Pferde gehören zu den Steppen- und Lauftieren. Ständiger Auslauf gehört zur Natur der Tiere. Domestizierte Pferde haben wie ihre wild lebenden Vorfahren einen ausgeprägten Bewegungsdrang, den es zu befriedigen gilt. Damit ein Pferd psychisch und physisch fit bleibt, gehört Bewegung zum täglichen Programm.

Auslauf und Bewegung für dein Pferd

Die Dauer und Qualität der Bewegung des Pferdes ist relevant

Kennst Du den Bewegungsdrang Deines Pferdes? Bis zu 16 Stunden pro Tag gehören an Auslauf zur artgerechten Haltung eines Pferdes. Wenige Pferdehalter sind in der Lage, dies täglich umzusetzen.

Die Fachliteratur sagt, dass ein Pferd pro Tag zwischen sechs und 30 Kilometer läuft. Aussagekräftig zeigen sich diese Zahlen nicht. Es kommt darauf an, in welcher Qualität die Beschäftigung und der Auslauf das Pferd fordern.

Ausgewogenen Auslauf und Kopfarbeit benötigen die Tiere, um bis ins hohe Alter leistungsfähig zu sein. Gute Beispiele zeigen die Wiener Hofreitschule und die Zirkusarbeit. Während der Vorstellungen beweisen die Tiere ihr Können. Im Anschluss stehen sie in ihren Boxen. Dennoch erkennst Du die Ausgeglichenheit und Ruhe der Tiere, wenn sie in ihren Stallungen stehen. Die Tiertrainer fordern sie beim Training und den Vorstellungen, was die Ausgeglichenheit ausmacht.

Wichtig: Bei Freizeitreitern gehört der tägliche Auslauf zur tiergerechten Haltung!

Mehrstündige Bewegung jeden Tag gewährleisten

Die BMEL-Leitlinien besagen, ein Pferd benötige täglich einen mehrstündigen Auslauf. Dies bedeutet, dass die Tiere jeden Tag zwei Stunden Bewegung brauchen.

Hat Dein Pferd freien Auslauf, lösen sich Verspannungen. Überschüssige Energie laufen die Pferde weg und entspannte Schrittfolgen sorgen für die idealen Bewegungsabläufe.

Den Bewegungsbedarf decken Reiter am besten auf diese Weise:

  • das Pferd täglich eine Stunde in den Auslauf bringen (Minimum!)
  • täglich 60 bis 90 Minuten und noch einmal 30 bis 60 Minuten das Pferd im Schritt laufen lassen
  • 20-minütige Aufwärmphasen
  • abwechslungsreiches Training
  • das Tier an der Hand grasen lassen
  • die Weide, Koppel oder den Laufstall mit weiten Entfernungen zwischen Tränke und Futterplatz versehen

Beim freien Auslauf den Boden gut bedecken

Einen trittsicheren und rutschfesten Boden im Auslauf gewährleistest Du, indem Du den Auslauf mit künstlichem Bodenaufbau auslegst. Dieser besteht aus einer Tragschicht mit Drainage und einer Trenn- und Tretschicht.

Lasse Dein Pferd nicht über einen längeren Zeitraum im Matsch auslaufen. Krankheiten, wie Strahlfäule und Mauke, entstehen bei den sensiblen Tieren schnell.

Wie viel Auslauf benötigt mein Pferd im Winter?

Im Winter gilt das Gleiche, wie im Sommer: Verschaffe Deinem Pferd genügend Bewegung mit einem Minimum von zwei Stunden pro Tag. Bewege Dein Pferd im Winter langsam, damit es sich aufwärmt. Im Anschluss steht einem Spaziergang durch den verschneiten Winterwald nichts im Wege. Gegen einen Ausritt bei schönem Winterwetter mit Deinem Pferd spricht nichts. Bei schlechter Witterung eignet sich sandiger Untergrund für einen kleinen Spaziergang mit Deinem Pferd.

Zu wenig Bewegung – die Führanlage hilft

Kennst Du Pferdeführanlagen aus größeren Ställen oder Zirkusbetrieben? Diese eignen sich für zwischendurch. Die Pferde stehen in den meisten Fällen zu dritt in einer Führanlage. Sie laufen im Schritttempo ihre Runden. Trenngitter sorgen für den idealen Abstand zwischen den Tieren.

Die Pferdeführanlagen oder mobilen Führanlagen ersetzen den Freilauf Deines Pferdes nicht! Sie sorgen für Bewegung, wenn Du keine Zeit hast, Dein Pferd ausreichend laufen zu lassen. Eine solche Anlage eignet sich nicht für den täglichen Gebrauch.

Welche Folgen hat der Bewegungsmangel für das Pferd?

An Pferden ohne ausreichenden Auslauf über einen längeren Zeitraum bemerkst Du Verhaltensauffälligkeiten, wie:

  • Übermut,
  • Angriffslustigkeit,
  • Weben,
  • Boxenlaufen.

Körperlich zeigt sich der Mangel an Bewegung an Verspannungen und dem Abbau der Kondition. Die Gelenke der Tiere halten keinen ruckartigen Bewegungen stand. Muskelschmerzen sind vorprogrammiert.

Daneben äußert sich der Auslaufmangel über Aggressionen, Unlust und Apathie. In schweren Fällen erleidet das Pferd eine Hufrollenentzündung oder Hufrehe. Viele Pferde erhalten trotz des Bewegungsmangels weiterhin die gewohnte Futterration. Dies führt zu Übergewicht, welches die Gelenke und Knochen stark beansprucht.

 

Mario Förster
Als Autor und Herausgeber von Tierischehelden.de helfe ich dir dein Haustier noch besser zu verstehen. Ich bin seit meiner Kindheit ein großer Tierliebhaber und teile meine Erfahrungen aus über 12 Jahren Hundehaltung und Katzenhaltung. Alle Artikel sind durch Fachexperten, Züchter oder Tiermediziner fachlich geprüft.