Wie entsteht die Immunschwäche bei Katzen?

Leiden Katzen unter Immunschwäche, handelt es sich häufig um das Immundefizienzsyndrom. Umgangssprachlich heißt das Phänomen „Katzen-AIDS“. Die virale Infektionskrankheit lösen Feline Immundefizienz-Viren, kurz FIV, aus. Sie stammen aus der Familie der Retroviren.

Dringen sie in den Organismus der Katze ein, schwächen sie massiv das Immunsystem. Ebenso treten Folgeerkrankungen, die zum Tod führen können, aus. Die Symptome und der Krankheitsverlauf ähneln der menschlichen HIV-Infektion. Für Menschen stellen die FIV-Erreger keine Gefahr dar.

Warum kommt es zur Immunschwäche bei Katzen?

Bisher isolierten die Wissenschaftler Virusstämme aus neun Katzenarten. Zahlreiche weitere Arten weisen Antikörper auf, die eine frühere Infektion nahelegen. Der Umstand beweist, dass die Krankheit nicht nur Hauskatzen befällt.

Bei der Immunschwäche der Katze kommt es zum massiven Zerfall der körpereigenen Abwehr. In der Folge fehlt dem Organismus der Schutz gegen Bakterien, Viren und Pilze. Der Ausbruch der gesundheitlichen Komplikation tritt nicht zwingend bei der Erstinfektion auf. Beispielsweise leidet Ihre Katze mehrere Jahre an einer stillen Infektion, bevor sich erste Anzeichen zeigen.

Erreicht die Krankheit das Endstadium, führt sie zum Tod der betroffenen Tiere. Obgleich FIV der AIDS-Erkrankung ähnelt, besteht keine Übertragungsmöglichkeit auf den Menschen. Allerdings stecken sich Katzen untereinander mit den Erregern an. Die Immunschwäche kommt auf der ganzen Welt vor.

Geschätzt befinden sich die Erreger in 44 Millionen Tieren. Das entspricht elf Prozent der weltweiten Katzenpopulation. Forscher vermuten einen höheren Wert, da zehn bis 15 Prozent der infizierten Katzen einen negativen Befund aufweisen (Luis Isamu Barros Kanzaki, David J. Looney: Feline immunodeficiency virus: a concise review (Januar 2004).

Vorkommen und Übertragung der FIV-Erreger

Die Immunschwäche bei Katzen tritt in allen Altersgruppen auf. Zudem befallen die unterschiedlichen Erregerstämme alle Katzenarten. Im Schnitt leiden vermehrt Tiere über dem fünften Lebensjahr an der gesundheitlichen Komplikation. Sobald die Infektion auftritt, bleibt sie lebenslang im Organismus.

Halten Sie Ihre Katzen im Haus und vermeiden Sie Kontakt mit Artgenossen, besteht kaum ein Erkrankungsrisiko. Die Übertragung der Erreger geschieht hauptsächlich durch Blut und Speichel. Darum gehören Kater mit ausgeprägtem Revierverhalten zur Risikogruppe.

Bei ihnen steigt die Wahrscheinlichkeit von Revierkämpfen. Die normale Interaktion der Tiere führt im Normalfall nicht zu einer Ansteckung mit FIV. Die Forscher vermuten, dass die Viren durch Bisse in einen neuen Wirtsorganismus gelangen.

Leidet eine trächtige Katze an der Immunschwäche, überträgt sie die Krankheitserreger auf ungeborene Kätzchen. Ebenso erkranken Kitten aufgrund einer Erregerübertragung durch Muttermilch und Kolostrum. Die Wahrscheinlichkeit dieser Ansteckung hängt vom jeweiligen Virenstamm ab. In der Regel bildet die „Vererbung der Krankheit“ eine Ausnahme. Ein hohes Ansteckungsrisiko geht von nicht kastrierten, streunenden Katzen aus.

Welche Symptome weisen auf die Immunschwäche bei Katzen hin?

Die Feline Immunschwäche-Virusinfektion unterteilen Tiermediziner in mehrere Phasen. Das erste Stadium beginnt vier Wochen nach der Erstinfektion. Hierbei können allgemeine Krankheitssymptome auftreten:
• Mattigkeit,
• Durchfall,
• Erbrechen,
• Fieber,
• Appetitlosigkeit.

Sobald die Trägerphase beginnt, kann das Tier andere Katzen anstecken. Dabei zeigen sich keine charakteristischen Krankheitsanzeichen. Oft dauert das Stadium mehrere Jahre. In der dritten Phase erscheinen erste Symptome für ein schwaches Immunsystem. Beispielsweise leiden betroffene Haustiere unter Entzündungen im Maul.

Neben Zahnfleischentzündungen kommt es zu entzündlichen Reaktionen auf der Maulschleimhaut. Weiterhin droht eine Veränderung der Lymphknoten. Zudem nimmt die erkrankte Katze stark ab.

Erreicht die Immunschwäche der Katze das Endstadium, bilden sich beispielsweise Tumore. Ebenso erleiden die Tiere Begleitinfektionen wie eine Lungenentzündung. Seltener manifestieren sich neurologische Beschwerden. Zu ihnen zählen Koordinationsstörungen. Bei einer Blutuntersuchung bemerken die Tierärzte schlechte Blutwerte des Haustiers. Mit Eintritt der finalen Phase sterben die Katzen oft innerhalb von zwölf Monaten.

Wie erfolgt die Behandlung von FIV?

Bisher existiert keine Heilung für die Immunschwäche durch FIV-Erreger. Identifizieren die Ärzte den Erregerstamm bei einer Katze, gehört diese in Quarantäne. Der Sinn besteht darin, andere Tiere vor einer Infektion zu schützen. Lebt die betroffene Hauskatze mit Artgenossen in einem Haushalt, stellt der soziale Kontakt im Normalfall kein Risiko dar. Als Besitzer sollten Sie Beißereien unter den Tieren vermeiden.

Zwar gibt es keine Therapie gegen die Krankheit, dafür können Sie das Leben der erkrankten Katze erleichtern. Beispielsweise gilt es, Sekundärinfektionen frühzeitig und umfassend zu behandeln. Halten Sie die immunschwache Hauskatze in einer stressfreien Umgebung. Hochwertiges Futter und eine vitaminreiche Nahrungsergänzung stärken die belastete Immunabwehr. Abhängig vom Alter und Gesundheitszustand des Tiers empfehlen Tierärzte:
• die Gabe von Alpha-Interferon,
• eine antivirale Chemotherapie
• sowie eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte.

Ebenso besteht die Möglichkeit, Krankheitssymptome zu lindern. Zu dem Zweck spritzt der Veterinär der Katze beispielsweise schmerzstillende oder entzündungshemmende Medikamente.

Tipps, um die Immunschwäche zu verhindern

In Amerika existiert seit dem Jahr 2002 ein Impfstoff gegen FIV. Allerdings gibt es diesen bislang nicht in Europa. Eine sichere Möglichkeit, die Immunschwäche bei Katzen zu verhindern, bleibt Katzenbesitzern nicht.

Allerdings bewährt es sich, die Überpopulation der Tiere zu unterbinden. Leben zu viele Katzen auf engem Raum, steigt die Wahrscheinlichkeit blutiger Auseinandersetzungen.

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