Frettchen
Frettchen Haltung und Pflege, Copyright: Fayzulin Sergey bigstockphoto

Frettchen Haltung & Pflege für Einstieger

Das Frettchen ist als Haustier so gefragt wie nie zuvor. Dabei sind die kleinen Nagetiere gar nicht so pflegeleicht. Das Gelege sollte möglichst groß und sicher sein.

Wer zum ersten Mal in die zuckersüßen Augen der Frettchen blickt, kann ihnen kaum widerstehen. In Windeseile krabbeln sie am Hosenbein hoch und lassen sich auch prima erzielen und zu treuen Gefährten machen.

So ist aus dem einstigen Jäger und Abkömmling des Marders ein beliebtes Haustier geworden.

Frettchen
Freilaufhaltung des Frettchen, Copyright: Valitov Rashid bigstockphoto

Das Wesen der Frettchens verstehen

Frettchen stammen von dem wilden Iltis ab. Wir Menschen haben sie zum Zwecke der Jagd domestiziert und handzahm gemacht. Heute finden wir immer mehr dieser quirligen Fleischfresser in den Haushalten.

Die Frettchen gelten als äußerst intelligent und können ganz einfach zahm gemacht werden.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich ein Frettchen als Haustier zu halten, sollte sich mit der Haltung auseinandersetzen. Die geselligen Tiere brauchen Bewegung, Aufmerksamkeit, eine spezielle Ernährung und ein großes Außengehege. Eine Herausforderung bildet ihr ungewöhnlich kurzer Dickdarm, tatsächlich sind diese Tiere also fast immer hungrig.

Jeden Sommer werden unzählige Welpen verkauft. Schließlich sind sie klein und niedlich. Doch sobald sie geschlechtsreif sind, werden sie oftmals anstrengend. Frettchen kosten zudem Geld – ein Grund für viele die erwachsenen Tieren zurückzulassen oder abzugeben.

Darüber hinaus ist es zwingend notwendig, ein Frettchen zu kastrieren. Für die weiblichen Frettchen – die Fähen – kann eine nicht erfolgte Kastration zur Lebensbedrohung werden. Es droht die Dauerranz, die in vielen Fällen tödlich endet. Die unkastrierte Rüden stinken sehr stark.

Frettchen Haltung in der Wohnung

Nicht ganz pflegeleicht – die Frettchen Haltung

Leider unterschätzen viele Anfänger die hohen Ansprüche der Frettchen, die gar nicht so einfach zu halten sind. Die spezielle Haltung fängt schon in der Ernährung und Fütterung an. So solltest du dein Frettchen unbedingt mehrere Male am Tag füttern und dafür auf Frischfleisch zurückgreifen. Darüber hinaus brauchen die possierlichen Ziere jede Menge Aufmerksamkeit.

Im Prinzip hast du zwei verschiedene Möglichkeiten, ein Frettchen als Haustier zu halten.

Zum einen bewegt es sich frei in der Wohnung. Zum anderen lebt es in einem Gehege. Nun ist wohl die erste Variante eine der Mutigsten, denn die Frettchen haben einen sehr stark ausgeprägten Bewegungsdrang. Du solltest alles Bewegliche in der Wohnung sichern und mögliche Spalten und Lücken zwischen den Möbelstücken mit einem Gitter versehen.

Auch Dekoration und Bewegliches sollten vor dem Bewegungsdrang der Frettchen in Sicherheit gebracht werden. Keine Frage: Wer sein Frettchen als Haustier frei halten möchte, muss sich unwiderruflich in seiner Wohnung und in der Lebensumgebung einschränken. Das mag ein Grund sein, warum sich die meisten für ein Frettchen-Gehege entscheiden.

Frettchen als Haustier: Gehege und Auslauf artgerecht gestalten

Der Auslauf und die Unterbringung von Frettchen sollte artgerecht sein und genügend Freiflächen bieten. Hier empfiehlt es sich, ein Gehege zu bauen oder ein Zimmer für die Frettchen einzurichten.

Zwei Tiere benötigen ca. 4 m², wenn sie täglich freien Auslauf haben. Entfällt der freie Auslauf, steigt die Größe der Gehege auf 15 m². Der Kreativität beim Bau der Frettchen sind keinerlei Grenzen gesetzt.

Sie sollten viele unterschiedliche Ebenen und Stockwerke bieten, die mit Treppen und Rampen verbunden sind. Auch Leitern und Röhren bieten sich als Verbindungen an. Sie animieren die Tiere immer wieder, zu klettern und sich frei in ihrer Umgebung zu bewegen. Frettchen sind als Haustiere neugierig und wollen etwas Neues entdecken und erkunden. Das solltest du auch beachten, wenn du ein Gehege für deine Tiere baust.

Im Gehege unterscheiden wir verschiedene Areale, wie den Auslauf, den Freibereich, den Schlafbereich und die Toilette. Für die Fressecke solltest du einen sauberen Bereich auswählen, indem du am besten kein Heu oder Einstreu verwendest. Bleibt das Streu am Frischfleisch kleben und gerät über die Nahrungsaufnahme in den Magen, kann das zu einem gefährlichen Darmverschluss und Magenbeschwerden führen.

Frettchen neigen dazu, immer wieder Vorräte anzulegen. Verzichtest du vollkommen auf Einstreu, kannst du das gammlige, verdorbene Fleisch schneller entdecken und entfernen.

Gibt es die Möglichkeit, ein Außengehege zu installieren. Dann benötigen die Tiere ein isoliertes Schlafhaus in den Mindestmaßen von 35 × 35 × 30 cm. Auch der Eingang sollte nicht zu klein ausfallen, so dass die Frettchen ohne Probleme hindurch passen.

Speiseplan und Trinkwasser für Frettchen als Haustier

Beim Trinken gibt es echte Spezialisten. Nicht jedes Frettchen trinkt aus einem Napf. Hier solltest du unterschiedliche Nagertränken austesten, am besten mit Kugelventil, denn sie gewährleisten sauberes Trinkwasser.

Ebenso wichtig ist der richtige Speiseplan, der aus Fleischkost besteht. Muskelfleisch vom Rind, Wild oder Geflügel eignet sich ebenso wie Innereien, Nieren und Leber. Frettchen dürfen kein Schweinefleisch fressen. Das könnte aujezkysche Krankheiten auslösen, die in vielen Fällen mit dem Tode ändern.

Auf 80 % Frischfleisch kommen ca. 20 % pflanzliche Anteile, die sich aus

  • Vollkornflocken,
  • Gemüseflocken oder
  • gekochten Eiern,
  • Obst aus dem Babyglas und Hüttenkäse

zusammensetzen. So sorgst du für Abwechslung im Speiseplan – die erste Voraussetzung für ein glückliches Frettchenleben.

Frettchen sind aktiv und bewegungsfreudig

Frettchen sind als Haustiere äußerst aktiv. Wir sollten ihnen also jede Menge Klettermöglichkeiten und Verstecke bieten. Darüber hinaus benötigen wir Spielzeug. Mittlerweile gibt es im Handel eine stattliche Auswahl.

Wobei einfache Papprollen und Papiertüten sowie Kartons sich ebenso für ausgiebige Spieleinheiten eignen. Doch kein Spielzeug kann die Zuneigung von Herrchen und Frauchen ersetzen. Das solltest du auf keinen Fall zu unterschätzen.

Gerade wenn die Tiere allein im Haus leben, sollten Sie regelmäßig Kontakt zu ihren Artgenossen und Menschen haben. Bestenfalls empfehle ich an dieser Stelle, zwei Frettchen gemeinsam zu halten und sie von Anfang aneinander zu gewöhnen.

Die Einzelhaltung ist also tabu. Sie würden vereinsamen und Verhaltensstörungen entwickeln. Frettchen sind sehr menschenbezogen. Diese Eigenschaft verlieren sie auch nicht, wenn sie mit Artgenossen zusammenleben.

Es gibt nichts Schöneres, als zwei Frettchen zu beobachten, wie sie miteinander spielen, sich die Ohren putzen oder ineinander verschlungen schlafen. Oftmals ist es gar nicht möglich herauszufinden, wo ein Tier anfängt und wo das andere aufhört.

Stinken Frettchen wirklich so stark?

Ein Vorteil, dass nicht ganz unrecht ist. Wer zuhause die Katzentoilette nicht penibel sauber hält, wird schon bald einen unangenehmen Geruch in der Wohnung feststellen. Frettchen sind Wildtiere und haben einen äußerst intensiven Geruch, den unsere Nase nicht immer als angenehm empfindet. Wer damit überhaupt nicht zurechtkommt, sollte sich nach einem anderen Haustier umsehen.

Wo bekomme ich ein Frettchen?

Leider werden viele erwachsene Tiere ausgesetzt und immer wieder abgegeben, da die Besitzer ihnen nicht gerecht werden. Im Internet kannst du den zuständigen Frettchenverein oder das Tierheim kontaktieren. Darüber hinaus sitzen viele Tiere in den Auffangstationen und warten auf ein neues Zuhause. Hier bekommst du ein kastriertes und gechipptes Tier und hast einen Ansprechpartner, wenn es einmal zu Problemen kommen.

Was viele nicht denken, die Tiere leiden manchmal jahrelang, ihr eigentliches Zuhause verloren zu haben.

Der Tierschutzrecht rät vom Kauf in den Zoofachhandlungen im Frühsommer ab. Hier werden tatsächlich zum Teil viel zu junge Welpen abgegeben und zu einem überteuerten Preis angeboten. Das gilt leider auch für viele Privatzüchter, die Frettchen Welpen zum Teil nach Farbwunsch produzieren, um der Nachfrage nachzukommen.