Barf für Katzen Anleitung für Anfänger & Fortgeschrittene:

BARF für Katzen – die biologisch artgerechte Rohfütterung ist nicht nur für Hunde, sondern auch für Katzen eine merkliche Verbesserung für die eigene Gesundheit. Jedes zuckersüße Kitten wird als überzeugter Fleischfresser geboren und muss sich im Zuge der Lebenszeit mit dem Geschmack des Industriefutters zufriedengeben. Der Instinkt sagt jedoch etwas ganz anderes. Wer ab sofort auf Geschmacksverstärker und gefährliche Inhaltsstoffe sowie Zucker verzichten möchte, sollte einen Blick auf den folgenden Beitrag werfen, in dem wir erklären, wie Sie Katzen richtig barfen.

Rohes Fleisch für Katzen
Katzen barfen © ExQuisine – Fotolia.com

 

Was bedeutet der Begriff Barfen?

Der Begriff „Barfen“ stammt von der Kanadierin Debbie Tripp. Nach einigen Änderungen geht das Akronym heutzutage auf „biologically appropriate raw food“ oder zu Deutsch „biologisch artgerechtes Rohfutter“ zurück. Nicht nur für Katzen ist das Barfen eine Möglichkeit der artgerechten Ernährung. Hunde und Frettchen ernährst Du in dessen Rahmen ebenfalls mit rohem Fleisch und Gemüse.

1×1 des Barfens für Hauskatzen & Freigänger

Im Prinzip steckt der Gedanke hinter dem Barfen – ihre Samtpfoten artgerecht, gesund und abwechslungsreich zu ernähren. Es macht keinen Unterschied, ob Sie eine Hauskatze oder einen Freigänger halten. Jede Katze hat das Recht auf eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung. So nimmt gerade rohes Fleisch eine der zentralen Positionen beim Barfen ein und wird durch weitere Komponenten ergänzt.

Die heutige Katzenernährung ist weit von dem ursprünglichen Gedanken und der naturbelassenen Ernährung entfernt. Hochwertige Nährstoffe und Fleisch werden in den üblichen Trockenpellets mit einem enorm hohen Getreideanteil ersetzt. So glauben Katzenfutter-Hersteller, über künstliche Aromen viel mehr die eigentlichen Geschmacksnuancen hervorzuheben. Obendrein fehlt den meisten Produkten über einen hohen Getreideanteil der wirkliche Mehrwert.

So nimmt die Anzahl der Allergiker und überempfindlichen Katzen sowie vegetarischen Samtpfoten zu. Schlimmstenfalls kann eine falsche Fütterung mit Industriefutter

  • Nierenschäden,
  • Diabetes und
  • schwere Futtermittelallergien hervorrufen.

Wie kann ich die Katze richtig barfen?

Verzichten Sie fortan auf künstliche Zusatzstoffe und setzen auf eine ordentliche Portion Rohfleisch, damit werden Sie die Bedürfnisse der Katze am besten erfüllen. Mit dem Barfen kehren wir zurück zur natürlichen Ernährung. In diesem Zusammenhang gilt es zu bedenken, dass auch bei der enormen Rassenvielfalt der Verdauungsapparat bei jeder Katze identisch funktioniert.

Rohfleisch: Die Fleischsorte können Sie beliebig wählen. Zumeist entscheiden die Katze und individueller Geschmack. Fügen Sie über diese Formen der Ernährung

  • essenzielle Fettsäuren,
  • Mineralstoffe,
  • Vitamine,
  • Theorien,
  • Gemüse und
  • Kräuter hinzu.

Vitamin A: Wer Katzen richtig barfen möchte, sollte auf Vitamine nicht verzichten, denn diese Bestandteile können Katzen nicht selber produzieren. Sie sind darauf angewiesen, die Nährstoffe über die Nahrung aufzunehmen.

Barf für Katzen
Barf für Katzen Urheber: guesswho / 123RF .com

Wie stelle ich meine Katze auf Rohfütterung um?

Sie sollten es tunlichst vermeiden, Ihre Katze von heute auf morgen vollständig auf Barfen umzustellen. Bedenken Sie, dass die Samtpfoten einen äußerst sensiblen Magen haben. So sollten lediglich 20 % der Futterration Schritt für Schritt umgestellt werden.

  • Geben Sie zunächst 20 % der eigentlichen Tagesration Rohfleisch.
  • Wobei diese 20 % Regel nicht pauschaliert wird auf alle Katzen übertragen werden kann.
  • Sie sollten gewisse Punkte beachten, Zusatzstoffe und Nährstoffe hinzufügen, sodass es nicht zu Mangelerscheinungen kommt.
  • Füttern Sie über längeren Zeitraum mehr als 20 % Fleisch, ist es an der Zeit, weitere Nährstoffe über Knochen und Pulver hinzuzufügen. Hierfür empfiehlt sich zum Beispiel Eierschalenmehl und Algenkalk.

Fertigfutter: Katzen richtig barfen – bequemer Füttern

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe an Händlern, die mit fertigen Frischfleischportionen werben. Es handelt sich dabei um vorgefertigte Mahlzeiten, die bequem ausgefroren und gefüttert werden. Derzeit haben sich diese auf Hunde und nicht auf Katzen konzentriert. Geben Sie die Mahlzeiten für Hunde nicht einfach Ihren Samtpfoten, da Katzen ganz andere Ernährungsanforderungen haben.

Achten Sie auf die Aufschrift Alleinfuttermittel und fügen weitere Ergänzungs-Futtermittel hinzu. Die perfekte Portion besteht zu 70 % aus Muskelfleisch. Hinzu kommen 10 Prozent Innereien und ein 5-10-prozentige Anteil Knochen.

 

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Zahnprobleme

Nicht nur Hunde haben mit Zahnbelag und Sandstein zu kämpfen, auch Katzen sind davon betroffen, da Nassfutter und Trockenfutter aus dem Handel die Zähne nur unzureichend gereinigt. Diesen gesunden April garantieren einzig und allein Knochen und natürliches Muskelfleisch. Nur wenige ahnen, dass der Speisebrei eigentlich noch an den Zähnen haften bleibt und den unangenehmen Mundgeruch und Zahnprobleme fördert. Die Rohfütterung hält die Zähne ihrer Katze sauber und zugleich widerstandsfähig, füttern sie aus diesem Grundknochen und sehnen, denn diese reiben den Zahnbelag auf natürliche Art und Weise ab und gelten als naturbelassenes Zähneputzen für Katzen.

Katzen richtig ernähren bei Übergewicht und Verdauungsproblemen

Katzen haben eine äußerst sensible Verdauung und lieben es zu fressen, so kommt es bei fürsorglichen Herrchen und Frauchen schnell einmal zu Übergewicht. Eigentlich kann dies bei der Rohfütterung nur seltener passieren, denn im Vergleich zu den meisten Nassfuttersorten stellt sich dir schneller ein Sättigungsgefühl ein. Profitieren Sie Ruhe und große Fleischstücke, denn diese werden das Schlingen Ihrer Katze verhindern. Werfen Sie einen Blick auf die Verpackung von Trockenfutter, müssen viele Katzenhalter erkennen, dass diese jede Menge Kalorien enthalten und oftmals der Grund für das Übergewicht sind.

So gelingt der Umstieg

Der optimale Einstieg in die Rohfütterung bei Katzen versprechen Präparate, Rezepte und Fertigmischungen. Sie müssen nichts weiter machen, als diese Präparate unter das Fleisch zu mischen. Gehen Sie auf Nummer sicher, um Ihrer Katze alle notwendigen Nährstoffe, Spurenelemente und Mineralstoffe zu geben. Praktischerweise sind diese Präparate auch auf den Nährstoffgehalt der Fleischsorten spezialisiert.

Hier ist es sinnvoll, einen Blick auf die Hersteller-Hinweise zu werfen. Katzen brauchen neben Fleisch vor allem

  • Fisch,
  • Innereien

Diese können in geringeren Mengen zum Fleisch gegeben werden. Eine weitere Beigabe erfolgt von Gemüse, wie zum Beispiel Zucchini, Gurke und Karotte. Setzen Sie in kleinen Mengen auf ca. 3 % auf Vitamin D. Doch vermeiden Sie es, zu große Mengen zu verfüttern, denn Fisch enthält sehr viel Thiaminase, was auch zu einem Vitamin B1 Mangel führen kann.

Zum Barfen geeignetes Fleisch

Anders als der Hund ist die Katze ein nahezu reiner Fleischfresser. Sie benötigt die in vielen fertigen Futtersorten vorkommenden pflanzlichen Bestandteile nicht. Diese dienen im besten Fall dem Versorgen mit Ballaststoffen und fördern das Verdauen.

Aber Achtung: Frisches rohes Schweinefleisch kann nicht als BARF genommen werden: Schwein ist der Wirt des Aujeszky-Virus, dieser Herpesvirus kann zum Tod der Katze führen.

Für das Barfen der Katze eignen sich im Prinzip alle verfügbaren Fleischsorten außer Schweinefleisch. Besondere Vorsicht ist bei Innereien und anderen Teilen vom Schwein geboten. Handelsübliches Schweinefleisch enthält in manchen Fällen Erreger der Pseudo-Tollwut. Sie verläuft für Katzen tödlich, hat dem Menschen aber nichts an. Neben Fleisch sind alle Sorten von rohem Fisch für die Ernährung der Katze durch Barfen geeignet.

Das Hinzugeben von Knochen-Material ist physiologisch sinnvoll, da sie eine große Menge Kalzium enthalten. Dieses benötigen Katzen für ihren Stoffwechsel. Ein kleiner Anteil an Gemüse versorgt Deinen Stubentiger mit ballaststoffreichen Pflanzenteilen.

Futterzusätze ergänzen die Ernährung mittels Barfen

Da gekauftes, rohes Fleisch kein oder nur wenig Blut enthält, fehlen bei Ernährung mit rohen, tierischen Schlacht-Erzeugnissen Wasser und Salze. In nicht beutefrischem Fleisch gehen darüber hinaus viele Vitamine und Mineralstoffe schnell verloren. Je nach verfütterter Fleischsorte fehlen dem Katzenfutter essenzielle Fettsäuren.

Erst ab einem Futteranteil von dreißig Prozent liefern Knochen Deiner Katze beim Barfen ausreichend Kalzium. Fütterst Du ihr weniger, benötigt sie einen Futterzusatz mit dem lebenswichtigen Mineral. Des Weiteren ist der Stoffwechsel Deines Stubentigers auf Taurin angewiesen, das der Körper einer Katze nicht selbst bildet. Taurin kommt in der Hauptsache im beliebten Beutetier Maus vor. Ernährt Dein kleiner Freund sich nicht überwiegend durch das Fangen der Schädlinge, gibst Du dem Futter am besten diese Aminosäure hinzu.

Ballaststoffe nehmen Katzen in der freien Natur über den Mageninhalt der Beutetiere auf. Milde Gemüsesorten wie Karotten, Zucchini oder Kartoffel ersetzen diese in der Ernährung der Katze mittels Barfen.

Vor-und Nachteile des Barfens

Das Barfen bringt dem Katzenhalter mehrere Vor- und Nachteile, die Du nach Deinen eigenen Bedürfnissen und Gewohnheiten abwägst. Eine Mahlzeit nach den Regeln des Barfens bereitet der Tierfreund eigenhändig zu. Auf diese Weise weiß er, was und wie viel wovon er füttert. Das ist bei fertig im Supermarkt oder Zoowarenladen gekauftem Futter nicht der Fall.

Die Ernährung einer Katze durch Barfen kommt der natürlichen, dem Erjagen von Beutetieren, am nächsten. Schließlich ändert sich die Ernährungsweise von Katzen in freier Wildbahn seit Millionen von Jahren nicht. Barfen heilt in vielen Fällen Beschwerden, wie

  • Allergien gegen Futtermittel und Futtermilben,
  • Verdauungs-Störungen wie Durchfall oder Verstopfung
  • sowie Zahnstein und Beläge der Zähne.

Darüber hinaus neigen Katzen, die Halter mit der Methode des Barfens ernähren, zu einer geringeren Kotmenge. Dadurch reduzieren sich der Bedarf an Katzenstreu und die damit verbundenen Kosten. Der Geruch der Ausscheidungen nimmt ebenfalls deutlich ab.

Zu den Nachteilen des Barfens gehört der erhöhte Aufwand beim Zubereiten der Mahlzeiten. Der Halter ist gezwungen, ausreichende Mengen an frischem Fleisch gezielt einzukaufen und in einer Tiefkühltruhe zu lagern. Die einzelnen Portionen erfordern ein tägliches Zubereiten und das Berechnen der entsprechenden Zusätze.

Du planst daher ein Kontingent an Zeit ein, um die Ernährung Deiner Katze zu organisieren. Das Einarbeiten in die Regeln des Barfens und geeignete Rezepte braucht ebenfalls Zeit. Hinzu kommt, dass diese Ernährungsweise teurer ist, als das Füttern von fertigem Katzenfutter. Dein Stubentiger benötigt darüber hinaus ein bis zwei Tage, um sich an seine neue Nahrung zu gewöhnen.

Das sagt der Experte zum Thema barfen

Viele Katzenhalter sind unsicher, ob das Barfen ihrer Katze schadet oder nutzt. Der Tierernährungs-Wissenschaftler Professor Jürgen Zentek, der an der Freien Universität Berlin lehrt, äußerte sich dazu. Er hält eine ausgewogene Ernährung durch Barfen für möglich. Er warnt aber vor Salmonellen und dem Erreger Toxoplasma gondii, die für Schwangere sowie AIDS- und Krebspatienten eine Gefahr darstellen.

Auf das Risiko einer Mangel-Ernährung mit zu wenig Kalzium, Kupfer, Zink, Iod, Vitamin A und D macht der Experte ebenfalls aufmerksam. Hier schafft das Zufüttern von Präparaten mit Mineralien und Vitaminen geeignete Abhilfe.

Jeder Tierhalter ist in der Lage, selbst zu entscheiden ob Frischfleisch, Dose oder Trockenfutter

Am Ende bist Du gezwungen, eigenständig zu entscheiden, ob Du Deine Katze durch Barfen ernährst oder nicht. Wäge ab, ob Du in der Lage bist, den erhöhten Aufwand und die größeren Futterkosten zu stemmen. Entschließt Du Dich, dieses Ernährungsmodell anzuwenden, ist es wichtig, dass Du das Fleisch sorgsam auswählst und auf die richtige Zusammensetzung der Katzen-Mahlzeit achtest.

Fazit: Es gibt viele Möglichkeiten, sein Haustier artgerecht zu ernähren. Seine Katze zu barfen, ist eine davon. Die Methode besitzt Vor- und Nachteile. Sie ist nicht für jeden Katzenhalter gleichermaßen geeignet. Diese Art des Fütterns erfordert ein hohes Maß an Einarbeitung und birgt Risiken für Katze und Mensch. Diese Ernährungsweise für fleischfressende Haustiere basiert auf dem Füttern von rohem Fleisch, Innereien und Knochen in Kombination mit Gemüse, Obst und Futterzusätzen.

Barfen und Rohfütterung ist zumeist eine gesündere und abwechslungsreiche Art der Ernährung, die vor allen Dingen auf die Grundbedürfnisse Ihrer Katze eingeht. Über die natürliche und feste Struktur des Fleisches erfolgt ein natürlicher Abrieb des Zahnbelags. Wobei neben Fleisch weitere Spurenelemente, Mineralstoffe und Vitamine über Komplettpräparate hinzugefügt werden. Zudem wirkt diese Art der Fütterung Übergewicht entgegen, da sich schneller ein Sättigungsgefühl einstellt und es den Katzen nicht möglich ist, die Fleischstücke hastig herunter zu schlingen.

⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster

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Quellen und vertiefende Ressourcen:

  • Katzen richtig ernähren, Deutscher Tierschutzbund, 2017 abgerufen↑
Nachschlagewerke (Hintergrundrecherche)
  • Klinische Diätetik für Kleintiere Hand/ Thatcher/ Remillard/ Roudebush (Hrsg.) ISBN-10: 3877068936 erreichbar↑
  • Tierernährung, Leitfaden für Studium, Beratung und Praxis, Kirchgessner, Manfred, ISBN-10: 3769007034
  • Allgemeine Tierernährung, Prof. Dr. Josef Kamphues,Supplemente zur Tierernährung für Studium und Praxis, Philatelie Verlag; Auflage: 12, ISBN-10: 9783794402403
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