Leishmaniose beim Pferd – Übertragung, Symtome und Therapie

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    Wie und warum entsteht Leishmaniose beim Pferd?

    Die Infektionskrankheit Leishmaniose entsteht durch einen einzelligen Parasiten, Leishmania infantum genannt. Die Leishmanien leben vorrangig in einer bestimmten Mückengattung. Hierbei handelt es sich um die Schmetterlings- oder Sandmücken, in der Fachsprache als Phlebotomus bekannt. Die blutsaugenden Mücken lebten bisher im gesamten Mittelmeerraum.

    Inzwischen treten sie auch in Mitteleuropa, vorrangig im Süden Deutschlands, auf. Die weiblichen Mücken stechen Säugetiere, bevorzugt kommt Leishmaniose bei Hunde und Pferde vor. Sie übertragen dabei die Erreger. Erkrankt ein Pferd an Leishmaniose, zeigen sich charakteristische Symptome, beispielsweise ein schuppender Hautausschlag.

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    Leishmania Bakterien, Copyright: Tyrannosaurus bigstockphoto

    Leishmaniose beim Pferd

    • Die Leishmaniose bei Pferden besteht als Infektionskrankheit, ausgelöst durch den Parasiten Leishmania infantum.
    • Dämmerungs- und nachtaktive Sandmücken übertragen den Erreger auf Säugetiere, vorzugsweise Hunde und Pferde.
    • Bei der Leishmaniose handelt es sich um eine Zoonose, sodass eine Übertragung auf den Menschen stattfinden kann.
    • Typische Anzeichen für die Erkrankung bestehen in einem Ausschlag sowie einem deutlichen Gewichtsverlust der betroffenen Pferde.
    • Vorwiegend Reittiere, die sich während der Dämmerzeit im Freien aufhalten, geraten in eine erhöhte Infektionsgefahr.

    Fieber beim Pferd
    Veterinärmediziner bei der Temperaturkontrolle Copyright: budabar bigstockphoto

    Wie stecken sich Pferde mit Leishmaniose an?

    Die Leishmanien vermehren sich vorwiegend in weiblichen Sandmücken. Diese Mückenart verbreitet sich hauptsächlich südlich des 45. Breitengrads, in der mediterranen Klimazone.

    Das Verbreitungsgebiet der Insekten erweitert sich aufgrund des Klimawandels, sodass sie inzwischen in Mitteleuropa auftreten. Vorrangig im Süden Deutschlands trat bereits die Leishmaniose bei Pferden auf. Alternativ besteht die Möglichkeit, dass Tierbesitzer die Erreger einschleppen.

    Das Risiko eingeschleppter Leishmanien steigt bei Hundebesitzern. Stammt das Haustier aus Spanien oder Italien, trägt es die Erreger oft bereits im Blut. Durch eine Kontaktinfektion erfolgt die Ansteckung anderer Säugetiere, beispielsweise eines Pferds. Zudem handelt es sich bei der Leishmaniose um eine Zoonose.

    Der Fachbegriff steht für eine Krankheit, die von Tieren auf den Menschen übergehen kann. Die Erreger gehören zu den Blutparasiten. Innerhalb eines Organismus siedeln sie sich in den Makrophagen, den Fresszellen, an. Bei Säugern mit einer intakten Immunabwehr bricht die eigentliche Infektion zunächst nicht aus.

    Infiziert sich Dein Pferd mit den Krankheitserregern, bleiben Symptome für längere Zeit aus. Oft zeigen sich erste Anzeichen der Leishmaniose erst mehrere Monate oder Jahre nach der Erstinfektion.

    Hautentzündung
    Sommerekzem beim Pferd, Copyright: gjohnstonphoto bigstockphoto

    Welche Symptome weisen auf die Leishmaniose bei Pferden hin?

    In Süddeutschland treten vermehrt autochthone Fälle der Infektionskrankheit auf. Zu dem Ergebnis kommt die Studie „LEISHMANIA SIAMENSIS als Erreger von autochthoner kutaner Leishmaniose bei Pferden in Deutschland – eine neue Infektionskrankheit in Mitteleuropa?“ Sobald die Krankheit beim Pferd ausbricht, zeigen sich unspezifische Symptome.

    Betroffene Reittiere neigen zu einem unruhigen, nervösen Verhalten. Oft weisen sie eine erhöhte Temperatur, später Abgeschlagenheit und Durchfall auf. Letzterer sorgt vorwiegend bei geschwächten Pferden für eine schnelle Dehydrierung. Des Weiteren verweigern viele Tiere die Futteraufnahme.

    Folglich leiden Pferde mit Leishmaniose unter einem starken Gewichtsverlust. In der Regel treten die Krankheitsanzeichen schubweise auf. In Deutschland lebende Reittiere besitzen in der Regel keine Antikörper gegen die Leishmanien. Bei ihnen hängt die Inkubationszeit von der Stärke der körpereigenen Abwehr an.

    Zudem spielt der gesundheitliche Allgemeinzustand der Pferde eine maßgebliche Rolle. Im Durchschnitt bricht die Infektionskrankheit mehrere Monate nach dem Mückenstich aus.

    Bei älteren und geschwächten Tieren kommt es zu einem schweren Krankheitsverlauf. Bei ihnen entstehen innerhalb kurzer Zeit deutlich sichtbare Symptome. Der Bauch des Pferds schwillt an. Er zeigt sich berührungsempfindlich. Geschwollene Lymphknoten stellen keine Seltenheit dar. Mehrere Wochen nach Ausbruch der Krankheit droht Haarausfall. Zudem bildet sich auf der Gesichtshaut der Reittiere ein schuppender Ausschlag. In der Regel geht dieser nicht mit Juckreiz einher. Die großen Schuppen zeichnen sich durch ihre fettige Konsistenz und die weiße Farbe aus.

    Hauptsächlich schuppt die Haut um die Augen des Pferds und auf dem Nasenrücken. Ohne eine zeitnahe Therapie breitet sich der Ausschlag auf den gesamten Körper des Tiers aus. Des Weiteren entstehen im Verlauf der Krankheit weitere Beschwerden. Zu diesen zählen:

    • Nasenbluten,
    • Durchfall und blutiger Kot,
    • Wucherungen am Huf.

    Behandlung der Leishmaniose bei Pferden

    Erkennst Du die ersten Symptome einer Leishmaniose bei Deinem Reittier, solltest Du den Tierarzt konsultieren. Die Krankheit belastet den Kreislauf des Pferds, sodass sich ohne Behandlung die Beschwerden verschlimmern.

    Schlimmstenfalls führt die Infektionskrankheit zum Tod. Ein infiziertes Pferd erweist sich als Ansteckungsherd, sodass eine Infektionsgefahr für andere Pferde und den Menschen besteht.

    Pferde impfen lassen
    Keine Impfungen möglich – Copyright: vchal bigstockphoto

    Die Leishmaniose diagnostizieren und behandeln

    Vermutet der Tierarzt bei Deinem Pferd eine Leishmaniose, nimmt er zunächst eine körperliche Untersuchung vor. Bei der Kontrolle sieht er sich die Haut- und Haarbeschaffenheit des Reittiers an.

    Weiterhin begutachtet er die Lymphknoten. Im frühen Stadium der Infektionskrankheit weisen viele Pferde keinen Hautausschlag auf. Um die Diagnose zu bestätigen, empfiehlt der Veterinär daher eine Gewebs- und Blutuntersuchung. Anhand der Blutprobe erkennt der Mediziner auch eine stumme Infektion.

    Herrscht Unsicherheit über die Parasiten im Organismus, schafft ein Erregernachweis Abhilfe. Zu dem Zweck entnimmt der Tierarzt Deinem Pferd Blut. Unter dem Mikroskop gelingt es, die enthaltenen Leishmanien sichtbar zu machen. Um das Reittier zu therapieren, eignet sich zunächst eine symptomatische Behandlung. Entsprechende Medikamente lindern die Krankheitszeichen. Bei vielen Reittieren erfolgt die Gabe der Arzneien für den Rest ihres Lebens, um eine Reinfektion zu verhindern. Eine vollständige Heilung der Leishmaniose liegt in vielen Fällen außerhalb des Möglichen.

    Der Grund besteht in dem hohen Rückfallrisiko. Vorwiegend hängt der Behandlungserfolg vom Gesundheitszustand des Reittiers ab. Weist dieses eine starke Immunabwehr auf, bildet es eine hohe Antikörperzahl gegen die Leishmanien. Kommt es nicht zur Therapie der Leishmaniose, führt die Infektionskrankheit bei über 90 Prozent der Pferde zum Tod.

    Häufig sterben die Tiere bereits wenige Monate nach Ausbruch der ersten Symptome. Die Krankheit zieht die inneren Organe, beispielsweise die Nieren, in Mitleidenschaft. Daher erhöht sich das Risiko einer Niereninsuffizienz.

    Was gibt es bei der Leishmaniose zu beachten?

    Bisher galt die Leishmaniose als Tropenkrankheit, da die Sandmücken vorwiegend in mediterranen Gefilden vorkamen. Durch die globale Erwärmung vergrößert sich deren Verbreitungsgebiet. Dadurch steigt das Risiko, dass die Leishmaniose bei Pferden in Deutschland auftritt.

    Bisher gibt es keinen Impfstoff gegen die Erreger. Hauptsächlich bei Reittieren, die sich während der Dämmerung auf der Weide aufhalten, droht ein hohes Infektionsrisiko. Gleiches gilt für Pferde, die mit infizierten Tieren in Kontakt kommen.

    Quellen:

    https://d-nb.info/1114400548/34

    ⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster, Redaktion
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