Pfotenpflege beim Hund – Die große Anleitung

    Die richtige Pfotenpflege beim Hund

    Nicht nur im Winter, wenn gerade Streusalz und bitterkalte Temperaturen die Pfoten belasten, sollten Sie auf eine durchdachte Pfotenpflege beim Hund setzen. Über das ganze Jahr hinweg begünstigen praktische Tipps und Hinweise die alltägliche Pflege und sorgen für eine langanhaltende Gesundheit.

    Auf diese Weise schützen Sie die Pfoten Ihres Hundes vor Verletzungen, vor Abnutzung, Schwielen und hautbedingten Beschwerden.

    Gefahren und Belastungen für die Pfoten Ihres Hundes

    Krallen Pflege Hund
    Richtig Krallen schneiden beim Hund Urheber: aksakalko / 123RF

    Insbesondere im Winter sollten Sie sich über eine durchdachte Pfotenpflege Gedanken machen, da sich Rollsplitt zwischen den Zehen festsetzen könnte und Ihren Hund beim Laufen stört.

    • Schnee,
    • heißer Teer und Asphalt sowie
    • Eis und
    • unterschiedliche Witterungseinflüsse

    stellen die Pfoten auf eine harte Probe. Darüber hinaus können Getreidegrannen und Glassplitter hartnäckige entzündete Stellen direkt an den Pfoten hervorrufen. Um diese unangenehmen Begleiterscheinungen von Anfang an zu vermeiden, sollten Sie sich unsere Checkliste auf keinen Fall entgehen lassen.

     

    Schritt für Schritt: die perfekte Pfotenpflege beim Hund

    Vorbereitung: Im Prinzip sollte die Pfotenpflege in einer entspannten Atmosphäre stattfinden und im besten Falle bereits vom Welpenalter an trainiert werden. So wird sich der heranwachsende Hund schnell an die Bewegungen gewöhnen. Gerade unsichere Tiere werden in die stabile Seitenlage gebracht, so lassen sich die Pfoten besonders sanft und ruhig fixieren.

    Kontrolle: Spätestens nach jedem Spaziergang, gilt es, neben den Streicheleinheiten auch die Pfoten zu kontrollieren. Zwischen den Zehen können sich Fremdkörper festsetzen. Darüber hinaus gelten insbesondere Schnittverletzungen auf den Ballen als besonders gefährlich. Gehen Sie davon aus, dass Ihr Hund querfeldein läuft, kann er sich ganz schnell Dornen einfangen.

    Insbesondere akutes Lahmen von einem auf dem anderen Moment hat zumeist seine Ursache an den Pfoten. Gleiches gilt für wunde Hautstellen auf den Ballen. Diese sollten getrocknet und mit spezifischen Pflegeprodukten behandelt werden.

    Rituale schaffen: Machen Sie die Pfotenpflege beim Hund zur wiederkehrenden Routine, die den Alltag bestimmt. Sie werden sehen, wenn Sie in Kombination mit der Pfotenpflege Leckerlies verwenden, werden die Vierbeiner Ihnen schon bald nicht mehr widerstehen können.

     

    Wenn Pfotenpflege zum Training wird

    Sie sollten beim Hund von Anfang an ein Training simulieren. Das bedeutet: Trainieren Sie bestimmte Übungen und Begriffe. Loben Sie den Hund für das Pfote geben und ausgesprochene Ruhe. Hier helfen die Kommandos

    1. Platz,
    2. Pförtchen und
    3. müde.

    Letzteres sollte beim Hund bewirken, dass er sich ruhig auf die Seite legt. Um für allgemeine Beruhigung zu sorgen, sollten Sie zunächst die Pfote massieren. Ihr Hund muss realisieren, dass es sich dabei nicht um eine gefährliche Aktion handelt, sondern vielmehr um eine wohltuende Massage und Streicheleinheiten.

     

    Pfotenpflege beim Hund unterwegs

    Gerade wenn Sie im Winterurlaub sind, sollten Sie unterwegs auf eine durchdachte Pfotenpflege niemals verzichten. Vereiste Pförtchen werden von Hand gewärmt, sodass sämtliche Eisklumpen schmelzen. Verwenden Sie spezifische Pflegeprodukte, Salben und Gele für den Winter, denn diese schonen die strapazierte Haut unter den Pfoten.

    Vorsicht: Gerade bei Salben und Produkten vom Tierarzt sollten Sie darauf achten, dass Ihr Hund nach der Behandlung diese nicht einfach wieder ableckt.

    • Geben Sie seine Lieblingsleckerlis,
    • behalten Ihren Vierbeiner im Auge oder
    • verwöhnen Ihren Liebling mit einem Kauknochen,
    • sorgen sie für Abwechslung, sodass die Salbe schon bald uninteressant wird.

    Verwechseln Sie die Pfotenpflege beim Hund auf keinen Fall mit der Manikürue oder Pediküre beim Menschen. Es handelt sich vielmehr um regelmäßige Kontrollen und eine gesunde Aufmerksamkeit. Keine Sorge, die meisten Hunde signalisieren Herrchen und Frauchen so früh wie nur möglich, wenn etwas mit ihren Pfoten nicht in Ordnung ist.

    Hier kommt es zu Hautirritationen, die Hunde werden vermehrt an den Pfoten lecken oder auch lahm gehen. Lahmt Ihr Hund oder verhält sich auffällig und Sie können nichts an den Pfoten finden? Wenden Sie sich sofort an einen Tierarzt, es können auch allergische Überreaktionen oder parasitäre Probleme vorliegen.

     

    Pfotenpflege beim Hund: Haare und Ballen

    Der Ballen befindet sich auf der Unterseite der Pfoten. Auch zwischen den Zehen sitzt gerade bei langhaarigen Hunden jede Menge Fell. Bestenfalls ist die Oberfläche dieser Ballen weich und glatt, stellen Sie hingegen rissige und trockene Stellen fest, verreiben Sie etwas Melkfett oder Vaseline, das macht die Haut wieder geschmeidiger.

     

    Kurzes Fell gegen Fremdkörper und Druckstellen

    Darüber hinaus empfehlen wir eine sehr kurze Haare und Fell. So haben Fremdkörper wenig Chancen, sich festzusetzen. In einigen Fällen verursacht zu langes Fell Druckstellen. Besorgen Sie sich am besten eine abgerundete Schere. Denn diese bietet die Möglichkeit, risikolos das Fell zu kürzen.

     

    Erste Hilfe Pfotenpflege beim Hund

    Von kleinen Scherben bis zu Steinchen kann alles an die Pfoten geraten, was wir uns eigentlich kaum vorstellen können. Hier sollten Sie Ruhe bewahren, besonders vorsichtig und auf keinen Fall hektisch vorgehen. Lässt sich Ihr Hund nicht beruhigen und leckt er wie wild an der Pfote, sollten Sie mit zwei vertrauten Menschen eine Hilfestellung leisten.

    1. Einer streichelt den Kopf und versucht den Hund zu stabilisieren.
    2. Ein anderer nimmt sich die Pfote und versucht mit einer Pinzette ganz vorsichtig den Fremdkörper zu entfernen.
    3. Hat sich der Fremdkörper hartnäckig mit dem Fell verhakt, hilft nur noch eine Schere weiter.

    Für besonders aufgeregte Hunde empfiehlt sich Leberwurst oder Streichwurst aus der Tube. Diese spezialisierten Leckerlies gibt es in nahezu jedem Tierfachhandel. Sie gelten bei Hunden sowie bei Katzen als Geheimwaffe. Für den Notfall solltet ihr immer eine Tube dabeihaben.

     

    Die richtige Krallenpflege für Ihren Hund

    Zu guter Letzt gehört die Kontrolle und die richtige Krallenpflege zur Pfotenpflege. Achten Sie auf jeden Fall auf die korrekte Krallenlänge. Fällt diese zu weit aus, kann es zu weitreichenden Verletzungen kommen. Hier verliert Ihr Hund auf besonders glatten Böden, wie Laminat und Parkett, schnell den Halt und es steigt die Gefahr, sich eine der Krallen herauszureißen.

    Auf keinen Fall sollten Sie unbedarft mit einer Krallenzange die jeweilige Kralle kürzen. Denn in ihnen verlaufen Blutgefäße. Gehen Sie auf Nummer sicher und arbeiten sich millimeterweise voran, dann kann auch nichts schief gehen.

    weiterlesen: Krallen schneiden beim Hund

    Fazit

    Die Pfotenpflege beim Hund lässt sich im Grunde genommen nur in der Basis mit der menschlichen Pediküre vergleichen. Es handelt sich vielmehr um eine regelmäßige Kontrolle und ein Abtasten der Pfoten, dass Sie am besten gleich mit Ihrem Hund vom Welpenalter an einüben und zu einer täglichen Routine machen.

    Stellen Sie einen Fremdkörper fest, beruhigen Sie Ihren Hund und entfernen diesen vorsichtig mit Pinzette oder Schere. Rissige und zu trockene Ballen können mit Vaseline oder etwas Melkfett geglättet werden. Eingetretene Dornen sollten entweder mit einer Pinzette vorsichtig entfernt oder direkt vom Tierarzt behandelt werden. Zudem gilt es, auf eine optimale Krallenlänge zu achten und das Fell zwischen den Zehen so kurz wie nur möglich zu halten. Dann wird Ihr Hund auch keinerlei Probleme mit den Pfoten, der Pfoten Gesundheit und den Krallen bekommen.

    ⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster, Redaktion
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