Wie erkennt man den Kaninchenschnupfen?

In der Fachsprache nennt sich der Kaninchenschnupfen Rhinitis contagiosa cuniculi. Die gesundheitliche Komplikation tritt häufig als Infektionskrankheit bei Kaninchen auf. Ähnlich wie der Schnupfen beim Menschen erweist sich die Erkrankung als ansteckend. Die betroffenen Kaninchen sondern Sekret aus der Nase ab. Zudem leiden sie unter geröteten Augen und Atemnot. Ebenfalls kommt es vor, dass die Tiere vermehrt niesen. Die Krankheit resultiert aus unterschiedlichen Krankheitskeimen, wobei Bakterien als Hauptverursacher gelten.

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Dein Kaninchen ist krank? Copyright: anatoliiSushko

Kaninchenschnupfen- das musst du wissen:

  • Beim Kaninchenschnupfen handelt es sich um eine ansteckende Infektionskrankheit, ausgelöst durch Bakterien.
  • Zu den charakteristischen Anzeichen gehören Ausfluss von Nasensekret, starker Niesreiz, Atembeschwerden sowie eine Rötung der Augen.
  • Um die Krankheit zu diagnostizieren, untersucht der Tierarzt das Kaninchen und entnimmt beispielsweise einen Abstrich aus dem Maul.
  • Weisen Kaninchen erste Anzeichen für die Infektionskrankheit auf, sollten die Besitzer mit ihnen einen Veterinär aufsuchen.
  • Die Behandlung des Schnupfens erfolgt medikamentös mit Antibiotika.
    Warum entsteht der Schnupfen beim Kaninchen?

Der Kaninchenschnupfen entsteht, wenn sich die Tiere mit speziellen Krankheitserregern infizieren. Zu den typischen Auslösern der Krankheit gehören mehrere Bakterienarten, beispielsweise Staphylokokken, sowie Mykoplasmen.

Der Studie „Laboruntersuchungen bei Kleinsäugern“ von Laboklin zufolge, führen Monoinfektionen mit Pasteurellen zu der Infektion. Gleiches geschieht, wenn diese Erreger zusammen mit Bordetellen den Organismus des kleinen Heimtiers befallen. Die erkrankten Tiere übertragen die Krankheitserreger durch direkten Kontakt mit anderen Kaninchen oder über eine Tröpfcheninfektion.

Letzteres geschieht beispielsweise beim Niesen. Steckt sich Dein Haustier mit den Bakterien an, befallen diese zunächst die Atemwege. Dadurch lösen sie eitrige Entzündungen aus. Erste Anzeichen für die Ansteckung bestehen in einem vermehrten Niesen, Schnupfen sowie Appetitlosigkeit betroffener Tiere.

Mehrere Faktoren begünstigen die Ansteckung

Das Risiko einer Ansteckung steigt bei Kaninchen mit einer geschwächten Immunabwehr. Zu einem schwachen Immunsystem führen beispielsweise:

  • Stress,
  • Kälte,
  • Futterunverträglichkeiten,
  • Mangel- oder Fehlernährung,
  • mangelnde Hygiene.

Leiden Kaninchen unter einer engen Käfighaltung, erhöht sich die Ansteckungsgefahr bei Infektionskrankheiten. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit der Bakterieninfektion, wenn schlechte Haltungsbedingungen herrschen. Diese treten auf, wenn Du den Kaninchenstall nicht regelmäßig ausmistest. Durch die Ausscheidungen der Kleintiere sammelt sich in der Luft Ammoniak. Dieser sorgt für gereizte Atemwege der Haustiere und begünstigt auf die Weise Atemwegsprobleme.

Zu welchen Symptomen führt der Kaninchenschnupfen?

Leiden Kaninchen unter dem bakteriell verursachten Schnupfen, sondern ihre Nase verstärkt durchsichtiges bis gelbliches Sekret ab. In einigen Fällen zeigt sich der Ausfluss eitrig und verklebt das Fell der betroffenen Tiere.

Um die Nasenöffnung bildet sich eine leichte Kruste, welche die Kaninchen beim Atmen zusätzlich behindern kann. Aufgrund der verklebten Fellstellen putzen sich die Kleintiere häufig, sodass sich das Sekret auch an den Pfoten befindet. Oft leiden die Tiere an eitrig-entzündeten und geröteten Augen.

Viele Besitzer bemerken den Kaninchenschnupfen erst, wenn das Haustier aufgrund der erschwerten Nasenatmung ungewohnte Atemgeräusche verursacht. In dem Fall versucht es, verstärkt durch das Maul zu atmen. Des Weiteren beginnt das Kaninchen, vermehrt zu niesen. Bei einer schweren Infektion, befallen die Erreger innere Organe, beispielsweise die Lunge. Dadurch erleiden die Kleintiere eine Lungenentzündung oder einen Abszess, der eine starke Atemnot auslöst.

Weitet sich der Schnupfen auf die Löffel aus, kommt es zu einer Innenohr- oder Mittelohrentzündung. Klare Anzeichen dafür sind Fressunlust sowie das Schiefhalten des Kopfes. Bei der Infektionskrankheit weist die Nase des Kaninchens ebenfalls eine Rötung auf. Zudem wirken betroffene Haustiere oft apathisch.

Wann suchst Du mit dem Kaninchen den Tierarzt auf?

Breiten sich die Krankheitserreger im Körper aus, drohen mehrere Komplikationen. Durch eine starke Lungenentzündung schwebt Dein Haustier schlimmstenfalls in Lebensgefahr. Daher empfiehlt es sich, bereits bei den ersten Anzeichen des Schnupfens einen Tierarzt aufzusuchen. Dieser untersucht Dein Haustier und ermittelt die genaue Krankheitsursache, bevor die medikamentöse Behandlung beginnt.

Wie diagnostiziert der Arzt den Kaninchenschnupfen?

Bei der Diagnose der Infektionskrankheit sieht sich der Tierarzt das Kaninchen an. Er stellt dem Besitzer Fragen über den Gesundheitszustand des Haustiers. Beispielsweise erkundigt er sich, ob andere Kaninchen im Haushalt ähnliche Krankheitsanzeichen aufweisen.

Anschließend überprüft der Tiermediziner Augen und Nase des Kaninchens, bevor er einen Abstrich aus dem Maul nimmt. Dadurch bestimmt er labormedizinisch die Krankheitserreger. Leidet das Tier unter starker Atemnot oder wirkt apathisch, kontrolliert der Veterinär die Lunge.

Kaninchenschnupfen Behandlung der Infektionskrankheit

Um eine weitere Ausbreitung und Vermehrung der Krankheitserreger zu vermeiden, verschreibt der Tierarzt zunächst Antibiotika. Die Präparate verabreichst Du dem Kaninchen mehrere Tage oder Wochen. Zudem versucht er, durch eine Spülung mit Kochsalzlösung, die Nasenatmung des Haustiers zu erleichtern.

Schleimlöser helfen, die Atemwege von Sekret und Schleim zu befreien. Leiden die Kleintiere wiederholt an Kaninchenschnupfen, empfiehlt der Tierarzt Medikamente, die das Immunsystem stärken. Obgleich es Impfungen gegen die Krankheit gibt, sind sie bei Tiermedizinern umstritten.

Die Behandlung Deines Haustiers unterstützt Du durch eine gute Hygiene im Kaninchenstall. Vorwiegend gilt es, die Bildung von Ammoniak zu verhindern. Durch Inhalation besteht die Möglichkeit, dem erkrankten Tier die Atmung zu erleichtern. Dafür eignen sich Salzwasserdampf oder ein Heublumenaufguss.

Eine Alternative bildet Wasserdampf, der beispielsweise beim Aufbrühen von Kräutertee entsteht. Bei der Maßnahme kommt es darauf an, das Kaninchen nicht zu nah über den Dampf zu halten, um Verbrühungen zu vermeiden. Des Weiteren solltest Du nach dem Vorgang das feuchte Fell vorsichtig trocknen.

In einigen Fällen leiden die Kleintiere unter chronischem Kaninchenschnupfen. Dieser tritt auf, wenn keine komplette Eliminierung der Krankheitserreger stattfinden kann. Um die Belastung für den Organismus gering zu halten, verabreichen die Besitzer betroffenen Tieren bei Ausbruch der Infektionskrankheit immunsteigernde Medikamente. Oft empfiehlt sich eine Behandlung mit einem starken Antibiotikum.

Fazit: Gute Pflege und Hygiene mindern das Ansteckungsrisiko

Die Infektionskrankheit lösen Bakterien auf. Eine falsche Fütterung und mangelnde Hygiene begünstigen die Ansteckung. Bei rechtzeitiger Therapie bestehen gute Heilungschancen, sofern das Kaninchen nicht in Kontakt mit erkrankten Tieren kommt.

Sonst kommt es zu einer wechselseitigen Erregerübertragung, sodass die Beschwerden wiederholt auftreten. Um den Ausbruch des Kaninchenschnupfens vorzubeugen, achtest Du bei den Kleintieren auf eine gesunde, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung sowie Sauberkeit im Käfig. Zudem kommt es darauf an, erkrankte Tiere von den Artgenossen zu trennen.

⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster, Redaktion
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