Erste Läufigkeit der Hündin
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Die Läufigkeit einer Hündin zeigt die Geschlechtsreife der Hündin und ist ein natürlicher Entwicklungsprozess in ihrem Leben. Dieser tritt bei gesunden Hündinnen ab dem fruchtbaren Alter auf. Kommt es zur ersten Läufigkeit der Hündin, sind manche Anzeichen für den Besitzer irritierend. Es ist nicht immer eindeutig, was das Tier durchmacht.Tierwissen weiterlesen

Die Läufigkeit beginnt in der Pubertät und verläuft typisch in vier Phasen: Vorbrunst, Brunst, Nachbrunst und die Ruhephase. In diesem Artikel erfährst Du, welches Verhalten für eine läufige Hündin normal ist und was Du als Besitzer zu beachten hast.

Läufigkeit der Hündin

Ohne Kastration beziehungsweise Sterilisation erleben Hündinnen und Katzen regelmäßig Phasen, in denen sie sich fortpflanzen möchten. Beim Hund spricht man von der Läufigkeit und bei der Katze von der Rolligkeit. Für Besitzer ist es wichtig, diese Phasen zu erkennen und je nach Zuchtwunsch darauf passend zu reagieren.

  • Hündinnen werden etwa im sechsten bis zwölften Lebensmonat zum ersten mal läufig
  • Katzen sind zwischen dem vierten und 14. Lebensmonat erstmals rollig
  • Hündinnen erleben einen regelmäßigen Eisprung, Katzen nicht
  • die Tiere kennen keine Wechseljahre, sodass Trächtigkeit auch im hohen Alter möglich ist
  • neben Kastration und Sterilisation ist die Vergabe von Hormonen (ähnlich der „Anti-Baby-Pille“) möglich

Was bedeutet Läufigkeit?

Bei Hündinnen bezeichnet der Begriff die Phase, in der sie bereit für den Deckakt sind. Die erste Läufigkeit erleben die Tiere in der Pubertät und sie kennzeichnet den Eintritt der Geschlechtsreife. Der exakte Zeitpunkt unterscheidet sich aber nicht nur je nach Hunderasse, sondern ist auch innerhalb der Rassen sehr individuell.

„Kleine Hündinnen wie etwa Dackelweibchen sind früher geschlechtsreif als Schäferhunde oder Doggen. Je größer die Hunderasse, desto später ist mit der Läufigkeit zu rechnen.“

Nach der ersten Läufigkeit erlebt ein weiblicher Hund diese Phase circa einmal im Jahr. Die meisten Rassen sind aller sieben bis zehn Monate bereit für die Deckung. Auch hier ist ein individuelles Intervall normal.

Erste Läufigkeit der Hündin
Besonders Pflegebedürftigt, die Hündin in der ersten Läufigkeit Copyright: kozorog, Bigstockphoto

Die erste Läufigkeit – im Alter zwischen sechs und zwölf Monaten

In Abhängigkeit der Hunderasse ereignet sich die erste Läufigkeit einer Hündin ab einem Alter von sechs bis zwölf Monate. Meist ist sie ein Zeichen für den Höhepunkt der Pubertät, in der sich das Tier psychisch und physisch befindet.

Wann genau mit der Hitze die Geschlechtsreife eintritt, hängt mit der Hundegröße zusammen. Kleine Hunderassen reifen früher. Sie werden mit sechs Monaten das erste Mal läufig. Bei größeren Tieren ist es möglich, dass dieser Zeitpunkt erst im zweiten Lebensjahr stattfindet.

Entscheidend für die erste Läufigkeit ist das Erreichen der ausgewachsenen Körpergröße. Größere Hunde brauchen durchschnittlich mehr Zeit als kleinere, um erwachsen zu werden. Zusätzlich ist es möglich, dass schlecht heranwachsende Tiere, die zu wenig Nahrung bekommen oder eine schwere Krankheit erleiden, mehr Zeit benötigen. Da es sich bei Tieren ebenfalls um Individuen handeln, besitzt jede Hündin ihren eigenen ersten Moment. In manchen Fällen erfolgt er erst mit zwei Jahren.

Die stille läufigkeit unbemerkte Hitze der Hündin

Die erste Läufigkeit einer Hündin erkennen

Es ist nicht immer einfach, die Läufigkeit zu erkennen, weil nicht bei jeder Hündin diese Entwicklung typisch verläuft. Oft ist es der Fall, dass der Körper zwar geschlechtsreif, aber noch nicht vollständig entwickelt ist. Aus diesem Grund ist eine sogenannte stille Läufigkeit nicht selten. Obwohl sich hormonelle Vorgänge im Körper der Hündin ereignen, sind keine äußeren Anzeichen, wie ein Ausfluss, zu erkennen. Auf diese Weise ist es möglich, dass das Tier unbemerkt läufig ist.

Ein weiterer Sonderfall ist der Split-Östrus. Dieser äußert sich dadurch, dass zunächst typische Läufigkeitssymptome auftreten, diese allerdings wieder für ein paar Tage verschwinden. Anschließend tauchen sie wieder für die restliche Dauer auf.

„Wichtig: Anders als bei Menschen gibt es keine Wechseljahre für Hunde. Auch im hohen Alter werden Hündinnen noch läufig und können trächtig werden.“

Video Erfahrungsbericht: Verhalten bei Läufigkeit der Hündin

Phasen der Läufigkeit

Die Bereitschaft von einem Rüden gedeckt zu werden, zeigt eine Hündin sehr deutlich an. Der Mensch kann insgesamt vier Phasen erkennen, die von Veterinären als Proöstrus, Östrus, Metöstrus und Anöstrus benannt werden.

Erste Phase – Proöstrus

Die erste Phase eines typischen Ablaufes der Läufigkeit einer Hündin nennen Tiermediziner Proöstrus oder Vorbrunst. Durchschnittlich dauert diese Phase circa neun Tage, wobei sie zwischen drei und 17 Tage schwankt.

Umgangssprachlich als „Vorbrunst“ bezeichnet, ist dies die Phase, in der eine Hündin blutigen Scheidenausfluss hat. Man kann die Phase daher mit der Menstruation beim Menschen vergleichen. Während dieser Phase ist die Hündin nahezu nie empfängnisbereit und wehrt normalerweise Rüden sehr energisch ab. Proöstrus dauert je nach Rasse wenige Tage bis drei Wochen.

In diesen Tagen schwillt die Vulva der Hündin an. Es kommt zu einem blutigen Scheidenausfluss. Welche Menge an Blut das Tier verliert, hängt individuell vom Hund ab. Manche bluten kaum wahrnehmbar, andere verlieren eine reichliche Menge. Zu diesem Zeitpunkt ist sie nicht fruchtbar. Männliche Hunde finden ihren Körpergeruch besonders interessant. Treffen zwei Hunde aufeinander, möchte die Hündin noch keinen engen Kontakt, sodass sie ausweicht oder beißt.

Zweite Phase – Östrus

Nach der Blutung kommen die Hunde in die fruchtbare Phase, es erfolgt der Eisprung. Diese Phase hält circa eine bis drei Wochen an. Hündinnen in der Brunst achten sehr genau auf männliche Tiere und bleiben bei potenziellen Partnern stehen, während sie den Schwanz zur Seite schieben. Während dieser Paarungsbereitschaft sollten Halter ihren Hund nicht ohne Leine laufen lassen.

In der zweiten Phase, die Brunst, ist die läufige Hündin deckbereit. Das Verhalten, welches sich beim Herannähern eines interessierten Rüden bemerkbar macht, nennen Tierärzte „Standhitze“. In dieser Haltung bleibt die Hündin, ohne sich zu wehren, stehen und dreht ihren Schwanz zur Seite. Die Östrus-Phase dauert für gewöhnlich neun Tage. In Einzelfällen hält sie zwischen drei und 21 Tage an.

Die Vulva schwillt allmählich ab. Der blutige Scheidenausfluss wird zunehmend wässriger. Ab und zu kommt ein schleimiger Ausfluss mit geringer Viskosität vor. Innerhalb dieser Phase treten mehrere Eisprünge auf. Zwischen dem zweiten und vierten Tag ist die Hündin am fruchtbarsten.

Dritte Phase – Metöstrus Nachbrunst

Die Nachbrunst tritt unabhängig vom Deckungsakt ein und soll die Hündin auf ihre Mutterrolle vorbereiten. Es wird das Hormon Progesteron zur Einnistung der Embryonen gebildet. Bei starker Ausschüttung kann sogar die Bildung von Prolaktin angeregt werden und die Hündin laktiert ( Muttermilch wird produziert), obwohl sie nicht trächtig ist.

Die Nachbrunst, der Metöstrus, ist die Nachphase der Läufigkeit. Die Hündin zeigt immer weniger Symptome und verhält sich mehr und mehr wie ein gewöhnlicher Hund. In dieser Phase schwillt die Vulva vollständig ab und zusätzlich verändert sich der Scheidenausfluss. Die Farbe wandelt sich ins Gelb und verschwindet zum Ende hin gänzlich.

Die äußerlichen Anzeichen der Läufigkeit treten immer mehr in den Hintergrund und verschwinden. Allerdings existieren weitere Wochen lang verschiedene hormonelle Veränderungen im Körper des Tieres. Ein spezieller Gelbkörper produziert nach dem Eisprung das Hormon Progesteron. Es bereitet die Gebärmutter auf einen möglichen Embryo vor, auch wenn es zu keiner Befruchtung kommt. Neun bis zwölf Wochen später baut sich der Gelbkörper ab und es kommt zum sinkenden Progesteronspiegel. Das dadurch ausgeschüttete Prolaktin veranlasst die Milchproduktion, weshalb manche Hündinnen scheinträchtig sind.

Anöstrus – Die Ruhephase

Dies ist eine Ruhephase vor der nächsten Vorbrunst. Die Hündin zeigt kein Interesse an der Fortpflanzung.

Die vierte Phase ist die Zeit, in der die Hündin nicht läufig ist. Der Anöstrus bezeichnet die Ruhepause des Zyklus. Es zeigen sich keine äußeren Anzeichen einer Läufigkeit bei der Hündin und die Hormone halten sich im Gleichgewicht. Diese Phase dauert in der Regel mehrere Wochen und Monate an, bis der nächste Proöstrus beginnt.

Das Verhalten und Anzeichen richtig deuten

Durchschnittlich kommt es bei einer Hündin alle sieben Monate zur Läufigkeit. Dies hängt stark vom Alter des Tieres und der jeweiligen Rasse ab. Wölfe, Dingos und andere Urtypen sind maximal einmal im Jahr läufig. Um bestens auf die drei Läufigkeitsphasen vorbereitet zu sein, liefert der eigene Hund bestimmte Anzeichen.

Vor den ersten Ausflusstropfen machen sich bestimmte Auffälligkeiten beim tierischen Begleiter bemerkbar. Die Hündin uriniert vermehrt und erinnert an einen markierenden Rüden. Geht das Tier alle paar Meter in die Hocke, setzt sie erste Duftmarken für ihre männlichen Artgenossen. Ein weiteres Indiz für die bevorstehende Läufigkeit, ist die vermehrte Anzahl an tierischen Verehrern. Immer mehr Rüden beschnüffeln die Hündin und tänzeln um sie herum.

Ist die Hündin in der Läufigkeit, vergisst sie meist die guten Manieren und ihre Erziehung. Oft ist es schwieriger, den freilaufenden Hund zurückzurufen. Zudem geht sie mit einem weiteren Abstand vor dem Besitzer her. Andere Individuen wirken anhänglicher. Sie suchen mehr Liebe und Geborgenheit vom Herrchen oder Frauchen. Wiederum andere Tiere schlafen in dieser Zeit mehr und ziehen sich zurück.

Tipps für den Besitzer einer Hündin

Besonders zu beachten ist der tropfende Scheidenausfluss während der Läufigkeit einer Hündin. Viele fragen sich, wie sie am besten mit dieser Situation umgehen. Für gewöhnlich putzen sich die Tiere vermehrt und bleiben reinlich, allerdings existieren ebenso nachlässige Hündinnen. Weil die Blutung unterschiedlich stark ausfällt, ist es nicht immer mit viel Aufwand verbunden. Einzelne Tropfen aufzuwischen ist in der Regel ausreichend.

Manche Besitzer greifen auf ein spezielles Schutzhöschen zurück, das den Ausfluss vor dem Tropfen abfängt. Entscheidest Du Dich für diese Methode, ist es wichtig, die Hündin im Vorfeld daran zu gewöhnen. Viele Exemplare tragen nicht gerne Kleidungsstücke, sodass das Höschen in wenigen Augenblicken zurückgelassen auf dem Boden liegt.

Quellen und Nachweise:

  • Theresa Conze und Axel Wehrend: Zyklus und Zyklusbestimmung: Kleintiermedizin Nr. 4, 2015,
  • Tierarztpraxis Pante, 49326 Melle, Läufigkeitsunterdrückung