Wenn Hunde Kinder anknurren, das musst du wissen

Aggressivität von Hunden gegenüber Kindern ist in unserer Gesellschaft ein Tabuthema. Keiner spricht gerne darüber, dass sein eigener Hund schon einmal Kinder angeknurrt hat. Die meisten Herrchen und Frauchen entlarven damit nämlich ihre Erziehungsfehler.

Es ist niemals die Schuld des Tieres, abnormales Verhalten gegenüber Erwachsenen oder Kindern zu zeigen. Dafür gibt es immer eine Ursache, wenn wir sie auch nicht auf den ersten Blick erkennen.

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Mein Hund knurrt Kinder an. Bist du mit einer solchen Problematik konfrontiert, solltest du sofort handeln. Ich habe die wichtigsten Tipps und eine Soforthilfe in diesem Ratgeber zusammengestellt.
Mein Hund knurrt
Mein Hund knurrt Kinder an, was soll ich tun? Copyright: sierpniowka bigstockphoto

Wenn Hunde knurren – Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. Knurren als bedrohte Abwehrreaktion der Hunde
  2. Verhalten unbedingt unterbinden
  3. Ursache oftmals gestörter Rangordnung
  4. Situation analysieren: Bedrohung, Angst, Stress oder Hektik
  5. Ruhe, Konsequenz und regelmäßiges Training gegen Aggression einsetzen

Mein Hund knurrt Kinder an: Was bedeutet das?

Das Knurren von Hunden ist zumeist eine Abwehrfunktion der Tiere. Den Gegnern ist es in dieser Situation nicht ratsam, sich weiter zu nähern. Hunde können sich aber auch untereinander anknurren, wenn sie miteinander spielen und sich zum Spielen und Toben auffordern.

Dieses Verhalten zeigen sie auch gegenüber Erwachsenen und Kindern. Das Kurren sollten wir dennoch von Anfang an unterbinden und es als Alarmfunktion sehen, gerade wenn es uns und unsere Kindern trifft.
Situation analysieren und Ursache herausfinden

Mein Hund knurrt Kinder an. Diese Situation ist nicht zu unterschätzen oder damit abzutun, dass dein Hund einfach keine Kinder mag. Unerfahrene Hundehalter sollten sich mit ihrem Vierbeiner in eine Hundeschule begeben und ihr Problem schildern.

Es ist auf keinen Fall eine Lösung, diesen Situationen immer wieder aus dem Weg zu gehen, Kinder zu meiden und das Problem mit dem Hund zu verschweigen. Im Ernstfall kann das lebensgefährliche Konsequenzen haben.

Zunächst einmal sollte man die Situation analysieren, in der dein Hund Kinder anknurrt. Haben die Kinder etwas mit deinem Hund gemacht? In keinem Fall sollte ein Kind mit einem Hund alleine gelassen werden. Kinder haben noch keinen Draht für die Reaktionen und die Mimik und Gestik von Hunden. Sie können die Situationen oftmals überhaupt nicht richtig einschätzen.

Hättest du vielleicht gewusst, dass eine feste Umarmung mit beiden Armen für einen Hund kein Zeichen von Zuneigung ist, sondern ein Eingriff in seine Intimsphäre? Nicht jeder Hund kommt damit zurecht und reagiert dann vielleicht mit einem Knurren aus Unsicherheit oder Furcht. Für einige Hunde mit einer besonders niedrigen Reizschwelle ist die Belastung durch Geräusche von Kindern einfach zu enorm. Sie vertragen Hektik und Stress, die Kinder nun einmal verbreiten, überhaupt nicht und reagieren mit Knurren, Unsicherheit oder Abweisung.

Mein Hund knurrt Kinder an – wie kann ich das abgewöhnen?

Mein Hund knurrt Kinder an. Wenn das ohne Einwirkung oder ohne Einflussnahme passiert, liegt ein grundlegendes Problem vor. Weggenommenes Spielzeug, falsch verstandene Dominanz und Rangordnung oder eine gestörte Mensch-Hund-Beziehung sind oftmals die Ursache für das Knurren.

Du solltest also deine Verbindung zu deinem Hund auf den Kopf stellen. Für viele Hundebesitzer steht ein langer Weg an, der sich lohnt. Schlussendlich leidet auch der Hund unter der dauerhaften Belastung.

Auf keinen Fall sollten es Hundeführer akzeptieren, dass ihre Tiere an der Leine oder in ihrer Anwesenheit einfach andere Menschen oder Kinder anknurren, denn so setzt sich das Tier über die eigene Einflussnahme hinweg.

Das bedeutet aber nicht, das du in der nächsten Situation und Konfrontation mit Kindern vollkommen verkrampfst. Schließlich können sich auch deine negativen Empfindungen und Anspannungen auf das Tier übertragen. Das verschlimmert die gesamte Situation und bringt noch mehr Stress und Hektik hinein. Die Begegnungen zwischen Kindern sollten erstmal auf Distanz gehalten werden.

Halte deinen Hund auf jeden Fall an der Leine und erlaube es den Kindern nicht, in direkten Kontakt mit dem Tier zu treten. Bei sehr drastischen Problemen und wenn die Unsicherheit steigt, kann erst einmal ein Maulkorb für das erste Training weiterhelfen. Vollkommen unerfahrene Hundehalter sollten niemals allein herumprobieren. Viel zu groß ist die Gefahr, dass die ersten Trainingsversuche und Erziehungsmaßnahmen daneben gehen. Bleibe konsequent und über regelmäßig mit deinem Hund.

Wenn die Rangordnung auf dem Kopf steht

Dominante Hunde, die die Rangordnung in deinem Rudel nicht akzeptieren, sollten auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht werden. Ein erster guter Schritt kann sein, deinen Hund nicht aus dem Napf zu füttern, sondern nur noch aus deiner Hand. Er wird also mit dir den einzigen Futterlieferanten in Verbindung bringen, den es gibt.

Wenn du dabei bist und in der Situation sofort reglementierend einwirkst, wird dein Hund viel besser und intensiver auf dich reagieren, als es vorher der Fall war.

Viele Hunde sind überfüttert und vollkommen verwöhnt. Sie entscheiden selbst, wen sie in der Wohnung und im Haus akzeptieren und wen sie nicht neben sich haben wollen. Das ist ein unhaltbarer Zustand, den wir als Hundehalter unbedingt unterbinden müssen.

Bedenke bitte in dieser Situation, dass Hunde weder Fürsorge, noch Trost oder Neid verstehen. Zu den größten Fehlern unserer Zeit und in der Hundeerziehung gehört die Übertragung menschlicher Gefühle wie Empathie auf unsere Tiere. Das ist ein vollkommen falscher Weg, der immer wieder in eklatanten Erziehungsproblemen zum Ausdruck kommt. Mein Hund knurrt Kinder an – das kann also die Konsequenz sein von einer jahrelangen, falschen Erziehung, die wir rückgängig machen müssen.

Mein Hund knurrt Kinder an: Soll ich ihn bestrafen?

Bestrafungen sollten direkt in der Situation erfolgen. Das bedeutet: Hat dein Hund jemand anderes angeknurrt, solltest du das in diesem Moment unterbinden. Entferne dich mit einem kräftigen Ruck an der Leine aus der Situation und sage ein deutliches Nein. Das muss aber zum Zeitpunkt des unmittelbaren Knurrens erfolgen.

Am besten passt du den Zeitpunkt ab, bevor er mit dem Knurren beginnt. Beobachte seine Körperhaltung, seine Energie und seine Lefzen. Dann kannst du mit Erfahrung und Fingerspitzengefühl den richtigen Zeitpunkt für den Rückzug erahnen.

Dein Hund soll mit der Zeit das Gefühl bekommen, dass die Situation des Knurren äußerst unangenehm für ihn ist und dass er eine Belohnung erhält, wenn er die Ruhe bewahrt. Wir machen die gewünschten Situationen dem Hund angenehm und die ungewünschte Situationen unangenehm.

Das ist eine einfache Verkettung von Umständen, die Hunde verstehen und folgerichtig einschätzen.

⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster, Redaktion