Eine Darmverstopfung bei Pferden bezeichnen Tiermediziner als Obstipation. Bei der gesundheitlichen Komplikation sammelt sich der Darminhalt und der Weitertransport im Darm stoppt. Folglich kommt es zu einem partiellen oder kompletten Darmverschluss, sodass betroffene Reittiere Symptome einer Kolik aufweisen.

Die Verstopfungen entstehen beispielsweise, wenn Pferde wenig trinken oder falsche Futtermittel erhalten. Leiden die Tiere unter Darmparasiten oder verengten Darmstellen – beispielsweise durch einen Abszess – treten Verstopfungserscheinungen auf. Vorwiegend bei älteren Pferden führt ein Tumor im Darm zur Obstipation.

  1. Eine Darmverstopfung resultiert aus einer falschen Fütterung, Flüssigkeitsmangel oder einer Grunderkrankung.
  2. Verschließt sich der Darm des Pferdes, weist es Anzeichen einer Kolik auf und leidet unter Schmerzen.
  3. Tiermediziner unterscheiden die Verstopfungen bei Pferden anhand ihrer Entstehung im Dünn- oder Dickdarm.
  4. Leiden Pferde unter einer Darmverstopfung, verweigern sie die Futteraufnahme und setzen kaum Kot ab.
  5. Sobald Dein Reittier Anzeichen einer Kolik zeigt, solltest Du mit ihm den Tierarzt aufsuchen, um lebensbedrohliche Folgen zu vermeiden.

Ursachen einer Darmverstopfung bei Pferden

Leiden Pferde an einer Verstopfung im Dünndarm, treten die Symptome im Normalfall kurz nach der Nahrungsaufnahme auf. Jedoch zeigt die Studie „Kolik bei Pferden – Retrospektive Studie aus dem Patientengut der Medizinischen Tierklinik Leipzig 1994 – 1998“, dass Dünndarmverstopfungen vergleichsweise selten vorkommen. Eine häufigere Form der Darmverstopfung bei Pferden stellt eine Obstipation im Dickdarm dar. Diese bleibt in einigen Fällen chronisch, sodass sie wiederholt bei den betroffenen Reittieren entsteht.

Die Verstopfung des Darms gehört zu den medizinischen Notfällen und bedarf einer zeitnahen Behandlung. Stellst Du Dein Pferd einem Tierarzt vor, überprüft er zunächst, welcher Darmabschnitt verstopft ist. Anschließend sucht er nach der Ursache für die gesundheitliche Komplikation. Beispielsweise leidet das Tier an einer gestörten Darmtätigkeit, hervorgerufen von:

  • wenig Bewegung,
  • Überanstrengung,
  • Parasiten,
  • einer Darmentzündung,
  • einer viszeralen Neuropathie.

Des Weiteren rufen Zahnfehlstellungen oder hastiges Fressen eine Obstipation hervor. Das Risiko der Darmverstopfung steigt, wenn das Reittier ungeeignete Futtermittel erhält. Speziell überständiges Heu, verdorbene Maissilage oder verholztes Stroh sorgen für eine träge Darmtätigkeit.

Zu den Hauptgründen für eine Darmverstopfung bei Pferden zählt der Wassermangel. Schwitzen die Tiere und nehmen wenig Flüssigkeit zu sich, beeinträchtigt das den Transport der Speisereste im Darm. Ebenso entsteht die Obstipation durch eine Einengung eines Darmbereichs. Neben Darmentzündungen und Tumoren stellen Geschwüre und Divertikel Ursachen dar. Letzteres besteht als Ausstülpung der Darmschleimhaut.

Symptome der Obstipation

Die Anzeichen für die Darmverstopfung zeigen sich in unterschiedlichem Schweregrad. Oft leiden die betroffenen Tiere unter Bauchschmerzen und weisen Symptome einer Kolik auf. Sie verweigern das Futter und setzen wenig bis keinen Kot ab. Die Pferdeäpfel sehen trocken aus. Zudem bemerken die Besitzer ein apathisches Verhalten ihrer Reittiere. Diese legen sich vermehrt auf den Boden oder versuchen mit den Beinen auf den Bauch zu schlagen. Abhängig von Ort und Schwere der Obstipation entwickeln sich die Anzeichen langsam und schleichend oder sie treten plötzlich auf.

Die Darmverstopfung bei Pferden verursacht auf die Dauer einen erhöhten Puls sowie heftiges Atmen. Dies resultiert aus der Kreislaufbelastung, die durch die Obstipation entsteht. Leiden die Tiere unter einer Blinddarmverstopfung, setzen sie weichen, unangenehm riechenden Kot ab.

Oftmals treten Verstopfungen im Blinddarm intervallartig auf, sodass einer Kolik eine beschwerdefreie Phase folgt. Bereits bei den ersten Anzeichen der Obstipation konsultieren die Pferdebesitzer den Tierarzt. Ein Darmverschluss sorgt schlimmstenfalls für eine akute Lebensbedrohung.

Darmverstopfungen bei Pferden vorbeugen

Teilweise besteht die Möglichkeit, einer Obstipation bei Pferden vorzubeugen. Dafür achten die Besitzer darauf, die Reittiere gesund zu ernähren und artgerecht zu halten. Ausreichend Bewegung ermöglicht eine angeregte Darmtätigkeit. Des Weiteren gilt es, Futtermittel, die eine Verstopfung verursachen, zu vermeiden. Dazu gehören beispielsweise:

  • kurz geschnittene Häcksel,
  • kurzes Rasengras,
  • verholztes Getreidestroh,
  • Leguminosen-Stroh.

Ebenso kommt es darauf an, dem Pferd regelmäßig Flüssigkeit anzubieten. Ein jederzeit erreichbarer Trog mit frischem und sauberem Wasser stellt eine Grundvoraussetzung für artgerechte Pferdehaltung dar. Um Verdauungsstörungen zu vermeiden, setzt Du das Reittier wenig Stress aus. Zusätzlich empfehlen sich regelmäßige Entwurmungen, um Darmparasiten aus dem Organismus zu entfernen.

Woran erkennt der Tierarzt eine Verstopfung?

Um die Obstipation zu diagnostizieren, führt der Veterinär zunächst eine Allgemeinuntersuchung beim Pferd durch. Dabei kontrolliert er beispielsweise den Kreislauf, Puls und Atemfrequenz. Unregelmäßigkeiten verraten, wie stark die Darmverstopfung den Organismus des Reittiers belastet. Mit einem Stethoskops hört der Tiermediziner den Darm ab. Um die Ausprägung der Darmverstopfung in Erfahrung zu bringen, hilft eine rektale Untersuchung. Dabei führt der Tierarzt Hand und Arm in den Enddarm des Tiers ein. Dies ermöglicht es ihm, die Struktur des Darms sowie Aufgasungen und Abszesse zu erfühlen.

Ebenfalls kommt es vor, dass der Tiermediziner dem Pferd eine Blutprobe entnimmt und diese labormedizinisch untersucht. Bei der Diagnose bestimmt der Arzt Ursache und Ausprägung der Darmverstopfung. Dadurch beurteilt er, ob eine konservative, medikamentöse Therapie oder eine Operation Abhilfe schafft.

Behandlung

Die Behandlung der Obstipation hängt von deren Symptomen und der Kreislaufbelastung des Pferdes ab. Zudem kommt es darauf an, in welchem Darmbereich sich die Verstopfung befindet. Handelt es sich um eine Dünndarmverstopfung, verabreicht der Tierarzt dem betroffenen Reittier zunächst schmerzstillende und krampflösende Medikamente. Bei einer leichten Darmverstopfung reichen diese aus, um die Anschoppung zu lösen. Bei geschwächten und dehydrierten Pferden entscheiden sich viele Veterinäre direkt für einen operativen Eingriff. Gleiches geschieht, wenn die Medikamentengabe keinen Erfolg verspricht.

Die Dickdarmverstopfung tritt häufig chronisch auf. Kommt es zu einer Kolik, verabreicht der Tierarzt dem Pferd Glaubersalze und Praffinöl. Beides hilft, die Blockade im Darm zu lösen. Zusätzlich erhält das Tier krampflösende Medikamente, beispielsweise Buscopan®. Erleidet es eine Blinddarmverstopfung, bedarf es eines operativen Eingriffs.

Darmverstopfungen bei Pferden können lebensbedrohlich sein

Ohne rechtzeitige Behandlung führt die Darmverstopfung unter Umständen zum Tod des Pferdes. Der Behandlungserfolg hängt von der Ursache und der Dauer der gesundheitlichen Komplikation ab. Des Weiteren kommt es darauf an, wie stark die Symptome den Kreislauf des Reittiers belasten.

Bei einer frühzeitigen Therapie profitieren Pferd und Besitzer von einer positiven Prognose. Betrifft die Darmverstopfung beim Pferd den Dünndarm, erfolgt die Operation bestenfalls in den ersten acht Stunden nach Beginn der Symptome.