Mein Hund bellt ständig, wenn er allein ist

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    Warum Hunde bellen

    Hunde bellen, um sich zu verständigen. Sie haben eine große Bandbreite an Lauten, mit denen sie warnen, ihre Angst oder Frustration kundtun oder die Aufmerksamkeit ihres Besitzers suchen. Rasse und Charakter bestimmen, wie häufig und wie viel Dein Tier Laut gibt. Ein Hund, der ständig bellt, zerrt an den Nerven seines Herrn und der Nachbarn. Nicht selten führt das zu Streitereien. Einige Hundebesitzer geben ihren Vierbeiner deswegen sogar im Tierheim ab. Um zu verstehen – Warum Hunde bellen und wie Du die Sprache des Hundes richtig verstehen kannst erfährst Du in diesem Artikel:

    Hund kläfft in der Wohnung
    Mein Hund bellt ständig – Urheber: srugina / 123RF.com

    Einige Rassen sind „bellfreudig“

    Nähert sich ein Unbekannter, bellen Wachhunde. Jagdhunde geben Laut, wenn sie auf das gesuchte Wild stoßen. Bei vielen Hunderassen hat das Lautgeben eine Funktion. Informiere Dich vor dem Kauf eines Hundes gut über die Eigenschaften der Rasse, die Dich interessiert. Die Größe oder das Aussehen eines Tieres sagt nichts darüber aus: selbst ein kleiner Hund wie der Zwergspitz ist ein Begleit- und Wachhund und bellfreudig. Jack Russel Terrier, Schäferhunde und Mops bellen häufiger als Labrador oder Bernhardiner.

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    Die Rasse allein ist nicht verantwortlich dafür, dass ein Hund ständig bellt. Die Erziehung und Sozialisation sind wichtig, damit ein wachsamer Begleiter nicht zum störenden Kläffer wird. Ein ausgeglichenes, sicheres Tier macht weniger Probleme, als ein ängstliches, das seinem Besitzer nicht vertraut. Der amerikanische Hundespezialist Cesar Millan schreibt auf seiner Homepage, dass übermäßiges Bellen ein Notsignal des Hundes darstellt.

    Laut des Experten bellt ein ausgeglichenes Tier mit erfüllten Bedürfnissen nicht übermäßig. Er stellt drei Fragen, um der Ursache für dieses Verhalten auf den Grund zu gehen:

    • Ist die Welt des Hundes durch einen ruhigen und durchsetzungsfähigen „Rudelführer“ (der Besitzer) gesichert?
    • Bekommt er genug Bewegung und wird sein Geist gefordert?
    • Lebt er ein ausgeglichenes Leben?

    Langeweile und Unsicherheit sind häufige Ursachen, dass ein Hund ständig bellt.

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    Die Sprache des Hundes richtig verstehen

    Viele Menschen verstehen die Laut-Äußerungen ihres Vierbeiners falsch. Springt Dein Hund Dich zur Begrüßung aufgeregt an und bellt dabei? Glaubst Du, er teilt Dir damit seine große Liebe mit? Leider sagt er damit etwas anderes: „Ich bin einsam und gelangweilt!“ Seine Aufregung ist der Kanal, die über den Tag angestaute Energie loszuwerden. Der Hund ist unterfordert.

    Sorge für genügend Bewegung. Eine lange Runde am Morgen powert Deinen Hund aus, sodass er während Deiner Abwesenheit schläft. Tiere mit großem Bewegungsdrang forderst Du mit einer Tour am Fahrrad oder einer Joggingrunde heraus. Spiele, Agility-Training und Nasenarbeit beanspruchen Deinen Hund geistig. Er dankt es mit einem ausgeglichenen Wesen. Ist Langeweile die Ursache für das ständige Bellen Deines Hundes, löst ein solches Beschäftigungs-Programm das Problem.

    Eine unsichere Beziehung stärken

    Häufig sind laute Hunde unsicher und haben keine gute Bindung zu ihrem Menschen. Diesen Hunden ist ihre Stellung im Rudel – in der Beziehung zu ihrem Herrchen oder Frauchen – nicht klar. Da sie ihrem Besitzer nicht zutrauen, die Situation im Griff zu haben, warnen sie lautstark, sobald ihnen etwas nicht geheuer erscheint. Zeigst Du Deinem Hund, dass Du die Lage einzuschätzen weißt und strahlst ruhige Autorität aus, fasst er Vertrauen.

    Die Reaktion von Hunde-Besitzern auf die Bell-Attacke zeigt ein häufiges Missverständnis in der Kommunikation zwischen Hund und Mensch. Verbellt Dein bester Freund den Jogger oder das Kind auf dem Fahrrad, helfen weder Schimpfen noch beruhigende Worte. Rüffelst Du Deinen Hund, denkt er, dass Du „mitkläffst“. Versuchst Du, ihn zu besänftigen, klingt das für ihn wie ein Lob. Beide Male bestätigst Du ihn in seiner Einschätzung und seinem Verhalten.

    Damit ein unsicherer, ängstlicher Hund nicht ständig bellt, ist es von Bedeutung, dass er seinem Besitzer vertraut und weiß, dass sein Mensch richtig handelt. Behalte Deinen Hund an der Leine, wenn Du Dich mit ihm in einer fremden Umgebung oder Situation befindest. Gehe ruhig und bestimmt weiter, als wäre nichts, falls Dein Hund einen Unbekannten anbellt. So signalisierst Du ihm, dass alles in Ordnung ist und keine Gefahr droht.

    Nicht der Hund ist der Chef

    Unsichere Hunde brauchen feste Abläufe, die ihrem Leben Struktur geben. Damit übernimmst Du die Verantwortung. und Dein Haustier zeigt sich ruhiger. Der Vierbeiner benötigt die Gewissheit, dass auf sein Herrchen Verlass ist. Hunde sind Rudeltiere: Eine klare Rangfolge gibt ihnen Sicherheit und macht sie zufrieden. Der Mensch, nicht der Vierbeiner, ist der Chef im Rudel. Übernimmt Herrchen oder Frauchen diese Aufgabe ruhig und selbstbewusst, entspannt das Tier. Lautstarke Warnungen vor Joggern und Briefträgern hält es nicht für nötig.

    Die Position des Hundes im Rudel klarzustellen, hilft auch bei fordernden Tieren. Sie erkennen schnell, welche Strategie funktioniert, um das Gewünschte zu bekommen. Öffnest Du Deinem Hund die Tür, wenn er bellt? Wirfst Du den Ball, wenn er Dich ankläfft? Damit belohnst Du ihn für unerwünschtes Verhalten. Konsequenz ist in diesem Fall das Stichwort: Dein tierischer Freund lernt, dass er nur eine Belohnung bekommt, wenn er sich ruhig verhält. Warte ab, bis Dein Hund nicht ständig bellt. Erst dann wirfst Du den Ball oder öffnest die Tür.

    Das Gleiche gilt für einen wachsamen Hund, der bei jedem Geräusch im Treppenhaus oder auf der Straße Laut gibt. Besuch empfängt er mit Gebell und stürmt bei jedem Klingeln zur Tür. Wachsamkeit ist nicht grundsätzlich negativ, aber der Exzess ist unerwünscht. Um das richtige Maß zu finden, gewährst Du dem Hund dreimal zu bellen. Danach benutzt Du ein Kommando wie „Aus!“ oder „Ruhig!“. Gehorcht das Tier, lobst Du es ausgiebig und ruhig.

    Ruhe statt Aufregung

    Deinen Hund ruhig zu loben, ist wichtig, damit er nicht aus Aufregung wieder anfängt, zu bellen. Cesar Millan empfiehlt, das Klingeln mit etwas Positivem für das Tier zu verbinden. Ist der Hund es gewohnt, für ein Leckerli ruhig zu sitzen, gibst Du ihm das Kommando „Sitz!“, wenn es klingelt. Bleibt er zurück, während Du die Tür öffnest, erhält er eine Belohnung. So lernt Dein Vierbeiner, dass das Klingeln keine Gefahr bedeutet.

    Ruhe und Selbstsicherheit des Menschen sind laut dem amerikanischen Experten grundlegend, damit der Hund nicht ständig bellt. Ein körperlich und geistig ausgelastetes Tier mit einer guten Beziehung zu seinem Menschen ist selbst ruhig und selbstsicher.

    Wie Hunden das Bellen abgewöhnt werden kann

    Der beste Freund des Menschen braucht regelmäßige Beschäftigung und Aufmerksamkeit. Trotzdem kommt es vor, dass der Hund bellt, wenn er allein ist. Dieses Verhalten resultiert aus Langeweile, Angst oder Unsicherheit. Hunde bellen, um ihren Besitzern ihre Gefühle auszudrücken. Damit sich der lärmende Vierbeiner nicht zum Streitpunkt mit den Nachbarn entwickelt, findest Du die exakte Ursache für das Bellen. Bellt der Hund allein im Haus, „ruft“ er beispielsweise nach Herrchen oder Frauchen.

    Hund kläfft in der Wohnung
    Mein Hund bellt ständig – Urheber: srugina / 123RF.com

    Warum gibt der Hund übermäßig Laut?

    Häufiges Bellen resultiert aus verschiedenen Ursachen. Es gibt Hunderassen, die öfter Laut geben als andere. Jedoch bellen die Vierbeiner vermehrt, wenn sie sich allein in der Wohnung oder im Garten befinden. Wie andere Haustiere braucht der Hund die Aufmerksamkeit seiner Besitzer. Bleibt der beste Freund des Menschen zu lange allein, langweilt er sich. Selbst die Möglichkeit, im Garten herumzulaufen, vertreibt nicht die Einsamkeit des Tieres.

    Früher oder später kennt der Hund jede Ecke des Hauses und jegliche Grashalme im Garten. Fehlt ihm eine Beschäftigung, bellt er, um Aufmerksamkeit zu erregen. Das übermäßige Lautgeben dient als Kommunikations-Möglichkeit mit dem Menschen. Zudem bellen die Vierbeiner, wenn sie sich unsicher oder ängstlich fühlen. Sie versuchen durch ihr Verhalten, einen möglichen Eindringling abzuschrecken. Einem Hund das Bellen komplett zu verbieten, funktioniert nicht. Jedoch gibt es die Option, das Gebell einzuschränken.

    Wie gewöhnst Du dem Hund häufiges Bellen ab?

    Um Deinem Vierbeiner das ständige Gebell abzutrainieren, findest Du zunächst heraus, warum das Tier sich verstärkt bemerkbar macht. Viele Hunde leiden allein zu Hause an Langeweile. Um diese zu zerstreuen, fragst Du beispielsweise andere Familienmitglieder oder Freunde, ob sie ein- oder zweimal am Tag nach dem Haustier schauen. Bereits eine kurze Streicheleinheit oder ein Spiel mit dem Kauknochen erfreuen den Hund.

    Langeweile – ein Grund warum der Hund kläfft

    Des Weiteren bellen Hunde, wenn sie allein sind, weil sie sich unterfordert fühlen. Der beste Freund des Menschen sucht die Herausforderung. Schließlich handelt es sich bei dem Vierbeiner um ein domestiziertes Wildtier. Hunde genießen beispielsweise die Jagd oder Rangkämpfe untereinander. Regelmäßige Bewegung hält das Tier von einem andauernden Bellkonzert ab. Ein großer Garten gibt ihm die Möglichkeit, darin zu streunen. Damit vertreibt er die Zeit, bis sich wiederum nach kurzer Zeit Langeweile einkehrt.

    Eine gute Alternative stellt in diesem Fall ein Hundesitter dar. Dafür eignet sich eine Person aus der Familie oder ein professioneller Tiersitter. Eine hohe Priorität erlangt das Kennenlernen zwischen Mensch und Hund. Das Tier muss sich zunächst an den „Eindringling“ gewöhnen, bevor er ihn in seinem Revier akzeptiert. Bleibst Du dem Haus längere Zeit fern, gibst Du Deinen Vierbeiner beispielsweise in eine Hundepension. Hier befindet sich der Hund unter Artgenossen, sodass keine Langeweile aufkommt.

    Das Bell-Training für den Vierbeiner

    Was Du selber tun kannst

    Bleiben häufig bellende Hunde allein zu Hause, verstärkt sich ihre Veranlagung zum ständigen Lautgeben. Das bedeutet, dass das Tier bereits nach kurzer Zeit mit seinem andauernden Gebell beginnt. Trainierst Du ihm das Verhalten nicht ab, bellt der Hund schon, wenn Du das Haus verlässt. Um das zu verhindern, führst Du mit Deinem Haustier ein Bell-Training durch. Dabei kommt es nicht darauf an, dem Hund seine Laute komplett abzugewöhnen. Jedoch benötigt das Tier eine Grenze.

    Beispielsweise erlaubst Du es Deinem Hund dreimal zu bellen, danach gibst Du den Befehl: „Aus!“. Das wiederholst Du immer wieder, wenn das Tier Laut gibt. Hierbei erhält Deine Konsequenz einen hohen Stellenwert. Bei regelmäßiger Wiederholung des Befehls, merkt sich der Hund das Kommando. Er passt sein Verhalten an. Am besten lobst Du das Tier, wenn es nach dem dreimaligen Bellen Ruhe gibt. Somit förderst Du das Verhalten mit einer positiven Konditionierung. Weiterhin bellen Hunde:

    • aus Angst,
    • aus Wachsamkeit
    • oder aus Unsicherheit.

    Bellt das Tier aus Angst, findest Du die Ursache für das Unwohlsein heraus. Einige Hunde reagieren auf bestimmte Gerüche oder Gegenstände panisch. Führe Deinen Vierbeiner durch die Wohnung und achte darauf, an welchen Stellen er zu bellen beginnt. Ebenso bellen Hunde aus Wachsamkeit, wenn sie sich allein in der Wohnung befinden. Jedes Geräusch von draußen stellt für sie eine mögliche Bedrohung dar.

    Damit das Kläffen nicht überhandnimmt, lässt Du Deinem Hund beispielsweise das Radio an. Das lenkt ihn ab und übertönt die Laute im Treppenhaus oder aus Nachbars Garten. Lange Spaziergänge mit wechselnden Routen powern den besten Freund des Menschen ebenfalls aus. Drehst Du mit Deinem Hund eine Runde mit dem Fahrrad, bevor Du zur Arbeit gehst, legt er sich ermattet zur Ruhe, wenn er allein ist. Auch auf diese Weise gewöhnst Du ihm das ständige Bellen ab.

    Bleiben bellende Hunde allein zu Hause, verstärkt sich unter Umständen ihr Verhalten. Daher gewöhnst Du Deinem Vierbeiner das stetige Kläffen ab. Finde heraus, warum Dein Hund übermäßig oft Laut gibt. Viel Bewegung vertreibt die Langeweile des Haustiers.

     

    weiterführend zum Thema „Hunde bellen“

    http://www.welt.de/wissenschaft/tierwelt/article2754313/Wie-Hunden-das-Bellen-abgewoehnt-werden-kann.html

    http://www.einfachtierisch.de/hunde/hundeerziehung/wie-sie-ihrem-hund-staendiges-bellen-abgewoehnen-koennen-id55515/

    ⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster, Redaktion
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