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Katzen sind äußerst sensiblen Lebewesen, die Verletzungen, Unfälle und einschneidende Erlebnisse über Jahre mit sich tragen. Im schlimmsten Fall nimmt eine Katze aus einem Unfall ein Trauma mit. Wie eine wirklich effektive Traumatherapie für Katzen aussieht und ihr einer traumatisierten Katze helfen können, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Traumata bei der Katze – das Wichtigste:

  • Unfälle, Verletzungen oder Vernachlässigung können Traumata hervorrufen
  • unbehandelt führen diese zu Verhaltensstörungen
  • bei chronischen und hartnäckigen Verhaltensveränderungen: Traumatherapie für Katzen
  • Geduld, Liebe, Zuneigung und Zeit als wichtigste Komponenten für eine traumatisierte Katze
  • Prognose, Dauer und Behandlung stehen in Verbindung mit der individuellen Angststörungen

Was sind die Ursachen traumatisierter Katzen?

Der Auslöser eines Traumatas kann vielfältig sein und steht in Verbindung mit der Lebenssituation der Katzen. Verletzungen, Misshandlung, Schmerzen oder Unfälle können das Leben einer Katze erschüttern. Sie führen zu einem Zustand tiefer Verunsicherung und können das gesamte Leben der Tiere verändern.

Das gilt auch für Verbrennungen oder Vergiftungen. Bei einigen Katzen reicht eine heftige Silvesternacht, Knaller, ein Feuerwerk oder ein Gewitter aus, um ein Traumata herbeizuführen. Dabei kennen wir nicht nur eine aktive Herbeiführung eines Traumas, sondern auch den passiven Weg durch die Vernachlässigung oder Verunsicherung der Tiere.

Was führt zu einer traumatisierten Katze?

Für uns Katzenhalter ist es wichtig, die Symptome einer traumatisierten Katze folgerichtig zu deuten, um darauf zu reagieren. Ein Trauma kann seelischer oder körperlicher Natur sein. Grundsätzlich führt es uns auf das griechische Trauma und in der Übersetzung auf „die Wunde“ zurück.

Eine traumatisierte Katze steht unter Schock. Das macht sich in den meisten Fällen an einer geduckten und starren Körperhaltung bemerkbar. Die Augen der Katze sind weit aufgerissen und die Pupillen geweitet. Eine Traumatherapie für Katzen setzt zu einem möglichst frühen Zeitpunkt ein, um spätere Angststörungen zu vermeiden.

Ist eine Katze seelisch gefestigt, steigen die Chancen, dass sie sich von einem Trauma wieder erholt. Bei unsicheren Katzen nimmt dieser Prozess der Erholung einen längeren Zeitabschnitt ein.

Wurde eine Katze zum Beispiel zu früh von der Mutter getrennt oder hat in den ersten Lebenswochen kein friedvolles und liebevolles Zuhause gehabt, kann sie später mit einem Trauma schlechter umgehen.

Anzeichen: Daran erkennt ihr eine traumatisierte Katze

Die ersten Symptome eines Traumatas ähneln Angst und Stress bei Katzen. Über die Ausschüttung von Stresshormonen gibt der Körper deutliche Signale und schaltet in den Überlebensmodus. Das Ganze macht sich vor allen Dingen an

  • geweiteten Pupillen,
  • Zittern,
  • angelegten Ohren,
  • erhöhtem Speichelfluss,
  • Erstarren und
  • einer gedrungenen Körperleitung deutlich.

Gleichzeitig bekommen wir ein Gefühl, als ob die Katze vollkommen abwesend in der Situation ist. Die Tiere versuchen sich möglichst leicht zu machen, um körperlich zu verschwinden und sich zu schützen.

Erst wenn eine traumatisierte Katze unbehandelt bleibt, können sich später Verhaltensveränderungen entwickeln, die sich in Auffälligkeiten im Alltag bemerkbar machen. Dieser Zustand tritt immer dann ein, wenn der Tierarzt für ungewöhnliche Verhaltensweisen beim eigenen Stubentiger keine körperliche Ursache findet.

Oftmals zeigt eine traumatisierte Katze bestimmte Verhaltensveränderungen oder Verhaltensstörungen, wie zum Beispiel

  • Katzen zeigen ein bestimmtes Verhalten besonders häufig: übermäßiges Putzen
  • Katzen verletzen sich selbst
  • Katzen urinieren in der Wohnung oder zerkratzen die Möbel
  • die Tiere sind angespannt und aggressiv
  • Katzen fauchen und beißen ohne erkennbaren Grund
  • Vernachlässigung der Fellpflege, des Fressens und des Spielens
  • zwanghaftes Verhalten und Bewegungen

Alles was vom natürlichen und normalen Zustand abweicht, geht schon in Richtung Verhaltensstörung. Treten bestimmte Verhaltensweisen massiv über den gesamten Tag hinweg auf, solltet ihr unbedingt reagieren.

Schließlich leidet eine traumatisierte Katze unter einer Stresssituation und permanenter Angst. Stellen wir unser das Leben als Trauma vor, würden wir auch Hilfe aus unserem Umfeld erwarten.

Traumatherapie für Katzen selber durchführen

Schließlich unterscheiden wir bei Katzen körperliche und seelischen Verletzungen. Letztere sind durch eine Traumatherapie zu behandeln. Wer nun eine solche traumatisierte Katze zuhause hat, muss jede Menge Liebe und Geduld aufbringen, um wieder neues Vertrauen und Sicherheit zu fassen.

Dabei wäre es eher destruktiv, vorschnell vorzugehen und die einzelnen Entwicklungsstufen nicht abzuwarten. Versucht eurer Katze in dieser Situation Zeichen der Sicherheit zu signalisieren. Sorgt in diesem Zusammenhang für genügend Freiraum, um selbst wieder neues Vertrauen zu schöpfen.

Auch wenn es nicht so aussieht, als würden eure Annäherungsversuche von Erfolg gekrönt sein, werden diese über kurz oder lang Reaktionen nach sich ziehen. Versteckt sich eine Katze hilfesuchend unter dem Sofa und möchte nicht mehr vorkommen, solltet ihr geduldig mit gutem Futter zureden und die Katze locken, ABER das Tier niemals mit Gewalt unter dem Sofa hervorziehen.

Die meisten fatalen Folgen entstehen durch das Verhalten der Besitzer. Sie sind nicht in der Lage, der Katze genügend Zeit für die Bewältigung zu geben.

Wie lange dauert die Traumatherapie für Katzen?

Diese Frage lässt sich auf keinen Fall in wenigen Sätzen beantworten. Schließlich steht ein Trauma in Verbindung mit einer bestimmten Situation. So erleiden zum Beispiel einige Katzen nach dem Tod eines Partners ein Trauma, das sie erst nach Wochen überwinden. Hier kann es helfen, ein neues Tier anzuschaffen, um der traumatisierten Katze neue Hoffnung und Sicherheit zu geben.

Bei ausgeprägten chronischen Verhaltensstörungen brauchen die meisten Katzenhalter die Hilfe eines Katzenpsychologen und eine lange Behandlungsweise, bis sich fühlbare Ergebnisse erkennen lassen.

Grundlegend lässt sich sagen, dass die Prognose gut ausfällt, wenn Sie eine Ursache für das Verhalten der Katze finden lässt. Leidet eine Katze zum Beispiel unter einer Schilddrüsenüberfunktion, die sich in Verhaltensstörungen äußert, lässt sich diese innerhalb absehbarer Zeit einstellen. Schwieriger ist das Ganze, wenn wir eigentlich gar nicht wissen, was der Grund für die Traumatisierung ist. In diesem Fall besteht unsere erste Aufgabe darin, der eigentlichen Ursache näherzukommen.

In jedem Fall kann es hilfreich sein, sich Hilfe von außen zu holen, um einen anderen Blick auf eine Situation zu bekommen. Viele Katzenhalter leiden ebenso wie ihre Tiere unter der Situation und sind gar nicht in der Lage, eine objektive Außenposition einzunehmen. Diese ist für eine Analyse und eine Traumatherapie eine grundlegende Basis.

Wann muss der Fachmann ran?

Wenn gar kein Weg aus der Sackgasse eines Traumatas herausführt, solltet ihr euch die Hilfe von Fachleuten und Katzenpsychologen suchen. Auch ein Tierheilpraktiker kann die richtige Wahl sein.

Der Katzenpsychologe bewegt sich heute auf einem neuen Feld, ist aber in der Lage, die Verhaltensauffälligkeiten folgerichtig zu deuten. Im Gegensatz dazu wenden Tierheilpraktiker vor allen Dingen Bachblüten, Akkupressur und Akupunktur an, um für eine ganzheitliche Entspannung der Tiere zu sorgen.

Prävention und Vorbeugung: Hilfe für eine traumatisierte Katze

Nun steht es wohl nicht in der Macht der Katzenhalter, die Knaller zur Silvesternacht auszuschalten oder die Gewitter aufzuhalten. Einige Schreckenssituationen im Alltag lassen sich einfach nicht vermeiden. Wir sollten vermehrt versuchen, den Umgang mit den Schreckensmomenten etwas zu erleichtern. Unsere Versuche zielen also darauf ab, das Urvertrauen der Katze in uns Menschen und der Welt zu stärken. Nur so lassen sich die Tiere nicht so leicht aus der Bahn bringen.

Katzengerechtes Zuhause für traumatisierte Stubentiger

Schon durch die Einrichtung im eigenen Zuhause legt ihr eine Basis für ein friedvolles und selbstsicheres Zusammenleben. Gebt eurer Katze ein Versteck im Kratzbaum, eine ruhige Schlafstelle und einen gesicherten Fressplatz. Vom Grundsatz her können wir den Umgang und die Erziehung von Hunden auf keinen Fall mit den Katzen vergleichen.

Dennoch gehört zu einem zufriedenen Zusammenleben eine konsequente und liebevolle Erziehung ohne Geschrei und Gewalt. Unterbewusst gehen zahlreiche Katzenhalter viel zu forsch vor, wenn sie mit einer traumatisierten Katze umgehen. Dabei sind die ersten Schritte direkt nach einem Traumata entscheidend für Spätfolgen.

Quellen, Literatur und weiterführende Infos:

  • Prof. Dr. med. vet. Michaele Alef, Klinik für Kleintiere abgerufen↑
  • Flegel T. Schädel-Hirn-Trauma: der tierische Blickwinkel. In: Rackwitz R, Pees M, Aschenbach JR, Gäbel G, Hrsg. Leipziger Blaue Hefte. 7
  • Leipziger Tierärztekongress – Tagungsband 3 Berlin: Lehmanns Media; 2014: 545-549

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Vertiefende Ressourcen und Quellen:

Nachschlagewerke (Hintergrundrecherche)
  • Krankheiten der Katze: Begründet von Vera Schmidt und Marian C. Horzinek, Enke; Auflage: 5., vollständig überarbeitete und erweiterte (19. November 2014) ISBN-10: 3830412428 erreichbar↑
  • Turners Katzenbuch: Wie Katzen sind, was Katzen wollen von Dennis C Turner (Autor), Verlag: Kosmos; Auflage: 2 (11. Januar 2010) ISBN-10: 3440121364 erreichbar↑