von den Referenzwerten im Labor variieren die normale Werte im Blut der Katzen. So spielen für die Blutwerte die Normwerte eine ausschlaggebende Rolle. Im besten Fall lässt du von der gesunden Katzen Referenzwerte erstellen, die als Normwerte bezeichnet werden. Nur so kannst du später Abweichungen folgerichtig bestimmen.

Hämatologie, Computer Hämatogram
Quelle: https://www.grossesblutbild.de/grosses-blutbild.html

Werte bei Katzen richtig lesen

Mögliche Nierenschäden werden im Urin deutlich. Hier signalisiert der Krea-Eiweiß-Quotient und die Dichte die verantwortliche Niere, die durch die Erhöhung der Kreatinin-Werte im Blutbild deutlich wird. Wenn die Tierärzte nichts weiter finden, sind in den meisten Fällen die Nieren für diese Einschränkung verantwortlich. Laut aktueller Forschungslage haben vor allen Dingen Barf-Katzen oftmals erhöhte Krea-Werte. Ausgehend von der Theorie sollten die Referenzwerte neu eingestellt werden. Laut IDEXX, der globale Marktführer für Diagnose und IT-Lösungen, sollte der KREA neu bemessen werden.

Eine Blutabnahme macht bei einer Katze nur dann Sinn, wenn die Tiere in den vorhergehenden 12 Stunden nichts gefressen haben. Sie sollten in dieser Zeit nur Wasser getrunken haben. Ein kürzerer Abstand kann sich maßgeblich auf die Blutwerte, den Harnstoff und den KREA-Wert auswirken.

Die Blutwerte bei Katzen im Detail

Harnstoff (N): Die normale Werte rangieren zwischen 10-33 mg/Deziliter. Die Leber bildet den Harnstoff im Zuge der Verdauung und scheidet ihn über die Nieren aus. Je nachdem, was die Katze zu sich nimmt, kann dieser Wert bei proteinreicher Nahrung ansteigen. Veränderungen der Harnstoffwerte können auf eine Herzinsuffizienz, eine Niereninsuffizienz, ein Trauma und Harnabflussstörungen hinweisen.

Kalium: Die Normalwerte bewegen sich zwischen 3.0-5.0 Minimol pro Liter. Es handelt sich um einen Nieren- und einen Muskelwert. Bei Nierenentzündungen, Operationen und Verbrennungen können die Kaliumwerte ansteigen. Niedrige Kaliumwerte können auf Erkrankungen der Leber, Durchfall und Diabetes verweisen.

Kreatinin: Unter 1,6 mg/Deziliter bleiben die normale Werte für Kreatinin, ein Nierenwert, der die Funktion der Niere widerspiegelt. Eine Erhöhung der Werte kann auf Herzinsuffizienz, bestimmte Medikamente oder Dehydrierung bei einem Schockzustand verweisen.

Anorganisches Phosphat: Die normalen Werte liegen bei etwa 0.8-1.9 Minimum pro Liter. Die Zellen benutzen diese Phosphate für die Umsetzung der Stoffwechselenergie. Darüber hinaus gilt Phosphat als der wichtigste Nierenwert, der bei kleinen Kätzchen und älteren Tieren nicht sinken sollte.

Natrium: Natrium kommt in der Zellflüssigkeit vor und wird von den Nieren abgegeben. Wenn die Tiere zu wenig Flüssigkeit aufnehmen, kann der Natriumspiegel ansteigen. So verweisen diese erhöhten Werte auf eine mögliche Deydrierung in Zusammenhang mit Durchfall und Erbrechen sowie Niereninsuffizienz.

Bilirubin: Die normale Werte sollten unter 0.2 mg/Deziliter bleiben. Wir haben es mit dem Hauptgallenfarbstoff zu tun, der in der Milz entsteht. Von da aus gelangt er zur Leber und wird über die Galle ausgeschieden. Störungen können auf Gallensteine, Entzündungen und Gallensekretion führen.

ALT: Besonders enzymreich taucht diese Gruppe in der Leber, im Skelett und im Herz auf. So sind die Werte bei den Katzen leberspezifisch und können sehr schnell auf Irritationen der Leber reagieren.

AP: Die alkalische Phosphatase sollte unter 105 U/l liegen. Frühdiagnostisch können diese Werte ansteigen und auf Störungen im Phosphat- und Calciumwechsel hinweisen. Zumeist reagieren diese Blutwerte bei der Katze erst bei sehr schweren Lebererkrankungen.

Globulin: Sie gehören zur Hauptgruppe der Proteine und kommen im Gewebe und in den Körperflüssigkeiten vor. Gerade für das Blutplasma und die Lymphen sind diese Werte entscheidend. Der Normalwert der Globuline liegt zwischen 2,8-5,5 g/Deziliter.

Blutwerte bei Katzen, klinischer Befund Blutausstrich

Blutwerte bei Katzen, klinischer Befund

Blutwerte bei Katzen

Blutwerte im kleinen Blutbild der Katze

Leukozyten: Zwischen 600-11.000 pro Milliliter liegen die normale Werte der weißen Blutkörperchen oder Leukozyten. Sie gehören zum Abwehrsystem und sind bestimmend bei Infektionen. Blutbildungsstörungen können auf einen Schockzustand oder Immunschwäche verweisen. Im Blutbild zeigt sich eine vorliegende Blutarmut als klinisches Symptom. Sie verweist auf weitere entzündliche Erkrankungen.

Erythrozyten: Die roten Blutkörperchen liegen bei den Normalwerten zwischen 5-10 Mio. pro Liter. Sie sind für den Sauerstofftransport im Organismus verantwortlich. Im Falle einer Anämie fallen die Blutwerte bei Katzen niedriger aus. Das kann auf schwere Verletzungen, Vergiftungen oder Infektionen verweisen. Aber auch angeborene Herzerkrankungen, Erkrankungen der Lunge und Nierentumore zeigen sich in einer ungewöhnlichen Veränderung der Erythrozyten.

Hämatokrit: Die Blutwerte der Katzen liegen zwischen 27 % und 47 % im Normalbereich. Der Hämatokritwert definiert das Verhältnis von flüssigem zu festen Bestandteilen im Blut. Schock, Austrocknung oder Erregung sowie Lungenerkrankungen, Herzerkrankungen und Nierentumore können auf erhöhte Werte verweisen.

Thrombozyten: Die normale Werte liegen zwischen 150-550 G/l. Die Blutplättchen sind für die Blutgerinnung verantwortlich. Eine ungewöhnliche Erhöhung der Werte kann auf eine vorliegende Leukämie verweisen und niedrige Blutwerte auf Herzinsuffizienz, starke Blutungen und Blutbildungsstörungen.

Retikulozytenzahl: (RI) Die Normwerte liegen bei 5-20 pro 1000 Erys. Eine Erhöhung kann auf eine regenerative Anämie verweisen. Aber auch eine Bleivergiftung oder Lungenerkrankungen können die Ursache einer unnatürlichen Veränderung der Werte sein.

Hämoglobin: Der Blutfarbstoff bindet den Sauerstoff an sich. Ungewöhnliche Abweichungen verweisen auf einen Schockzustand, Erkrankungen von Herz und Lunge, Nierentumore oder eine vorliegende Dehydrierung.

Hämatologie

Wie Katzen gesund und zufrieden altern

Die Alterung der Tiere steht in Verbindung mit der natürlichen Lebensdauer der Zellen. Im Prinzip altert eine Katze von dem Tag ihrer Geburt. Gesundes Altern ist dann gegeben, wenn sich die Katze in einem guten Allgemeinzustand befindet.

Bei dem allgemeinen Gesundheitscheck stehen:

der Fellzustand,
das Gewicht,
die Muskulatur,
die Stabilität der Gelenke,
die Augen und
die Atmung sowie
das Herz auf dem Prüfstand.
Die Blutwerte bei Katzen liefern andere Werte, die du auf den ersten Blick nicht erkennen kannst.

Quellen:

 

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Vertiefende Ressourcen und Quellen:

Nachschlagewerke (Hintergrundrecherche)
  • Krankheiten der Katze: Begründet von Vera Schmidt und Marian C. Horzinek, Enke; Auflage: 5., vollständig überarbeitete und erweiterte (19. November 2014) ISBN-10: 3830412428 erreichbar↑
  • Turners Katzenbuch: Wie Katzen sind, was Katzen wollen von Dennis C Turner (Autor), Verlag: Kosmos; Auflage: 2 (11. Januar 2010) ISBN-10: 3440121364 erreichbar↑