Darmerkrankung
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Ursachen, Symptome und Therapie bei Darmerkrankungen bei Hunden

Bei Hunden stellen akute und chronische Darmerkrankungen keine Seltenheit dar. Da zahlreiche Tiere Futterunverträglichkeiten entwickeln, steigt die Anzahl der Krankheitsfälle. Die Ursachen für die gesundheitlichen Komplikationen zeigen sich vielseitig. Leiden Welpen an einem beschädigten Dünndarm, entwickeln sich daraus lebenslang auftretende Allergien und Verdauungsstörungen. Zu den Ursachen für die Darmerkrankungen von Hunden gehören Giardien. Vorwiegend bei Haustieren mit einem geschwächten Immunsystem treten die Erreger auf.

5 Fakten zu Darmerkrankungen bei Hunden

  • Häufig kommen Darmerkrankungen bei Hunden aufgrund von Gewebeveränderungen und Erregern vor.
  • Eine ungesunde Lebensweise erhöht bei den Haustieren das Risiko einer chronischen Darm- oder Durchfallerkrankung.
  • Stress und eine Mangelernährung zählen zu den Faktoren, die die Darmflora nachhaltig schädigen.
  • Charakteristische Symptome für eine Darmerkrankung bestehen in einem geschwollenen Bauch, Magenschmerzen und Durchfall.
  • Die Therapie der Erkrankung hängt maßgeblich von deren Ursache ab.
    Warum leiden Hunde an Darmerkrankungen?

Ursachen für eine Darmerkrankung

Zu den Hauptursachen für eine Darmerkrankung beim Hund im Welpenalter zählen die Giardien. Dabei handelt es sich um Erreger, die sich an der Darmschleimhaut sammeln. Solange das Muttertier ihre Welpen säugt, profitieren diese von der Immunität gegen die Parasiten. Durch die Muttermilch nehmen sie Antikörper, die IgA, auf. Diese verhindern, dass sich die Giardien im Darm anheften und vermehren. Bei erwachsenen Hunden treten die Erreger selten auf. Vorwiegend befallen sie Tiere mit einer geschwächten Immunabwehr. Leidet Dein Haustier unter einer chronischen Krankheit, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Giardienbefalls.

Sobald sich die Darmflora erholt, eliminieren die körpereigenen Abwehrkräfte die Darmparasiten eigenständig. In der 2012 veröffentlichten Publikation „Chronische Darmerkrankungen beim Hund: eine Übersicht“ nennen die Verfasser drei Haupterkrankungen im Darm:

  • entzündliche Darmerkrankungen,
  • Futtermittelunverträglichkeit,
  • bakterielle Überwucherungen im Dünndarm.

Des Weiteren existiert eine Reihe von Faktoren, welche die Darmflora negativ beeinflussen. Beispielsweise sorgt anhaltender Stress für eine Schwäche der Immunabwehr. Daraus folgen Verdauungsstörungen und ein temporärer Funktionsverlust des Darms.

Leiden beispielsweise Welpen an Transportstress, neigen sie zu starkem Durchfall. Leben zahlreiche Hunde an einem Ort – in einem Tierheim oder einer Auffangstation – tritt ein erhöhter Infektionsdruck auf.

Ebenso wie die Mangelernährung führt dieser zu einem hohen Risiko einer gestörten Darmflora. Die Krankheitsentstehung im Darm begünstigen Flüssigkeitsmangel sowie eine ungesunde Ernährung. Vorwiegend kohlenhydratreiches Trockenfutter schädigt auf die Dauer den Hundedarm.

Darmerkrankungen bei Welpen und jungen Hunden

Speziell bei Welpen und Junghunden treten diese Infektionen häufig auf. Der Grund besteht in dem instabilen Immunsystem der Haustiere. Befallen Giardien junge Hunde, sorgt eine chronische Immunschwäche auch nach erfolgreicher Behandlung für ein Wiederaufflammen der gesundheitlichen Komplikation.

In einigen Fällen weisen die Welpen einen Antikörpermangel auf. Die Tierärzte sprechen von einem Gammaglobulinmangel. Zeigen sich Darmerkrankungen bei Hunden im Welpenalter, handelt es sich um schwerwiegende Gesundheitsprobleme. Speziell ein mehrere Tage anhaltender Durchfall führt zur Dehydrierung der Haustiere. Dadurch kann eine akute Lebensgefahr entstehen.

Warum führen Giardien zu Darmproblemen?

Bei Giardien handelt es sich um einzellige Geißeltierchen. In der Fachsprache tragen sie den Namen Protozoen. Sie ähneln den Kokzidien und gehören zu den Parasiten. Die Erreger sammeln sich mithilfe ihrer Haftscheiben an der Dick- oder Dünndarmwand. Dort lösen Giardien beim Hund eine Entzündung aus.

Auf der Oberfläche des Dünndarms vermehren sie sich. Zudem entsteht eine Schädigung der Darmwand durch den auftretenden Durchfall. Über den Kot gelangen die Parasiten aus dem Organismus. Die erste Lebensform der Giardien nennen sich Trophozoiten. Diese befinden sich direkt im Darm der infizierten Tiere. Aus dieser Erstform entwickelt sich das zweite Stadium der Erreger.

Diese Form heißt Zysten. Bei ihnen herrscht eine hohe Ansteckungsgefahr. Auch diese Erregerform gelangt über den Kot aus dem Hundekörper. Nimmt ein anderer Hund sie auf, beginnt in dessen Organismus der Entwicklungsprozess der Giardien erneut. Das höchste Ansteckungsrisiko besteht für Tiere, die auf engem Raum zusammenleben. Zudem treten die Erreger oft in landwirtschaftlichen Betrieben auf. Die dort lebenden Haustiere nehmen sie beispielsweise über kontaminiertes Wasser auf. Ausgeschieden überleben die Giardien bis zu drei Wochen.

Tipps, um einem Giardienbefall vorzubeugen: Um die Wahrscheinlichkeit eines Befalls mit Giardien zu senken, eignet sich eine ausgewogene und gesunde Hundeernährung. Zudem solltest Du vermeiden, dass Dein Hund aus Pfützen oder stehenden Gewässern trinkt.

 

Welche Symptome weisen auf Darmerkrankungen bei Hunden hin?

Neben den Giardien sorgen auch andere Auslöser für eine Darmerkrankung. Dazu gehören beispielsweise eine Eiweißunverträglichkeit oder eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Leidet Dein Haustier unter einer Entzündung oder einem Parasitenbefall im Darm, tritt häufig Durchfall auf.

Der ausgeschiedene Kot erweist sich als weich und übel riechend. Seine Konsistenz reicht von fetthaltig bis schleimig. In seltenen Fällen befinden sich Blutschlieren in der Ausscheidung. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass die betroffenen Haustiere erbrechen und die Nahrungsaufnahme verweigern. Daraus folgt ein Gewichtsverlust.

Diagnose und Therapie bei Darmerkrankungen bei Hunden?

Tritt bei Deinem Hund anhaltender Durchfall auf, bewährt sich ein zeitnaher Besuch beim Tierarzt. Dieser nimmt eine Kotuntersuchung vor. Bei dieser prüft er, ob eine Infektion mit Giardien besteht.

Für eine sichere Diagnose entnimmt der Mediziner dem Haustier drei Kotproben, jeweils nach zwei Tagen abgesetzt. Alternativ existiert der ELISA-Antigennachweis. Dieser ermöglicht das Erkennen eines geringen Erregerbefalls. Nach der Giardientherapie empfiehlt es sich, die Kotuntersuchung innerhalb von vier Wochen zu wiederholen.

Die Behandlung der Darmerkrankung bei Hunden hängt von deren Ursache ab. Handelt es sich um Giardien, erhält der Hund ein geschmacksneutrales Präparat namens Panacur®. Dieses beinhaltet den Wirkstoff Fenbendazol.

Die Einnahme erfolgt fünf Tage, anschließend kommt es zu einem weiteren Giardientest. Bei dem Erregerbefall besteht ein hohes Risiko einer Reinfektion. Daher wiederholst Du die Therapie einen Monat nach der Erstbehandlung. Die Arznei greift stark die Darmflora an. Daher folgt der Behandlung der Aufbau der Darmgesundheit. Das gelingt beispielsweise mit einer ausgewogenen Diätkost.

Was gibt es bei darmkranken Hunden zu beachten?

Erfolgt die Behandlung einer Darmkrankheit bei Deinem Haustier, erhält dieses während der Therapiephase kein Trockenfutter. Durch eine Dünndarmentzündung leiden die Tiere weiterhin an Darmstörungen, aus denen sich beispielsweise eine Futtermittelunverträglichkeit entwickelt. Eine Darmerkrankung beim Hund verhindert eine konsequente Hygiene. Beispielsweise solltest Du Futter- und Wassernäpfe täglich reinigen.

 

weiterführend zum Thema im Internet:

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