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Woher stammt der Hund

Seit Jahrtausenden teilen Menschen und Hunde den Lebensraum. Die Existenz des Hundes ist bis in die menschliche Komfortzone mit der Lebensweise verbunden. Kein Wunder, dass uns die Vierbeiner auf dem ganzen Kontinent faszinieren. Dabei hat sich das Gesamtbild der Hunde wesentlich verändert. Nicht zuletzt die Domestizierung hatte einen unwiderruflichen Einfluss auf das Verhalten, den Körperbau und das Wesen. Einige der Hunderassen haben sich einen Teil ihres ursprünglichen Verhaltens bewahrt. In diesem Artikel lege ich mein Hauptaugenmerk auf die Hunderassen, die dem eigentlichen Urhund-Typus am ähnlichsten sind. Erfahrt mehr über ursprüngliche Hunderassen in diesem Beitrag.

Das Wichtigste in der Übersicht:

  • der Ursprung der Hunderassen liegt in Asien
  • spitz-ähnliche und dingo-ähnliche Urhunderassen
  • noch heute gibt es wolfsähnliche, ursprüngliche Hunderassen
  • spitze Ohren, langer Fang, erhabene Gestalt und dichtes Fell
  • ursprüngliche Hunderassen bewahren als wichtiges Kulturgut

Was sind Urrassen?

An dieser Stelle wollen wir nicht den Anspruch erheben, eine komplette Übersicht zu den Urrassen der Hunde zu liefern. Es soll vielmehr darum gehen konkrete Informationen zu den ursprünglichen Hunderassen zusammenzutragen.

Die typischen Exemplare lassen sich nach asiatischen und nordischen Hunderassen einteilen und entsprechen in der Ausprägung derer in der FC Gruppe 5. Von einer Übereinstimmung kann aber auf keinen Fall die Rede sein.

Gibt es heute noch ursprüngliche Hunderassen?

Auch wenn es zur Abstammung und Herleitung der einzelnen Hunderassen unterschiedliche und zum Teil gegensätzliche Theorien gibt, sind sich alle in einem Punkt einig: Der Vorfahre des Hundes ist der Wolf. So gehen die neuesten Erkenntnisse so weit, die Domestizierung des Wolfes vor die Jungsteinzeit zu datieren.

Dabei bringen die Hunde eine wertvolle Eigenschaft mit, ohne die sie sich niemals zu den heutigen Hunderassen entwickelt hätten. Ein Hund kann sich an der Umwelt seines Menschen orientieren und anpassen. So konnten sich die Hunde in unterschiedlichen Regionen der Welt isoliert voneinander als Begleiter des Menschen einen festen Standpunkt erarbeiten.

Spitz- und dingo-ähnliche Hunde

Die eine Untergruppe wies relativ hoch sitzende und spitze Ohren auf. Diese Hunde zeigten einen langen ebenso spitzen Fang ohne Falten auf der Stirn. In Afrika, im Osten und im westlichen Indien ebenso wie am Polarkreis treffen wir auf die ursprünglichen Hunderassen dieser Gruppierung.

Die zweite Gruppierung führt uns nach Südchina und in das östliche Asien. Ihre Ausbreitung reicht bis auf die pazifischen Inseln und nach Australien. Im direkten Vergleich haben diese Hunde kleinere Ohren mit einer Spitze und einen massiveren und breiteren Kopf. Ihr Maul ist kürzer ausgebildet und es zeigen sich Falten auf dem Kopf. Eine Charakterisierung gelingt durch die Benennung als dingo-ähnliche Hunderassen.

Vermischung und Übergangszone der Urrassen

Nun gehen diese beiden Gruppierungen nicht isoliert voneinander in einer Grenzzone ineinanderüber. Hier ist vielmehr von einer Übergangszone auszugehen, in der verschiedene Hundeausprägungen anzutreffen waren. Erst über die Völkerwanderungen und die Eroberungen sowie über den Handel kam es zu einer Vermischung der isoliert voneinander lebenden Rassen. Das Ganze zeigt sich heute in international anerkannten Hunderassen. Einige dieser Urrassen haben in Abhängigkeit von ihren Nationen sogar eine Auszeichnung als Kulturgut erfahren.

Eigentlich sind es nur wir Menschen, die den ursprünglichen Hunderassen in unserer Gesellschaft das Existenzrecht absprechen und uns auf fragwürdige Begründungen berufen. Zum Teil haben die Zuchtziele enorme Veränderungen erfahren, die mit den ursprünglichen Merkmale nichts mehr gemein haben. Die Entwicklung der heutigen Rassen und die Bewahrung der Urrassen liegt in unseren Händen, wenn wir uns nicht von Trends aus Film und Fernsehen leiten lassen.

Länderspezifische Urhunderassen als Kulturgut

Nicht zuletzt eine Forschergruppe in den USA hat herausgefunden, dass der europäische Einfluss auf die amerikanischen Hunderassen überraschend gering war. So zeigten Hunderassen, wie zum Beispiel der Chihuahua, relativ stabile genetische Eigenschaften, die auf archäologische Funde aus Columbus Zeiten zurückgehen. Demnach soll der Ursprung der Hunde in Asien liegen.

Die Forscher gehen von gemeinsamen Erbgutsegmenten aus Sibirien und Ostasien aus. So zeigen die US-amerikanischen Untersuchungen, dass die amerikanischen Rassehunde wohl heute noch einen Rest der hiesigen Kultur zeigen. Demnach ist es besonders wichtig, ihre Population weiterhin zu erhalten, da dies ein wichtiges Erbgut einer Nation ist. Das gilt auch für alle ursprünglichen Hunderassen, die auf eine bestimmte Region, einen Kontinent und ein Land zurückgehen.

Die Entwicklung der Rassehunde in der Zukunft

Eines ist sicher: Auch in Zukunft werden wir wohl gemeinsam mit dem Hund in Partnerschaft leben. Leider nehmen einige der ursprünglichen Hunderassen immer weiter ab, sodass wir eine Rassevielfalt verlieren. Umso wichtiger ist es, den Ursprungshunderassen einen festen Platz in unserem Leben einzuräumen und moderne neue Stilisierungen und fragwürdigen Ausprägungen keinen Vorrang zu geben.

Ich als aktiver Züchter erlebe es immer wieder, dass diverse Hunderassen einen regelrechten Boom erfahren. Dem Zuchtbild und der Rasse selbst tut dies in keinem Fall gut. Schließlich geht es vielen Trittbrettfahrern vor allen Dingen darum, sich das Budget der Käufer zu sichern und nicht einen wertvollen Beitrag für die Rassevielfalt zu leisten.

Ich finde es auf den Ausstellungen sehr spannend, ursprüngliche Hunderassen zu beobachten. Ihre Vielfalt und Varietät nimmt zwar stetig ab, dass lässt sich aber nicht auf die Rassefans, Züchter und Halter übertragen. Sie sind mit Enthusiasmus und Leidenschaft vor Ort und informieren andere über ihre ungewöhnliche Hunderasse.

Welche ursprünglichen Hunderassen sind dem Wolf am ähnlichsten?

Eine magische Anziehungskraft geht von den Hunderassen aus, die dem Wolf am ähnlichsten sind. Zweifelsohne gehören Schäferhunde und Huskys in diese Gruppe. Einige der Hunderassen haben vom Wolf so viel übernommen, dass sie sich wohl kaum noch von ihren Vorfahren unterscheiden.

Dazu gehören unter anderen der

  • Tamaskan
  • der Siberian Husky
  • Alaskan Malamute
  • finnischer Lapphund
  • Northern Inuit
  • kanadischer Eskimohund
  • Shiba Inu
  • Samojede
  • Grünlandhund
  • Tschechoslowakische Wolfshund

Haltung und Erziehung der Wolfshunderassen

Bei den oben genannten Rassen handelt es sich um aufmerksame, mutige und verspielte Arbeitshunde. Viele zeichnen sich im Zusammensein mit Frauchen und Herrchen durch ihre Unabhängigkeit und Selbstständigkeit aus. Das verlangt in der Ausbildung und Erziehung Konsequenz und Durchhaltevermögen. So sollte jeder Besitzer in der Lage sein, die Rangordnung sicherzustellen und niemals in Gefahr zu bringen. Die wolfsähnlichen, ursprünglichen Hunderassen brauchen jede Menge Auslauf und Bewegung. Andernfalls führt eine dauerhafte Unterforderung zu Problemen im Alltag. Für die Haltung in der Stadtwohnung sind die wenigsten geeignet. Einzig und allein den kleinen Shiba Inu sieht man immer häufiger im Stadtbild. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen Jagdhund, der vor allen Dingen im Dickicht zum Einsatz kommt. Heute wird er als Wachhund und als liebevoller Begleiter gehalten. Dank seines intelligenten Wesens ist es ganz einfach, ihm neue Kommandos beizubringen.

Besonders beeindruckend und wunderschön finde ich die Samojede. Diese Rasse konnte ich schon auf vielen Ausstellungen bewundern. Ohne Zweifel, seinem Lächeln und seiner niedlichen Augenform kann man kaum widerstehen. Der Samojede geht in seinem Ursprung auf Russland zurück und wurde als Arbeitshund gehalten. So trieb der Samojede über viele Jahre Vieherden zusammen und wurde am Haus als Wachhund genutzt. So stellt diese Rasse hohe Anforderungen an ihre Halter. Die Hunde brauchen sehr viel Beschäftigung, da sie sonst in Zerstörungswut verfallen.

Die Urrassen und ihre besonderen Eigenschaften

Das Hauptaugenmerk der ursprünglichen Hunderassen liegt auf einem, starken und eigenständigen Charakter, dem viele Arbeitshunde und Hütehunde entsprechen. Ihre Intelligenz ermöglicht es diesen Hunderassen, schnell auf die Kommandos ihrer Besitzer zu reagieren und dazuzulernen. Besonders beeindruckend ist die erhabene Statur und ihre erstaunliche Ähnlichkeit, die viele dieser ursprünglichen Hunderassen mit ihren Vorfahren haben. So gehören die lange Schnauze, das dichte Fell und die spitzen Ohren zu den wichtigsten wolfsähnlichen Eigenschaften.

Quellen und Links

  • Theophil Studer: Hunde aus den Crannoges von Irland. In: Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft in Bern, 1900, S. 132–134. abgerufen
  • These vom Urhund / Urrasse erklärt↑
  • Wikipedia Theophil Rudolf Studer weiter↑
  • Bildlizenzen: Dodd, Mead and Company [Public domain], via Wikimedia Commons