Was tun, wenn die Hundeseuche Impfung zur Gefahr wird?

Treten die ersten Anzeichen von Parvovirose beim Hund auf, ist es zumeist zu spät. Diese Viruserkrankung ist nicht nur ansteckend. Sie gehört zu den häufigsten Todesursachen bei Hunden. Gerade junge Hunde und Welpen haben noch keinen ausreichenden Schutz gegen die Infektion mit dem Canine Parvovirus.

Parvovirose
Canine parvovirus, 3D illustration. Copyright: Tyrannosaurus bigstockphoto

Aktuelle Untersuchungen und Tests führen in 70 % aller Durchfallerkrankungen auf positive Parvovirose-Viren zurück. Verursacher können unterschiedliche Varianten des Caninen Parvovirus sein.

Die Erreger können über Monate in der Umgebung überleben und die oftmals erfolglose Behandlung stellt ein enormes Gesundheitsrisiko für die Vierbeiner dar.

Von daher sollte wohl jeder seinen Hund impfen lassen. In diesem Zusammenhang kann es zu einer Parvovirose Impfung Nebenwirkung kommen, der wir in diesem Artikel nachgehen.

Nebenwirkungen der Parvovirose Impfung – Das Wichtigste:

  • Viele Hunde sind nach einer Impfung müde und schlapp
  • Die meisten Nebenwirkungen sind harmlos
  • Intensive Impfreaktionen: Durchfall, Erbrechen, Schmerzen, hohes Fieber
  • Extremfall: anaphylaktischer Schock – der Hund muss sofort zum Tierarzt
  • Einige Rassen neigen besonders häufig zu Nebenwirkungen nach der Impfung

 

Warum ist die Parvovirose Impfung so wichtig?

Bereits im Alter von vier Wochen ist eine erste Parvovirose Impfung möglich. Sie kann einen effektiven Schutz gegen alle Varianten frühestmöglich im Welpen installieren. Der Impfstoff von der MSD Tiergesundheit ist auf die Bedürfnisse vier Wochen alter junger Hunde abgestimmt und bildet einen wichtigen Bestandteil der Grundimmunisierung.

Danach erfolgt eine weitere Auffrischungsimpfung alle drei Jahre. Gerade wenn ihr mit eurem Hund auf Reisen gehen wollt, solltet ihr den Impfpass überprüfen und eine Wiederholungsimpfung vornehmen. Schließlich variieren die Vorgaben von Land zu Land, gerade was die Impfungen anbelangt. Den deutschen Empfehlungen für die Kleintierpraxis ist zu entnehmen, dass die Parvovirose Impfung zu den Pflichtimpfungen gehört.

Parvovirose Impfung
Nebenwirkungen der Parvovirose Impfung beim Hund – Copyright: Mintr bigstockphoto

Wie oft erfolgt die Parvovirose Impfung?

Bis zum heutigen Tage gehört die Impfung gegen Parvovirose zu der wichtigsten Schritt in der Prophylaxe, da dieses Virus äußerst widerstandsfähig ist. Aus der Empfehlung zur Impfung ausgehend von der ständigen Impfkommission Veterinärmedizin – kurz StIKo Vet – ist zu entnehmen, dass eine erste Grundimmunisierung mit 8 Wochen erfolgt.

Eine Wiederholung der Impfung erfolgt mit 12 Wochen und 16 Wochen. Nachdem ihr euren Hund mit 15 Monaten nochmals gegen Parvovirose impfen lasst, reicht eine Auffrischung alle drei Jahre. Durch die Impfung gelangen sogenannte maternale Antikörper in das Tier, damit es nicht zu einer Neutralisierung des Virus kommen kann.

Erfolgt eine erste Impfung im Erwachsenenalter, kommt es auf den Impfstoff an, ob überhaupt eine Grundimmunisierung notwendig ist. Bei inaktivierten Impfstoffen wie zum Beispiel bei Leptospirose solltet ihr euren Hund zweimal in einem Abstand von vier Wochen impfen lassen.

Die häufigsten Nebenwirkungen nach der Parvovirose Impfung

Die Parvovirose Impfung und Nebenwirkung gehört zu den Impfreaktionen. Hundehalter sollten die Symptomatik frühestmöglich erkennen, um folgerichtig zu handeln. Eigentlich soll die Spritze vor bakteriellen und viralen Erkrankungen schützen. In einigen Fällen kann sie selbst zur Gefahr werden.

Statistiken gehen davon aus, dass auf 10.000 immunisierten Hunden ca. 38 Impfreaktionen kommen. In den meisten Fällen müsst ihr euch keinerlei Gedanken machen. Die Reaktionen bleiben auf einem harmlosen Niveau und gehen über

  • Appetitlosigkeit,
  • leichtes Fieber und
  • Schlappheit

nicht hinaus. Solltet ihr diese Symptome nach der Impfung feststellen, müsst ihr nicht gleich zum Tierarzt gehen. Wer sich nicht sicher ist, sollte seinen Arzt anrufen und über diese Anzeichen sprechen. Das Risiko für Nebenwirkungen nach der Parvovirose Impfung steigt mit abnehmendem Körpergewicht, sodass gerade leichte und kleine Hunde besonders häufig betroffen sind.

Wie viele Hunde leiden an einer Parvovirose Impfung Nebenwirkung?

Zu den seltenen und sehr heftigen Nebenwirkungen gehören

  • Durchfall,
  • Entzündungen,
  • Schmerzen und Schwellungen an der Impfstelle,
  • Juckreiz und
  • Erbrechen.

Der Extremfall ist der anaphylaktische Schock, der bei unterlassener Hilfeleistung mit dem Tod des Tieres enden kann. Nun müssen wir nicht über die folgenden Wochen und Monate fürchten, dass unser Hund immer wieder heftige Nebenwirkungen zeigt. Die Reaktion tritt in den meisten Fällen ein paar Stunden nach der Spritze auf bzw. bis zu drei Tage nach der Parvovirose Impfung. Dann ist die Gefahr zumeist gebannt und ihr müsst nichts weiter befürchten.

Welche Rassen neigen am häufigsten zu Impfreaktionen?

Es gibt tatsächlich bestimmte Rassen, die vermehrt nach der Parvovirose Impfung zu Nebenwirkungen neigen. Eine der besonders häufig betroffenen Rassen ist der Deutsche Pinscher.

Diese Rasse kämpft mit post-vakzinalen Komplikationen. Der finnische Schnauzer Pinscher Club geht von einem Anteil von bis zu 30 % der geimpften Hunde aus. Hier ist es schwierig, konkrete Zahlen zu bekommen.

Nicht jeder Hundehalter geht beim Auftreten dieser Impfreaktionen zum Tierarzt und meldet dies als Erkrankung. Das Ehrlich Institut hat in Deutschland 8 Fälle von Impfreaktionen beim Deutschen Pinscher dokumentiert und kann die Beobachtungen aus anderen Ländern bestätigen.

Verspätete Immunreaktionen beim Deutschen Pinscher

Zu den häufigsten Symptomen kommt es zumeist 9-12 Tage nach der Verabreichung der Impfstoffe. Dann stellen die Hundehalter

  • Husten,
  • Müdigkeit und
  • Fieber,
  • intensives Speicheln und
  • Schluckbeschwerden sowie
  • Fressunlust fest.

Die verspäteten Symptome werden oftmals nicht in Verbindung mit der Parvovirose Impfung gebracht. So kommt es vermehrt zu einer Diagnose von Epilepsie bei den betroffenen Hunden.

Gerade beim Deutschen Pinscher konnten die Ärzte mit Medikamenten gegen die Epilepsie keinen Verbesserung erzielen, sodass einzelne Tiere verstarben. Zumeist traten diese Reaktionen bei Welpen nach ihrer ersten Impfung auf. Jedoch konnte keinerlei Verbindung zwischen einem späteren Impftermin und der Entwicklung sowie dem Schweregrad der Nebenwirkungen festgestellt werden.

Fazit: Nebenwirkungen der Parvovirose Impfung erkennen und behandeln

Steht die erste Grundimmunisierung oder die jährliche Impfung an, solltet ihr für diesen Tag und für die nachfolgenden Tage nicht zu viel für euren Vierbeiner planen. Gönnt eurem Hund Ruhe und beobachtet seine Reaktionen. Es ist vollkommen normal, wenn die Tiere sich nach der Impfung etwas schlapp und müde zeigen. Kommen aber Durchfall, Erbrechen, Abwesenheit und Schmerzen hinzu, solltet ihr keinen Moment warten und den Tierarzt aufsuchen.

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