Hufrehe
Hufrehe bei Pferden Copyright: JackieNix bigstockphoto

Bei der Hufrehe handelt es sich um eine Erkrankung des Hufs, die häufig bei Pferden auftritt. Äußere Einflüsse wie ein unsauberer Stall oder fehlende Pflege begünstigen das Entstehen der gesundheitlichen Komplikation. Bemerken Sie die Hufrehe bei Pferden, sollten Sie den Tierarzt konsultieren.

Die Hufrehe – Worum handelt es sich?

Die Hufrehe besteht als Huferkrankung, die aufgrund vielfältiger Ursachen entsteht. Bleibt sie unbehandelt oder therapieren Sie die Krankheit falsch, kommt es zu schwerwiegenden Folgen. Vorwiegend bei Ponys verläuft ein ausgeprägter Krankheitsverlauf ohne Therapie tödlich. Daher spielt das frühzeitige Erkennen der Hufrehe bei Pferden eine wichtige Rolle. Dafür sollten Sie die Anzeichen für die gesundheitliche Komplikation erkennen.

Die Hufrehe entsteht nicht auf natürliche Weise. Vielmehr handelt es sich um eine von Menschen verursachte Erkrankung des Pferds. Vorwiegend bei Pferden unerfahrener Pferdehalter erhöht sich das Risiko, dass die Huferkrankung auftritt. Das resultiert aus einer unsachgemäßen Haltung oder einer unhygienischen Umgebung.

Hufrehe Definition der Krankheit

Die Hufrehe – auch Laminitis genannt – betrifft die Huflederhaut. Hierbei handelt es sich um die verbindende Schicht zwischen dem Hufbein und der Hornkapsel. Kommt es hier zu einer Entzündung, spürt das Pferd beim Auftreten einen dumpfen bis stechenden Schmerz.

Durch den Entzündungsprozess schwillt das gesamte Gewebe an. Diese Schwellung drückt von innen gegen die äußere Hufschicht. Bei einer schweren Hufrehe lockert sich auf die Dauer das Hufbein. Es sinkt auf die Sohle ab. In der Tiermedizin sprechen die Ärzte von einer Hufbeinsenkung. Diese tritt bereits nach wenigen Tagen auf.

Oberhalb des Knochens verbindet eine Sehne das Hufbein mit dem Bein. Durch das Absinken verdreht es sich. Dabei handelt es sich um eine Hufbeinrotation. Im schlimmsten Fall bricht das Hufbein durch die Sohle.

Das Pferd leidet an einem Hufbeindurchbruch, der die gesamte Bewegung beeinträchtigt. Löst sich die Verbindungsschicht zwischen Sohle und Hufbein komplett ab, droht das Ausschuhen. In dem Fall löst sich die Hornkapsel komplett ab.

In diesem Stadium existieren kaum Heilungschancen für betroffene Pferde. Diese leiden unter starken Schmerzen, sodass viele Tierärzte eine Nottötung in Erwägung ziehen.

Bei der Hufrehe existieren verschiedene Arten

Die Hufrehe bei Pferden tritt aufgrund unterschiedlicher Auslöser auf. Daher unterscheiden sich die verschiedenen Arten:

  • Geburtsrehe,
  • Futterrehe,
  • Belastungsrehe,
  • Vergiftungsrehe,
  • Hungerrehe.

Am häufigsten leiden Pferde unter der Futterrehe. Als Ursache kommen eine falsche Fütterung sowie ungesundes Futter infrage. Da diese Hufrehe aus einem Fehlverhalten der Menschen resultiert, sprechen Experten von einer „Zivilisationskrankheit“.

In der freien Wildbahn tritt diese nicht auf. Speziell Futtermittel, die übermäßig viel Getreide, Zucker und Fett enthalten, begünstigen die Hufrehe. Ebenfalls stellt Kraftfutter einen Risikofaktor für die Futterrehe dar.

Die zweithäufigste Form der Erkrankung nennt sich Belastungsrehe. Der Name verrät bereits, dass eine übermäßige Belastung des Hufapparats die gesundheitliche Komplikation verursacht. Eine Verletzung, die mit einer langfristigen Lahmheit einhergeht, zieht unter Umständen eine Belastungsrehe nach sich. Gleiches gilt bei einer angeborenen oder erworbenen Missbildung des Hufs oder einer Fehlstellung der Pferdebeine.

Die Hufrehe bei Pferden und ihre Symptome

Zu den charakteristischen Anzeichen einer Hufrehe gehören zunächst allgemeine Krankheitszeichen. Betroffene Pferde leiden an Schmerzen in den Beinen. Dadurch wirken sie oftmals apathisch. Hochgezogene, dünne Nüstern stellen ein Symptom für die körperliche Pein dar. Zudem neigen die Tiere zu einem vorsichtigen Auftreten, dem Auffußen. Durch den anhaltenden Schmerzreiz kommt es zur Bewegungsunlust. Folglich wirken Gehbewegungen steif und zögerlich. Eine diffuse Lahmheit äußert sich zudem in kurzen und flachen Schritten.

Befindet sich die Hufrehe an den Vorderbeinen, streckt das Pferd diese im Stand aus. Damit versucht es, das Gewicht auf die Hinterbeine zu stützen. Andersherum schieben die Tiere die Vorderbeine weit unter den Oberkörper, um die hinteren Huf zu entlasten. Zusätzlich heben sie den betroffenen Huf mehrmals an. Bei einer ausgeprägten Hufrehe vermeiden es die Reittiere, den Huf auf den Boden zu setzen.

Begutachten Sie den entsprechenden Pferdehuf, wirkt dessen Kronrand geschwollen. Eine hohe Temperatur des Hufs weist auf den Entzündungsprozess hin. An der hinteren Seite des Fesselkopfes bemerken Sie ein heftiges Pulsieren.

Wie helfen Sie Ihrem Pferd bei Hufrehe?

Sobald Sie bei Ihrem Tier erste Anzeichen für eine Hufrehe bemerken, sollten Sie den Veterinär zu Rate ziehen. Anhand mehrerer Untersuchungen stellt dieser eine eindeutige Diagnose. Um die Ausprägung der Hufkrankheit in Erfahrung zu bringen, prüft er beispielsweise die Schmerzempfindlichkeit der Sohle. Das geschieht mit einer entsprechenden Zange. Bei der Therapie der gesundheitlichen Komplikation kommt es auf den Gesundheitszustand Ihres Pferdes an. Bei einer schweren Hufrehe dauert die Behandlung deutlich länger als bei der Krankheit im Anfangsstadium.

Verschiedene Behandlungen bei der Hufrehe

Leidet Ihr Pferd an einer beginnenden Hufrehe, fertigt der Tierarzt einen Polsterverband. Dieser sorgt für eine Schonung des Hufs und verhindert ein Ablösen der Hornkapsel. Des Weiteren verschreibt er dem Reittier Entzündungshemmer und bei Bedarf schmerzstillende Medikamente. Um die Entzündung zu kurieren, bieten einige Veterinäre und Tierheilpraktiker eine Therapie mit Blutegeln an.

Bei dieser Behandlung setzen die Mediziner die Egel ausschließlich an die klinisch auffälligen Hufe an [Rasch, Konstanze: Blutegeltherapie bei Hufrehe der Pferde (2010)].

Alternativ zu einer Blutegeltherapie kommt es zum Aderlass. Der Sinn besteht darin, die Schwellung zwischen Hornkapsel und Hufbein zu verkleinern. Als Halter obliegt es Ihnen, den betroffenen Huf regelmäßig zu kühlen. Damit nehmen Sie dem Pferd die Schmerzen und bringen das angeschwollene Gewebe weiterhin zum Abklingen. Damit eine übermäßige Bewegung das Bein nicht belastet, empfehlen Tierärzte Boxenruhe. Wie lange diese anhält, hängt von der Ausprägung der Huferkrankung ab.

Leidet das Pferd an einer Futterrehe, passen Sie das Futter artgerecht an das Tier an. Dadurch verhindern Sie einen weiteren Reheschub. Zudem sollten Sie alle Hufe auf eine Verformung untersuchen. Entstand diese bereits durch eine Überbelastung der gesunden Beine, übernimmt der Hufschmied die Hufbearbeitung. Bei dem erkrankten Huf bringt er beispielsweise einen Ruhebeschlag an.

Wenden Sie sich an einen spezialisierten Tierarzt, empfiehlt dieser unter Umständen Huforthopädische Maßnahmen. Des Weiteren berät er Sie bei der allgemeinen Pflege und dem erneuten Antrainieren Ihres Pferdes. Keinesfalls sollten Sie das Lauftraining nach einer überstandenen Hufrehe zu früh beginnen. Dadurch droht ein erneuter Ausbruch der Krankheit.

Therapieformen aus der Pflanzenheilkunde und der Homöopathie

Leidet das Pferd an einer durch eine Vergiftung verursachten Hufrehe, kommt es auf die schnelle Ausleitung der Giftstoffe an. Dafür bieten sich verschiedene pflanzliche Arzneien an. In Verbindung mit Entzündungshemmern kommt es zu einer schonenden Behandlung, die das Immunsystem des Tiers nicht zusätzlich schwächt.

Bei der gesundheitlichen Komplikation zeigen betroffene Pferde unter Umständen eine allgemeine Schwäche der körpereigenen Immunabwehr. In der Folge erhöht sich das Risiko einer Sekundärinfektion.

Um diese zu verhindern, achten Sie auf eine konsequente Säuberung der Box und der Umgebung des Pferds. Des Weiteren verabreichen Sie ihm kräftigendes, artgerechtes Futter. Einige Tierärzte verschreiben Reittieren mit Hufrehe eine spezielle Diät. Bei dieser erhalten die Pferde viele Vitamine und Nährstoffe, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Ebenso kommen durchblutungsfördernde Salben sowie ein pflanzlicher Sud zum Einsatz.

Um zusätzlich die Heilung anzuregen, baden Sie den betroffenen Huf beispielsweise in warmen Wasser, versetzt mit Schüssler Salzen. Bei der Hufrehe bei Pferden kommt es darauf an, den Kreislauf und somit den gesamten Organismus der Tiere zu stärken.

 

weiterführende Informationen:

www.dhgev.de/fileadmin/Dokumente/Fachartikel…´

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