Hunde barfen – Die häufigsten Fragen und Antworten

Barfen – hinter diesem Begriff steckt ein vollkommen neues Fütterungskonzept für unsere Vierbeiner. Im Prinzip basiert eine der natürlichsten Ernährungsformen auf den einstigen Vorfahren des Hundes: dem Wolf.

In diesem Zusammenhang geht es „Back to Basic“ zurück zu den Wurzeln unserer Frischfleischfütterung. Wie das nun in den eigenen vier Wänden möglich sein soll, was sie beim Barfen beachten sollten und wie Sie Ihre Hunde richtig barfen und erfolgreich umstellen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Hunde richtig barfen
Zutaten um Hunde richtig barfen zu können: Urheber: guesswho / 123RF.com

Was bedeutet Barfen?

Scheinbar ist diese natürliche Form der Fütterung heute in aller Munde. Wobei eigentlich nur jeder Vierte weiß, was hinter dem Begriff eigentlich steckt. So ungefähr und vage beschreiben wir alle das Barfen als Fütterung mit frischem Fleisch. Dabei versteckt sich hinter einem einfachen Begriff noch so viel mehr. Tatsächlich streiten sich die Experten über die genaue Bedeutung. Für viele steckt der Grundsatz „Bones and Raw Food“ dahinter.

Eigentlich hat die Amerikanerin Debbie Tripp diese Abkürzung zum ersten Mal in Verbindung mit der Hunde-Ernährung gesprochen: „Born against Raw Feeders“. Nach dem Prinzip der Rohfütterung lassen sich die Bedeutungen auf die biologisch artgerechte Rohfütterung übertragen. Doch im Prinzip spielen das Konzept und die folgerichtige Anleitung eine alles entscheidende Rolle.

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Wird beim Barfen nur rohes Fleisch gefüttert?

Im Prinzip ist es doch ganz einfach:

  1. Sie gehen in den Supermarkt zum Fleischer,
  2. bestellen ein Kilo Gulasch und
  3. verfüttern es an Ihren Hund.
  4. Fertig ist das Barf-Konzept.

 

Doch weit gefehlt! Das Barfen umfasst den gesamten Prozess der Rohkost und dazu gehören nun einmal nicht nur Fleischprodukte, sondern auch Knochen, Eier, Obst und Gemüse sowie Salat. Fleisch übernimmt im Zusammenhang mit der Fütterung der Hunde den überwiegenden Teil, sollte jedoch nicht zum alleinigen Produkt im Hundenapf werden.

Erinnern wir uns zurück an den Wolf, der auf seinem Weg wohl nicht nur die Gunst der Stunde nutzen konnte und Fleisch zu sich nahm, sondern auch viele andere Inhaltsstoffe. Eines der besonders wichtigen Grundsätze in der Rohfleischfütterung ist der Verzicht auf die Erwärmung. Schließlich gab es auch für den Wolf kein gegartes Hühnchen. Im Zuge des Garens und Kochens gehen viele äußerst wichtige Nährstoffe für den Hund verloren. Wollen Sie Hunde richtig barfen, werden alle Lebensmittel roh gefüttert.

 

Warum soll ich meinen Hund (richtig) barfen?

Ehrlich gesagt: Ist es nicht viel bequemer einfach in den Supermarkt zu gehen oder in den Zoofachhandel, sich eine Tüte Trockenfutter und ein paar Dosen Frischfleisch Futter zu schnappen, um den Vierbeiner zuhause zu verwöhnen? An dieser Stelle kommen wir bei einem der größten Nachteile des Barfens an, das wohl im Vergleich zu Fertigfutter vielmehr Umstand vom Hundebesitzer abverlangt.

Doch weltweit sind sich immer mehr Hundehalter, Tierärzte und Biologen einig, dass die artgerechtere Form der Fütterung die Rohfütterung ist. Einer der entscheidenden Vorteile ist die individuelle Zusammenstellung des Futters je nach Bedürfnis des Hundes. Auf diese Weise können Sie sich optimal auf die Lebensphase, auf Krankheiten und Unverträglichkeiten einstellen. Sie gehen auf Nummer sicher, dass tatsächlich keinerlei Abfallprodukte oder Chemie in den Napf gelangen. Zahlreiche Tests gerade der Stiftung Warentest und Ökotest haben bewiesen, dass selbst namhafte Futtersorten mit einem schlechten Gewissen zu kämpfen haben, wenn es um schadhafte Inhaltsstoffe geht.

 

Ist Barfen teurer als Industriefutter?

Auch hier nimmt die Beantwortung dieser Frage ein paar Zeilen mehr in Anspruch, denn die Preisspanne bei der Rohfütterung ist enorm groß. Zum einen sind Hundehalter von den aktuellen Gemüse und Obstpreisen sowie Fleischpreisen abhängig. Im Vergleich zum Fertigfutter erhalten Sie eigentlich immer die Sahnestücke, denn zumeist werden im Hundefutter selbst bei Premiumfuttermitteln die billigsten Fleischstücke verwendet.

Geheimtipp: Einige Fleischer und Metzgerbetriebe geben vor Ort Restbestände von Fleisch gegen einen geringen Preis an Hundehalter ab. Dieses Fleisch können Sie nicht bestellen. Möchten Sie Hunde richtig barfen, sollten Sie einfach vor Ort nachfragen und je nach Bedarf das Fleisch für die Hunde nachhause holen.

 

Wie wirkt sich Barfen auf den Hund aus?

Es ist wirklich kein Märchen, das Hunde über das Barfen viel weniger mit Ausdünstungen und Blähungen zu kämpfen haben als beim Fertigfutter. Das mag wohl daran liegen, dass sie keinerlei Abfallprodukte verwenden, alle Zusätze können vom Hund ordentlich verdaut werden. In diesem Zusammenhang verbessert sich der Atemgeruch, da keinerlei Geschmacksverstärker und Chemie in den Organismus gelangen.

Neben dem angenehmeren Mundgeruch vermeiden Sie über die Rohfütterung auch Zahnstein und eine kostenintensive und aufwändige Zahnsteinentfernung im hohen Alter. Hundehalter konnten beobachten, dass ihre Hunde schon nach einigen Wochen des Barfens bereits eine enorme Umstellung in den Körperproportionen, im Aufbau und in der Muskulatur zeigten.

Zudem minimiert sich der Kotabsatz. Eigentlich ist es nicht normal, dass Hunde dreimal am Tag Kot absetzen. Hier setzen sie das ab, was nicht verdaut werden konnte.

 

Hunde richtig barfen – für Anfänger geeignet?

Jedem Hundehalter, der sich für die Gesundheit eines Vierbeiners einsetzt, ist seine Ernährung wichtig. Im Prinzip ist es für alle Neulinge und Anfänger ideal, sich einen Speiseplan anzufertigen, um dem Hund alle notwendigen Zusatzstoffe zukommen zu lassen. So ist es weniger sinnvoll, nur Muskelfleisch zu füttern. Es gehören auch Innereien und Knochen dazu.

Auf diese Weise wird aus dem Hund der Hauswolf, der über einen gesunden und starken Organismus verfügt, um Krankheiten abzuwehren. Haben Sie sich an dieser Stelle gefragt, ob Sie jemals einen Blick auf die Inhaltsliste des Fertigfutters riskiert haben, so müssen die meisten resigniert den Kopf schütteln. Vor allen Dingen Herrchen und Frauchen, die sich für eine Rohfütterung entscheiden, lernen Woche für Woche und Tag für Tag dazu.

 

Ist das Füttern von Rohfleisch und Knochen gefährlich?

Die Angst vorm Splittern der Knochen ist vollkommen übertrieben. Schlussendlich sollen keinerlei Geflügelknochen gegeben werden. Einzig und allein Hähnchen und Geflügel neigen zum Splittern, das hat absolut nichts auf dem Speiseplan von Hund und Katze zu suchen.

Alle anderen Inhaltsstoffe sind mit keinerlei Gefahren verbunden. Ganz im Gegenteil: Insbesondere die Bullrassen neigen dazu, Trockenfutter hastig hinunter zu schlingen. Hier ist es schon zu folgenreichen gefährlichen Unfällen und Verletzungen gekommen. Die ideale Alternative bleibt die Rohfütterung – gerade für diese Rassen.

Achtung: Sie sollten die Knochen niemals kochen, denn so wird die Struktur porös. Sie können splittern und bilden eine Lebensgefahr.

 

Wie viel bekommt mein Hund zu fressen?

Die jeweilige Fütterungsmenge orientiert sich an den Körperproportionen, am Alter und am Bewegungsradius. So sollte der Hund in der Regel 2 % seines Körpergewichts am Tag an Masse Hundefutter zu sich nehmen. Beobachten Sie Ihren Hund. Verliert er bei der Fütterung an Gewicht, dann orientieren Sie die Menge nach oben. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

 

Hunde richtig barfen: Wie viel Fleisch soll gefüttert werden?

Schon im oberen Bereich dieses Beitrags haben wir erwähnt, dass der überwiegende Teil des Barfens von

  • Fleisch,
  • Innereien,
  • Blut,
  • Knorpel und
  • Knochen eingenommen wird.

Hier gilt es, penibel auf die unterschiedlichen Fleischarten zu achten, da diese in fixen Konzentrationen Vitamine, Nährstoffe und Mineralien liefern. 20 % der täglichen Ration besteht wiederum aus Gemüse oder Obst.

 

Haben Sie einen allergischen Hund?

Dann sollten Sie unbedingt die Rohfütterung ein paar Tage austesten. Erwiesenermaßen reagieren allergische Hunde auf rohes Fleisch äußerst positiv.

 

Welche Sorten von Muskelfleisch gibt es?

Tatsächlich gibt es eine äußerst breit gefächerte Palette von Fleisch, das unterschiedliche Nährstoffe und Konzentrationen für Ihren Vierbeiner mitbringt. Das perfekte Einsteiger Fleisch bleibt das Gulasch vom Rind.

Hier einen Überblick über mögliche weitere Sorten:

  • Lamm,
  • Truthahn,
  • Pute,
  • Antilope,
  • Kalb,
  • Känguru,
  • Schlundfleisch,
  • Maulfleisch,
  • Rinderzunge und

 

Hunde richtig barfen: Warum Innereien füttern?

Auch wenn es den einen oder anderen Hundehalter etwas Überwindung kostet, gerade die ungewöhnlichen Teile vom Tier und die Innereien beinhalten wichtige Vitamine, wie Vitamin A und B, Karotin und Eisen. Diese Inhaltsstoffe wirken sich äußerst positiv auf das Immunsystem aus.

In diesem Zusammenhang sind rohe Knochen Lieferanten für

  • Mineralien,
  • Fett und Eisen sowie
  • Enzyme und Calcium.

 

Sie bieten die ideale Beschäftigung für Vierbeiner und gleichzeitig eine automatische Zahnpflege. Auf jeden Fall sollten Sie Knochen immer roh füttern. Erst wenn diese erhitzt werden, verändert sich auch die Struktur der Knochen und sie werden brüchig.

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Beim Barfen Getreide füttern?

Für viele ist Getreide tabu, das es für Ärger und Unverträglichkeiten beim Industriefutter sorgt. Ob Befürworter oder Gegner: Einige Getreidesorten können ohne Probleme gefüttert oder auch nebenbei als Leckerli gegeben werden. Jedoch sollte die Menge an Kohlenhydraten nicht die Hälfte der Ration übersteigen.

  • Grünkern und Roggen,
  • Weizen und Dinkel sowie
  • Gerste gehören nicht auf den Speiseplan.

Ein Löffel Haferflocken mit etwas Olivenöl bildet jedoch eine gute Ergänzung.

 

Was gehört in keinen Hundenapf ab?

Zu den gefährlichen Produkten und Lebensmitteln, die wirklich gar nichts beim Barfen zu suchen haben, gehören die folgenden Produkte:

  • Zwiebeln und Knoblauch,
  • Lauch,
  • Paprika,
  • Tomate und Aubergine,
  • Rosinen und Weintrauben,
  • Schokolade und Kakao,
  • Hülsenfrüchte.

 

Auf dem Weg zu einer gesunden Hundeernährung: Hunde richtig barfen

Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit dieser Auflistung der häufigsten Fragen und Antworten weiterhelfen und vielleicht Lust auf eine erste Umstellung der Hunde-Ernährung. Was das Barfen in jedem Herrchen und Frauchen bewirken sollte? Bewusster mit dem Hundefutter umzugehen, ergänzend immer wieder rohes Fleisch zu verfüttern und dem Hund auf diese Weise so viel Abwechslung wie möglich auf dem Speiseplan zu bieten. Nur dann können Sie davon ausgehen, dass der Vierbeiner ein langes und glückliches Leben verbringen wird.

 

⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster
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