Das hast du aber fein gemacht. Brav. Guter Junge. Hier hast du einen Leckerbissen. Sicherlich gibt es vielerlei Möglichkeiten, unsere Hunde zu belohnen. Doch hättest du gedacht, dass dabei die meisten Fehler passieren und viele Hunde unsere Belohnung überhaupt nicht zuordnen oder verstehen können? Eben genau diese Fehler stehen dir im Weg, wenn es um eine erfolgreiche Erziehung geht.Tierwissen weiterlesen

Von daher widme ich mich in dem folgenden Beitrag dem Thema der Belohnung und wie du deine Hunde richtig belohnen kannst. Wenn du die folgenden Tipps beherzigt, wirst du schnell eine Veränderung in deiner Mensch-Hund-Beziehung feststellen.

Das Wichtigste in der Übersicht:

  • den richtigen Zeitpunkt abpassen für die Belohnung
  • Hunde mit Leckerlies, Stimme und Gestik belohnen
  • konsequentes Training und regelmäßige Übung
  • Belohnung immer dabei und parat halten
  • die gleichen Kommandos verwenden

Meinen Hund mit der Stimme belohnen

Eine folgerichtige Belohnung setzt sich aus mehreren Aspekten zusammen. Zum einen bekommt unser Hund Leckerlies oder Leckerbissen, die er besonders gerne mag. Zum anderen können wir Hunde mit unserer Stimme oder bestimmten Gesten belohnen. So haben besonders hohe Stimmlagen oder ruhige Stimmen eine positive und ausgleichende Wirkung auf Hunde.

Dabei ist es zweitrangig, was wir unserem Hund sagen, sondern nur WIE. Wenn wir einen bestimmten Befehl trainieren, muss dieser immer in Verbindung mit einer Aktion stehen. Mit anderen Worten: Du kannst deinem Hund auch auf Leberwurst Sitz beibringen, wenn du nur immer wieder diese Aktion mit dem Befehl Leberwurst in Verbindung bringst.

Alles andere, was wir unserem Hund sagen, nimmt er in erster Linie über unsere Tonalität war. Du kannst also besonders beruhigend oder positiv sagen: Du bist aber ein böser Hund und wirst sehen, dass dein Vierbeiner dir schwanzwedelnd entgegenkommt und sich freut. Wenn du den Satz nochmal sagst und besonders tief sprichst oder böse dabei klingst, wird die Reaktion anders ausfallen.

Es ist wirklich erstaunlich, wie unsere Hunde die Tonlage deuten können. Dennoch können wir denjenigen die Hoffnung geben, die bisher angenommen hatten, ihr Hund würde jedes einzelne Wort verstehen und ihnen aufmerksam zuhören.

Wenn du ruhig und positiv mit deinem Hund spricht, wird er dich vergöttern und bei dir bleiben, doch deine Sätze und Worte versteht er leider nicht.

Leckerlies und Leckerbissen als die klassische Belohnung für Hunde

Die klassische Belohnung ist der Leckerbissen oder das Leckerli. Hier gibt es eine ganze Palette im Fachhandel, so dass die Auswahl nicht immer leicht fällt. Ich probiere für meine Hunde immer etwas Neues aus, lege aber Wert auf 100 % natürliche Inhaltsstoffe.

Ich selbst möchte auch keine Konservierungsstoffe und chemische Stoffe zu mir nehmen. So versuche ich dies möglichst weit weg von meinen Hunden zu halten. Mittlerweile gibt es eine vielseitige Auswahl getrockneter Fleischartikel, die meine Hunde lieben. Aber auch Müsli und selbst gebackene Hundekekse sind gefragt.

TIPP: Bist du auf der Suche nach einem passenden Geschenk für einen Hundehalter? Ich greife dabei immer wieder in die Trickkiste und backe ein paar Hundekekse einfach selbst. Mit diesem Leckerbissen kann man den Hund gesund und richtig belohnen.

Hunde belohnen Anleitung

Den Start in ein erfolgreiches Training:

Wir wollen also nun mit dem Training beginnen. Am besten nimmst du dir einen Beutel, den du an deinem Gürtel befestigen kannst oder noch besser eine Bauchtasche, in der sich die Belohnung befindet. Wirklich erstaunlich, wie schnell unsere Hunde herausgefunden haben, dass genau in dieser Tasche die Leckerlies versteckt sind. Sobald du mit deiner Hand hineingreifst, wirst du sehen, dass dein Hund aufgeregt um dich herum tanzt.

Wir wollen aber unseren Hund richtig belohnen. Das bedeutet im Gegenzug, dass er keinen einzigen Happen bekommt, ohne etwas dafür zu tun. Ob Sitz, Bleib, Platz, Gib Pfötchen, Fuß, Hier oder Hol es: Die Palette der Befehle in der Grundausbildung der Hunde ist enorm. Für mich die wichtigsten Grundkommandos sind nicht einmal Sitz, sondern BLEIB, KOMM und FUSS. Das sind Befehle, die ich im täglichen Leben mit meinem Hund brauche, damit er mir folgt und ich mich mit meinem Vierbeiner in der Öffentlichkeit nicht blamiere.

Deinen Hund richtig belohnen fürs Bleiben

Gehen wir das Ganze einmal an dem Beispiel BLEIB durch. Gerade für Junghunde ist es gar nicht so einfach, an der Stelle zu warten und nicht Herrchen oder Frauchen hinterher zu rennen. Eine fortgeschrittene Übung, die jede Menge Geduld und Konsequenz verlangt.

Gerade am Abend wollen wir, dass unser drei Monate alte Hündin in ihrem Hundebett bleibt und uns nicht unentwegt hinterherrennt. An den ersten Abenden haben wir unseren Hund mindestens 20-30 mal immer wieder wortlos in sein Bett zurückgetragen, wenn er die Flucht angetreten ist.

Wer seinen Hund richtig belohnen möchte, muss dies immer dann machen, wenn er den Befehl richtig ausgeführt hat. Das bedeutet, der Hund bekommt nur in seinem Bett auf das Kommando Bleib seinen Leckerbissen. Außerhalb des Bettes gibt es keine Leckerlies. Das Ganze wird von Anfang an nicht perfekt klappen. Doch du solltest geduldig bleiben. Mittlerweile sind wir in der dritten Trainingswoche und brauchen nicht mehr ganz so viele Versuche, um unserem Hund klarzumachen, jetzt im Bett zu bleiben.

KOMM – den Hund richtig belohnen fürs herbeirufen

Die meisten Fehler machen Hundehalter bei dem Kommando KOMM, wenn Sie den Hund richtig belohnen wollen. Ich habe schon unzählige aufgeregte Herrchen und Frauchen Hände wedelnd durch Parks rennen sehen, bei dem verzweifelten Versuch, ihren Hund herbeizurufen. Klar:

Der Stresspegel und der Frust steigt, wenn der Hund einfach nicht hören will. Noch schlimmer wird das Ganze, wenn auch noch Publikum bestehend aus anderen Hundehaltern amüsiert zuschaut. Fällt es dir dann auch schwer, deinen Hund zu belohnen, wenn er sich nach minutenlangem Rufen endlich zu dir bequemt? Du musst ihn aber auf das Kommando KOMM oder HIER auch nach Minuten Verspätung belohnen.

Die Belohnung erfolgt direkt, wenn dein Hund bei dir ankommt und keine Sekunde später. Dann kann der Vierbeiner die Belohnung nämlich nicht mehr zuordnen. Solltest du deinen Hund bestrafen, wenn er viel zu spät und nach unzähligen Versuchen des Rufens zu dir kommt, wirst du beim nächsten Mal noch weniger Glück haben.

Ich bin mir dessen bewusst, dass du viel Geduld brauchst, doch deine Konsequenz zahlt sich aus. In besonders hartnäckigen Fällen empfehle ich mit einer Schleppleine draußen zu trainieren. Dann kann sich der Hund nicht so weit weg bewegen und du kannst das KOMM Kommando über eine bestimmte Weile hinweg einüben.

Ganz wichtig: Wenn der Hund einmal nicht den Befehl ausübt, solltest du ihn keinesfalls bestrafen. Wir ignorieren unsere Vierbeiner in diesem Fall. Sie müssen bemerken, dass es äußerst angenehm ist, auf Herrchen und Frauchen zu hören und die Kommandos auszuführen. Schließlich bekommen sie dann immer sofort eine Belohnung.

Der perfekte Zeitpunkt, um den Hund richtig zu belohnen

Wenn wir also die Frage beantworten wollen, wie wir unsere Hunde richtig belohnen, ist der Zeitpunkt entscheidend. Die meisten Belohnungen kommen schlichtweg zu spät. Hat sich ein Hund hingesetzt, und wir suchen und kramen erst nach dem Leckerli, kann er es nicht mehr mit deinem Kommando in Verbindung bringen.

Gleiches gilt beim Herbeirufen, beim Leinentraining oder beim Sauberkeitstraining. Anfangs solltest du dir am besten gleich einen Leckerbissen in die Hand nehmen, um schnellstmöglich reagieren zu können.

Was beim erfolgreichen Training noch wichtiger als Geduld ist, ist für mich Fingerspitzengefühl und Aufmerksamkeit genau den richtigen Moment abzupassen und mit einem Leckerbissen parat zu sein.

Quellen und weiterführende Ressourcen

⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster
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