Was Pferde nicht fressen dürfen? Giftpflanzen auf der Weide und im Garten

Pferde besitzen an beiden Enden des Magens starke Schließmuskeln, die ihnen das Übergeben unmöglich machen. Nehmen sie gesundheitsgefährdende Nahrung zu sich, bläht sich ihr Bauch und eine Kolik droht. Um das zu verhindern, fragen sich viele Halter, was für Pferde giftig ist.

giftige Pflanzen für Pferde
Giftige Gefahren für Pferde auf der Weide – Copyright: gozzoli bigstockphoto

Was für Pferde giftig ist – die Fakten:

  1. Von allen Haustieren reagieren Pferde am sensibelsten auf Giftstoffe und Giftpflanzen.
  2. Auf Weide und Wiese wachsen zahlreiche Gewächse, die für die Reittiere gesundheitsgefährdende Substanzen enthalten.
  3. Zu den gefährlichen Giftpflanzen zählen Eibe, Fingerhut und Jakobskreuzkraut.
  4. Eine Vergiftung beim Pferd zieht typische Symptome, beispielsweise starkes Speicheln, nach sich.
  5. Der Tierarzt versucht zunächst, Atmung und Kreislauf betroffener Tiere zu stabilisieren.

 

Gefahren für Pferde auf der Weide

Pferde gehören zu den Weidetieren, die keine langen Futterpausen vertragen. Aus dem Grund nehmen die Tiere stetig Futter auf und suchen nach schmackhaften Leckerbissen. Saftige Gräser zählen zu den Leibspeisen der Reittiere.

Jedoch wachsen auf der Weide und auf Wiesen einige Pflanzen, die für Pferde gefährliche Giftstoffe enthalten. Wissen Sie, was für Pferde giftig ist, entfernen Sie entsprechende Gewächse vom Weideplatz. Nimmt das Tier dennoch eine Giftpflanze zu sich, konsultieren Sie umgehend den Tierarzt.

In Mitteleuropa wachsen einige Pflanzen, die leichte bis starke Giftstoffe, Öle oder milchige Substanzen enthalten. Einen Großteil verwendet der Mensch seit Jahrhunderten als Heilpflanzen.

Für viele Tiere – insbesondere Pferden – birgt die Aufnahme dieser Gewächse eine hohe Vergiftungsgefahr. Oftmals kommt es nach dem Verzehr der Giftpflanzen zu charakteristischen Symptomen bei Ihrem Reittier. Es wirkt nervös und speichelt vermehrt. Alternativ führt das einsetzende Unwohlsein zu einer starken Apathie.

Das ist für Pferde giftig

Eine Vergiftung bei Pferden tritt aus unterschiedlichen Gründen ein. Häufig kommen die Reittiere mit giftigen Pflanzen, die in Gärten, auf der Weide oder am Wegesrand wachsen, in Kontakt. Verspeisen sie diese, setzen Vergiftungssymptome innerhalb kurzer Zeit ein. Weitere Giftstoffe befinden sich beispielsweise in:
• Schädlingsbekämpfungsmitteln,
• Pflanzengift,
• Pilzen auf den Futtermitteln,
• falschen Futterzusätzen,
• Farben und Lacken in der Box.

Allerdings treten die meisten Vergiftungserscheinungen bei Pferden durch oral aufgenommene Giftpflanzen auf. Um die Gesundheit ihres Tiers nicht zu gefährden, fragen sich viele Halter, was für Pferde giftig ist.

Warum führen einige Pflanzen zu Vergiftungserscheinungen?

Um die Vergiftungsgefahr des Pferdes zu verstehen, brauchen Sie Grundlagenkenntnisse über dessen Nahrungsaufnahme und die Verdauung. Als Fluchttiere besitzen Pferde einen langen Magen-Darm-Trakt. Durch ihn verteilt sich die aufgenommene Nahrung und ermöglicht auf die Weise eine gute Futterverwertung. Zusätzlich fressen die Reittiere bis zu 16 Stunden am Tag.

Bei einer artgerechten Fütterung sollten Sie Ihrem Tier viele Raufasern, beispielsweise in Heu vorkommend, anbieten. Als ursprüngliche Steppentiere gelingt es den Pferden, diese Fasern schnell und unkompliziert zu verdauen. Die Tiere besitzen einen kleinen Magen. Aus dem Grund benötigen sie bereits bei der Futteraufnahme eine hohe Speichelproduktion. Dadurch funktionieren das Befeuchten und das Vorverdauen der Speisen.

Aufgenommene Giftstoffe können die Speichelproduktion hemmen oder die Verdauung stark beeinträchtigen. Ebenfalls existieren Substanzen, welche die Magenschleimhaut des Pferds angreifen. Darauf reagieren die Tiere mit Schmerzen und Verdauungsbeschwerden, die unter Umständen eine Kolik hervorrufen.

Was für Pferde giftig ist: Giftpflanzen

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Giftiges Jakobskreuzkraut

Vorwiegend auf der Weide wachsen zahlreiche Pflanzen, welche die Gesundheit der Pferde beeinträchtigen. Ab Juni blüht beispielsweise das Jakobskreuzkraut. Die gelben Blüten finden sich ebenfalls auf Wiesen sowie im Heu. Bereits kleine Mengen führen zu einem irrreparablen Schaden an der Leber des Pferds. Nimmt dieses das Kraut vermehrt auf, besteht Lebensgefahr.

Zunächst entstehen Krankheitsanzeichen wie Verstopfung und blutiger Durchfall. Ebenfalls neigen betroffene Tiere zu Schweißausbrüchen, einer schweren Atmung und Krämpfen.

Giftiger Buchsbaum
Eine vorwiegend in Gärten vorkommende Giftpflanze für Pferde ist der Buchsbaum. Häufig steht er als Zierpflanze neben Ställen und Weiden. Nimmt das Reittier mehr als 700 Gramm der Pflanze auf, führt dies zu einem schmerzhaften Tod. Durch die enthaltenen Pflanzenstoffe löst der Buchsbaum bei Pferden starke Koliken aus. Weiterhin drohen Schwindel und Krämpfe. Später folgen Lähmungen, welche die Luftzufuhr unterbinden.
Giftiger Fingerhut
Zu den im höchsten Maße gefährlichen Pflanzen für Menschen und Tiere gehört der Fingerhut. In der Botanik trägt er den Namen Digitalis. Das Gewächs mit den farbenprächtigen Blüten enthält den Giftstoff Glykosid Digoxin. Bei Pferden löst er Schweißausbrüche und Durchfall aus. Nehmen die Reittiere die Pflanzen in größeren Mengen ein, droht der Herzstillstand.
Giftig auch der Rhododendron
Ein weiteres Pflanzengift nennt sich Andromedotoxin und befindet sich im Rhododendron. Frisst Ihr Pferd von diesen Büschen Pflanzenteile, kommt es zu schweren Reizungen der Schleimhaut. Im Bereich des Zwerchfells treten Krämpfe auf. Eine hohe Gefahr für Pferde geht zudem von mehreren Nachtschattengewächsen aus. Dabei erweist sich die Tollkirsche als Gefahrenquelle für alle Säugetiere. Nimmt das Tier Blätter oder Früchte zu sich, kann der Tod innerhalb weniger Stunden eintreten. Ebenfalls sterben ausgewachsene Pferde, sobald sie mehr als 100 Gramm der getrockneten Wurzeln verzehren.

Weitere Pflanzen, die bereits bei einer geringen Aufnahme für das Pferd Lebensgefahr bedeuten, bestehen in:

  • der Eibe,
  • der Herbstzeitlosen,
  • dem Adlerfarn.

Zusätzlich geht vom Gundermann eine hohe Vergiftungsgefahr für die Reittiere aus. Erfahrene Pferde meiden die Pflanze aufgrund ihres bitteren Geschmacks. Allerdings neigen neugierige Fohlen dazu, das Gewächs zu probieren [Bender, I.: Gundermann: Giftpflanze oder Heilpflanze? Wie wirkt diese Pflanze bei Pferden? (2015)].

Vergiftungen durch Schädlingsbekämpfungsmittel und Pilze

Des Weiteren besteht die Gefahr, dass Pferde Pflanzenschutzmittel oder Schädlingsbekämpfungsmittel oral aufnehmen. Vorwiegend eine falsche Lagerung erhöht die Gefahr, dass die Tiere mit den giftigen Substanzen in Kontakt kommen. Keinesfalls sollten Sie den Reittieren mit Gift behandelte Pflanzen anbieten. Speziell Schnecken- und Insektengifte führen zu Reizungen der Schleimhäute, Blutungen oder Lähmungen. Zudem vermeiden Sie es, Rattengift im Stall auszulegen.

Frisst Ihr Pferd dieses, gelangen Giftstoffe wie Cumarin oder Zinkphosphid in den Körper. Eine weitere Gefahr stellt ein Pilzbefall in den Futtermitteln dar. Die Pilze wachsen beispielsweise auf der Pflanze oder bilden sich während der Lagerung des Futters aus. Handelt es sich um einen Rostpilz, besteht eine direkte Vergiftungsgefahr für Pferde. Andernfalls existieren Schimmelpilze, die auf die Dauer toxische Substanzen produzieren. Diese heißen in der Fachsprache Mykotoxine.

Die Giftstoffe verbleiben auch nach dem Absterben des Schimmelpilzes in den Pflanzen. Insgesamt existieren mehr als 200 Giftarten, die bei Pferden gesundheitliche Komplikationen auslösen. Neben den bekannten Mutterkorn-Toxinen treten beispielsweise Aflatoxine oder Ochratoxin auf.

Vergiftungen durch Futterzusätze und Lacke

Zeigt Ihr Pferd nach dem Fressen Vergiftungserscheinungen, deutet dies auf eine falsche Zusammensetzung der Futtermittel hin. Fragen Sie sich, was für Pferde giftig ist, spielen Überdosierungen von Futterzusätzen eine wichtige Rolle. Beispielsweise löst eine hohe Konzentration von Selen Krämpfe und starke Verdauungsprobleme bei den Tieren aus. Bereits zwei bis drei Gramm der Substanz in einem Kilogramm Trockenfutter reichen aus, um diese Symptome hervorzurufen.

Ebenfalls besteht die Möglichkeit, dass Pferde an Stallwänden oder Boxen lecken und dabei giftige Farben und Lacke aufnehmen. Befindet sich in einem alten Stall Bleirohre, gelangt das Blei beispielsweise ins Trinkwasser der Reittiere. In den Böden vieler Reitplätze befindet sich Dioxin, auch als Altöl bekannt. Einen weiteren Gefahrenstoff stellt das Fluor dar. Dieses befindet sich beispielsweise in Holzschutzmitteln.

Welche Symptome weisen auf die Vergiftung hin?

Kommt es bei Ihrem Pferd zu einer Vergiftung, erkennen Sie diese an charakteristischen Anzeichen. Bei einer akuten toxischen Reaktion kommt es zu einer schnellen Verhaltensveränderung des Reittiers. Auf bestimmte Giftstoffe reagieren Pferde apathisch. Ebenfalls kommt es vor, dass die gesundheitlichen Komplikationen eine sofortige Nervosität hervorrufen.

Weitere akute Symptome zeigen sich in Form von:

  • Speicheln,
  • einer Kolik,
  • Durchfall,
  • Zittern,
  • Krämpfen,
  • Lähmungen,
  • Bewegungsstörungen
  • sowie einem Schock.

Letzterer führt zu einem Kreislaufversagen bei Ihrem Pferd. Zusätzlich existieren Anzeichen, die auf eine chronische Vergiftung hinweisen. Dazu gehören die Anämie genannte Blutarmut, Hufrehe und Haarausfall. Starke Hautveränderungen und ein rapider Gewichtsverlust deuten ebenfalls auf eine Vergiftung hin. Um deren Ursprung zu identifizieren, sollten Sie wissen, was für Pferde giftig ist.

Quellen und weiterführende Literatur:

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