Unterwerfung bei Katzen
Diese Katze droht - Copyright: Ultrapro bigstockphoto

Was ist die Tierpsychologische Verhaltenstherapie

Auf uns Menschen wirken Katzen seit den alten Hochkulturen faszinierend. Die Wissenschaft hat dafür gesorgt, dass Katzen einen Teil ihrer Mystik verloren haben und wir uns ihr Verhalten besser erklären können. Hauptbestandteil der Katzenpsychologie sind die Reaktionen, die Wünsche und Bedürfnisse der Tiere im alltäglichen Zusammenleben. Daraus ergeben sich Tipps für den Umgang und die Haltung.

Von daher solltet ihr euch ein paar Augenblicke Zeit nehmen für die wichtigsten Erkenntnisse der Katzenpsychologie, die euer Zusammenleben so viel wertvoller machen.

Was versteht man unter Katzenpsychologie:

  1. Katzenpsychologie analysiert Mimik und Gestik der Katzen
  2. Die Ursachen für Verhaltensstörungen sind komplex
  3. Miauen gilt in erster Linie Artgenossen und Menschen
  4. Katzenpsychologe ist kein gesetzlich festgeschriebener Beruf
  5. Verhalten und Körpersprache lesen lernen

Was wir aus der Katzenpsychologie lernen können?

Eines freut doch wohl alle Katzenhalter: Der Stubentiger tut uns und unserer Psyche gut. Gerade in Krisensituationen ist das Gold wert, eine Katze neben sich zu haben. Die Treue der Katze tröstet über schlimme Verluste hinweg und ihre Anhänglichkeit gilt als fester Anker im stressigen Berufsalltag. Würden wir den Stellenwert der Katze mit dem vor ein paar Jahren vergleichen, ergeben sich deutliche Ambivalenzen.

Hättet ihr vielleicht gedacht, dass unsere Katzen eigentlich nur wegen uns Miauen? Es handelt sich um ein sozial geprägtes Kommunikationsmittel, das sich fast in jeder Situation auf den Katzenhalter bezieht. So haben die Tiere im Zuge ihrer Domestizierung bestimmte Verhaltensweisen und Kommunikationsmittel verstärkt ausgebildet, um im Zusammenleben eine wichtige Stellung zu behalten.

Katzenpsychologie: Das Verhalten der Katzen richtig lesen

Grundsätzlich macht eine Katze durch ihr Verhalten auf sich aufmerksam. Sie will uns zeigen, dass sie da ist. Schließlich hat sie keine weitere Möglichkeit, um mit uns in Kontakt zu treten. Sie benutzt dafür ihre eigene Sprache. Laien würden das Verhalten der Katze mit persönlichen Neigungen, Provokation, Boshaftigkeit oder Protest übersetzen. Das ist vollkommen falsch. Katzen bitten in den meisten Fällen einfach nur um Hilfe. Es würde uns weiter bringen im Sinne der Katzenpsychologie die Auffälligkeiten im Verhalten im Hinblick auf Ängste und Aggressionen sowie Unsauberkeit zu hinterfragen, um sie zu entschlüsseln.

Das stellt hohe Anforderungen an die Katzenpsychologie. Auf Basis einer durchdringenden Verhaltensanalyse lassen sich die Handlungsweisen eines Tieres in den direkten Vergleich setzen. Daraus ergeben sich Empfehlungen für den Halter, wie er das unerwünschte Verhalten seines Tieres wieder in den Griff bekommt.

Die Mimik und Gestik der Katze verstehen

Eigentlich zeigen die Tiere recht deutlich über ihre Körperhaltung, die Laute, die Gestik und die Mimik, wie sie sich fühlen und welches Problem sie haben. Wir Katzenhalter sollten in der Lage sein, die Sprache unserer Tiere zu verstehen und folgerichtig darauf zu reagieren. Ein starrer Blick, aufgestelltes Fell, angelegte Ohren und eine waagerechte Schwanzhaltung gelten als aggressive und angriffsbereite Positionen.

Verzieht sich die Katze in den Katzenbaum, sind ihre Augen weit aufgerissen und zeigt sie eine gedruckte Körperhaltung, versucht sie sich der Situation zu entziehen. Nun ist es an uns, den Tieren Ruhe und Freiraum zu gönnen. Nur so können sie sich unangenehmen Situationen entziehen.

Was machen Katzenpsychologen?

Achtung: Der Katzenpsychologe in der Tierpsychologie ist in Deutschland kein gesetzlich geschützter Begriff oder eine feste Berufsbezeichnung. Im Grunde genommen kann sich jeder Katzenpsychologe nennen. Es handelt sich bei dem Titel nicht um einen akademischen Grad, was Katzenhalter verunsichert.

Aus diesem Grund solltet ihr euch unbedingt Leistungsnachweise vorlegen lassen, wie zum Beispiel eine bestandene Prüfung oder ein Diplom von einer Universität. Die seriösen Tierpsychologen habe überhaupt kein Problem damit, auszuweisen an welchem Institut sie studiert oder gelernt haben. Kommt der Tierfachmann oder Psychologe an dieser Stelle in stottern, solltet ihr unbedingt Abstand nehmen. Ich habe von Bekannten schon einige Leidensgeschichten gehört, die im Zusammenhang mit einem Tierpsychologen stehen, der es eigentlich nur auf das Geld der Tierhalter abgesehen hatte und ihnen in ihrer misslichen Lage überhaupt nicht weiterhelfen konnte.

In der Katzenpsychologie geht es um die korrekte Haltung der Katzen, das Verhalten und die Versorgung. Hier reicht es bei den Samtpfoten aus, wenn eine kleine Stellschraube verdreht ist, um das Leben der Tiere durcheinander zu bringen. Als Bestandteil der Tierpsychologie sind die einzelnen Kernkompetenzen und Themengebiete der Katzenpsychologie miteinander verwoben. Schließlich können die Ursachen vielfältig und individuell ausgelegt sein.

Protestpinkeln als Signal für komplexe Ursachen

Oftmals treten Katzenhalter erst in Kontakt mit einem Katzenpsychologen, wenn bereits eine dringende Ursache vorliegt. Da wäre zum Beispiel das Protestpinkeln der Katzen, die scheinbar die gesamte Wohnung markieren und für ein erhebliches Problem sorgen. Es gibt wohl kaum etwas Unangenehmeres, als der Geruch der Exkremente deiner Haustiere in der Wohnung.

Wird eine Katze plötzlich unsauber, hat das in den meisten Fällen einen Grund, der eigentlich recht kompliziert ist. Gerade an beliebten Stellen ist vom Protestpinkeln auszugehen. Es braucht eine ganze Menge Geduld und Zuneigung, um die unangenehme Unsauberkeit bei den eigenen Katzen wieder abzustellen. Können die körperlichen Ursachen durch einen Tierarzt ausgeschlossen werden, geht der Großteil auf seelische Hintergründe zurück.

Leichte Veränderungen haben drastische Folgen

Eine Katze ist ein Gewohnheitsstier. Sie reagiert auf Veränderungen in ihrem Alltag schon einmal sehr extrem. Da reich es manchmal, die Wohnstube umzudekorieren und ein Möbelstück zu verrücken. Das kann eine Katze schon aus der Bahn werfen.

Als höherstehende Säugetiere gehören die Katzen zu den komplexen Tieren. So untersucht die Katzenpsychologie die Veränderungen im Leben der Katze, die als mögliche Ursache für das unerwünschte Pinkeln zurate gezogen wird.

  • Das Essverhalten,
  • die Schlafenszeiten,
  • die Abwesenheit der Besitzer,
  • die Artgenossen oder
  • die Katzentoilette

gelten zum Beispiel als Ansatzpunkte für die Untersuchung und Analyse der IST-Situation. So dreht ihr im Rahmen der Katzenpsychologie an kleinsten Stellschrauben und müsst bei hartnäckigen Problemen eine ganze Menge Geduld und Konsequenz mitbringen.

Wo entstehen die meisten Probleme mit Katzen?

Die Probleme gehen auf den Alltag und uns Katzenbesitzer zurück. So reagieren viele Samtpfoten gerade auf Einsamkeit mit Verhaltensstörungen. Ich rate euch dazu, niemals eine Katze allein zu halten. Sie braucht ihre Artgenossen, um sich zu orientieren und soziale Kontakte zu pflegen. Gerade reine Wohnungskatzen haben sonst keine Möglichkeit, mit anderen Tieren in Kontakt zu treten.

Wenn ihr schon eine Katze zuhause habt und nach einer Zweitkatze Ausschau haltet, sollte diese am besten zum Charakter und Alter passen. Wählt eine Zweitkatze des gleichen Geschlechts und im selben Alter.

Katzenpsychologie: Katzen aneinander gewöhnen

Die Vergesellschaftung von Katzen ist um ein Vielfaches komplizierter als beim Hund. Bringt sie genügend Durchhaltevermögen mit, lassen sich fast alle Katzen vergesellschaften. Geht das Ganze zu schnell, sind

  • streitende Katzen,
  • Kämpfer,
  • brenzlige Situationen und
  • Protespinkler die Folge.

Auch wenn es schmerzt, passt es zwischen einigen Tieren einfach nicht. Wenn kein gemeinsamer Weg infrage kommt, ist es die beste Lösung, einen neuen Besitzer für eine der beiden Katzen zu finden.

Was wir aus der Katzenpsychologie lernen

Im Sinne der Katzenpsychologie geht es in erster Linie um ein friedvolles Miteinander und ein katzengerechtes Zuhause. Ihr solltet eurer Katze genügend Zeit und Zuwendung widmen. Wer eigentlich den ganzen Tag außer Haus ist, sollte ohnehin kein Tier zuhause halten.

Auch wenn die Katzen eigenständiger und selbstbestimmter als Hunde sind, benötigen Sie eine konsequente Erziehung. Andernfalls wird die Katze zum Dominator in eurem Zuhause und schon bald ihre ganze Aufmerksamkeit für sich vereinnahmen. Die Katzenpsychologie hat etwas mit dem Geist, dem Verhalten, der Mimik und der Gestik der Katzen zu tun, die wir besser lesen sollten, um damit richtig und katzengerecht umzugehen.

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Quellen und Nachweise:

  • Verhaltensmedizin bei der Katze: Leitsymptome, Diagnostik, Therapie und Prävention  Taschenbuch – 11. Februar 2015 von Sabine Schroll, Joel Dehasse
  • Verhaltenstherapeutische Hilfe für Katzen ↑mehr lesen
  • Was kann ein Katzenpsychologe? erklärt von Sabine Schröder, Katzenpsychologie-Wedel

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Quellen und vertiefende Ressourcen:

  • [PDF] Die Haltung von Katzen - Deutscher Tierschutzbund abrufen↑
Nachschlagewerke (Hintergrundrecherche)
  • Was Katzen wirklich wollen (GU Tier Spezial) Buch – 9. August 2014,von Dr.Mircea Pfleiderer, Birgit Rödder,Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH; ISBN-10: 3833839457 abrufen↑