Rasseportrait Dogo Canario

Herkunft Kanarische Inseln
FCI-Standard 2
Größe 60 bis 65 cm (Rüde) 56 bis 61 cm (Hündin)
Gewicht 50 bis 65 kg (Rüde) 40 bis 55 kg (Hündin)
Charakter wachsam, treu und aufmerksam
Besonderheiten Wachhund und Familienhund
Lebenserwartung  10 bis 12 Jahre
Funktion Wachhund, Begleithund, Familienhund
Krankheiten HD, Arthrose im Alter, Hüftdysplasie
Fell kurz, rau oder glatt
Fellfarbe falb bis Braun oder gestromt, schwarze Maske
Andere Namen Canarian Molosser, Presa Canario, Canary Catch Dog, Perro de Presa Canario

Dogo Canario

Wir stellen hier den Dogo Canario in einem Rasseportrait vor. Alle Informationen zu dieser Hunderasse im Überblick:

Herkunft: Wie entstand der Dogo Canario?

Der Dogo Canario steht im Deutschen für die kanarische Dogge und gilt als FCI anerkannte Hunderasse aus Spanien. Dort ist sie schon seit dem Mittelalter bekannt und gehört zur FCI Gruppe 2, Sektion 2.1. So lange finden wir den Dogo Canario noch nicht in der Liste der FCI anerkannten Rassen. Seine Zugehörigkeit bekam er erst am 4. Juni 2001. Die endgültige Bestätigung folgte am 5. Juli 2011.

Zuerst tauche die Rasse unter der Bezeichnung Presa Canario im 16. Jahrhundert auf den kanarischen Inseln auf. Bis heute ist ihr eigentlicher Ursprung nicht bekannt. Jedoch geht man davon aus, dass die spanischen Eroberer die tierischen Vorfahren mit auf die Inseln brachten, wo sie sich mit den einheimischen Hunden kreuzten.

Auf dem Festland züchteten die Spanier einen großen und stabilen Hunde-Typ, der gleich mehrere Funktionen auf einmal erfüllt. Die großen und muskulösen Vierbeiner stellten sich anderen Tieren in Weg, trieben Rinderherden zusammen, beschützen das Revier und das Haus. Zugleich fanden sie Einsatz als Kriegshund. Über die Kriegswirren kamen sie mit der Eroberung Südamerikas in der ganzen Welt herum. Der Großteil der Rasse verblieb aber auf den Kanaren.

Der Dogo Canario ist das Natursymbol der Insel Gran Canaria. Dort liegt heute noch der regionale Ursprung dieser Rasse. Über die Jahre hinweg gingen die Funktionen als Treibhunde, Packhunde und Jagdhunde verloren, sodass viele Spanier ihren Dogo Canario eigentlich nur als Wach- und Haushund halten. Hierzulande gehört er zu den Exoten, der sich gerade bei den Molloserfans einer wachsenden Beliebtheit erfreut.

Dogo Canario – Aussehen und Körperbau

Der Dogo Canario ist ein großer und kräftiger Hund. Die Schulterhöhe der Hündinnen variiert zwischen 56 und 62 cm und die Rüden werden zwischen 60 und 66 cm. Das Gewicht sollte jeweils zur Statur des Hundes passen und niemals über 65 kg liegen. Der gewünschte deutliche Unterschied zwischen Rüde und Hündin ist als erheblich zu bewerten.

Der Dogo Canario hat kurzes, pflegeleichtes und eng anliegendes Fell in den Farben gestromt oder falbfarben. Erlaubt sind kleinere weiße Abzeichen oder Platten. Spätestens an seinem massigen Schädel erkennt man deutlich, dass der Dogo Canario zu den Molossern gehört.

Züchter und Halter, die den Dogo Canario in den modernen Standard der Rassehundezucht pressen wollen, sind sich selbst gar nicht einig über das Idealbild dieser Rasse. Demnach ergibt sich eine relativ breite Varianz, was seine Erscheinung anbelangt.

Nach althergebrachter Tradition kupierten die Halter ihren Dogo Canarios die Ohren. Das ist aus tierschutzrechtlichen Gründen in Deutschland und in vielen anderen Ländern verboten. Schließlich nimmt man den Tieren mit den Ohren einen wichtigen Teil ihrer Mimik und Gestik, was nachteilig auf die innerartliche Kommunikation auswirkt.

Trefft ihr dennoch auf kupierte Hunde, handelt es sich zumeist um importierte Rüden und Hündinnen aus den kontinentalen Zuchtlinien. Der Genpol der Dogo Canario ist limitiert. Würden die Züchter nicht regelmäßig neue Tiere importieren und für Verpaarungen einsetzen, steigt das Risiko einer Inzuchtdepression.

Im Unterschied zu den kupierten Dogo Canarios haben die unkupierten Hunde hängende Ohren mittlerer Größe.

Dogo Canario

 

Dogo Canario Charakter und Wesen

Der Dogo Canario sollte wesensfest, selbstbewusst und nervenstark sein. Schließlich findet er noch heute Verwendung als Schutzhund, Wachhund und als treuer Familienhund. Der Dogo bringt eine sehr hohe Reizschwelle mit.

Im Gegensatz zum schweren Molosser ist er nicht so schwerfällig, sondern agil und fit. Die Hunde verhalten sich Fremden gegenüber zunächst etwas zurückhaltend. Sie können aber sehr gut in Familien leben und kommen mit Kindern problemlos zurecht.

Dogo Canario Haltung und Erziehung

Im Grunde genommen ist der Dogo Canario anspruchslos, wenn es um seine Umgebung geht. Bedingt durch seine Größe sollte er nicht in einer kleinen Wohnung gehalten werden. Dabei haben wir immer im Hinterkopf, dass der Dogo Canario ursprünglich ein aktiver Jäger war.

Ist der Hund gut sozialisiert und konsequent erzogen, ist er ein zufriedener Familienhund. Ihr solltet jedoch bedenken, dass diese Rasse in Berlin/Brandenburg und in Bayern zu den gefährlichen Rassen gehört. Reist ihr mit einem Dogo Canario nach Dänemark, solltet ihr unbedingt die originale Ahnentafel und den EU-Impfpass mitnehmen. Andernfalls sind die Ordnungshüter berechtigt, euren Hund zu beschlagnahmen.

Der Dogo Canario ist intelligent und arbeitsfreudig. Demnach lässt er sich relativ einfach erziehen, ist dennoch kein Anfängerhund. Werfen wir einen Blick auf seinen kräftigen und muskulösen Körperbau, hängt ausgesprochen viel Stärke am anderen Ende der Leine.

Wer seinen Dogo konsequent und selbstbewusst erzieht, findet in ihm einen ergeben Partner auf Lebenszeit. Die aufmerksamen Hunde orientieren sich an einem autoritären Halter oder einer konsequenten Halterin, die den Ton angeben.

Pflege und Gesundheit des Dogo Canario

Sein kurzes, dichtes Fell stellt keine sonderlichen Herausforderungen an die Pflege. Nasser Schmutz und Schlamm trocknen von allein und lassen sich dann ganz einfach aus dem Fell bürsten. Weder in der Ernährung noch in der Gesundheit kommt es zu besonderen Anforderungen.

Wie alt wird der Dogo Canario?

Bisher gibt es wenige Belege und keine Studien zur Lebenserwartung der Dogos. Bei guter Pflege und artgerechter Haltung sollte ein Dogo Canario aber zwischen 10 und 12 Jahre alt werden. Ihr könnt davon ausgehen, dass die großen und schweren Hunderassen im Vergleich zu den kleinen Rassehunden nicht so alt werden. Als Senioren bekommen sie Probleme mit den Knochen und den Gelenken, da diese mit einem höheren Gewicht belastet sind.

Wie bei anderen muskulösen und großen Hunderassen, hat auch der Dogo Canario mit der Hüftdysplasie – kurz HD – zu kämpfen. Gemeint ist eine Formstörung des Hüftgelenks. Ist der Hund betroffen, ist die Hüftgelenkspfanne oder der Hüftgelenkskopf nicht richtig ausgeformt. Daraus kann eine Hüftluxation hervorgehen. Die erkrankten Hunde belasten die Gelenke an der falschen Stelle, was zu einem ungewöhnlich hohen Abrieb der Knorpel führen kann.

Dogo Canario Bilder

Wo kann ich einen Dogo Canario kaufen?

Grundsätzlich solltet ihr euch mit dem Wunsch nach einem Dogo Canario an einen zertifizierten und anerkannten Züchter wenden. Da die Hunderasse zu den jüngsten der FCI Vertretern gehört, hält sich die Anzahl der Züchter in Grenzen. Eine schöne Gelegenheit, einen Dogo Canario in Aktion zu sehen, ergibt sich auf einer der deutschlandweiten VDH-Ausstellungen, die in den großen deutschen Städten stattfinden. Hier trefft ihr auf Dogo Canario Halter, Fans, Aussteller und natürlich Dogo Canario Züchter.

Seriöse Züchter haben nichts gegen einen Besuch einzuwenden. Vor Ort könnt ihr Hündinnen oder Rüden und später auch die Welpen in Aktion erleben. Bedenkt bitte, dass nur ein Dogo Canario von einem seriösen Züchter eine gute Sozialisierung mitbringt. Gerne helfen die erfahrenen Fachleute bei der Anmeldung und den teils recht verworrenen Vorschriften, wenn es um die Haltung der Dogo Canarios in den Bundesländern geht.

Unser Buchtipp zum Dogo Canario

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* Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten  / Haftungsausschluss Letzte Aktualisierung 19.03.2019 / Links und Bilder Amazon-Partner

Quellen und Literatur:

  • FCI Rassennomenklatur der Rasse hier↑
  • Weihbull Zucht Dogo Canario hier↑
  • Schleger, Hundezüchtung in Theorie und Praxis, 1986
  • Burns & Fraser, Die Vererbung des Hundes, 1968
⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster, Redaktion
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