Welpe als Zweithund
Unser Welpe zieht ein, als Zweithund muss man besonders sorgsam sein. Copyright: Chepko Danil Vitalevich bigstockphoto

Wenn der Zweithund in die Familie kommt

Nicht wenige Hundehalter tragen sich mit dem Gedanken, einen zweiten Hund anzuschaffen. Wer ein paar wichtige Hinweise beachtet, umgeht konsequent die häufigsten Probleme. Wir stellen die Tipps zusammen und beantworten die Frage, wann ein Welpe als Zweithund zuhause einziehen darf.Tierwissen weiterlesen

Ein Zweithund bringt viele Vorteile für die Familie mit. Die beiden werden bestenfalls zu einem Team zusammenwachsen, miteinander spielen und sich Gesellschaft leisten. Wer nun denkt, die Arbeit mit einem Zweithund nimmt ab, irrt gewaltig. Zieht noch ein Baby zuhause ein, müssen alle zusammenhalten und an einem Strang ziehen, wenn es um die Erziehung geht.

Wie verhält sich mein Hund gegenüber dem Welpen?

Im Grunde orientieren sich Hunde aneinander und lernen zum Teil durch Nachahmung. Das kann euch gerade in den ersten Wochen nach dem Einzug zurückwerfen. Habt ihr zum Beispiel einen Hund zuhause, der eigentlich sehr ruhig und ausgeglichen ist, zieht ein weiterer Hund ein, kann er anfangs aufdrehen. Bei der Auswahl solltet ihr euch nun noch mehr Mühe geben und Zeit lassen.

Besonders wichtig ist die Eingewöhnungsphase für den Hund, der zuhause lebt. Er wird wahrscheinlich nicht mit Wohlwollen und Freude reagieren, wenn auf einmal ein Fremdling in seine gewohnte Umgebung hineinplatzt und seinen Schlafplatz einnehmen möchte. Es ist nun unsere Aufgabe, die Konflikte und das Potenzial für Streitigkeiten so neidrig wie nur möglich zu halten.

Das erste Kennenlernen organisieren – ein Welpe als Zweithund

Wir empfehlen euch auf keinen Fall, den Welpen einfach in die Wohnung zu setzen und dort abzuwarten, was passiert. Viel günstiger ist eine neutrale Umgebung. Der Ersthund wird den Welpen als Eingriff in sein Revier verstehen und in den meisten Fällen negativ reagieren.

Das wäre kein schöner Start für einen Welpen als Zweithund in eurer Familie. Haben sich die beiden im Park, im Garten oder auf der Rasenfläche beschnüffelt und sind neugierig geworden, könnt ihr einen Schritt weitergehen und in der Wohnung mit dem Kennenlernen fortfahren.

Was für den ersten Hund gilt, wird für den zweiten Welpen ebenso zum Novum. Er bekommt einen Schlafplatz, der keinesfalls direkt neben dem Platz des erwachsenen Hundes liegt. Das gilt auch für den Fressnapf. Achtet von Anfang an darauf, dass Privatsphäre und Ruhezone beider Hunde gewahrt bleibt. Leistet gerade in den Futterzeiten beiden Hunden Gesellschaft, um es nicht zu Streitigkeiten kommen zu lassen.

Ihr seid der Rudelführer und kontrolliert jede Situation!

Beim Schnüffeln und Schnuppern halten wir Hundehalter uns aber zurück. Wir haben weder die Macht noch die Energie, Unstimmigkeiten vollkommen zu vermeiden. Die Rangordnung klären die Hunde untereinander. Solltet ihr hingegen beobachten, dass sich einer der beiden Hunde auf den Rücken legt und dennoch von dem anderen Hund attackiert wird, ist es höchste Zeit die Situation zu lösen.

Der Weg zu einem ausgeglichenen und friedlichen Rudel

Wir Hundehalter haben maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Situation zwischen den Vierbeinern. Bleiben wir gelassen und ruhig, wird sich diese Energie auf das gesamte Haus übertragen. Auch wenn ein neuer Welpe als Zweithund sehr spannend ist, sollten wir ihm nicht mehr Aufmerksamkeit schenken als dem erwachsenen Hund.

So würden wir Aggressivität und Eifersucht provozieren, die Unfrieden in jeder Familie bringt. Es ist also eure Aufgabe, die Zuneigung und die Aufmerksamkeit gerecht zu verteilen, damit keiner der beiden Vierbeiner zu kurz kommt.

Autorität ist angesagt, wenn die Familie wächst. Frauchen und Herrchen sind die Rudelführer und sollten sich in keiner Situation die Butter vom Brot nehmen lassen. Andernfalls können Situationen kippen und es kommt zusehends zu Konflikten in dem bestehenden Rudel. Stress, Beißereien und Unterdrückung sind Probleme zwischen Hunden, die in den meisten Fällen auf die Hundehalter zurückführen.

Ein Welpe als Zweithund – Integration in die Familie

Sprecht mit dem Züchter über die Verhaltensweisen eures Ersthundes und seinen Charakter. Bereits in der Welpenstube könnt ihr zielgerichtet einen Welpen als Zweithund auswählen, der gut in das Rudel passt. Sucht ihr euch eine kleine Hündin aus und habt einen unkastrierten Rüden zuhaus? Dann steht wohl bald eine Kastration an. Andernfalls wird sich ungewollter Nachwuchs einstellen.

Bei konsequenter Erziehung und Integration des Welpen in die Familie, kann kaum etwas schief gehen. Gebt jedem Mitglied des Rudels Zeit, sich aneinander zu gewöhnen und versucht eure Vierbeiner am Anfang nicht zu überfordern. Wenn ihr diese Hinweise beachtet, werdet ihr schon bald ein liebevolles Rudel bilden, in dem sich jeder Hund entfalten kann und pudelwohl fühlt.

Quellen und weiterführende Ressourcen

⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster
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