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Entwicklung der FCI Rassennomenklatur

Raymond Triquet, Quelle youtube

Ausgehend von Raymond Triquet setzte sich 1982 eine Definition für die Varietät durch: Demnach ist die Varietät eine Unterabteilung innerhalb einer Rasse. Alle Subjekte, die Träger der elementaren Merkmale dieser Rasse sind, besitzen ein weiteres gemeinsam vererbtes Merkmal. Genau in diesem Merkmal unterscheiden sich die Subjekte von anderen in der Rasse. Das können die Farbe, die Größe oder der Behang sein.

FCI Gruppen der Hunde Bewertung
Hundeschau mit FCI, Moscow, Russia – Copyright: toxawww bigstockphoto

Historie der FCI Rassennomenklatur

  • Raymond Triquet hat alle Hunderassen 1983 neu definiert.
  • 1987 führte der FCI mit der Rassennomenklatur die Unterteilung der Hunderassen in Varietäten ein.
  • Im Rassestandard finden wir die Varietäten.
  • Vor 1987 treffen wir auf den Begriff Schlag.
  • Raymond Triquet entwickelte 10 FCI Gruppen, die mit charakteristischen Merkmalen ausgestattet sind.
  • Diese Gruppen hat der kynologische Dachverband FCI weltweit herausgegeben, wobei jede Rasse zu einem FCI Mitgliedsland gehört.
  • Das ist das Ursprungsland einer Rasse.

Die 10 FCI Gruppen gelten für Hunde und sind die Hauptgruppen, denen sich die Rassen zuordnen lassen. Zu den wichtigsten Informationen einer Gruppe gehören ihr Wesen, ihre Geschichte, die Ansprüche und wesentliche Informationen zur Gesundheit.

Raymond Triquet in Bezug der Aufstellung der FCI Gruppen Hunde

Ausgehend von der Klassifikation vergibt die FCI Bezeichnungen für die jeweiligen Rassen, die sich an den Sektionen und Gruppen orientieren.

Würdet ihr nun auf eine Hundeausstellung gehen, findet ihr in dem Katalog zunächst die FCI Klassen und danach die Rassen, die an einem Tag gerichtet werden. Internationale Ausstellungen, wie die Bundessiegerschau oder die Europa Siegerschau, vereinen alle FCI Klassen miteinander, sodass diese Ausstellungen über mehrere Tage verlaufen.

Ihr solltet also nachschauen, zu welcher FCI Gruppe eure Rasse gehört, die ihr anschauen wollt. Sucht ihr zum Beispiel nach dem Jack Russell Terrier, trefft ihr auf diese Rassehunde, wenn die FCI Gruppe 3 gerichtet wird.

Keine Sorge: Auch wenn diese Systematik am Anfang verwirrend ist, bietet sie doch die einzige Möglichkeit, die Übersicht über die hohe Varianz der Rassehunde zu behalten. Ich habe auch ein paar Jahre gebraucht, bis ich mich mit den einzelnen Rassen und FCI Klassen besser ausgekannt habe.

Wissenswertes zur Entstehung der Hunderassen

Raymond Triquet – wissenschaftliche Arbeit und Lebenswerk

Professor Raymond Triquet hatte einen Lehrstuhl an der Universität in Lille und zählt heute zu einem der bekanntesten französischen Kynologen.

Raymond Triquet, Quelle youtube

Zudem erhielt er die Auszeichnung von der Academie Veterinaire de France. Triquet ist ein untriebiger Mann und war zeitgleich als externer Mitarbeiter für den französischen Sprachbereich am Nationalinstitut tätig.

Nicht nur in Verbindung mit den FCI Gruppen der Hunde, sondern auch als Fachmann und Förderer der französischen Bordeaux-Dogge hat er für den Erhalt dieser wunderschönen Rasse gekämpft. Triquet war zudem Mitglied an der Societe Central Canine und in der Standardkommission der Federation Cynologique Internationale.

Kynologisches Wörterbuch in drei Sprachen

Gemeinsam mit Dipl. Ing. agr. Dr. Hellmuth Wachtel hat Triquet das dreisprachige Taschenwörterbuch der Kynologie herausgebracht. Es ist auf Deutsch, Englisch und Französisch verfügbar und wird von einer breiten Leserschaft gelesen.

Veröffentlichung war im Jahr 1991. Die beiden Wissenschaftler und Buchautoren wollten mit diesem Wörterbuch für die Hosentasche eine Lücke in der kynologischen Literatur füllen. So fehlten internationalen Ausstellern, Richtern und Prüfern bisher ein anerkanntes Wörterbuch für die internationale Verständigung in den – aus kynologischer Sicht – bedeutendsten Sprachen.

Das erklärte Ziel dieses Buches ist es, die Verständigung auf allen Seiten zu vereinfachen. Heute gehört dieses Taschenbuch zu einem Standardwerk im Ausstellungs- und Richterwesen.

gemeinfrei, Old Bordeaux Zucht, Amerika

Raymond Triquet – der Retter der französischen Bordeaux Dogge

Wer die Bordeaux Dogge kennt und liebt, dem wird Raymond Triquet ein Begriff sein. Er ist weltweit der am meisten geschätzte Experte, wenn es um diese beeindruckende Mastiff Rasse geht. In seinem Werk „The Saga of the Dogue de Bordeaux“ erschuf er den heutigen modernen Standard.

Heute ist der berühmte Professor Pensionär, hat aber zu aktiven Zeiten Vorlesungen in der Anglistik an der Universität von Lille gegeben. Es ist sehr gut möglich, dass ohne ihn die Rasse der Bordeaux Dogge überhaupt nicht überlebt hätte.

Das Magazin Modern Molosser kam im Jahr 2000 in der ersten Printausgabe heraus. Die Journalisten fühlten sich geehrt, ihr Heft mit einem Interview der Legende der Bordeaux Doggen Szene zu eröffnen.[1]

Dogue de Bordeaux
StBrecht gemeinfrei via wikimedia, Dogue de Bordeaux (French Mastiff)

Raymond Triquet – Aufbau der Rasse

In den 1960ern fing Triquet an, die gesamte Rasse neu aufzubauen. Eigentlich lernte er die Hunde durch einen Zufall und einen Tipp einer seiner Schüler kennen. Er beschrieb seine erste Begegnung mit der eines Löwen und wusste vom ersten Augenblick an, dass er dieser Rasse unbedingt helfen muss.

Dafür standen ihm gerade einmal zwei Züchter zur Verfügung, um die Zukunft einer Rasse zu sichern. Triquet kaufte eine kleine Hündin von einem der beiden Züchter, die sich zu allem Überfluss auch nicht gerade gut verstanden.

Dabei hatte Triquet großes Glück, an einen nachsichtigen und freundlichen Mann zu gelangen. Zur damaligen Zeit hatten nämlich die Züchter selbst das Recht auf die erste Wahl. So war es schier unmöglich, den besten Welpen eines Wurfes als Käufer zu bekommen.

In diesem Fall war das anders. Triquet erklärte, dass er der Rasse auf die Beine helfen will und alles daran setzt, ihren Fortbestand zu sichern. Der Gentleman ließ sich auf dieses Versprechen hin überreden, bei diesem Wurf eine Ausnahme zu machen und gab ihm den besten Welpen.

Mowgli – Triquets Champion und Basis für seine Arbeit

Die kleine Hündin bekam den Namen Mowgli und wurde später ein Champion im Ausstellungsring. Zunächst beschränkte sich Triquet darauf, die Hunde auszustellen und den Leuten auf der Ausstellung zu erklären, um welche Rasse es sich hier handelt.

Der moderne Standard der Bordeaux Dogge

Mit der Entwicklung eines neuen modernen Standards in den 1970ern stellte sich Raymond Triquet einer Herkules Aufgabe. Bis heute weiß er, dass es einige Leute gibt, die in ihrem Leben nie einen Blick auf diesen Standardwerk werfen. Tatsächlich sind darunter auch Aussteller, Züchter und Richter.

Sie haben ihre Vorstellung im Kopf und richten nach einem Modell, das sehr sehr gefährlich sein kann. Es verleitet andere Züchter und Aussteller, einzelne Merkmale der Rasse zu übertreiben. Triquet nennt diese Richter „crocodile judges“ – da sie selbst Krokodile auf den ersten, zweiten und dritten Platz setzen.

Raymond Triquet weist immer wieder darauf hin, dass es äußerst gefährlich ist, unbedarfte und falsche Äußerungen in den Standard einer Rasse aufzunehmen. Sie können fehlinterpretiert werden und zu schlimmen Auswüchsen für die Rasse führen. Das Ganze zählt nicht nur für die Bordeaux Dogge, sondern lässt sich auch alle FCI Hunderassen übertragen.

Die größten Stärken der französischen Doggen sieht Triquet in ihrer beeindruckenden Erscheinung und Stärke sowie in ihrem wundervollen Temperament.

Was sind die größten Fehler der Allgemeinrichter?

Für Triquet liegt einer der größten Fehler der Allgemeinrichter darin, sich nicht mit dem Standard der Hunderasse auseinanderzusetzen. Unwissenheit provoziert die schlimmsten Fehler.

Laut Triquet ist es in Frankreich sogar möglich, einen Hund mit einem drastischen Zahnfehler, wie zum Beispiel einem Überbiss, nachträglich aus der Zucht zu verbannen.

Man würde sich wünschen, dass diese Konsequenz in allen Ländern und bei allen Rassen verfolgt wird. Nur so ist es nachhaltig möglich, die Zukunft einer Rasse zu sichern in Anlehnung an ihre Gesundheit. In vielen Fällen erscheint es doch so, als ständen die Eitelkeiten der Richter und Aussteller über den eigentlichen Zielen der Zucht.

Quellen und Literatur: