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Was du bei Tränenfluss im Auge tun kannst

Bei vermehrtem Tränenfluss sprechen wir von Augenausfluss beim Hund. Im Lateinischen ist von „Epiphora“ die Rede, wenn aus dem Auge eine schleimige oder eitrige Absonderung herausläuft. Die Anzeichen gehen häufig auf eine degenerative Augenerkrankung zurück. Es gibt ein paar Hunderassen, die bedrohter von dem krankhaften, entzündlichen Augenausfluss sind als andere. Gemeinsam gehen wir auf die Suche nach den Ursachen von Augenausfluss. Zudem liefere ich praktische Tipps zur Behandlung.

Augenkontrolle bei Ausfluß am Auge des Hundes, Copyright: Masarik, bigstockphoto

Auf einen Blick:

  • Bindehautentzündungen, Pilze, Bakterien, Infektionen und Entzündungen als Ursache müssen vom Tierarzt behandelt werden
  • Verstopfung des Tränenkanals oder rassebedingter Augenausfluss?
  • Grüner Star, Tumore, Fremdkörper entzünden das Auge, auch das sagt dir den Tierarzt
  • Behandlung beim Tierarzt, um Infektionen zu verschleppen und irreversible Schäden am Auge zu vermeiden
  • Bekämpfung der Ursache führt zu schneller Heilung
  • Das Auge säubern kannst du als Halter selber machen

Was ist die Ursache von Augenausfluss beim Hund?

Die Ursachensuche gestaltet sich als nicht einfach. Schließlich können vielerlei Ursachen zu Grunde liegen, wie zum Beispiel eine Bindehautentzündung oder einer Hornhautentzündung. Aber auch stumpfe Verletzungen führen zu Ausfluss ebenso wie Pilze, Bakterien und Fremdkörper.

Einige Hunde reagieren allergisch und zeigen durch den Ausschluss eine Überreaktion. Wiederum andere Tiere leiden unter einer Entzündung der Nickhaut. Grundsätzlich haben wir es bei Augenausfluss nicht mit einer Krankheit zu tun, sondern mit einem Auslöser einer Infekt oder einer vorliegende Erkrankung.

Viele sehr junge Hunde leiden unter Augenausfluss, wenn ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Der Tierarzt bezeichnet diese Form als Konjunktivitis follikularis.

Schlimmstenfalls ist der Grund für den Augenausfluss ein vorliegendes Glaukom. Im Volksmund sprechen wir vom Grünen Star, eine Krankheit, die in Verbindung mit einem hohen Augeninnendruck steht. Im Verlaufe verändert sich der Sehnerv und es kann zu Ausfällen im Gesichtsfeld führen.

Rassebedingte Ursachen

Rassebedingt leiden einige Hunde unter chronischem Ausfluss, was auf die besondere Form der Augenlider zurückführt. Entropium bezeichnet nach innen gerollte Lidränder und Ektropium dauerhafte Reizungen an den Lidrändern. Gefährdete Rassen sind zum Beispiel Bluthunde, Retriever, Rottweiler, Bassets und Mastiffs.

Selbstverständlich können auch ganz harmlose Ursachen zu Augenausfluss führen, wenn zum Beispiel der Tränenkanal verstopft ist, der Hund an einer Erkältung leidet oder sich in der Zugluft die Augen entzündet hat. Auf jeden Fall sollten wir die Anzeichen nicht auf die leichte Schulter nehmen und zeitnah einen Tierarzt aufsuchen. Dieser kann klären, welche Krankheit der Verursacher der Tränenflüssigkeit ist und mit der entsprechenden Behandlung dagegen vorgehen.

Ist euer Hund im Auto mitgefahren und hat vielleicht seinen Kopf aus dem Fenster gesteckt, kann das durch leichten Augenausfluss quittiert werden. Gehe ich mit meinen drei Hunden über das Feld spazieren in Richtung Wald und weht an diesem Tag eine steife Brise, leidet meine älteste Hündin am Abend unter leichtem Augenausfluss. Dieser wird durch den starken Wind in Kontakt mit der Netzhaut gesunder Augen herbeigeführt.

Diese äußerst harmlose Körperreaktion sollte sich schon am nächsten Tag geben. Ist das nicht der Fall, solltet ihr den Ausschluss von Tierarzt abklären lassen. Zu den häufigsten Ursachen gehören die Bindehautentzündungen, unter denen auch wir Menschen regelmäßig leiden.

Wie erkennt ihr krankhaften Augenausfluss beim Hund?

Eine leichte Sekretbildung im Augeninnenbereich nach dem Schlafen ist vollkommen normal, wenn sie nicht eitrig oder schleimig ist. Allergische Reaktionen stehen in Verbindung mit wässrigem und klarem Ausfluss und eine Bindehautentzündung mit grauem bis gelblichem Ausfluss, der eine gelartige Konsistenz hat. Bei Hunden, die dauerhaft unter Ausschluss am Auge leiden, bildet sich eine Sekretrinne, die als „Tränenstraße“ bezeichnet wird. An dieser Stelle unter dem Auge verfärbt sich das Fell rötlich Braun und verklebt häufig. Die betroffenen Tiere haben regelmäßiger mit Ausschluss zu tun.

Diagnose beim Tierarzt

Zunächst erfolgt eine gründliche Untersuchung des Auges nach möglichen Verletzungen oder Fremdkörpern. Darüber hinaus suchen die Tierärzte nach sichtbaren Tumoren im Augenbereich. Im Nachhinein entnehmen die Experten einen Abstrich, der im Labor untersucht wird. Hier lassen sich Bakterien oder Pilze auf der Bindehaut am schnellsten diagnostizieren.

Es gibt einen Färbetest – der Fluorescein-Test – der zum Einsatz kommt, um eine Verstopfung des Tränenkanals auszuschließen. Dafür gibt der Arzt grünen Farbstoff in das Auge. Tritt er an der Nase wieder heraus, ist der Tränenkanal nicht verstopft. Im anderen Fall kann die Verstopfung sofort behandelt werden, damit die Tränen wieder abfließen.

Bei berechtigtem Verdacht, den geläufigen Begleiterscheinungen und Symptomen erfolgt die Blutuntersuchung. Leidet ein Hund unter Staupe, tritt nicht nur der eitrige Augenausfluss als solitäres Krankheitsanzeichen auf.

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Behandlung von Augenausfluss

Ich habe oben bereits die einzelnen Ursachen vom Ausfluss näher beleuchtet. Nun würde es euch wohl nicht weit bringen, wenn ihr einfach nur das Sekret mit einem Tupfer entfernt. Ihr müsst unbedingt die eigentliche Ursache bekämpfen. Leidet der Hund zum Beispiel unter Bakterien auf der Netzhaut, bekommt ihr vom Tierarzt ein Antibiotikum. Die Antibiotikakur gebt ihr eurem Hund vollständig. Selbst wenn sich der Augenausfluss mit der Zeit einstellt, müsst ihr alle Tabletten aufbrauchen. Andernfalls bleiben Mikroparasiten zurück, die sich wenig später wieder mit voller Härte ausbreiten.

TIPP: Antibiotika gibt es als Tabletten oder in Form von Pasten. Achtet darauf, dass euer Vierbeiner die Wirkstoffe vollständig aufnimmt. Wickelt die Tablette in ein Stück Fleisch oder mischt es – klein gehackt oder zermahlen – unter das Nassfutter.

Bei einer vorliegenden Allergie oder Anfälligkeit gegenüber bestimmten Stoffen oder Erregern, führt der Tierarzt eine Hyposensibilisierung durch. Nur so lassen sich die eigentlichen Übeltäter finden, die ihr zukünftig unbedingt meiden solltet.

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Was du sonst noch wissen musst:

Oftmals sind Fremdkörper oder Verletzungen am Augenausfluss schuld. Diese werden gründlich und schonend vom Tierarzt beseitigt. Ihr bekommt danach noch eine entzündungshemmende Augensalbe mit nach Hause, die ihr regelmäßig auftragt. Lasst euch das Vorgehen vom Tierarzt zeigen, damit genug der Augensalbe und Wirkstoffe auf die Netzhaut gelangen.

Bei krankhaften Veränderungen der Augenlider, Fehlstellungen, rassebedingten Beschwerden oder Tumoren kommen die erkrankten Tiere nicht um eine Operation herum. Gerade wenn es zu einem lebensbedrohlichen oder sehr gefährlichen Zustand kommt, ist eine Operation die letzte Rettung, die nicht nur den Augenausfluss, sondern auch das Leiden beendet.

Wann muss ich zum Tierarzt?

Leidet dein Hund über 2-5 Tage unter gleichbleibendem Augenausfluss, solltest du das Ganze von einem Tierarzt untersuchen lassen. Geht bitte unverzüglich zum Arzt, wenn neben dem Ausschluss Schwellungen, Schmerzen oder ein trübes Auge zu erkennen sind. Bleibt eine entzündliche Reaktion im Auge über längere Zeit unbehandelt, zerstört diese das Gewebe der Netzhaut. Das führt über kurz oder lang zu irreversiblen Schädigungen, die dem Tier das Augenlicht kosten können.

Wie steht es um die Prognose von Augenausfluss beim Hund?

Habt ihr einmal die Krankheitsursache erkannt und folgerichtig behandelt, stellt sich der Ausschluss binnen kürzester Zeit ein. So haben wir es mit einem Anzeichen zu tun, das immer in Verbindung mit einem Leiden steht. Ein langer Behandlungs- und Heilungsweg wartet auf die Hunde, auf bestimmte Allergene reagieren. Euch bleibt nichts weiter übrig, als Stück für Stück die betroffenen Stoffe zu sondieren, um den Zustand zu verbessern.

Schlechte Aussichten auf Verbesserung haben Hunde, die rassebedingt unter chronischem Augenausfluss leiden. Wenn man dem Tier mit einer Operation nicht weiterhelfen kann, müssen die Hunde mit diesen Beschwerden leben. Ihr solltet dennoch die Augensekrete mit einer klaren Flüssigkeit entfernen und säubern.

Prävention: Wie kann ich Augenausfluss vorbeugen?

Wie die oben genannten Ursachen gezeigt haben, ist es kaum möglich, präventive Maßnahmen durchzuführen, um dem Augenausfluss aus dem Weg zu gehen. Die Hunde sollten allergieauslösende Substanzen meiden. Schneidet den Hunden besonders lange Haare aus dem Gesicht und direkt über den Augen, sodass die kleinen Haare nicht ins Auge gelangen. So kann euer Hund mehr sehen und ihr vermeidet unnötige Reizungen.

Quellen und Links

  • Aus der Klinik für kleine Haustiere des Fachbereichs Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin, Stefanie Valentina Knöpfler, Tierärztin abgerufen