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Im Zeitraum vom sechsten bis zwölften Lebensmonat verändert sich das Leben für einen jungen Hund, denn aus einem Welpen wird eine geschlechtsreife Hündin oder ein Rüde. Mit der Frage – Wann werden Hunde geschlechtsreif? – ist bei einer Hündin die erste Läufigkeit gemeint und bei einem Rüden die Fähigkeit, zu decken.Tierwissen weiterlesen

Gerade wenn du Rüde und Hündin zuhause zusammen hältst, solltest du den Zeitpunkt abschätzen können, um jedweden Überraschungen aus dem Weg zu gehen.

Wann werden Hunde geschlechtsreif
Hundewelpen auf dem Weg in die Geschlechtsreife Copyright: Grisha Bruev bigstockphoto

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Rüden – zeigen Markierverhalten ab sechsten bis achten Monat
  • Hündinnen werden läufig oder kommen in die Hitze ab sechs Monat
  • Veränderung des Verhaltens
  • Hormonelle Steuerung – individueller Zyklus
  • Läufigkeitsintervalle im Kalender notieren und kontrollieren

 

Wann werden Hunde geschlechtsreif?

Rüden werden zumeist zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat geschlechtsreif. Bei Hündinnen datiert die Geschlechtsreife auf den 6. Bis 12. Lebensmonat.

Wann kommen Hunde in die Pubertät?

Die Geschlechtsreife kann bei den Hunden als Pubertät definiert werden und geht oftmals auch mit Verhaltensänderungen einher.

Im direkten Vergleich erreichen kleinere Hunde oftmals viel früher den Zeitpunkt der Geschlechtsreife als größere Rassen. Zu diesem Zeitpunkt signalisieren die Rüden sexuelles Interesse, da die Hormonproduktion in den Hoden einsetzt. Sie werden erste Paarungsversuche durchführen.

Wann werden Rüden geschlechtsreif?

Durchschnittlich erreichen die Rüden ihre Geschlechtsreife zwischen dem fünften und achten Lebensmonat. Für uns Hundehalter ist dieser Zeitpunkt oftmals an dem einsetzenden Markieren zu erkennen. Dennoch hat die Geschlechtsreife nichts mit der Zuchtreife zu tun. Das ist der Zeitpunkt, von dem ein Rüde geschlechtlich und körperlich in der Lage ist, in die Zucht eingesetzt zu werden.

Hunde Rüde auf Hündin
Zwei Hunde beim Geschlechtsakt – Copyright: MADSOLOR bigstockphoto

Der VDH schreibt dafür ein Mindestalter von 12 Monaten bis hin zu 24 Monaten vor. Nur weil also ein Rüde geschlechtsreif ist, bedeutet das nicht, dass er decken darf. Mit einem halben Jahr wäre der junge Hund nicht ansatzweise ausentwickelt. Man könnte sich kein Gesamtbild von seinem Phänotyp machen. Das erfolgte erst später im Rahmen von Zuchtausstellungen und einer Zuchttauglichkeitsprüfung, die den Körperbau, die Größe, das Gewicht, das Verhalten, die Zähne und den Knochenapparat begutachten und bewerten.

Wann werden Hündinen geschlechtsreif?

Die Läufigkeit ist bei der Hündin das deutlichste Anzeichen für die Geschlechtsreife. Man spricht auch von der so genannten Hitze. Die meisten Hündinnen haben ihre erste Hitze zwischen dem sechsten und den zwölften Lebensmonat.

Rassespezifisch kann es zu Eigenarten kommen, so dass in Einzelfällen die erste Hitze auch erst mit 20 Monaten eintrifft. Bei den Hündinnen ist davon auszugehen, dass sie ca. zwei Drittel ihres Gesamtgewichtes erreicht haben, bevor sie geschlechtsreif werden.

Wer auf die ersten Tropfen wartet, wird von seiner Hündin oftmals enttäuscht. Denn gerade die erste Hitze kann zum einen nur sehr schwach ausgeprägt sein und zum anderen als stille Hitze verlaufen. Von einer stillen Hitze ist immer dann die Rede, wenn sie mit farblosem Ausfluss einhergeht. Einige Rassen mit besonders langem Haar und Hündinnen, die sich sehr intensiv und häufig lecken, machen es sehr schwer – die Hitze überhaupt zu erkennen.

Wann kommt die Hitze?

Ist die Hündin erst einmal geschlechtsreif, folgen in der Regel 2 Läufigkeiten jedes Jahr. Durchschnittlich ist von einem Abstand von sechs bis sieben Monaten auszugehen. Doch auch dafür gibt es keine festen Regeln. Jede Hündin hat ihren individuellen Zyklus. Wer sich mit dem Gedanken trägt, seine Hündin belegen zu lassen, der sollte, wenn möglich, alle Läufigkeiten in einem Kalender notieren, um einen ersten Anhaltspunkt zu haben.

Einige der Intervalle sind sogar rassespezifisch unterschiedlich ausgeprägt, so dass der Basenji zum Beispiel nur einmal im Jahr läufig wird. Ungewöhnlich sind zu häufige Läufigkeiten von drei bis viermal im Jahr, die mit Scheinträchtigkeiten einhergehen. Hier ist von einer Störung des Eierstocks auszugehen. Du solltest deine Hündin unbedingt untersuchen lassen, um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen.

FAZIT

Grundsätzlich sind Hunde Individuen und bilden ihre Geschlechtsreife unterschiedlich aus. Du solltest über die folgenden Jahre in der Lage sein, das Verhalten und die Veränderungen folgerichtig einschätzen zu können. Das gilt für den Zyklus und die Läufigkeit der Hündin ebenso wie für das Sexualverhalten eines Rüden.

Entgegen der landläufigen Meinung, Hündin und Rüde könnten nicht komplikationsfrei zusammenleben, ist die Kenntnis der Geschlechtsreife vielmehr eine Grundlage für eine harmonische Beziehung im Rudel. Von Grundsatz her muss weder ein Rüde kastriert noch eine Hündin sterilisiert werden, wenn du bereit bist, dich auf die geschlechterspezifisischen Verhaltensweisen nach der Geschlechtsreife einzustellen.

Quellen und weiterführende Ressourcen