Gesundheit

Scheinträchtigkeit bei der Hündin vorbeugen

Wirksam dauerhaft der Scheinschwangerschaft bei der Hündin entgegenwirken?

Leider neigen viele Hündinnen zur Scheinträchtigkeit, was nicht nur Herrchen und Frauchen in den Wahnsinn treibt, sondern auf Dauer eine echte Gefahr für die Hündin darstellt. Wie Sie einer Scheinträchtigkeit bei der Hündin vorbeugen oder diese überhaupt erkennen, erfahren Sie in diesem Beitrag. Wir haben Tipps dabei, wie Sie der Scheinträchtigkeit von Anfang an entgegenwirken und eine gesundheitliche Gefährdung ausschließen.

Scheinträchtigkeit bei der Hündin vorbeugen

Scheinträchtigkeit bei der Hündin vorbeugen? Urheber: thisislover / 123RF.com

 

Was ist unter einer Scheinträchtigkeit bei der Hündin zu verstehen?

Wie es der Name schon sagt, haben wir es bei der Scheinträchtigkeit mit einer eingebildeten Mutterschaft zu tun. Es kommt zu diesem hormonellen Durcheinander ca. 4-9 Wochen nach der letzten Läufigkeit. Zu diesem Zeitpunkt würde eine tragende Hündin bald ihre Welpen gebären. In der Folge bildet sich das Gesäuge aus. In einigen Fällen kommt es sogar zum Milcheinschuss.

  • Die Hündin beginnt mit dem typischen Nestbauverhalten,
  • sammelt ihr Spielzeug und
  • ihre Utensilien in ihrem Versteck.
  • In einigen äußerst seltenen, aber intensiven Fällen bildet die Hündin einen ausgeprägten Schutzinstinkt aus und reagiert sogar gegenüber dem Besitzer äußerst aggressiv. Zudem leidet sie unter Appetitlosigkeit.

 

An dieser Stelle müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass sich Ihr Hund von Ihnen entfernt. Es handelt sich bei diesem Verhalten um ein genetisches Überbleibsel aus dem Wolfsrudel. Auch im Wolfsrudel war es die Leithündin, die Welpen geworfen und für den notwendigen Nachwuchs für das Rudel gesorgt hat. Die Ausprägung genetisch bedingten Verhaltens wird über die Hirnanhangdrüse des Hundes gesteuert, denn hier wird ein Hormon produziert, das vergleichbare Muttergefühle hervorruft. Die Eierstöcke haben mit der Phase der Scheinträchtigkeit gar nichts zu tun!

 

Ist eine Scheinträchtigkeit bei der Hündin lebensgefährlich?

Im Prinzip bildet der Prozess der Scheinträchtigkeit keinerlei körperliche Gefahr für die Hündin aus. Einige Hunde neigen zum schlechten Fressen. Dies geht mit einem Mangel des Ernährungszustandes einher. Zu bleibenden Schäden kommt es im Zusammenhang mit dieser Begleiterscheinung jedoch nicht. Frisst Ihr Hund von Hause aus schlecht und befindet sich in dem Zustand der Scheinträchtigkeit, sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Tierarzt halten und gegebenenfalls die notwendige Maßnahmen einleiten.

Gleiches gilt auch bei äußerst aggressiven Hündinnen, da kann diese Verhaltensweise auch schnell zum familiären Problem und gefährlicheren Unfälle führen.

Die eigentliche Gefahr der Scheinträchtigkeit bei der Hündin ist schleichend und geht mit dem erhöhten Risiko für bösartigen Milchdrüsen-Krebs und Brustkrebs einher. Es kommt immer wieder zu einer verstärkten Durchblutung des Gesäuges. Dadurch wird auch die Entstehung von Krebszellen angeregt. Darüber hinaus kann es auch zu einer Verbreitung der Gebärmutter kommen sowie zu einer Ausbildung von Eierstockzysten, die das gesamte Immunsystem irreparabel schädigen.

 

Was tun bei Scheinträchtigkeit bei der Hündin?

In äußerst leichten Fällen sind schon erste Erfolge zu verzeichnen, wenn Sie die eingebildeten Welpen, sprich Kuscheltiere und Spielzeuge, aus dem Nest entfernen. Außerdem sollten Sie der Hündin ausreichend Bewegung und Abwechslung zukommen lassen, um sie immer wieder von dem Zustand der Scheinträchtigkeit abzulenken. Angeschwollene Gesäuge-Komplexe können mithilfe von kühlenden Packungen und Umschlägen gekühlt werden. Setzen Sie diese zwei bis dreimal am Tag an.

 

Vorsicht: Sie sollten feuchtkalte Kompressen entfernen, wenn sie sich erwärmen. In diesem Zustand wird sie nämlich die Durchblutung anregen.

 

Was tun bei schweren Fällen: Scheinträchtigkeit bei der Hündin?

Handelt es sich bei Ihrer Hündin um einen schweren Fall, kommen Sie um den Tierarztbesuch nicht herum. Der Tierarzt wird das Gegenhormon – in flüssiger Form oder in Futterzusätzen – verschreiben, um der weiteren Produktion von Mutterschaftshormonen entgegenzuwirken. Zumeist reicht eine Behandlung von 5-7 Tagen mit diesem Gegenhormon, um einer Scheinträchtigkeit bei der Hündin vorzubeugen. Hormone, die zum Beispiel auf die Eierstöcke wirken – wie Hormonspritzen oder Tabletten – sind nicht geeignet, da die Eierstöcke von der Scheinträchtigkeit vollkommen unberührt bleiben.

 

So können Sie einer Scheinträchtigkeit bei der Hündin vorbeugen

Im Prinzip wird eine Hündin nur dann scheinschwanger, wenn sie läufig war. Verhindern Sie die Läufigkeit, kann auch die Scheinschwangerschaft umgangen werden. Zum einen ist dies möglich über hormonelle Unterdrückung. Diese Therapie ist unter Tierärzten umstritten. Da es sich bei diesem Vorgehen um eine nicht zu unterschätzende Belastung Ihrer Hündin handelt, sollten Sie Hormone nur einsetzen, wenn es sich um einen Härtefall einer wiederholten Scheinträchtigkeit handelt. In diesem Zusammenhang steigt auch die Gefahr bösartiger Tumore direkt am Gesäuge oder das Risiko einer lebensgefährlichen Gebärmuttervereiterung, die eine echte Gefahr für das Leben Ihrer Hündin ist.

 

weiterführenden Information:

http://www.tierarztpraxis-neuwulmstorf.de/lfalsa.html

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