Gewinnung, Aufgaben und Funktion

Entnimmt der Tierarzt eine Blutprobe zur weiteren Blutuntersuchung wird aus dem Vollblut → Blutplasma Blutserum hergestellt. Blutwerte werden zur Diagnose von Krankheiten, aber auch bei bekannten Hormonleiden notwendig. Nach der Entnahme hat der Veterinär verschiedene Möglichkeiten der Analyse, unter anderem kann er das Blutplasma untersuchen.

Blut Bestandteile Hund Katze

Blutuntersuchungen bei Hund, Katze und Pferd:

  • Kleines Blutbild: untersucht werden Leukozyten, Erythrozyten, Thrombozyten, Hämoglobin, Hämatrokrit, MCH, MCHC, MVC
  • Differentialblutbild: zählt die Unterarten der Leukozyten: segmentkernige, stabkernige, eosinophile und basophile Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten
  • Großes Blutbild: verbindet das kleine Blutbild und das Differentialblutbild

weiterhin sind folgende Messungen von Werten der Enzyme oder Untersuchungen im Blutserum möglich: Geriatrieprofil, Nierenwerte, Leberwerte

Blutplasma bei der Blutuntersuchung bei Hund, Katze, Pferd

Was ist Blutplasma bei Blutuntersuchung bei Haustieren?

Blutplasma enthält nur flüssige Blutbestandteile und die Gerinnungsfaktoren. Weiße und rote Blutkörperchen fehlen.

Die Blutprobe wird vom Tierarzt unterschiedlich behandelt und zwar in Abhängigkeit davon, was er darin untersuchen möchte. Nimmt man das Blut in seiner Gesamtheit, besteht es übergeordnet betrachtet aus zwei Gruppen:

1. einem zellulären Anteil

Hierzu zählen die Erythrozyten (roten Blutkörper), die Leukozyten (weißen Blutkörper) und die Thrombozyten (Blutplättchen) für die Blutgerinnung. Sie werden gemeinsam auch als Bluttzellen bezeichnet und sind „fest“.

2. einem nicht-zellulären Anteil

Die übrigen Stoffe liegen alle in flüssiger Form vor. Dazu gehören sämtliche Hormone im Blut, aber auch diverse Eiweiße, Blutfett (Cholesterin) und Elektrolyte. Elektrolyte bilden eine große Untergruppe und vereinen in sich Stoffe wie Kalzium, Kalium und Magnesium.

Was ist Blutplasma in Abgrenzung zum Blutserum?

Wird aus einer Blutprobe nur das Serum benötigt, kommt es in eine Zentrifuge und wird so schnell gedreht, dass sich der zelluläre Anteil zum sogenannten Blutkuchen verdichtet. Zur Analyse übrig bleibt nur die Flüssigkeit samt Hormonen, Elektrolyte und co.

Der Vorgang sorgt aber dafür, dass alle Gerinnungsfaktoren aus dem Blut verbraucht werden, um diesen Blutkuchen herzustellen.
Möchte ein Humanmediziner oder ein Veterinär das Blut jedoch nicht nur auf flüssige Stoffe, sondern auch auf Gerinnungsfaktoren hin untersuchen, muss er das Plasma verwenden.

„Das Blutplasma ist die Flüssigkeit, die zwar alle Blutkörperchen aus dem Blut entfernt, jedoch nicht die Gerinnungsfaktoren.“

Wie wird Blutplasma gewonnen?

Damit das Plasma untersucht werden kann, kommt es nicht sofort in eine Zentrifuge. Stattdessen werden im Labor Antigerinnungsmittel in die Probe gegeben. Erst dann erfolgt das Zentrifugieren, bei dem die Blutkörperchen als feste Bestandteile ausgefiltert werden. Die Gerinnungsfaktoren werden dafür jedoch nicht verbraucht und bleiben daher übrig.

Man könnte daher die einfache Formel aufstellen: Plasma ist das Serum, allerdings plus Gerinnungsfaktoren.

Zentrifuge im Labor, Veterinärlabor - zentrifugieren von Blut um Blutserum zu erhalten

Welche Werte kann man aus dem Blutplasma ablesen?

Genauso wie beim Menschen gibt es bei Tieren je nach Spezies, Geschlecht und Alter gewisse Normwerte. Werden diese unter- oder überschritten, muss von einer Krankheit ausgegangen werden.

Hormone können auf verschiedene Probleme im Stoffwechsel hindeuten, etwa eine Unterfunktion der Schilddrüse. Die Eiweiße geben als Enzyme ebenfalls Aufschluss über Stoffwechselvorgänge und Fehler innerhalb des Systems.

Das „böse“ LDL-Cholesterin sollte auch bei Tieren nicht zu hoch sein, da sonst Arteriosklerose droht. Nicht bedenklich ist hingegen das „gute“ HDL-Cholesterin.

Der Farbstoff Bilirubin im Plasma zeigt eventuelle Unterfunktionen der Leber oder Galle an und sehr wichtig ist ein ausgeglichener Elektrolythaushalt. Gegebenenfalls benötigen tierische Patienten auch Nahrungsergänzungsmittel.

Liegen die Gerinnungsfaktoren unter der Norm, neigen betroffene Tiere zu starken Blutungen. Bereits eine kleine Wunde kann dann lebensgefährlich werden. Ebenso kritisch sind allerdings zu hohe Werte, denn sie deuten darauf hin, dass ein Thromboserisiko besteht. Die Gefäße können sich verschließen und zu Dingen wie Hirn- oder Herzinfarkt führen.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag. ISBN-10: 3981466063.
  • Klaus Dörner: Taschenlehrbuch Klinische Chemie und Hämatologie. 8. Auflage. Stuttgart 2013: Georg Thieme-Verlag. ISBN-10: 3131297182.
  • Tierärzteverband, Blutuntersuchungen mehr↑