Kolik beim Pferd – Symptome und Behandlung

    Wie du bei Koliken beim Pferd handeln kannst:

    Eine Kolik beim Pferd tritt als häufige gesundheitliche Komplikation bei den Tieren auf. Um schwerwiegende Folgen zu vermeiden, steht eine zeitnahe Behandlung des betroffenen Reittiers im Vordergrund.

    Den allgemeinen Gesundheitszustand Ihres Pferdes überprüfen Sie anhand einer Pulsmessung. Erhöht sich die Pulsfrequenz auf über 60 Schläge pro Minute, droht ein Kreislaufversagen bei Ihrem Tier. In dem Fall gilt es, unnötigen körperlichen und geistigen Stress zu vermeiden.

    Was geschieht bei einer Kolik bei Pferden?

    Kommt es zu einer Kolik beim Pferd, braucht es eine schnelle Behandlung, um gesundheitliche Langzeitschäden zu verhindern. Zeigt das Tier erste Anzeichen für das Phänomen – beispielsweise grundlose Nervosität – prüfen Sie seinen gesundheitlichen Zustand. Zu dem Zweck bewährt es sich, den Puls des Reittiers zu kontrollieren. Dafür legen Sie zwei Finger unterhalb der Ganaschen an. Im Normalfall liegt der Puls bei Pferden zwischen 30 und 40 Schlägen in der Minute.

    Einige Pferde verspüren trotz Kolikschmerzen einen hohen Bewegungsdrang. Beispielsweise hilft es ihnen, sie in einem langsamen Schritttempo im Kreis zu führen. Achten Sie darauf, dass sich das Tier nicht überanstrengt. Bis der Tierarzt eintrifft, sollten Sie das Pferd nicht allein lassen.

    Wissenswertes über die Kolik beim Pferd:

    • Als Kolik gelten verschiedene Erkrankungen des Magens und des Darms bei Pferden.
    • Dabei gilt die Kolik nicht als Krankheitsbild, sondern als Symptom.
    • Ihr Auftreten symbolisiert eine fehlerhafte Funktion im Verdauungstrakt des Tiers.
    • Betroffene Reittiere wirken unruhig, flehmen und schlagen sich auf den Bauch.
    • Eine häufige Ursache für eine Kolik stellt der Verschluss des Darms dar.

    Wobei handelt es sich bei einer Kolik?

    Leidet Ihr Reittier unter einer Kolik, sprechen die Ärzte von einer Symptomatik, die auf eine Fehlfunktion im Magen-Darm-Trakt hinweist. Beispielsweise kommt es bei den betroffenen Tieren zu starken Bauchschmerzen, resultierend aus Blähungen oder einer Verstopfung. Eine häufige Ursache für die Kolik beim Pferd stellt eine einfache Obstruktion des oberen Colons dar [Grosche, Astrid: Kolik bei Pferden – Retrospektive Studie aus dem Patientengut der Medizinischen Tierklinik Leipzig 1994 – 1998 (2000)].

    Für eine erfolgreiche Behandlung erhält die rasche Reaktion des Tierhalters Relevanz. Sobald Sie bei Ihrem Pferd erste Koliksymptome feststellen, sollten Sie einen erfahrenen Tierarzt rufen. Bis dieser eintrifft, behalten Sie das betroffene Reittier im Auge. Verschlechtert sich sein gesundheitlicher Zustand, gilt es, den Kreislauf zu stabilisieren.

    Welche Ursachen führen zu einer Kolik?

    Für eine Kolik beim Pferd kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Vorwiegend resultieren die Symptome aus einer fehlerhaften Funktionsweise des Magens oder des Darms. Füttern Sie Ihre Pferde mit ungünstig zusammengesetztem Futter, erhöht sich das Risiko der gesundheitlichen Komplikation. Nahrungszusammensetzungen, die viel Getreide und Zucker enthalten, belasten den Pferdedarm. Ebenso steigt die Gefahr einer Magenverstimmung, wenn das Reittier wenig Raufutter erhält.

    Weitere Gründe für eine Kolik bestehen in abgestandenem Wasser oder mangelnder Bewegung. Fehlt es dem Pferd an Auslaufmöglichkeiten, kommt es zu einer eingeschränkten Verdauung. Der Nahrungsbrei verbleibt im Darm und führt zu einer schmerzhaften Verstopfung. Des Weiteren sorgt die Anatomie der Tiere für eine hohe -Anfälligkeit gegenüber Koliken. Pferde verfügen über einen langen Darm und einen kleinen Magen. Sobald das Tier Futter aufnimmt, setzt im Normalfall die Verdauung ein.

    Frisst das Pferd schwer verdauliches Futter in großen Mengen, droht eine Magenüberladung. Sie erweist sich ebenfalls als Auslöser einer Kolik. Da die Magenausgänge beim Pferd starke Schließmuskeln aufweisen, können sich die Reittiere nicht übergeben. Daher fehlt ihnen die Möglichkeit, den Magen auf diese Weise zu entlasten.

    Viel Getreide belastet den Pferdemagen

    Bekommt das Pferd stark getreidehaltiges Futter, setzen auf die Dauer ebenfalls Magenschmerzen ein. Befinden sich in den entsprechenden Futtermischungen Zucker oder Molkenpulver, verändert sich der pH-Wert im Magen des Tiers. Das beeinträchtigt die Verdauung und kann zu einer Verstopfung in Dick- und Dünndarm führen. Minderwertiges Futter löst unter Umständen weitere Stoffwechselerkrankungen beim Pferd aus. Dazu gehören beispielsweise Hufrehe und Kotwasser.

    Schnelles Anweiden kann eine Kolik auslösen

    „Anweiden“ bedeutet, dass Ihr Pferd vom Stall auf die Weide gelangt und dort verschiedene Gräser zu sich nimmt. Hierbei gilt es, das Tier langsam auf die nahrhafte Kost umzustellen. Durch das frische Gras bläht sich der Magen. Um gesundheitliche Komplikationen zu vermeiden, verlängern Sie die Zeit auf der Weide täglich. Dadurch bekommt Ihr Reittier die Möglichkeit, das Fressverhalten an das üppige Nahrungsangebot anzupassen.

    Weitere Ursachen einer Kolik liegen in:

    • durch Parasiten ausgelöste Krämpfe der Darmmuskulatur,
    • Verstopfungskolik durch minderwertige Heuqualität,
    • Blähungen durch eine Gasentwicklung im Darm,
    • Magengeschwüre,
    • einer Verletzung der Magenschleimhaut,
    • einer Verlegung des Darms,
    • Magen-Darm-Infektionen,
    • Thrombosen im Darmgewebe.

    Eine gefährliche Form der Kolik löst die Verdrehung des Dünndarms aus. Bei Pferden liegt der Darm locker, sodass er sich leicht verdreht und damit die Verdauung beeinträchtigt. Um dem betroffenen Tier die Schmerzen zu nehmen, erfolgt in der Regel die sofortige Operation. Dabei entfernt der Tierarzt einen Teil des Darms. Das führt unter Umständen zu einer lebenslangen Belastung des vierbeinigen Patienten.

    Woran erkennen Sie eine Kolik beim Pferd?

    Leidet Ihr Tier an einer Kolik, wirkt es nervös und verspürt häufig einen hohen Bewegungsdrang. Zudem schlägt es mit dem Kopf in Richtung seines Bauchs. Einige Tiere versuchen, mit den Hinterbeinen nach dem geblähten Bauch zu treten. Zusätzliche Anzeichen bestehen im Scharren mit den Hufen und dem starken Flehmen. Reittiere mit Koliken verweigern das Futter und nehmen kaum Flüssigkeit zu sich. Um den Magen zu entkrampfen, versuchen sie, sich hinzulegen. Des Weiteren beginnen sie damit, sich auf dem Boden zu wälzen.

    Bemerken Sie an Ihrem Pferd einen prallen, aufgeblähten Bauch, stellt dieser ein Symptom für die Kolik dar. Gleiches gilt, wenn das Tier übermäßig stark kotet. Handelt es sich um eine starke Kolik, verspürt das Reittier Schmerzen im Magen und Darm. Pferde reagieren darauf mit einer unruhigen Atmung sowie einem hohen Puls. Betroffene Tiere reißen die Augen auf, sodass es zu „rollenden Augen“ kommt. Ebenso werfen sie den Kopf nach hinten. Zusätzliche Schweißausbrüche verdeutlichen den schlechten Gesundheitszustand des Tiers.

    Erkennen Sie die Symptome nicht direkt bei Ihrem Pferd, verweisen dessen Ausscheidungen auf Probleme im Magen-Darm-Trakt. Beispielsweise verändern sich Farbe und Form der Pferdeäpfel. Zeigt sich der Kot weich oder übermäßig hart, liegt eine Komplikation im Darm im Bereich des Möglichen. Sobald Sie eines oder mehrere dieser Krankheitszeichen entdecken, sollten Sie den Tierarzt benachrichtigen.

    Wie helfen Sie Ihrem Pferd bei einer Kolik?

    Damit sich die Kolikanzeichen nicht verschlimmern, bieten Sie dem Pferd frisches Wasser an. Dadurch besteht die Möglichkeit, Magen und Darm „zu spülen“. Im Abstand von 30 Minuten führen Sie das Tier – soweit es dies zulässt – im Schritttempo. Diese Bewegung fördert die Darmtätigkeit. Durch das regelmäßige Messen von Puls und Atemfrequenz kontrollieren Sie den gesundheitlichen Zustand Ihres Reittiers. Sobald der Tierarzt eintrifft, informieren Sie ihn darüber:

    • was das Tier frisst,
    • wie viel es sich bewegt
    • und welche Symptome es aufweist.

    Anhand dieser Auskünfte und einer umfassenden Untersuchung stellt dieser eine Diagnose. Handelt es sich um eine Kolik beim Pferd, überprüft er deren Ausprägung. Leichte Koliken lassen sich medikamentös behandeln. Leidet das Tier aufgrund einer schweren Magen-Darm-Störung Schmerzen, erhält es zunächst eine Betäubung. Vorwiegend bei einer starken Verstopfung oder einer Darmverlegung empfiehlt der Mediziner einen operativen Eingriff.

     

    ⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster
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