Wie erkennen Sie Haarlinge beim Pferd?

Bei Haarlingen handelt es sich um Parasiten, die vorwiegend in der kalten Jahreszeit auftreten. Speziell an der Mähne und am Schweifansatz sammeln sich die unliebsamen Insekten.

Haarlinge beim Pferd führen zu Juckreiz, Entzündungen und einer hohen Ansteckungsgefahr.

Pferdeparasiten: Haarlinge erkennen und bekämpfen

Kommen Haarlinge beim Pferd vor, versetzt dies die Halter in höchste Alarmbereitschaft. Der Grund: der Befall breitet sich in kurzer Zeit aus. Treten die Ektoparasiten bei einem Tier auf, reicht der Kontakt zu Artgenossen, um die Haarlinge „weiterzugeben“. Dadurch kann sich in ein bis zwei Tagen ein gesamter Pferdestall infizieren. Speziell am Ende der Winterzeit beginnt die Aktivphase der blutsaugenden Insekten. Sie sammeln sich an Körperstellen mit einer dichten Behaarung.

Daher leiden Pferde an Mähne und Schweifansatz an den Parasiten. Diese beißen sich in der Haut fest und verursachen einen brennenden Juckreiz. Sobald sie sich lösen, bleibt eine kleine Wunde zurück. Unter Umständen entzündet sich diese. Am Tag legen die weiblichen Ektoparasiten zwei bis drei Eier, aus denen Larven schlüpfen. Durch die rasche Vermehrung der Schädlinge erfordert ein Haarlingsbefall zeitnahe Bekämpfungsmaßnahmen.

Wichtige Informationen zu Haarlingen beim Pferd:

Zwischen Winterende und Frühlingsanfang zeigen Haarlinge eine starke Aktivität.
Durch einen Haarlingsbefall leidet das betroffene Pferd an einem starken Juckreiz.
Die Schädlinge vermehren sich schnell und springen auf andere Wirte über.
Legen Haarlinge Eier, erkennen Sie diese als Nisse im Pferdefell.
Um die Parasiten zu entfernen, braucht das Pferd eine intensive Haut- und Haarpflege.

Haarlingsbefall im Pferdefell erkennen – wie geht das?

Leidet Ihr Pferd an einem Haarlingsbefall, erkennen Sie diesen bereits am veränderten Verhalten des Tieres. Durch die Bisse der Parasiten tritt ein starker Juckreiz auf. Betroffene Reittiere reiben sich beispielsweise an Wänden und Zäunen. Mit den Zähnen versuchen sie, befallene Hautstellen zu erreichen. Zudem führt das unaufhaltsame Jucken zu steigender Unruhe bei den Pferden. Ein untrügliches Anzeichen für die Haarlinge stellt der Haarausfall dar. Dieser resultiert aus dem Fressverhalten der Parasiten. Diese nagen Ihrem Pferd das Fell von der Haut.

Dadurch wirken verlorene Haare ausgefranst. Sammeln sich die Haarlinge auf dem Fell Ihres Pferdes, ernähren sie sich von Hautschuppen und Gewebeflüssigkeit. Durch ihren Speichel lösen sie bei dem betroffenen Reittier allergische Hautreaktionen aus. Dadurch entsteht ein roter Hautausschlag. Parasiten, die sich tief in die Epidermis fressen, hinterlassen Krusten und Pusteln. Der Befall schwächt das Immunsystem des Wirts. Aus dem Grund wirken die Pferde zunehmend müde und unruhig. Einige Tiere reagieren auf den körperlichen Stress mit einem hohen Bewegungsdrang. Beispielsweise stampfen sie wiederholt mit den Hufen auf.

Wo beißen Haarlinge sich fest?

Treten Haarlinge beim Pferd auf, sammeln sie sich speziell an den Nüstern und den Ohren des Reittiers. Ebenso gehören der Mähnenkamm und die Schweifrübe zu den beliebten Beißstellen der Parasiten. An den empfindlichen Hautstellen verstärkt sich der Juckreiz, bis sich einige Pferde blutig kratzen. Ziehen Sie das Fell Ihres Reittiers vorsichtig auseinander, entdecken Sie mehrere, weiße Eier. Diese besitzen eine Länge von einem Millimeter. In der Breite messen sie zwei bis drei Millimeter.

Ausgewachsene Haarlinge finden Sie auf dem Pferdefell kaum. Die Parasiten verstecken sich vor der Helligkeit. Jedoch besteht die Möglichkeit, die Lästlinge durch Wärme aus dem Fell zu treiben. Sobald sich die Körpertemperatur des Pferdes erhöht, beginnt die Aktivphase der Haarlinge. Der Befall mit Ektoparasiten – Haarlingen und Läusen – zählt zu den häufigsten infektiösen Hautkrankheiten bei Pferden.

Gehen Haarlinge auf den Menschen über?

Bemerken Sie Haarlinge beim Pferd, besteht für Sie keine Übertragungsgefahr. Bei den Parasiten handelt es sich um wirtsspezifische Tiere. Daher überleben sie nicht lange auf menschlicher Haut. Allerdings existieren bei den Haarlingen Arten, die Hunde und Katzen als Wirte wählen.

Welche Ursachen führen zu einem Haarlingsbefall?

Vorwiegend von Spätherbst bis zum Vorfrühling steigt das Risiko eines Haarlingsbefalls. In dieser Zeit kommt es bei den Parasiten zu einer hohen Aktivität. Ebenfalls befallen sie Pferde, die sich im Haarwechsel befinden. Haarlinge bevorzugen Wirte mit einem langen, dichten Haarkleid. Des Weiteren können mehrere Faktoren den Befall begünstigen. Zu diesen zählen:

  • Schwäche durch Vorerkrankungen,
  • Wurmbefall,
  • eine hohe Luftfeuchtigkeit,
  • Stallhaltung auf engem Raum,
  • mangelnde Fellpflege.

Ein hohes Befallsrisiko tritt bei Fohlen und älteren Pferden auf. Diesen fehlen oftmals die Abwehrkräfte. Die Ansteckung mit Haarlingen erfolgt in der Regel über direkten Hautkontakt. Jedoch überleben die Parasiten mehrere Tage ohne Wirt. Beispielsweise siedeln sie sich im Putzzeug an. Verwenden Sie dieses für die Fellpflege eines anderen Reittiers, droht eine indirekte Übertragung. Um zu verhindern, dass neue Pferde Haarlinge in den Stall einschleppen, empfiehlt sich eine vorherige Fellkontrolle.

Was geschieht bei einem starken Haarlingsbefall?

Bleiben Haarlinge beim Pferd über einen längeren Zeitraum unbemerkt, verschlimmern sich die anfänglichen Symptome. Durch die Bewegungen der Parasiten im Fell verstärkt sich der Juckreiz. Gleichzeitig erhöht die Beißaktivität der Schädlinge die Gefahr einer Hautentzündung. Vorwiegend sensible Pferde leiden unter dem Speichel der Ektoparasiten. Dieser löst bei ihnen Allergien aus, die zu Hautausschlag führen. Durch den körperlichen Stress kommt es bei den Pferden zu zunehmender Unruhe. Sie beginnen, ihr Fell stark zu scheuern.

Des Weiteren erweist sich der Alopezie genannte Haarausfall als Symptom eines fortgeschrittenen Haarlingsbefalls. Bleibt der Juckreiz unbehandelt, neigen einige Pferde zur Selbstverletzung. Die Tiere verweigern das Futter, sodass sie abmagern. Darunter leidet ihre körpereigene Immunabwehr, wodurch Sekundärinfektionen drohen.

Haarlinge beim Pferd zuverlässig bekämpfen

Durch den Befall mit Haarlingen leidet die Allgemeingesundheit des betroffenen Pferdes. Zudem ziehen die Parasiten die Haut sowie das Pferdefell in Mitleidenschaft. Durch die Bisse entstehen kleine Wunden, von denen sich weitere Haarlinge ernähren. Des Weiteren beginnt die Epidermis, Schuppen zu bilden. Diese nutzen die Parasiten ebenfalls als weitere Nahrungsquelle. Damit sich die Schädlinge nicht vermehren und weitere Tiere befallen, gilt es, die Symptome rechtzeitig zu erkennen.

Sobald Sie eine Verhaltensveränderung bei Ihrem Pferd erkennen, sollten Sie sein Fell kontrollieren. Gleiches gilt, wenn Sie an Striegel oder Bürste hellbraune Insekten entdecken. Hierbei handelt es sich um ausgewachsene Haarlinge. Sobald Sie vermuten, dass diese Parasiten Ihr Reittier quälen, erfolgt eine spezifische Behandlung. Diese beginnt mit einer Pflege und Desinfektion der betroffenen Hautstellen.

Durch spezielle Kühlgels gelingt es, den Juckreiz auf der Haut Ihres Pferdes zu lindern. Zusätzlich sollten sie lose Härchen aus dem Fell kämmen. Dadurch verhindern Sie das weitere Scheuern und reduzieren die Schuppenbildung. Das Ziel der Fellpflege besteht zunächst darin, den Haarlingen die Nahrungsgrundlage zu nehmen. Auf die Weise vermeiden Sie eine weitere Vermehrung der Schädlinge. Im Fachhandel finden Sie spezielle Hautsalben für Pferde. Diese eignen sich als Mittel gegen Haarlinge und Sommerekzeme.

Bei den Salben achten Sie auf hohe Kriech- und Spreiteigenschaften. Diese sorgen dafür, dass sich die pflegende Substanz schnell im Fell und auf der Haut verteilt. Dabei löst es noch vorhandene Hautschuppen.

Mithilfe spezieller Auskämmhilfen bürsten Sie die Schuppen im Anschluss aus dem Pferdefell. Nachdem die Haarlinge beim Pferd entfernt sind, steht die Regeneration von Haut und Fell im Vordergrund. Zu dem Zweck eignen sich Pflegeöle, beispielsweise auf der Basis von Sesamöl. Keinesfalls sollten Sie vergessen, das Stall- und Pflegezeug Ihres Pferdes gründlich zu reinigen.

Quellen:

Wagner, Regina: Ektoparasitäre Hauterkrankungen beim Pferd (2014)

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