Blut bei Tieren – Aufgaben und Zusammensetzung

Wissenswertes zum Blut beim Hund, Katze und Pferd

Blut ist eine Körperflüssigkeit und gilt als flüssiges Organ, als Transportsystem versorgt Blut bei Hunden und Katzen alle Zellen im Körper mit Sauerstoff, Hormonen und Nährstoffen. Die rote Flüssigkeit Blut besteht Blut besteht aus verschiedenen Blutzellen und Blutplasma. Wir erkären die Aufgaben und Zusammensetzung von Blut bei Tieren und zeigen wie wichtig Blut für die Gesundheit deines Tieres ist.

Organ Blut / Bestandteile und Aufgaben bei TierenBlut bei Tieren, das „flüssige Organ“

Tatsächlich bezeichnen Humanmediziner und Veterinäre das Blutsystem als eigenständiges Organ, auch wenn es streng genommen keine Form im eigentlichen Sinne des Begriffs hat. Doch es zirkuliert ab dem Beginn des Lebens bis zum Tod durch Venen und Arterien. Ohne dieses „flüssige Organ“ ist kein menschliches oder tierisches Leben möglich.

Hämatopoese Bllutbildung bei Tieren

Die Hämatopoese: neue Blutzellen entstehen

Obwohl es das gesamte Leben ohne Pause durch die Gefäße fließt, handelt es sich dabei nicht zeitlebens um dieselben Zellen und Bestandteile. Sie werden beständig erneuert, um aufgebrauchte Stoffe und gealterte Zellkörper zu ersetzen. Der Fachbegriff für die Blutbildung lautet Hämatopoese.

Im Knochenmark der Säugetiere befinden sich Stammzellen, die auf den Befehl hin eine Entwicklung zu allen Zelltypen durchlaufen können. Hier entstehen neue Erythrozyten und Thrombozyten und werden nach ihrer Reifung ins Blutsystem abgegeben.

Auch Thrombozyten entstehen im Knochenmark, besitzen jedoch eine Sonderstellung, da die Blutplättchen im strengen Sinne keine vollständigen Zellen darstellen. Sie entstehen aus Abschnürungen.

Blutmenge bei Hund und Katze

Während der Mensch je nach Alter, Geschlecht und Größe bis zu acht Liter Blut in sich trägt, fällt die Menge bei den tierischen Begleitern sehr viel geringer aus. Bei ihnen ist es einfacher, die Menge in Milliliter pro Kilogramm anzugeben.

„Oft arbeiten Tierärzte auch mit der Faustregel von sieben Prozent des gesamten Körpervolumen.“

Katzen und Kater haben demnach circa 350 Milliliter bei einem Durchschnittsgewicht von fünf Kilogramm. Weibliche Tiere wiegen meist etwas weniger, männliche Tiere mehr und große Rassen wie die Norwegische Waldkatze bringen schnell bis zu sieben (weiblich) und neun (männlich) Kilogramm auf die Waage. Entsprechend wird die Blutmenge kleiner oder größer ausfallen.

Durch den Körper eines Hundes zirkuliert entsprechend ebenfalls weniger als beim Menschen. Wird die Faustregel hier angewandt, wären es für ein ausgewachsenes Tier von beispielsweise 20 Kilogramm Körpergewicht rund 1,4 Liter.

Bestandteile des Blutes

Es besteht grob gesehen aus zwei Dingen: flüssigem Plasma und den festen Blutzellen.

1. Blutplasma

Das Blutplasma ist flüssig, da es zum Großteil aus Wasser und den darin gelösten Stoffen besteht. Sowohl Nährstoffe und Vitamine als auch Elektrolyte bewegen sich frei durch das Plasma. Hinzukommen Hormone, die als Botenstoffe wichtige Informationen transportieren.

Im Plasma sind jedoch auch Abfallprodukte enthalten, allen voran die Harnsäure. Von großer Bedeutung sind zudem mehrere Proteingruppen. Die Eiweiße werden je nach Aufgabe beispielsweise zu den Antikörpern oder zu den Gerinnungsfaktoren gezählt.

2. Blutzellen

Diese Bestandteile sind als Zellkörperchen fester Natur. Es gibt drei Formen: Blutplättchen (Thrombozyten) weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und rote Blutkörperchen (Erythrozyten).

An dieser Stelle wichtig zu erwähnen: das Hämoglobin. Der rote Blutfarbstoff macht nicht nur die charakteristische Färbung der roten Blutkörperchen aus, er ermöglicht es dem Sauerstoff aus der Lunge, sich an die Erythrozyten zu binden. Ohne Hämoglobin käme das Blutsystem seiner zentralen Aufgabe nicht nach.

Blut Bestandteile Hund KatzeWichtigste Aufgabe des Blutes: Nährstoff- und Sauerstoffversorgung

Das Blutsystem ist zu vergleichen mit einer Autobahn, die alle Punkte erreichbar macht und sie so untereinander verbindet. Der mit den roten Blutkörperchen transportierte Sauerstoff kann zu allen Organe gelangen und sie so mit der lebensnotwendigen Substanz versorgen. Auch alle Nährstoffe, Vitamine sowie Hormone erreichen die Organe auf diese Weise.

Blutbestandteile bei Tieren

1. Immunabwehr

Die Antikörper gelangen gelöst im Blutplasma ebenfalls gezielt zu den Organen, in denen sie benötigt werden; etwa in die Lunge, wenn gerade eine schwere Erkältung das Tier belastet. Auch die Leukozyten sind essentieller Bestandteil der Abwehrkräfte. Daher ist ein gesunder Blutfluss für ein intaktes Immunsystem zwingend notwendig.

2. Transport von Abfallprodukten

Ebenso wie alle Bereiche mit benötigten Stoffen versorgt werden, übernimmt das Blutsystem auch den Abtransport von Abfallprodukten. So werden verbrauchte Zellen und Stoffe sowie Toxine zu ihren Abbauorten gebracht. Dazu zählen die Milz und Leber, die Nieren sowie Lunge und Haut.

3. Regulation der Körpertemperatur

Bei den Funktionen häufig vergessen, wird die Wärmeabgabe. Blutgefäße können sich weiten oder auch verengen. Auf diese Weise können Säugetiere die Abgabe oder Speicherung der Körpertemperatur bis zu einem gewissen Grad regulieren.

4. Balance des pH-Wertes

Sowohl beim Hund als auch bei der Katze sollte der Säuregrad im Körper bei circa 7,4 liegen. Das Blutsystem hilft dabei, den Säure-Base-Haushalt auszugleichen, damit das Tier nicht zu basisch wird, beziehungsweise übersäuert.

Blutgerinnsel

5. Wundverschluss

Kommt es zu Kratz- oder Bisswunden im Kampf oder widerfährt dem Tier ein Unfall, werden bei Gefäßverletzung die Thrombozyten aktiv. Binnen kürzester Zeit schließen sich tausende Blutplättchen zu einem Netz zusammen und verschließen das Gewebe. Dies geschieht auch bei inneren Verletzungen.

Blutgerinnung bei Tieren

Abbau überalterter Blutzellen

Flüssige Blutbestandteile verbrauchen sich mit der Zeit, indem sie an ihrem Bestimmungsort angereichert werden. Doch auch die Blutkörperchen bewegen sich nicht dauerhaft durch die Gefäße, denn sie altern wie alle Körperzellen.

Erythrozyten besitzen je nach Hunde- oder Katzenrasse eine Lebensdauer von 120 beziehungsweise 70 Tagen. Danach wandern die überalterten Zellen in die Milz und werden dort abgebaut. Unterstützt wird die Milz bei ihrer Arbeit sowohl von der Leber als auch von der Lunge.

Auch die Leukozyten und Thrombozyten wandern am Ende ihrer Lebensspanne in jene Abbauorgane. Die Lebensspanne der Blutbestandteile kann je nach Bedarf des Immunsystems und der Wundversorgung sehr unterschiedlich ausfallen. Leukozyten werden meist zwischen einer und zwei Wochen alt, während Leukozyten im Krankheitsfall nach wenigen Tagen oder bei gesunden Tieren nach mehreren Monaten ihren Lebenszyklus beenden.

Quellen und Links

⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster, Redaktion
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