Warum Katzen unerwartet beißen

Fühlen sich Katzen bei einer Streicheleinheit von ihrem Menschen bedrängt, reagieren sie in der Regel aggressiver, als Du es erwartest. Beispielsweise hakeln sie nach Deiner Hand oder beißen. In dem Fall besteht die Möglichkeit, dass Du versehentlich eine schmerzende Stelle berührtest und das Tier sich auf diese Weise wehrt. Zudem reagiert es aus Angst mit einem Biss. Um das Problem „Meine Katze beißt plötzlich“ zu lösen, hinterfragst Du die Gründe für das veränderte Gebaren Deines Haustiers.

 

Das Verhalten der Katze zusammengefasst

Hörst Du von einem Tierhalter die Worte: „Meine Katze beißt plötzlich“, vermutest Du, dass es sich aggressiv verhält. Jedoch existieren verschiedene Gründe, die zu einem Beißen der Katze führen. Bereits plötzlich eintretender Lärm führt zu einem Erschrecken des Tieres. Aus einem Reflex heraus, bringt es Deine Berührung mit der Gefahr in Zusammenhang und beißt zu. Hierbei stellt die Reaktion keine Bösartigkeit dar. Stattdessen geht die Katze einem natürlichen Instinkt – der Selbsterhaltung – nach. Erst bei zusätzlichen Verhaltens-Veränderungen suchst Du mit ihr den Tierarzt auf.

Katze faucht
Warnheinweis – Fauchen © Ermolaev Alexandr – Fotolia.com

Meine Katze beißt plötzlich – welche Gründe gibt es?

Beginnt Dein Haustier zu beißen, stellt dies nicht zwingend eine aggressive Handlung dar. Hierbei kommt es darauf an, in welcher Situation Du die Zähne der Katze zu spüren bekommst. Streichelst Du sie, folgt Deiner Zärtlichkeit ein Schnurren. Vielleicht rekelt sich die Katze genüsslich auf Deinem Schoß, doch mit einem Mal beißt sie zu.

In einem solchen Moment stellt die Problematik „Meine Katze beißt plötzlich“ kein aggressives Verhalten dar. Stattdessen beweist das Knabbern an den Fingern ihres „Lieblingsmenschen“ die Zuneigung der schnurrenden Mitbewohnerin. In einigen Fällen beginnt das Tier nach dem Biss an Deiner Fingerspitze zu saugen oder Deine Hand abzulecken. Hierbei erkennst Du das Zwicken als „Liebesbisse“ an. Vorwiegend junge Vertreter dieser Art schätzen ihre Kraft falsch ein, sodass die Bisse schmerzhaft ausfallen.

Deine Katze weiß nicht, dass sie Dir mit ihrem Verhalten Schmerzen zufügt. Stößt Du sie mit einem Aufschrei von Deinem Schoß, erschreckst Du das Haustier, sodass es unter Umständen argwöhnisch bei einer erneuten Berührung reagiert. Um der Katze das Beißen abzugewöhnen, wiederholst Du einen Laut der Verneinung so lange, bis sie von Deiner Hand ablässt. Zusätzlich setzt Du das Streicheln aus, bis sie nicht länger nach Deinen Fingern schnappt.

 

Katzen beißen bei Schmerzen und Angst

Beißt Deine Katze während einer Streichel-Einheit stark zu, löst Du die Berührung, um ihr folgendes Verhalten zu beobachten. Unter dem dichten Fell der Katze verbirgt sich beispielsweise eine Wunde oder eine Prellung, die Du mit dem bloßen Auge nicht erkennst. Übst Du während des Streichelns Druck auf die Stelle aus, spürt Dein Haustier den Schmerz und wehrt sich durch den Biss.

Des Weiteren kommt es vor, dass sich auf der Haut der Katze Wucherungen bilden. David Taylor erklärt in seiner Publikation „Mein großes Katzenbuch“, dass es sich in vielen Fällen um ungefährliche Beulen oder Blut-Bläschen handelt. Selten treten bei diesen Tieren Tumore auf. Bereits ein Blut-Bläschen führt dazu, dass Deine Katze das Streicheln als unangenehm empfindet. Mit einem leichten Biss versucht sie, Dich von einer weiteren Berührung abzuhalten. Ein ähnliches Verhalten zeigen die Tiere beim Befall mit Parasiten. Zu diesen gehören beispielsweise:

  • Zecken,
  • Flöhe
  • und Läuse.

Entzündet sich ein Biss der Lästlinge, fühlt sich die Haut Deines Haustiers gereizt an. Schmust Du mit Deiner Katze und berührst die Stelle, beißt sie. In der Regel handelt es sich um eine leichte Zurechtweisung, sodass Du lediglich ein Zwicken verspürst. Beißt das Tier kräftiger zu, besteht die Möglichkeit, dass es Dein Verhalten als Angriff fehlinterpretiert.

 

Aus Spielen kann schnell ernst werden

Oftmals stellt das Beißen einer Katze ein Merkmal für ihren Spieltrieb dar. Bemerkst Du, dass das Haustier mit den Pfoten nach Deinen Fingern oder Füßen angelt, übt es in dieser Zeit das Jagen der Beute. Im Regelfall ziehen ältere Tiere ihre Krallen ein, um ihren menschlichen Spielpartner nicht zu verletzen. Vorwiegend jüngere Katzen neigen dazu, aus dem Spiel eine richtige Jagd zu machen.

Dabei übernehmen die Instinkte des Tieres das Kommando. Der Jagd-Trieb überwältigt sie, sodass sich aus dem Spiel eine ernste Situation entwickelt. Der Biss stellt auch hierbei keine Bösartigkeit dar. Stattdessen glaubt die Katze, einen Artgenossen vor sich zu haben. Während der Pelz Tiere vor groben Verletzungen schützt, fehlt der menschlichen Haut diese Barriere. Daher spürst Du die Zähne des Haustiers intensiver als beispielsweise eine andere Katze.

In jedem Fall solltest Du der Ursache für das Beißen auf den Grund gehen. Findest Du diese heraus, unterbindest Du die Verhaltensweise Deines tierischen Mitbewohners. Ebenso bekommst Du somit die Möglichkeit, den Biss aufgrund vorheriger Signale vorherzusehen und dementsprechend auszuweichen. Bevor Katzen zuschnappen, geben sie in der Regel greinende Laute oder ein Fauchen von sich. Zudem achtest Du darauf, ob sich das Fell Deines Haustiers sträubt.

 

⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster

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Quellen und vertiefende Ressourcen:

  • [PDF] Die Haltung von Katzen - Deutscher Tierschutzbund abrufen↑
Nachschlagewerke (Hintergrundrecherche)
  • Was Katzen wirklich wollen (GU Tier Spezial) Buch – 9. August 2014,von Dr.Mircea Pfleiderer, Birgit Rödder,Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH; ISBN-10: 3833839457 abrufen↑
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