Meine Katze rennt orientierungslos im Kreis?

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    Orientierungslosigkeit bei Katzen

    Im Normalfall besitzen Katzen eine ausgezeichnete Orientierung. Ihr Ortsgedächtnis verfügt über eine gute Ausprägung, sodass sie bei längeren Strecken mühelos nach Hause zurückkehren. Zeigt sich eine Katze orientierungslos, deutet bestimmtes Verhalten auf eine Erkrankung hin. Ältere Tiere finden sich langsamer in ihrer Umgebung zurecht. Sie leiden beispielsweise an einer kognitiven Dysfunktion. Rennt die Katze orientierungslos im Kreis, resultiert das Verhalten möglicherweise aus einem Schlaganfall. Bluthochdruck gilt als weitere mögliche Ursache für eine veränderte Wahrnehmung des Stubentigers.

    Katze ohne Orientierung
    Orientierungslose Katze? Urheber: evdoha / 123RF.com

    Warum verlieren Katzen die Orientierung?

    Verliert Deine Samtpfote die Orientierung, erkennst Du dies schnell an einem veränderten Verhalten. Beispielsweise läuft die Katze im Kreis. Ihr Verhalten verwirrt sie zusätzlich. Du bemerkst, dass Dein Stubentiger strauchelt oder schwankt.

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    Fällt Dir ein unkoordiniertes Herumlaufen in der Wohnung auf, wertest Du das Verhalten als einen Verlust der Orientierung. In einigen Fällen bleibt es bei einer temporären Störung. Sie tritt beispielsweise ein, wenn Deine Katze unter einer Vergiftung leidet. Die Toxine dringen in das Blut des Vierbeiners und somit ins Gehirn. Die Synapsen reagieren verlangsamt.

    In dem Fall bewegt sich Dein Stubentiger beispielsweise träge oder schwankend. Oftmals laufen die Tiere gegen Gegenstände und miauen verstärkt. Bei Katzen sorgt die Orientierungslosigkeit zu einem veränderten Verhalten. Die Samtpfoten wirken ängstlicher und reagieren schneller aggressiv. Bei Verdacht auf eine Vergiftung suchst Du mit Deinem Vierbeiner umgehend den Tierarzt auf. Abhängig von dem Toxin besteht für die Katze Lebensgefahr.

    Demenz bei Katzen führt zu Orientierung

    Einen weiteren Grund für die fehlende Orientierung der Samtpfote stellt die kognitive Dysfunktion dar. Dabei handelt es sich um eine vorwiegend im Alter auftretende Demenz. Wie bei allen Säugern gibt es bei Katzen die Veranlagung zu der kognitiven Dysfunktion. Die ersten Anzeichen erkennst Du als Besitzer kaum. Erst in einem fortgeschrittenen Stadium ändert Dein Vierbeiner sein Verhalten deutlich. Die Katze gibt vermehrt Laut und miaut über einen längeren Zeitraum.

    Sie läuft orientierungslos durch ihr Revier. Das bedeutet: Du erkennst bei ihrem Gang kein Ziel. Oftmals rennt die Katze im Kreis. An Demenz leidende Stubentiger zeigen sich ruhelos. Sie rasten seltener. Stattdessen befinden sie sich ständig in Bewegung. Ihr Gang wirkt dabei schwindelnd. Zudem bewegt sich die Katze scheinbar sinnlos von einem Platz zum nächsten. Eine falsche Wahrnehmung gehört zu den typischen Anzeichen einer beginnenden Demenz bei Katzen.

    Dein Vierbeiner läuft durch sämtliche Räume, findet jedoch kein Ziel. Das Herumlaufen im Kreis zeigt sich vermehrt. Des Weiteren schätzt die Samtpfote Entfernungen falsch ein. Versucht das Tier beispielsweise auf das Fensterbrett zu springen, fällt es herunter. Auch der hoch gelegene Schlafplatz entwickelt sich zunehmend zu einem unerreichbaren Ziel. Daher bemerkst Du, dass Deine Katze sich vermehrt Plätze auf dem Boden sucht. Bei dieser Suche wirkt das Tier ebenfalls ohne Orientierung. Andere Merkmale für die kognitive Dysfunktion sind:

    • vermehrte Angstzustände,
    • häufiges Miauen,
    • das Vergessen von Beute oder Spielzeug,
    • eine schlechtere Fellpflege
    • sowie Depressionen.

    Bei Katzen zeigt sich die Depression in dem Verweigern von Futter und einem stärkeren Schlafbedarf. Ein weiteres Anzeichen für die Demenz stellt die Inkontinenz dar. Die Samtpfote vergisst, wo sich ihre Katzentoilette befindet. In der ersten Zeit verrichtet sie ihr Geschäft häufig daneben. Mit einem Fortschreiten der Krankheit uriniert die Katze in die gesamte Wohnung. Den Kotabsatz verteilt sie in ebenfalls in mehreren Räumen. Zeigt sich der Vierbeiner orientierungslos, stellst Du am besten mehrere Katzentoiletten auf.

    Zudem empfiehlt es sich, einen Großteil der Stühle oder Tische aus der Zimmermitte zu entfernen. Auch demente Katzen rennen im Kreis. Hierbei kommt es zu einer Störung des Gleichgewichts-Sinns. Unter Umständen folgt dem Drehen das Laufen gegen verschiedene Gegenstände.

    Damit sich Dein Tier nicht verletzt, sorgst Du für möglichst viel freie Fläche. Der Verlust der Orientierung zieht dem ihres Rangs in einem Mehrkatzen-Haushalt nach sich. Du erkennst schnell, dass die anderen Stubentiger das betroffene Tier vom Futternapf vertreiben. Zudem fordern sie die orientierungslose Katze heraus. In anderen Fällen behandeln die Artgenossen die erkrankte Samtpfote wie ein Kitten. Das bedeutet, dass das Tier über keinen Rang mehr verfügt, sondern außerhalb der „Hackordnung“ steht.

    Bei der kognitiven Dysfunktion existiert in der Regel kein einheitliches Krankheitsbild. Im Normalfall tritt sie ab dem zehnten Lebensjahr des Stubentigers auf. Das betrifft nicht alle Katzen, sondern ausschließlich Tiere, die über eine entsprechende genetische Veranlagung verfügen. Zeigt sich Dein Vierbeiner ohne Orientierung, kommen jedoch weitere Ursachen infrage.

    Ein Schlaganfall führt zu Orientierungslosigkeit

    Einen weiteren Grund für die fehlende Orientierung des Stubentigers stellt ein Schlaganfall dar. Eine Blutung im Gehirn schädigt die normale Koordination der Katze. Sie bewegt sich beispielsweise sehr langsam. Der auftretende Bluthochdruck führt des Weiteren zur Erblindung des Tieres. Dabei löst sich die Netzhaut ab. Die Samtpfote verliert temporär ihr Sehvermögen. Dennoch reagieren die Pupillen auf Lichteinfall, sodass Besitzer die Symptome häufig übersehen.

    Resultiert die Erblindung aus einer Netzhautablösung, stellen die Ärzte das Sehvermögen der Katze wieder her. Medikamente verhindern den Bluthochdruck. Dadurch verschwindet die überschüssige Flüssigkeit im Auge der Katze, die zwischen die Schichten der Netzhaut dringt. Arzneien sorgen dafür, dass sie sich wieder anlegt. Auf diese Weise erhält die Katze ihr Sehvermögen zurück. Davor erscheinen das Torkeln sowie das ziellose Herumlaufen als Anzeichen für die Erblindung.

    Läuft der Stubentiger Kreise, liegt beispielsweise eine Verletzung des Innenohrs vor. Sie beeinträchtigt den Gleichgewichtssinn der Katze. Des Weiteren besteht die Möglichkeit einer Beschädigung des Kleinhirns oder des Hirnstamms. In beiden Fällen leidet der betroffene Vierbeiner an deutlichen Gleichgewichts-Störungen. Bemerkst Du bei Deiner Katze ein solches Verhalten, konsultierst Du unverzüglich den Tierarzt. Eine schnelle Hilfe bewahrt den Stubentiger vor dauerhaften Schäden.

    Eine orientierungslose Katze verliert in einem Mehrkatzen-Haushalt schnell ihren Rang. Die anderen Stubentiger machen ihr häufig das Futter streitig oder behandeln sie wie ein Kitten. Daher erhält die Ursachenforschung eine hohe Priorität. Läuft die Katze im Kreis, leidet sie beispielsweise an einer Gleichgewichts-Störung. Diese resultiert aus einer Vergiftung, einer Entzündung des Innenohrs oder einer Erblindung.

    ⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster, Redaktion
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