Klick-Training für Katzen

Katzen gelten als eigensinnig und nicht erziehbar. Stellen Sie sich vor, Ihr Stubentiger macht Männchen, wenn es etwas Bestimmtes wünscht. Beim Spiel mit Ihnen springt er durch einen Reifen oder balanciert über eine schmale Bank. Statt sein Katzenklo aufzusuchen, benutzt er für seine großen und kleinen Geschäfte die für Menschen bestimmte Toilette. Im Anschluss daran betätigt er die Spülung. Ist der Gedanke für Sie unvorstellbar? Und sicher will das auch niemand – Aber, mit einem Click-Training für Katzen bringen Sie Ihrem Stubentiger ein gewünschtes Verhalten durch positive Bestärkung statt Bestrafung bei.

Das Click-, Clicker- oder Klicker-Training zielt als gewaltfreie Trainings-Methode darauf ab, das Verhalten von Tieren, in unserem Fall der Katze, zu beeinflussen. Als Basis dient die Theorie des „operanten Konditionierens“. Diese begründete der Psychologe Burrhus Frederic Skinner. Das Lernen erfolgt durch eine positive Verstärkung in Form einer Belohnung. Für Katzen eignen sich diesbezüglich Futtergaben, Streicheleinheiten oder anderes, was die Tiere erfreut.

Was ist Clicker-Training für Katzen?

Katzentherapeutin Birga Dexel ist Befürworterin des Clicker-Trainings für Katzen. Sie empfiehlt es insbesondere für nicht geforderte Wohnungskatzen, denen es an Reizen fehlt. Mit dieser Methode der Verhaltens-Beeinflussung findet das Tier eine neue Aufgabe. Gleichzeitig kommt der Spaß nicht zu kurz. Katzen lieben es, sich körperlich und geistig zu betätigen. Unterforderte Stubentiger neigen dazu, sich in ihrem Verhalten auffälliger zu zeigen, als es ausgelastete Hauskatzen zu tun pflegen.

Nicht für jede Katze eignet sich das Training

Aufgrund ihrer Erfahrung als Katzentherapeutin und Anbieterin von Clickertrainings-Kursen weiß sie, dass geclickerte Stubentiger sich nach einer Session glücklich und entspannt zeigen. Gleichzeitig sind sie müde und konzentrierter. Freigänger-Katzen profitieren von einem Verkehrssicherheits-Training auf Basis dieses Verfahrens. Zudem ist es mit einer kleinen Abwandlung als sinnvolle Beschäftigung einer tauben Katze geeignet. Das akustische Signal ersetzt der Trainer in diesem Fall durch ein optisches.

 

Eine weitere Klientel für das Clicker-Training sind Katzen, denen es an Selbstbewusstsein fehlt und verängstigt sowie schüchtern auftreten. Sie blühen auf; körperliche und seelische Traumata verarbeiten sie besser. In Stress-Situationen kommen sie nicht mehr so leicht aus der Ruhe. Tier-Therapeuten nutzen die Methode als unterstützende Maßnahme bei einer Verhaltenstherapie.

 

Hilfsgeräte für das Klickertraining

Sie benötigen einen Clicker und Belohnungen Ihrer Wahl. Das Hilfsgerät für das Clicker-Training mit Ihrer Katze ähnelt dem Knackfrosch, den Sie eventuell noch aus Ihren Kindertagen kennen. Sie erhalten es in diversen Ausführungen in Ihrem Zoo-Fachhandel oder im Internet. Dabei handelt es sich um einen in einem Gehäuse montierten geprägten Streifen aus Stahlblech, der beim Biegen ein Knacken erzeugt. Alternativ nutzen Sie einen Kugelschreiber, der ebenso zum Ziel führt. Dies setzt voraus, dass Ihre Katze gut auf Geräusche reagiert.

Achten Sie darauf, stets dasselbe Hilfsgerät zu benutzen. Das Lernen des Stubentigers erfordert ein immer gleiches Geräusch. Die menschliche Stimme eignet sich nach Birga Dexels Ansicht nicht. Sie zeigt sich aufgrund unserer Emotionen in der Färbung sowie im Klang verschieden.

 

So gehen Sie beim Clicker-Training mit Ihrer Katze Schritt für Schritt vor

Das Online-Magazin „Tiierisch.de“ schlägt vor, wie folgt vorzugehen:

  1. Der Beginn des Clicktrainings

Zunächst nehmen Sie einen verschließbaren Beutel mit Leckerlis in die eine Hand. In der anderen befindet sich der Clicker. Um Ihre Katze nicht abzulenken, achten Sie darauf, dass sie die Belohnungen auf keinen Fall sieht. So vorbereitet setzen Sie sich auf den Boden. Schaut Sie Ihr Stubentiger neugierig und aufmerksam an, ist der richtige Zeitpunkt für den Beginn des Clicker-Trainings für Ihre Katze gekommen.

Sie lösen einen Click aus und präsentieren Ihrem neugierigen Tier blitzschnell ein Leckerli. Sie erlauben ihr, dieses sofort zu fressen. Die Übung wiederholen Sie bis zu zehn Mal. Achten Sie darauf, die Trainings-Einheiten kurz zu halten, damit die Konzentration und die Aufmerksamkeit Ihres gelehrigen Schülers nicht verloren geht. Die Katze verbindet mit jedem Click etwas Positives und holt sich daraufhin ihre Belohnung ab. Diese Erkenntnis bildet die Basis für das Clicker-Training mit Ihrer Katze.

 

  1. Ein Requisit kommt hinzu

Verfügt Ihre Katze über die grundlegenden Kenntnisse, benötigen Sie im zweiten Lernschritt eine Decke, ein Kissen oder ein Tuch, das Ihr Stubentiger nicht kennt und zuvor nicht sieht. Die Trainings-Einheit hat zum Ziel, dem Stubentiger beizubringen, sich auf die Decke zu setzen. Sie belohnen Ihr Tier bereits, wenn es Anstalten macht, sich in Richtung Requisite zu bewegen. Ein Blick in die Richtung verdient ein Lob. Wendet sich Ihre Katze ab, ignorieren Sie dieses. Die jeweilige Trainings-Einheit begrenzen Sie erneut auf höchstens zehn Clicks. Brechen Sie die Übung vorzeitig ab, wenn Ihr Stubentiger Desinteresse oder Müdigkeit zeigt.

 

  1. Trainings-Einheit mit dem Stab

Der dritte Schritt erfordert einen Targetstick. Ziel ist es, dass die Katze beim Clicker-Training den Stick mit ihrer Nase berührt oder ihm folgt. Die Trainings-Einheit verläuft sonst wie im zweiten Schritt.

 

  1. und 5. „Mach schön“ mit und ohne Stab

Die Übung gleicht der beim dritten Schritt. Den Targetstick halten Sie jedoch höher, sodass sich die Katze auf die Hinterbeine setzt. Ist es ihr gelungen, dem Stab zu folgen, probieren Sie dies in weiteren Sessions ohne Stick. Um dies zu erlernen, verkürzen Sie den Stab Stück für Stück, sodass sie lernt, Ihrer Hand zu folgen.

 

  1. und 7. Mit Stimme und „Komm“

Für das weitere Training kommt Ihre Stimme hinzu. Diese tritt an die Stelle des Handzeichens. Zunächst begleiten Sie dieses mit den Worten „Mach schön“. Ihre Stimmlage bleibt in jeder Trainings-Einheit in derselben Tonlage und Betonung. Belohnt wird der verbale Befehl, nicht das Handzeichen.

Der nächste Schritt benötigt Geduld. Sie verstärken einzig ein Verhalten, dass von der Katze selbst kommt. Dazu beobachten Sie Ihren Stubentiger, um ihn rechtzeitig für seine Taten zu belohnen. Streicht die Katze um Ihre Beine, verstärken Sie das Verhalten mit einem Click und einem Leckerli. Klappt das, kommt ihre Stimme mit den Worten „Komm, komm, komm“ hinzu. Belohnen Sie danach das Kommen auf Befehl.

 

  1. Ihre Katze absolviert einen Agility-Parcours

Ihr Stubentiger beherrscht in diesem Schritt bereits mehrere Tricks. Ziel ist, dass Ihre Katze diese nacheinander ausführt. Das Magazin „Tiierisch.de“ empfiehlt zu Ihrer Unterstützung das Buch „Clickern mit meiner Katze“. Die Autorin ist Viviane Theby, Leiterin der Tierakademie Scheuerhof in Wittlich.

 

Sehen Sie, wie lernfähig Katzen sind

In folgendem Video zeigt die Katzenflüsterin Anke Giesemann Ihnen die beeindruckenden Ergebnisse eines Clicker-Trainings mit ihrer Katze Filou: http://www.youtube.com/watch?v=sw_BjCwiHG4.

 

Clicker-Training – eine sinnvolle Beschäftigung für Ihre Katze

Das Clicker-Training ist eine sinnvolle und gewaltfreie Methode, Ihren Stubentiger körperlich und geistig zu beschäftigen. Zudem verbessern Sie die Beziehung zu Ihrer Katze deutlich. Mithilfe der Übungen

  • bringen Sie Ihr neue Tricks bei,
  • vermeiden Sie Verhaltens-Störungen und lösen vorhandene unter fachkundiger Anleitung,
  • bauen Sie das Selbstbewusstsein scheuer und ängstlicher Stubentiger auf,
  • gewöhnen der Katze Unerwünschtes ab und
  • gestalten Pflege-Maßnahmen stressfrei.

Das gelingt, indem Sie richtiges Verhalten durch Belohnungen positiv verstärken. Was Sie für das Clicker-Training mit Ihrer Katze benötigen, ist Geduld, einen Klicker und viele Leckerli. Achten Sie darauf, die Trainings-Einheiten kurz zu halten, sodass Ihr Tier die Lust, zu lernen, beibehält.