Hatschhhiiii! Meine Katze niest, hat sie jetzt Katzenschnupfen?

Der Katzenschnupfen ist eine Infektionskrankheit, bei der es zwar auch zu Schnupfen als Symptom kommen kann, die aber weitaus schwerwiegender und nicht gleichzusetzen ist mit dem simplen Schnupfen der Katze.

Beim Katzenschnupfen kommt es zu einer schweren Entzündung der Augen und oberen Atemwege. Besonders bei Kätzchen ist die Krankheit schwerwiegend, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist.

Bindehautentzündung
Augentropfen bei tränenden Augen beim Tierarzt – Copyright: Angurt bigstockphoto

So erkennt der Tierarzt den Katzenschnupfen

Generell kann man sagen, dass betroffene Katzen besonders schwach und abgeschlagen wirken. Dies ist aber individuell schwer beurteilbar, da es auch Katzen gibt, die, auch wenn sie gesund sind, eher träge und schläfrig sind.

Bemerkbar macht es sich durch das Vernachlässigen der Fellpflege. Das Fell wirkt struppig und glanzlos und kann sogar an einigen Stellen durch Ausfluss verklebt sein.

Ein weiteres Symptom ist der klare, dünnflüssige Ausfluss, der aus Augen und Nase rinnt und die Augen und das Fell verkleben kann.

Zusätzlich können noch häufiges Niesen und verminderter Appetit bis hin zur kompletten Appetitlosigkeit beobachtet werden.

Wie bei vielen anderen Krankheiten auch kann eine Unterkühlung (<36,7°C) oder Fieber (>38,9°C) auftreten.

Diese Symptome resultieren aus der Entzündung der Maulschleimhäute, die sich ausbreitet und eine Bindehautentzündung auslöst, die für den Ausfluss verantwortlich ist. Da die entzündeten Schleimhäute im Nasen- und Rachenraum anschwellen, wird die Atmung erschwert und die Katze atmet zunehmend aus dem Maul.

Dadurch entwickelt sich mit der Zeit ein Atemgeräusch, das Keuchen ähnelt, und die Katze fängt an zusätzlich noch die Zunge rauszustrecken, um die Atmung zu erleichtern, da die Nase unbehandelt nach einiger Zeit komplett zuschwillt.

Ursachen für Katzenschnupfen

Meist wird der Katzenschnupfen nicht nur von einem Erreger ausgelöst, sondern von einer Kombination aus mehreren, sodass sie als multifaktorielle Infektion bezeichnet wird. Diese Erreger schwächen zusammen das Immunsystem so lange bis letztendlich die Krankheit ausbricht.

Viren befallen die Schleimhäute und bringen diese zum Aufplatzen. Diese aufgeplatzten Stellen werden anschließend von Bakterien besiedelt, die Entzündungsherde bilden, die sich ausbreiten.

Diagnose durch den Veterinärmediziner

Die Diagnose erfolgt mittels Schleimhautabstrich von Augen, Maul oder Nase, der auf Bakterien untersucht wird.
Um festzustellen ob Viren an der Infektion beteiligt sind, wird das Blut auf Antikörper untersucht. Diese Methode ist aber nicht ganz sicher, da geimpfte Katzen Antikörper besitzen, obwohl sie nicht krank sind.

Therapie und Behandlung

Bei den ersten Anzeichen sollten Sie mit ihrer Katze den Tierarzt aufsuchen, denn je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Die Behandlung wird an den Zustand des Tieres angepasst. Verweigert die Katze die Nahrungsaufnahme, so kommen Nährlösungen zum Einsatz, um den Elektrolythaushalt und die Nährstoffversorgung sicherzustellen.

Mittels Antibiotikum behandelt der Arzt die bakterielle Besiedlung.

Es gibt einige Maßnahmen, die man selber ergreifen kann, um die Beschwerden der Katze zu mildern und die Heilung zu unterstützen. Dies sollte aber unter keinen Umständen den Gang zum Arzt ersetzen.

Wichtig ist es die Katze warmzuhalten. Das hilft bei der Erkältung genauso gut wie auch bei uns Menschen. Sie können auch versuchen etwas Salbeitee unter das Trinkwasser zu mischen.

Wesentlich ist die ausreichende Versorgung der Katze mit Nahrung und Flüssigkeit. Daher sollten Sie unbedingt darauf achten, was und ob ihre Katze genug isst und dies dem Tierarzt beim Besuch mitteilen.

Was sagt der Tierarzt zu Inkubationszeit und Dauer

Die Inkubationszeit, also die Zeit, in der die Katze schon infiziert ist, aber noch keine Symptome zeigt, dauert etwa drei bis fünf Tage. Ab den ersten Krankheitsanzeichen dauert die Erkrankung meist etwa eine Woche an, kann aber ohne Behandlung oder in schweren Fällen deutlich länger dauern oder gar eine chronische Erkrankung mit sich bringen, wie eine Rhinitis.

Impfung gegen Katzenschnupfen

Es ist anzuraten die Katze impfen zu lassen, um sie zu immunisieren. Vor allem bei Freigängern sollte die Impfung jährlich aufgefrischt werden, aber auch bei Hauskatzen wird sie empfohlen, da auch das Herr- oder Frauchen ohne es zu bemerken Erreger mit ins Haus bringen kann.

Wichtig ist zu erwähnen, dass die Impfung keinen kompletten Schutz bringt und eine Erkrankung so zwar immer noch möglich ist, aber das Risiko deutlich minimiert ist.

Übertragung
Der Katzenschnupfen ist eine sogenannte Tröpfcheninfektion. Das heißt sie überträgt sich durch direkten Körperkontakt oder Speichel, Niesen und Husten. Auch gesunde Katzen können den Erreger in sich tragen ohne selbst krank zu werden und so andere Tiere anstecken. Daher ist die Impfung auch so wichtig.

Auch Hunde können durch einige der Erreger angesteckt werden. Wer also mehrere Vierbeiner im Hause hat, sollte seine individuelle Situation mit dem Tierarzt besprechen.
Für uns Menschen sind die Erreger nicht ansteckend und komplett ungefährlich. Es kann aber durchaus passieren, dass wir die Erreger ungewollt mit nach Hause bringen, weil wir dies nicht bemerken und so unsere Katze anstecken.

Viele weitere Informationen finden Sie auf der Seite von Dr. Nicolas Gumpert unter dem Thema Katzenschnupfen.

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