Der Tierarzt spricht von einer Thrombozytose, wenn sich bei der Blutanalyse erhöhte Thrombozyten beim Hund feststellen lassen. Der gestiegene Wert an Blutplättchen kann verschiedene Ursachen haben, denen in weiteren Diagnoseschritten auf den Grund gegangen werden muss. Neben vergleichsweise harmlosen Gründen können auch lebensbedrohliche Krankheiten vorliegen. „Der Normbereich von 150-500 G/l (Giga pro Liter) ist eine Orientierung. Je nach Größe des Hundes kann die Obergrenze auch unter 500 G/l liegen.“

Blutzellen

Unterschieden wir in die reaktive Thrombozytose, Ursache sind anderweitige Grunderkrankungen und in die essentielle Thrombozythämie, diese gilt als eigenständige Knochenmarkserkrankung. Wir gehen hier weiter auf die Thrombozytose ein.

Zwei Faktoren können die Thrombozytose auslösen

Steigt die Thrombozytenzahl unnatürlich an, ist dies eine Beobachtung, die der Veterinär mit dem Fachbegriff Thrombozytose beschreibt. Der Überschuss an Blutplättchen beim Hund kann auf zwei Faktoren basieren:

1. Hyperproduktion

Im blutbildenden System werden zu viele der Zellkörperchen hergestellt. Daher verschiebt sich das Gleichgewicht hin zu einem Überangebot an Thrombozyten im Blut.

2. Abbauverzögerung

Haben Thrombozyten das Ende ihres Lebenszyklus erreicht, werden sie abgebaut und schaffen so Platz für neue Blutplättchen. Erfolgt der Abbau zu langsam, verschiebt sich das Gleichgewicht ebenfalls.

„Wichtig: Die Feststellung einer vorliegenden Thrombozytose ist noch keine Diagnose der Grunderkrankung. Diese muss im Folgenden durch weitere Schritte gefunden werden.“

Hund
Hund beim Tierarzt Copyright: 4 PM production bigstockphoto

Erhöhte Thrombozyten beim Hund Ursachen:

Eine reaktive Thrombozytose bei Hunden kann auftreten bei

  • bösartigen Tumoren,
  • chronisch-entzündlichen Erkrankungen,
  • akutem Blutverlust,
  • chronischem Eisenmangel

Ursache: Die Milz

Stellt der Veterinär erhöhte Thrombozyten beim Hund fest, wird er ohne bekannte Vorerkrankungen des Tieres zunächst die Milz im Verdacht haben. Sie ist das Organ, das unter anderem für den Abbau überalterter Thrombozyten zuständig ist.

Normalerweise haben die Blutplättchen einen kurzen Lebenszyklus und sind maximal zwei Wochen im Blut aktiv. Danach wandern sie in die Milz. Kommt diese ihrer Arbeit nicht nach, ist eine Thrombozytose denkbar.

Laborzentrifuge

Ursache: blutbildendes System

Wie auch die übrigen Blutkörperchen werden die Thrombozyten im Knochenmark gebildet. Ist nicht die Milz mit einem verzögerten Abbau die Ursache für das Ungleichgewicht, steht das Knochenmark unter Verdacht.

Durch Krankheiten innerhalb des blutbildenden Systems können zu viele Thrombozyten heranreifen und in die Gefäße gelangen. In diesem Fall liegt eine essentielle Thrombozythämie vor. Nicht selten ist Leukämie der Auslöser.

Erhöhte Thrombozyten beim Hund

Die reaktive Thrombozytose

Bei erhöhten Thrombozyten beim Hund ist auch denkbar, dass kein Organschaden vorliegt, sondern die Kommunikation der Organe untereinander gestört ist. In diesem Fall erfolgt über Botenstoffe die Aufforderung, mehr Blutplättchen zu produzieren, da angeblich ein Mangel vorliegt. Erhöhte Thrombozyten beim Hund sind in diesem Fall eine Reaktion auf fehlerhafte Körpersignale, weshalb man von der reaktiven Thrombozytose spricht.

Diese Fehlleistung kann unter anderem auf Viren oder Bakterien zurückgehen, weshalb der Tierarzt nach Entzündungsprozessen im Körper des Hundes suchen wird. Allerdings können auch Tumorzellen die falschen Signale senden, weshalb eine Krebserkrankung ebenfalls in Betracht gezogen werden muss.

Hämatologie veterinäre Blutuntersuchungen

Thrombozyten senken?

Hier muss man die Lebensumstände des Tieres betrachten. Die Krankengeschichte jedes Hundes ist sehr individuell. Der behandelnde Veterinär wird daher immer die näheren Umstände in seine Diagnoseschritte einbeziehen.

Möglich ist beispielsweise, dass der Hund bestimmte Medikamente nehmen muss, die sich auf die Konzentration der Blutplättchen ausgewirkt haben. Kommt es zu einer solchen Nebenwirkung, muss über eine Anpassung der Therapie nachgedacht werden.

Auch nach einer Operation kann der Thrombozyten-Wert einige Zeit erhöht sein. In manchen Fällen ist dann außer der Beobachtung kein Eingreifen notwendig.

Der Abbau der Thrombozyten erfolgt zwar vorrangig in der Milz, jedoch sind auch die Leber und die Lunge an der Arbeit beteiligt. Daher werden gegebenenfalls diese Organe ebenfalls untersucht.

Quellen und Nachweise:

  • Die Analyse retikulierter Thrombozyten beim Hund mit den Hämatologiegeräten Sysmex XT-2000iV und ADVIA 120/2120 (Edition Scientifique) Taschenbuch – 1. März 2015 von Dana Oellers (Autor)
  • Thrombozytopenien beim Hund, abgerufen auf thieme.de/ Fachtext
⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster
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