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Milbenbefall ist die häufigste Parasitenerkrankung bei Katzen

Eine der häufigsten Parasitenerkrankungen bei Katzen ist der Milbenbefall. Diese sind hoch ansteckend, wobei als Lebensraum meist das dichte Fell dient. Besondere Aufmerksamkeit sollten Tierhalter den Ohrmilben bei Katzen zu teil werden lassen, da diese schwere Folgeerkrankungen auslösen können. Erfahren Sie hier wie Sie Milbenbefall bei Katzen erkennen können:

 

Unterschiedliche Katzenmilben Arten

Ohrmilben bei Katzen erkennen
Milbenbefall bei Katzen erkennen Urheber: iakovenko / 123RF

Neben Flöhen, Zecken und Läusen sind Milben die häufigsten Parasiten bei Katzen. Bevorzugter Aufenthaltsort dieser Schädlinge ist das weiche, dichte, manchmal auch feuchte Fell. Die hauptsächlich vorkommenden Arten sind die Grasmilben, Räudemilben und Raubmilben, wobei Sie als Katzenhalter meist auch Ohrmilben bei Katzen finden. Grundsätzlich können Sie Milbenbefall bei Ihrem Haustier feststellen, wenn sich dieses häufig kratzt und immer wieder betroffene Stellen ableckt.

Ist Ihr Tier von Ohrmilben betroffen, so leidet dieses unter starkem Juckreiz an den Ohren, das zu häufigem Kopfschütteln des Tieres führen kann. Besonders häufig sind Streunerkatzen von dieser parasitären Erkrankung betroffen, aber auch Freigänger können hin und wieder davon befallen sein. Neben dem auffälligen Verhalten Ihres Tieres kann Ihnen auch ein Blick in die Ohren der Katze Aufschluss über die Erkrankung geben.

Wenn Ihre Katze an Ohrmilben erkrankt ist, finden Sie im Ohr ein schwarzes krümeliges Sekret, das Sie vorsichtig entfernen sollten. Wichtig ist, dass Sie hier schnell handeln und einen Tierarzt aufsuchen, um weitere entzündliche Erkrankungen des Tieres und eine eventuelle Ansteckung des Menschen zu verhindern. Sofern tatsächlich Milbenbefall bei Katzen zu erkennen ist und  Ohrmilben bei Ihrer Katze festgestellt wurde, erfolgt eine professionelle Reinigung der Ohren und eine anschließende Behandlung mit einem Antiparasitikum.

 

Katzenmilben entwickeln sich unterschiedlich

Was das Aussehen von Katzenmilben betrifft, so ist dies gut zu definieren. Denn die meisten haben eine ovale Körperform mit vier recht kurzen Beinpaaren. Das Mundwerkzeug, auch als Kieferklauen bezeichnet, befindet sich scherenartig am vorderen Teil des Parasits. Mit bloßem Auge sind sie allerdings bei einer Gesamtgröße von weniger als einem Millimeter kaum zu erkennen. Die Entwicklung von Milben verläuft vom Stadium des Eis bis zum Ausgewachsen Sein und dauert nur wenige Wochen.

Der bevorzugte Aufenthaltsort ist eine warme und feuchte Umgebung, wie sie im Katzenfell meist gegeben ist. Dort besteht die Ernährung von Katzenmilben meist aus Körpersekreten, die sie nach dem Durchstechen der Haut mit ihren Kieferklauen absaugen. Manche Arten vermehren sich sogar auf dem Wirtstier, wie zum Beispiel die Räudemilbe, die direkt in der Haut einer befallenen Katze ihre Eier ablegt. Bereits nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven.

 

Ansteckung erfolgt einfach

Hauskatzen sind für einige Milbenarten begehrte Wirtstiere, wobei hier vor allem die Ohr- und Grasmilben zu erwähnen sind. Ohrmilben bei Katzen treten ganzjährig auf, wobei die Ansteckung meist durch direkten Kontakt mit befallenen Tieren erfolgt. Grasmilben befallen die Samtpfoten meist nur zwischen Juli und Oktober, da sie sich ähnlich wie Zecken auf Grashalmen aufhalten und von dort ihre Wirtstiere befallen.

 

Die Symptome sind gut erkennbar

Ob nun Ohrmilben bei Katzen auftreten oder diese von einer anderen Milbenart befallen sind, die Symptome sind sehr ähnlich. Diese können als hartnäckiger und starker Juckreiz deklariert werden. Dieser ist schnell erklärt, denn die Parasiten krabbeln im Fell der Katze und durchbohren die Haut, um dort ihre Eier abzulegen. Ein weiterer Aspekt, der den Juckreiz erklärt, ist die Tatsache, dass die Parasiten Kot und Speichel absondern, was bei den Haustieren zu enormen Hautreizungen führen kann.

Diese lösen in der Folge meist Hautrötungen oder sogar Ausfall des Fells bzw. entsprechende Schuppungen aus. Die Katze reagiert mit exzessivem Kratzen und manchmal sogar Kopfschütteln, das bis zum Kopf Einknicken führen kann. Starker Befall durch Milben kann auch zu blutigen aufgekratzten Wunden am Kopf und am Rücken führen, wobei sich in der Folge auch Krusten bilden können. Zudem entsteht ein kaffeesatzartiges Sekret in den Ohrmuscheln befallener Tiere, sollten diese an Ohrmilben leiden.

 

Die Folgen können schwerwiegend sein

Sofern Ihre Katze an Milbenbefall leidet, sollten Sie die möglichen Folgen nicht unterschätzen. Auch wenn diese Parasiten, anders als etwa Flöhe, keine Krankheiten übertragen, können sie dennoch unterschiedliche Erkrankungen auslösen. Am häufigsten treten entsprechende Hautreizungen und in der Folge Hautentzündungen auf. Bleibt der Milbenbefall unbehandelt, kann sich dies durchaus verschlechtern. Räudemilben können die Kopfräude auslösen. Diese kann sich von den Ohren des Tieres bis hin über den gesamten Kopf und Rücken ausbreiten. Werden Ohrmilben bei Katzen nicht richtig und rechtzeitig behandelt, kann es zu schwerwiegenden entzündlichen Erkrankungen kommen.

Die richtigen Medikamente bei Milbenbefall

Sobald der Tierarzt den Milbenbefall bei Ihrer Katze festgestellt hat, kann dieser je nach Art der Milbe, Stärke und Ort des Befalls die Behandlung ansetzen. Zu Beginn wird meist eine gründliche Reinigung der Hautoberfläche im Bereich des Befalls durchgeführt. Anschließend werden auf die Haut der Katze Mittel aufgetragen, um den Parasitenbefall zu bekämpfen. Hier sind meist Puder, Spot-ons oder Shampoos in Anwendung.

Zu beachten ist, dass eine einmalige Verabreichung der jeweiligen Mittel meist nicht ausreicht, um den Befall restlos zu vernichten. Vier Wochen nach einer ersten Behandlung ist zu empfehlen, das entsprechende Präparat nochmals anzuwenden, damit eventuell noch vorhandener Milbenbestand auch erfasst wird. Haben Sie weitere Tiere im Haus, sollten auch diese zur Vorsorge mit dem Mittel behandelt werden.

 

Auch vorbeugen hilft

Damit Sie sicher sein können, dass Ihre Katze nicht wieder von Milben befallen wird, können sie vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Ohrmilben bei Katzen können Sie dadurch verhindern, dass Sie die Ohren Ihrer Katze regelmäßig sanft reinigen und Verkrustungen entfernen. Wichtig ist, dass Sie die Umgebung bzw. die Wohnung regelmäßig saugen und Textilien wie Decken und Vorhänge, aber auch Kissenbezüge bei 60 Grad in der Waschmaschine reinigen.

Um ganz auf Nummer Sicher zu gehen, können Sie desinfizierendes Umgebungsspray, das Milben komplett abtötet, anwenden. Im Anschluss an einen Milbenbefall Ihrer Katze können Sie auch das Fell regelmäßig mit einem Flohkamm durchkämmen. Klopfen Sie diesen anschließend auf ein feuchtes Tuch. Wenn Sie schwarz-rötliche Flecken entdecken, kann dies auf einen Floh- oder Milbenbefall Ihres Tieres hindeuten.

 

Quelle:

Ohrmilben bei Katzen auf purina.de

 

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Vertiefende Ressourcen und Quellen:

Nachschlagewerke (Hintergrundrecherche)
  • Krankheiten der Katze: Begründet von Vera Schmidt und Marian C. Horzinek, Enke; Auflage: 5., vollständig überarbeitete und erweiterte (19. November 2014) ISBN-10: 3830412428 erreichbar↑
  • Turners Katzenbuch: Wie Katzen sind, was Katzen wollen von Dennis C Turner (Autor), Verlag: Kosmos; Auflage: 2 (11. Januar 2010) ISBN-10: 3440121364 erreichbar↑