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Vergiftungsgefahr in der Wohnung bei Hunden und Katzen

Leider mussten wir in den letzten Monaten immer wieder aus der Zeitung erfahren, dass Giftköder in Großstädten gestreut wurden, an denen Hunde wie auch Katzen elendig verendeten. Nicht immer ist es ein mutwillig geworfener Giftköder, oftmals sind es Pflanzen oder andere Lebensmittel, die Vergiftungen bei Hunden und Katzen hervorrufen. Aus gegebenem Anlass wollen wir Erste Hilfe Maßnahmen vorstellen, die das Leben Ihres Haustieres retten.

Vergiftungen durch pflanzen
Achtung: Giftige Planzen für Katzen: Urheber: rrrainbow / 123RF.com

Basiswissen für jeden Haustierhalter: Vergiftungen!

Gerade bei Vergiftungen schrillen bei den meisten Haustierhaltern die Alarmglocken. Oftmals ist dies eine der häufigsten Todesursachen der Haustiere, denn sie sind nur im begrenzten Maße in der Lage, giftige Inhaltsstoffe herauszufiltern und zu bekämpfen. So gehören häufige Vergiftungen bei Hund und Katze zu den gefürchteten Gefahren im Alltag.

  • Reiniger und Frostschutzmittel sowie
  • Giftpflanzen,
  • Rattengift und Köder

können schlimmstenfalls zum Tod führen. Wie erkennen Sie schnell genug eine Vergiftung bei Hund und Katze? Wie können Sie richtig reagieren und das Leben Ihres Hundes retten? Wir kommen in diesem Zusammenhang nun auf die häufigsten Vergiftungen und ihre Folgen zu sprechen.

 

Vergiftungen bei Hunden und Katzen durch Mitteln gegen Ektoparasiten

In einigen Hunde- und Ungezieferhalsbändern, die eigentlich gegen Zecken schützen sollen, ist der Wirkstoff Amitraz enthalten. Kommt es dazu, dass Ihr Hund dieses Halsband zerbeißt, nimmt er diesen Wirkstoff in sich auf. In diesem Zusammenhang kann es zu weit gestellten Pupillen, Schwäche und verlangsamtem Herzschlag sowie Benommenheit kommen. Eine weitere äußerst hohe Gefahr lauert in Permethrin-Präparaten, die gegen Elektroparasiten, zum Beispiel als Spot-ons helfen. Diese chemischen Präparate sind für Hunde zugelassen, aber für Katzen äußerst gefährlich!! Kommt es also dazu, dass Sie fälschlicherweise eines dieser Präparate bei Ihrer Katze anwenden, kann es zu Krämpfen und starkem Speicheln infolge einer Permethrin-Vergiftung kommen. In diesem Notfall gilt es:

  • die betroffene Stelle zu spülen und
  • mit einem Reinigungsmittel zu desinfizieren oder
  • sicherheitshalber das Fell an dieser Stelle zu scheren bzw. abzuschneiden.
  • Warten Sie keine Minute länger und suchen sofort einen Tierarzt mit dem Hinweis, Sie haben fälschlicherweise das Hunde-Zeckenmittel bei Ihrer Katze verwendet.
  • Der Tierarzt wird dann die rettenden Maßnahmen einleiten. Warten Sie zu lang, kann diese Vergiftung ein böses Ende nehmen.

 

Lebensgefahr bei Vergiftungen durch Rattengift

Zu lebensbedrohlichen Giften gehören Mäusegift und Rattengift. Darin enthalten sind so genannte Rodentizide, die wiederum die Blutgerinnung stören und schlussendlich zu folgenreichen Blutungen führen. Fressen Hunde oder Katzen zum Beispiel Mäuse oder Ratten, die mit diesem Gift gefüttert wurden, kann es zu einer lebensbedrohlichen Situation kommen. Das Trügerische: Zu den ersten Vergiftungserscheinungen kommt es erst 2-4 Tage nach dem Aufnehmen des Giftes. Die Tiere beginnen, aus Nase, Maul und aus der Genitalöffnung zu bluten.

 

Vergiftung durch Frostschutzmittel

Mit dem Frostschutzmittel nehmen Hunde und Katze Diethylenglycol auf, das zu gefährlichen Vergiftungen führen kann. Sie fragen sich an dieser Stelle, wie es dazu kommen kann, dass ein Hund oder eine Katze an Frostschutzmittel kommt? Eine der häufigsten Fehlerquellen sind zum Beispiel beschädigte Autokühler oder einige Tropfen, die beim Befüllen des Tanks daneben gehen. Landen diese in einer Wasserpfütze, aus der Hund oder Katze trinken, reichen bereits geringe Mengen aus. Sie erkennen eine Frostschutzmittelvergiftung:

  • an einem unsicheren Gang,
  • an starkem Erbrechen und Durchfall sowie
  • an Verkrampfungen in der Muskelregionen und

 

In jedem Fall sollten Sie alle Medikamente für Ihre Tiere unerreichbar aufbewahren, dann kommt weder Hund noch Katze zum Beispiel an Paracetamol – eines der geläufigen Schmerzmittel für Menschen. Hier kann es in Abhängigkeit von der Dosis zu gefährlichen Vergiftungen kommen. Hunde und Katzen reagieren benommen und apathisch mit Erbrechen und Durchfall sowie weitreichenden Blutungen, die auf den gesamten Magen- und Darmtrakt übergehen.

 

Vergiftungen bei Hunden und Katzen durch Zimmerpflanzen

Im Hinblick auf giftige Pflanzen für Hunde und Katzen haben wir mit einer großen Variabilität zu tun, die eine Übersicht schwer macht. In diesem Zusammenhang ist davon auszugehen, dass der Großteil der Zierpflanzen in unserer Wohnung für Katzen und Hunde unzugänglich aufgestellt werden sollte, da diese sehr häufig giftige Substanzen enthalten. Das kann im schlimmsten Fall zum Schock des Tieres führen, aber auf jeden Fall zu starkem Speicheln, Durchfall und Erbrechen.

 

Vergiftung durch Insektizide

Eine weitere sehr gefährliche Vergiftung für Hunde und Katzen geht mit den Insektiziden einher, die in Landwirtschaft und im Garten verwendet werden. Auch bei hohen Dosierungen kann dies zu Vergiftungserscheinungen beim Menschen führen. Tiere reagieren mit Durchfall, Erbrechen und Zuckungen der Muskulatur sowie starken Krämpfen. Sie erkennen eine Vergiftung durch organische Phosphorsäurereste auch an weit gestellten Pupillen. In der Fachsprache wird dieser Zustand als Miosis bezeichnet.

 

Was tun bei Kontakvergiftungen?

Von Kontaktvergiftungen ist die Rede, wenn Hund oder Katze mit der äußeren Haut oder den Schleimhäuten mit giftigen Substanzen in Verbindung kommen. Verschorfte Hautstellen, partielle oder gesamte Blindheit – aber auch großflächige Wunden treten vor allen Dingen im Zusammenhalt mit Haushaltsreinigern und Lösungsmitteln, Lacken oder Farben auf. Die betroffene Stelle sollte sofort mit lauwarmem Wasser über mindestens 5 Minuten hinweg ausgespült werden. Scheren Sie auch hier das Fell sorgfältig ab und bringen Ihr Tier sofort zum Tierarzt.

Hat ein Tier Säuremittel oder laugenhaltige Lösungen in sich aufgenommen, sollten Sie versuchen, so viel Wasser wie möglich in Hund oder Katze hineinzubringen. Das sollten Sie jedoch nur tun, wenn es sich wirklich um Lauge oder um Säure handelt! Bei allen anderen Giften führt dies zu einer intensiven Aufnahme des Gifts, was fatale Folgen hat. Haben Hund oder Katze zum Beispiel eine ätzende Substanz gefressen, sollten Sie auf keinen Fall Erbrechen auslösen, da diese Lösung die gesamte Speiseröhre, den Rachen und das Maul angreifen kann.

 

Fazit: Was macht der Tierarzt bei Vergiftungen?

Die Erste-Hilfe-Maßnahmen beim Tierarzt zielen darauf ab, das Gift so schnell wie möglich aus dem Körper herauszubringen. Alle Maßnahmen bei den häufigsten Vergiftungen bei Hund oder Katze werden als Dekontamination bezeichnet. Hierbei gilt es, Magen und Dünndarm vollständig zu entleeren und die Giftaufnahme über den Magen-Darm-Trakt womöglich zu verhindern. Bei bestimmten Giften wird zum Beispiel etwas Aktivkohle gegeben. Diese hat die Eigenschaft, an ihrer Oberfläche Gifte zu binden. In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, ein Gegenmittel – so genannte Antidote zu geben.

 

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Vertiefende Ressourcen und Quellen:

Nachschlagewerke (Hintergrundrecherche)
  • Krankheiten der Katze: Begründet von Vera Schmidt und Marian C. Horzinek, Enke; Auflage: 5., vollständig überarbeitete und erweiterte (19. November 2014) ISBN-10: 3830412428 erreichbar↑
  • Turners Katzenbuch: Wie Katzen sind, was Katzen wollen von Dennis C Turner (Autor), Verlag: Kosmos; Auflage: 2 (11. Januar 2010) ISBN-10: 3440121364 erreichbar↑