Was ist für Hunde giftig
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VORSICHT: Was ist giftig für Hunde?

Es gibt eine ganze Reihe an Lebensmitteln, die für uns vollkommen harmlos und lecker sind. Unsere Hunde vertragen die sich jedoch gar nicht. Schokolade, Weintrauben, Rosinen, Sahne, rohe Hühnereier oder Milch sind pures Gift.

Was ist giftig für Hunde? Im Folgenden werde ich nicht nur diese Frage beantworten. Ich liefere eine kompakte Übersicht zu den gefährlichsten Lebensmitteln, die du außerhalb der Reichweite deiner Hunde aufbewahren solltest.

Giftige Lebensmittel im Haushalt erkennen

Lebst du gemeinsam mit einem Hund im Haus oder in der Wohnung solltest du dein gesamtes Leben auf den Vierbeiner einstellen. Viele der Leckereien und Lebensmittel, die bei uns auf dem Tisch herumliegen, sind gar nichts für den Hundemagen.

Das ist auch ein Grund, warum es äußerst unangemessen ist, einen Hund vom Tisch zu füttern. Hunde haben wohl etwas viel Besseres verdient, als nur die Essensreste vom Teller zu bekommen. Oftmals sind in unseren Speisen Lebensmittel und Inhaltsstoffe enthalten, die erhebliche Magenbeschwerden und Gesundheitsprobleme hervorrufen.

Nun in Panik zu verfallen, finde ich ebenso übertrieben. Bei einigen der Lebensmittel macht es überhaupt nichts aus, wenn unser Hund sich eine ganz kleine Menge stibitzt.

Solltest du deinen Vierbeiner dabei erwischen, beobachte ihn über die nächsten Minuten. Verändern sich seine Reaktionen und zeigt er Unwohlsein, Müdigkeit oder Mattigkeit, bewege dich zum Tierarzt. In den meisten Fällen kann bei einer minimalen Portion Schokolade zum Beispiel gar nichts passieren.

Die Dosis macht das Gift!

In Schokolade ist Theobromin enthalten. Wir Menschen verarbeiten es wie Koffein. Der Hundemagen kann damit gar nichts anfangen. Bei größeren Mengen Schokolade kann es zu enormen Verdauungsproblemen, Zittern und Kreislaufbeschwerden kommen.

Als Züchter plaudere ich gern aus dem Nähkästchen: Vor einigen Jahren haben mich Welpenbesitzer aufgeregt angerufen. Ihr dreijähriger Hund hat sich über die Schokolade hergemacht und drei Stückchen gegessen. Nun haben sie große Angst, der Hund hätte sich vergiftet. Ich habe ihnen sofort die Angst genommen und nach den Reaktionen des Vierbeiners gefragt. Als sie mir erzählten, dass er sich vollkommen normal verhält und der Schokoladenkonsum schon ca. 1 Stunde her ist, konnte ich sie beruhigen. Dem Hund ist natürlich nichts passiert. Dennoch finde ich es gut, auf der Hut zu sein, um schwerwiegende Situationen nicht zu unterschätzen. Schließlich geht es um das Leben unserer Vierbeiner.

Koffein und Nikotin

Es dürfte wohl niemanden wundern, dass die Hunde weder Kaffee noch Zigaretten konsumieren dürfen. Da sich diese Inhaltsstoffe in vielen Haushalten befinden, sollte wir sie unbedingt wegschließen.

Nikotin und Koffein sind für einen Hund sehr giftig – in kleinsten Mengen. Eine tödliche Dosis Tabak kommt gerade einmal auf 5 g bis 25 g. Die ersten Anzeichen einer Nikotinvergiftung sind eine hohe Herzfrequenz und Atemfrequenz, Störungen des Bewegungsapparates, Zittern, Erbrechen bis hin zu Krämpfen und Kreislaufkollaps.

Hopfen

Es gibt Hunderte Präparate, die Hopfen verwenden. In größeren Mengen ist dieser Inhaltsstoff aber tödlich. Wer selbst Hopfen zuhause anbaut oder Bier braut, sollte seine Hunde von diesen Pflanzen fernhalten. Die ersten Symptome einer Hopfenvergiftung sind Herzrasen, Fieber und Keuchen.

Süßstoff und Salz

Wir Menschen greifen sehr gern zu Süßstoff. Xylit ist ein gefährliches Gift für Hunde, das Erbrechen und Durchfall hervorruft und den Blutzuckerspiegel enorm herabsetzt. Auch wenn die Hunde noch so sehr betteln, dürfen sie niemals Knabbereien, Chips oder Flips bekommen. Denn mit dem erhöhten Salzgehalt kann der Elektrolythaushalt eines Hundes durcheinanderkommen.

Knoblauch und Zwiebeln

Die Gruppe der Zwiebel und Lauchgewächse ist nicht für die Hunde. Die Schwefelverbindungen haben toxische Wirkung und die Hunde können eine lebensbedrohliche Blutarmut erleiden. Ich rate euch nicht dazu, Präparate mit Knoblauch zur Parasitenbekämpfung einzusetzen, wenn auch die Zwiebel vielmehr der Giftstoffe enthält. Es braucht nur 5 g Knoblauch auf 1 kg Hundegewicht, um das Tier zu vergiften. Gerade bei sehr kleinen und leichten Hunden kann diese Menge mühelos überschritten werden.

Rosinen und Weintrauben

Ich habe schon viele Hundebesitzer beobachtet, wie sie ihrem Vierbeiner Weintrauben gefüttert haben. In diesem Moment haben sie vielleicht nicht geahnt, dass diese Früchte für den Hund giftig sind. Magenkrämpfe, Zittern, Erbrechen und Durchfall können die Folge sein. Nimmt der Hund jede Menge dieser Lebensmittel zu sich, kann sich das Ganze bis zum Nierenversagen entwickeln.

Die giftige Menge liegt bei 11,6 g Weintrauben pro Kilogramm Hundegewicht. Zu einer tödlichen Dosis bei Rosinen gibt es noch keine wissenschaftlichen Studien. Dennoch ist der Gehalt der giftigen Stoffe für die Hunde noch viel höher.

Sahne, Kondensmilch und Kuhmilch

Hunde leiden unter einer Laktoseintoleranz, das bedeutet – sie vertragen keine Milchprodukte. Verträglich bleibt eine maximale Menge von 20 ml/Kilogramm Hundegewicht. Eine Ausnahme bildet Kondensmilch. Hier sollten die Hunde nicht mehr als 10 ml/Kilogramm Untergewicht zu sich nehmen, ohne unangenehme Folgeerscheinungen zu riskieren. Problemlos kannst du deinem Hund in kleinen Mengen Quark und Joghurt geben. Das kann sogar bei Markenproblemen helfen.

Rohes Hühnerei

Das Ei ist im rohen Zustand nicht gut für unsere Hunde. Umso erschreckender finde ich, dass einige erfahrene und alte Hundezüchter den Hundebesitzern sogar dazu raten, ein Ei unter das Futter zu rühren, damit das Fell glänzt. Im Eiklar sind Trypsininhibitoren und Avidin enthalten. Sie können eine Fehlversorgung begünstigen. Wenn du deinem Hund unbedingt ein paar Eier füttern möchtest, solltest du sie vorher kochen.

Knochen

Wie oft habe ich schon mit anderen Hundebesitzern und überzeugten Barfern über die Fütterung von Knochen diskutiert. Ich sehe es überhaupt nicht gern, wenn Hunde Wildknochen oder Hühnerknochen fressen. Gerade Röhrenknochen können splittern. Zudem habe ich eine Hunderasse, die dafür bekannt ist, Knochen und Fleisch unheimlich schnell herunter zu schlingen.

Unter Hundehaltern ist es schon einmal vorgekommen, dass die Tiere beim Fressen an den Brocken erstickten, weil sie viel zu schnell geschlungen haben. Zudem neigen einige Hunde zu Verstopfungen. Meiner älteren Hündin fällt es sehr schwer, nach der Fütterung von Knochen Kot abzusetzen. So gebe ich diese nur noch in sehr geringen Mengen.

Avocado

Die Avocado feiert ein echtes Küchenrevival, da wir Menschen von ihren schmackhaften und wertvollen Inhaltsstoffen profitieren. Für die Hunde ist diese Kernfrucht aber gar nichts. Das Persin ist hochtoxisch und kann den Herzmuskel schädigen. Zudem können die vielen Fette zu Erbrechen und Durchfall führen. Frisst ein Hund einen Avocadokern, kann dieser einen Darmverschluss hervorrufen.

Kohl

Kohl-Gemüse gehört nicht in den Hundenapf. Das Ganze führt bei unseren Hunden zu schweren Krämpfen und Blähungen. Dafür verantwortlich sind die Disaccharide in Kohl, die für unsere Hunde nur sehr schwer verdaulich sind.

Macadamia Nüsse und Walnüsse

In den Fruchtkernen ist Amygdalin enthalten. Das kann zu einer Lebensbedrohung für unsere Tiere führen, da dieser Inhaltsstoff die Zellatmung blockiert. Macadamia Nüsse dürfen Vierbeiner auf gar keinen Fall fressen. Auch in Walnüssen ist das ungesunde Phosphor enthalten. Für viele war dieser Giftstoff bisher unbekannt, kann aber zu Fieber und Lähmungserscheinungen führen.

Rohe Bohnen, Auberginen, Kartoffeln und Tomaten

Nun ist es keine Überraschung, dass Hunde keine Pflanzenfresser sind. Bohnen im gekochten Zustand stellen keine Gefahr dar. Roh enthalten sie das Toxin Phasin, das die roten Blutkörperchen lähmen kann. Das gilt für die rohen Nachtschattengewächse. Gerade die grünen Stellen und die Schale des Gemüses sind sehr gefährlich für unsere Hunde und kann zu Durchfall, Erbrechen und zu Dysfunktionen des Gehirns führen.

Steinobst

Die scharfkantigen Obstkerne können die Darmschleimhaut schwer verletzen. Beißen unsere Hunde auf die Kerne, setzt sich die Blausäure frei. Sie ist für Menschen wie für Hunde giftig. Wir sollten also von Steinobst Abstand nehmen.

Leber

Barfer werden an dieser Stelle bestimmt hellhörig, wenn ich Leber auf die Liste der giftigen Lebensmittel schreibe. Wir können unseren Hunden diese Innereien nur in sehr geringen Maßen geben. Dann sind sie nicht bedenklich. Frisst ein Hund aber jede Menge Lebertran und Leber, kann es zu einer Überversorgung kommen, was schwerwiegende Probleme des Fells und der Haut nach sich zieht. Das Ganze kann bis hin zu Koordinationsstörungen des Muskelapparats führen.

Rohes Schweinefleisch

In rohem Schweinefleisch ist das Aujeszky Virus enthalten. Für uns Menschen ist das vollkommen ungefährlich, für Hunde tödlich. In diesem Fall können wir für die Hunde nichts mehr tun. Diese Krankheit endet in jedem Fall mit dem Tod. Kein Hund sollte von daher Schweinefleisch im rohen Zustand fressen.

Fertigprodukte, Gesalzenes und Gewürztes

Alles, was mit reichlich Gewürzen versehen ist, vertragen unsere Hunde nicht. Sie bekommen davon jede Menge Durst und reagieren mit Blähungen und Bauchschmerzen. Du tust deinem Hund überhaupt nichts Gutes. Auch die vielen Fertigmahlzeiten, die wir im Supermarkt kaufen können, gehören nicht auf den tierischen Speiseplan.

Schließlich haben wir es nicht in der Hand, was der Hersteller selbst wirklich in die Tüte gefüllt hat. Oder hast du eine Ahnung, was hinter den vielen künstlichen Zusatzstoffen wirklich steckt?

Gift beim Gassi gehen gefressen

Leider müssen wir aus den sozialen Medien immer wieder erfahren, dass Hundehasser Giftköder auslegen, die die Tiere fressen und daran elendig zugrunde gehen. Von daher solltest du mit einem jungen Hund von Anfang an trainieren, dass er ohne Erlaubnis nichts vom Boden frisst. Das ist bei einigen Hunderassen ganz schön schwierig.

Vergiftung beim Hund: Symptome erkennen!

An den oben genannten Reaktionen wirst du erkennen, dass sich die Symptome und die Beschwerden bei Vergiftungszuständen ähneln. In den meisten Fällen kommt es zu Durchfall und Erbrechen, Blut im Stuhl, sehr viel Durst und einem extremen Speichelfluss. Die Hunde leiden unter Krämpfen, sind stark unruhig und verängstigt. In einigen Fällen ist der Bauch aufgebläht. Sie haben Fieber, sehr blasses Zahnfleisch und können nur mit Mühe atmen.

Vergiftung: Schnelle Notfallhilfe

Auch wenn es schwer ist, solltest du zunächst Ruhe bewahren und deinen behandelnden Tierarzt kontaktieren. Rufe am besten vorher an, damit sich der Tierarzt auf die Notsituation vorbereiten kann. Die besten Genesungschancen hat dein Hund, wenn du ganz genau benennen kannst, was er gefressen hat.

Darüber hinaus ist es ratsam, die Menge der Lebensmittel oder Giftstoffe einschätzen zu können. Ohne eine vorherige Absprache mit dem Tierarzt solltest du auf keinen Fall Erbrechen auslösen. Gerade bei chemischen Putzmitteln kann das die Speiseröhre verletzen und die Situation verschlimmern statt verbessern. Hier weiß nur ein Tierarzt Rat.

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