Chamaeleo calytratus Steckbrief, Haltung und Besonderheiten

Lateinisch heißt das Jemenchamäleon Chamaeleo calytratus und hat seine Heimat auf der südlichen arabischen Halbinsel. Die Züchter in Europa konnten innerhalb dieser Chamäleon-Art zahlreiche Erfolge erzielen, dennoch stellen sich hohe Anforderungen an die Haltung eines Jemenchamäleons. Hast du noch gar keine Erfahrung mit dieser Art? Dann solltest du den folgenden Artikel lesen.

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Jemenchamäleon Steckbrief

Namen Jemenchamäleon, Chamaeleo calytratus
Größe 30-40 cm
Lebenserwartung 5 bis 7 Jahre
Herkunft Hochebenen Jemens und Saudi-Arabiens
Terrarium Spotstrahler, hoher UV-Anteil und Gazeterrarium
Besonderheiten Weibchen legen auch unbefruchtet Eier, Bodentiefe mindestens 20 cm
Haltung Ausreichend Lüftungsflächen einbauen
Eiablage Bodentiefe von mindestens 10 cm für die Eier
Luftfeuchtigkeit tagsüber 60 bis 70 Prozent und nachts 90 Prozent
Krankheiten Augenerkrankungen, Ohreninfektionen,
Temperatur punktuell 40 Grad, an anderen Stellen 25 bis 28 Grad
Futter Heimchen, Grillen, Schaben, Heuschrecken
Jemenchamäleon, Chamaeleo calytratus
Jemenchamäleon, Chamaeleo calytratus, Copyright: davemhuntphotography bigstockphoto

Haltung eines Jemenchamäleons

Wer ein Jemenchamäleon halten möchte, muss sich mit dem Artenschutzgesetz befassen. Die Tiere sind nämlich meldepflichtig. Du brauchst für die Haltung einen Herkunftsnachweis.

Im Sommer kannst du ein Jemenchamäleon draußen in einem speziellen Gazeterrarium halten. Die natürliche Sonneneinstrahlung vitalisiert die Reptilien.  Sorge für ausreichend Luftfeuchtigkeit und die passende Temperatur im Terrarium.

Leider tauchen in der Zucht immer wieder Jemenchamäleons mit pigmentfreien Körperbereichen auf. Es ist von so genannten Translucent oder Piebald Tieren die Rede, die keinen ausreichenden UV-Schutz mitbringen. Eine Zucht dieser Tiere ist unerwünscht und wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft als Qualzucht bezeichnet.

Jemenchamäleon, Chamaeleo calytratus
Jemenchamäleon, Chamaeleo calytratus Copyright: alexskp bigstockphoto

Terrarium für ein Jemenchamäleon

Du solltest für dein Jemenchamäleon ein Terrarium mit einer Größe von 120 × 70 × 120 cm einrichten. Diese Chamäleon-Art benötigt unbedingt ein Temperaturgefälle, um ihre ideale Körpertemperatur zu halten. Schaffe dafür einen hellen Sonnenplatz und eine eher kühlere Schattenzone. Für eine optimale Grundbeleuchtung sorgst du mithilfe von Leuchtstoffröhren, die 10 bis 14 Stunden am Tag leuchten.

Du solltest bedenken: Dein Jemenchamäleon ist ein Sonnenanbeter und braucht eine relativ hohe Lichtintensität. Die meisten Leuchtmittel geben vergleichsweise wenig UV-Strahlung ab und müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Das Jemenchamäleon darf niemals an die Beleuchtung herankommen. Sie sollte die Leuchten durch einen Gitterkorb sichern, da andernfalls akute Verbrennungsgefahr besteht.

Integriere in das Terrarium eine großzügige Belüftungsfläche, um für die notwendige Frischluftzufuhr zu sorgen. Sie sollte bestenfalls die gesamte Oberseite und eine Seitenwand einnehmen. Wenn du das Terrarium zum ersten Mal besprühst, sollte es innerhalb der nächsten 2 Stunden abtrocknen. Staunässe ist schädlich für die Reptilien.

Jemenchamäleon, Chamaeleo calytratus
Jemenchamäleon, Chamaeleo calytratus Copyright: Boris15, bigstockphoto

Die Wände, die nicht zur Belüftung dienen, verkleidest du am besten mit einem korkähnlichen Material. Integriere Klettermöglichkeiten aus

  • Ästen,
  • Lianen oder
  • Wurzeln und

entscheide dich für eine unterschiedliche Dicke des Materials. Bedecken Sie den Boden mit einem saugstarken Bodengrund. Sand ist für ein Chamäleon aber ungeeignet. Über eine Bepflanzung mit robusten Pflanzen sorgst du für Abwechslung und gibst deinem Jemenchamäleon ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Zugleich steigt die Luftfeuchtigkeit durch die Bepflanzung gleichmäßiger.

Hast du ein Weibchen? Dann muss der Bodengrund an einer Stelle auf mindestens 20 cm kommen. Auch unverpaarte Tiere legen Eier. Fehlt der Eierablageplatz, kann es zu einer lebensbedrohlichen Legenot kommen.  Von daher raten Reptilienexperten Anfängern, sich lieber erst einmal ein Männchen zuzulegen.

Jemenchamäleon, Chamaeleo calytratus
Jemenchamäleon, Chamaeleo calytratus Copyright: Real_Moment bigstockphoto

Die Temperatur im Terrarium

Du benötigst einen relativ leistungsstarken Wärmestrahler, der mit UV-Bestandteilen arbeitet. Dafür eignet sich zum Beispiel eine Metalldampflampe, denn sie erreicht eine stärkere Helligkeit und eine Wärme von bis zu 40 °C. Es ist wichtig, dass nicht das gesamte Terrarium diese Temperaturen aufweist. In anderen Bereichen sollten 25-28 °C vorherrschen. Nachts sinken die Temperaturen auf 20 °C.

Die Luftfeuchtigkeit im Terrarium

Die optimale Luftfeuchtigkeit für ein Jemenchamäleon liegt bei 60-70 %. Nachts sollte sie auf 90 % steigen. Dafür besprühst du das Terrarium lauwarmem Wasser oder installierst eine professionelle Beregnungsanlage. Halte den Bodengrund leicht feucht und achte darauf, dass er nicht zu nass wird. Nutze für die Überprüfung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ein spezielles Thermo- und Hygrometer, das es im Reptilien und Terrarium-Bedarf gibt.

Die Lebenserwartung des Jemenchamäleons

Schon beim Schlupf haben die kleinen männlichen Jungtiere an ihren Hinterfüßen einen Sporn. Die Männchen sind deutlich größer als die Weibchen. Zugleich erkennen Sie das Männchen an der verdeckten Schwanzwurzel und einem deutlich großen Helm direkt am Hinterkopf.

Auch die Farben fallen leuchtender und prächtiger aus als es bei den weiblichen Jemenchamäleons der Fall ist. Diese Art gehört zu den Reptilien, die ein höheres Alter erreichen von 5-7 Jahren. Das solltest du bei der Anschaffung bedenken. Du übernimmst die Verantwortung für eine anspruchsvolle Tierart, die nichts für Anfänger ist.

Jemenchamäleon Besonderheiten

Es handelt sich um tagaktive Tiere, die als Einzelgänger unterwegs sind. Leben mehrere Tiere zusammen, setzen sie sich unter Druck, was wiederum Stress erzeugt. Die Kriechtiere können sich offene Feindseligkeiten zeigen, worunter jedes einzelne Jemenchamäleon leidet. Das belastet ihr Leben und kann es deutlich verkürzen. Die Tiere können unter Krankheiten leiden. Das Jemenchamäleon lebt also am liebsten allein.

Jemenchamäleon Ernährung

Ein Jemenchamäleon bekommt fast nur tierisches Futter. Sie fressen besonders gern lebende Insekten, wie zum Beispiel

  • Heimchen
  • Grillen
  • Schaben
  • Heuschrecken

Vor der Fütterung werden die Insekten mit einem Mineralstoffpräparat betäubt. Das soll Mangelerscheinungen entgegenwirken. Hältst du ein junges Jemenchamäleon? Dann solltest du die Futtermenge höher dosieren und vor allen Dingen für eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und UVB-Licht sorgen. Eher sparsam fütterst du Wachsmotten, Mehlwürmer oder Zophobas, denn darin ist ein zum Teil hoher Fettgehalt enthalten.

Auch wenn du es schon in einigen Videos gesehen hast, solltest du das Jemenchamäleon möglichst nicht mit einer Pinzette füttern. Das Reptil schießt seine Nahrung mit der Zunge. Trifft es dabei die Spitze der Pinzette, kann es sich schnell verletzen. Einigen Tieren kannst du noch etwas Obst oder Blätter, wie zum Beispiel Salat und Löwenzahn, geben. Achte darauf, dass ausreichend Wasser im Terrarium steht. Die meisten Jemenchamäleons trinken nicht gern stehendes Wasser. Sie ziehen fließendes Wasser vor. Von daher solltest du eine Tropftränke im Terrarium installieren oder dem Reptil jeden Tag etwas Wasser aus einer Pipette anbieten.

Jemenchamäleon Pflege und Gesundheitskontrolle

Kontrolliere jeden Tag den Gesundheitszustand deines Jemenchamäleons. Haben die Tiere eine dunkle oder sehr blasse Farbe, ist irgendetwas nicht in Ordnung.

Gesundheitsprobleme erkennst du unter anderem an den folgenden Anzeichen:

  • Eingefallene Augen
  • Hautveränderungen
  • Knochenerweichung
  • Abmagerung

Je auffälliger die Gesundheitsprobleme werden, desto dringlicher ist der Tierarztbesuch. Ohnehin solltest du den Kot deines Jemenchamäleons mindestens einmal im Jahr vom Tierarzt untersuchen lassen. Häufig sind die Tiere von Endoparasiten betroffen, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden.

Aber auch Salmonellen gehören zu den Gefahren für die Darmflora. Die Salmonellen sind im Vergleich zu den Endoparasiten relativ harmlos für die Tiere. Sie können aber dem Menschen gefährlich werden. Von daher solltest du dir jedes Mal gründlich die Hände waschen, wenn du Kontakt mit deinem Jemenchamäleon hattest und so eine potentielle Ansteckung vermeiden.

Eingewöhnung und Umgang mit einem Jemenchamäleon

Zieht dein Jemenchamäleon bei dir zuhause ein, solltest du für so viel Ruhe wie möglich sorgen. Die Tiere brauchen Zeit, um sich an ihre Umgebung zu gewöhnen. An dieser Stelle müssen wir nicht noch einmal erwähnen, dass Reptilien keine Streicheltiere sind. Es handelt sich um Beobachtungsstiere. Das bedeutet aber nicht, dass einzelne Jemenchamäleons nicht zutraulich werden.

Wenn es sein muss, kannst du ein Jemenchamäleon mit einem Gefäß oder mit einem Kescher vorsichtig fangen. Das sollte nur bei den Jungtieren notwendig sein. Ist das Reptil groß genug, greifst du mit der Hand danach. Halte niemals eine Echse an ihrem Schwanz fest! Gehe ruhig und besonnen vor. Du solltest dir der Gefahr bewusst sein, dass die großen Chamäleons recht kräftig zubeißen können.