Labrador + Pudel = Labradoodle. So einfach diese Rechnung erscheint, so vielseitig stellt sich diese Hybridrasse dar. In Abhängigkeit vom Typ gibt es unterschiedliche Labradoodle-Arten. Schließlich fehlt bis zum heutigen Tag ein einheitlicher Rassestandard. Im Folgenden geht es uns um sein Aussehen, den Charakter und die Wesensstärken der aufgeschlossenen und liebenswerten Hunderasse.Tierwissen weiterlesen

Rasse: Labradoodle (Steckbrief)

Namen Labradoodle
FCI Gruppe nicht zugeordnet, siehe Labrador Rasse
Gewicht Rüde: 35 kg / Hündin: 25 kg
Widerristhöhe 54–65 cm
Charakter Zuverlässig, Mutig, Treu, Liebevoll,
Besonderheiten
Lebenserwartung 14 bis 16 Jahre
Funktion Begleithund, Familienhund,
Auslauf Haltung Auslaufbedürfniss mittel, Wohnungshaltung ja, Kinderfreundlich
Krankheiten  
Fellfarbe Rehfarbe
Fell
Herkunft Australien

Labradoodle

Was ist ein Labradoodle?

Aus einer Liebschaft zwischen einem Pudel und einem Labrador entstanden, erfreut sich der Labradoodle heute einer wachsenden Beliebtheit. Das hat zu einem regelrechten Boom geführt, wenn wir es auch hier mit einer Rasse zu tun haben, die keinen einheitlichen Standard hat. Die Größe soll zwischen 54 und 65 cm im Widerrist variieren und das Gewicht nicht über 35 kg hinausreichen.

Charakter und Temperament des Labradoodles

Grundsätzlich wünschen wir uns von diesen Hunden ein ausgeglichenes Temperament und kontrollierte Energien. Aus diesem Grund eignen sich Labradoodles als Therapie- und Assistenzhunde. Die Entwicklung der heutigen Zucht geht eine etwas andere Richtung, als dass es sich Wally Conron, der Begründer der Rasse, vorgestellt hat. So kreuzte man zum Beispiel bei einigen Linien den Cocker Spanier ein, wodurch die Hunde an Ruhe und Ausgeglichenheit einbüßten, aber auch ihr Konzentrationsvermögen verloren. Dabei ist die Rassemischung viel mehr als ein zu groß geratenes Kuscheltier.

Wo kommt der Labradoodle her?

Verfolgen wir die recht junge Rassegeschichte, gelangen wir nach Australien. Wally Conron, Hundetrainer für Blindenhunde, suchte vor ein paar Jahren nach einer hypoallergenen Rasse, die für seine Verwendungszwecke geeignet war. Bis heute gilt Wally als der Erfinder und Schöpfer dieser Rasse. Er arbeitete in der Vereinigung für Blinde und hat im Rahmen eines speziellen Trainings- und Zuchtprogrammes Blindenführhunde ausgebildet.

Labradoodle

Gewöhnlich arbeitete er mit dem Golden Retriever und dem Labrador. Als er den Auftrag bekam, einen Hund für eine blinde Frau zu trainieren, deren Mann unter einer Hundeallergie litt, stellte sich ihm ein entscheidendes Problem. Ihm war bekannt, dass des Pudels Fell hypoallergen war. Doch gelang es ihm nach drei Jahren nicht, einen geeigneten Pudel als Blindenführhund auszubilden. Nach Drängen seines Chefs entschloss er sich, seine Labradorhündin mit einem Pudel zu kreuzen, um einen passenden Hund für die blinde Dame zu finden. Nach entsprechenden Tests war tatsächlich einer der Welpen hypoallergen und erfüllte seine Voraussetzungen. Der erste Wurf Labradoodle war geboren.

Wie entwickelte sich die Zucht des Labradore?

In diesem Zusammenhang kam es zu einem Problem, mit dem Wally Conron nicht gerechnet hatte. Er konnte keine passenden Paten für seine Welpen finden. Schließlich wünschte sich der Großteil seiner Klienten und Kunden Rassehunde. Er griff also zum Telefon und machte seine ungewöhnliche Kreuzung öffentlich. Mit der Verkündung einer neuen Rasse entwickelte sich diese Neuigkeit zu einem Lauffeuer. Die Menschen wollten nun keinen Mischling mehr. Sie wollten einen waschechten Rassehund.

Doch wer würde Wally seinen reinrassigen Pudel geben, um außerhalb des Zuchtprogramms eine Labradorhündin zu decken? Auch hier in Deutschland ist es strikt verboten, einen eingetragenen und zugelassenen Rüden außerhalb des Hundevereins eine andere Rasse decken zu lassen. Daraufhin folgen der Zuchtausschluss und hohe Geldstrafen.

An dieser Stelle sei gesagt: Wally bekam unter der Hand Hilfe von einigen Züchtern aus dem Pudelclub, wenn er ihnen versprach, seine Kreuzungen nicht öffentlich zu machen. Von Anfang an legte er Wert auf ein ausgeglichenes Temperament und gesunde Hunde, die keinerlei vererbbare Krankheiten hatten.

Die Rasse fand schnell begeisterte Züchter und Fans, die ohne vergleichbare Kriterien in die Zucht starteten. So brachten einige Hundebesitzer Tiere zusammen, ohne auf ihre Gesundheitsprobleme zu achten. Entscheidend bleiben die hypoallergenen Eigenschaften eines Tieres. Das eigentliche Konzept drohte unterzugehen. Wally sieht in den Kreuzungen immer noch das Ziel, einen ausgeglichenen und freundlichen Assistenzhund zu bekommen, dessen Fell keine Allergien auslöst. Glücklicherweise gibt es auf der ganzen Welt verantwortungsbewusster Züchter, die das Konzept weitertragen, wenn auch unter einem anderen Namen: Australian Cobberdog.

Labradoodle

Der perfekte Therapiehund für die Familie

Es gibt wohl keine bessere Rasse für die Assistenzaufgaben und Therapiezwecke. Schließlich wurden Labradoodles oder der Australian Cobberdog für diesen Bereich gezüchtet. Das Ziel der Labradore war es, Wild zu erlegen und aportieren. Durch die Kreuzung der beiden Rassen sollen sich die optimalen Eigenschaften für einen Therapiehund verbinden. Auch hierzulande ist dieser Begleit- und Therapiehund Neuland. Durch seine besondere Intelligenz und sein Einfühlungsvermögen möchte der Hund seiner Bezugsperson gefallen. Das macht sich immer dann bezahlt, wenn du deinem Hund etwas beibringen möchtest.

Er versucht mit allen Mitteln, zu verstehen, was du von ihm willst. Geht es um das Temperament, wünschen wir uns einen ausgeglichenen, friedlichen und toleranten Hund. Er reagiert in keiner Situation aggressiv oder gereizt, sondern geht Stress und Ärger lieber aus dem Weg. Auf den ersten Blick sehen die Labradoodles aus wie ein großes Kuscheltier. Sie werden von vielen Menschen einfach nur gemocht. Er hat sehr weiches Fell, das es in vielen verschiedenen Farben gibt. Zudem können wir drei Größen unterscheiden.

2009 registrierte die International Australian Labradoodle Association (IALA) 1.500 Hunde dieser Rasse. Derzeit laufen die Bemühungen, Labradoodles als eigenständige Rasse zu etablieren. Das Ganze stellt sich schon von der Namensgebung als nicht besonders einfach dar, da der ANKC keine neue Rasse aus einer Kombination alter Rassenamen erlaubt.

Labradoodle

Eigenschaften der Rasse

Labradoodles haben eine gesunde Portion Energie, ohne nervös oder gereizt zu reagieren. Im Prinzip solltest du diese Gelegenheit nutzen in sinnvolle Aufgaben umzuwandeln. Darüber hinaus besitzt diese Rasse eine enorme Kapazität, um die Stimmungslagen der Menschen zu erkennen und darauf zu reagieren. Das macht ihn zu einem idealen Begleiter in Krankenhäusern und zu einem perfekten Therapiehund. Nicht zuletzt seine außergewöhnliche Eigenschaft des hypoallergenen Fells eignet sich für spezielle Bedürfnisse. Außerdem verliert diese Hunderasse keines ihrer Haare und macht keinen Fellwechsel durch. Zugleich müsst ihr euren Hund täglich bürsten und regelmäßig scheren/schneiden, damit das Hundefell nicht zu lang wird.

Ist der Labradoodle für Allergiker geeignet?

Es gibt keine Garantie, dass das Fell wirklich hypoallergen ist. Diese Eigenschaft geht aus einer zielgerichteten Auslese hervor. Seid ihr Allergiker und sucht nach einem passenden Hund, dann solltet ihr euch sicherheitshalber für einen Pudel entscheiden. Diese Hunderasse haart überhaupt nicht. Die eigentlichen Allergene befinden sich im Speichel der Tiere. Aus diesem Grund solltet ihr vorab mit eurem Hausarzt Rücksprache halten, wenn ihr euch für eine Hunderasse entscheidet.

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Passen Labradoodles wirklich zu mir?

Die Hunde orientieren sich an ihren Besitzern und werden auf dem Land ebenso glücklich wie in der Stadt. Eine Voraussetzung ist ausreichend Beschäftigung und Bewegung. Schließlich sind der Pudel und der Labrador Retriever ein Jagdhund, der am Land und am Wasser zum Einsatz kommt. Von einem seriösen Züchter bekommt ihr einen wesensfesten Hund, der sich täglich in einem eingezäunten Garten austoben sollte und mit dir auf Erkundungstouren geht. Bestenfalls bietest du deinem Hund die Gelegenheit, sich im Hundesport zu engagieren. Vielleicht geht ihr einmal in der Woche auf den Hundeplatz, trefft euch zur Gassirunde mit anderen Hundebesitzern oder entscheidet euch für ein gemeinsames Hobby, wie zum Beispiel Agility.

Labradoodle

Wo bekomme ich einen Labradoodle-Welpen oder Junghund?

Hier steht ihr vor dem größten Problem. Schließlich gibt es für diese Hunderasse keinen anerkannten Standard. Das bedeutet im Gegenzug, dass die Elterntiere keine Zuchttauglichkeitsprüfung durchlaufen. Aus diesem Grund solltest du besonders vorsichtig sein, wenn es um die Auswahl des passenden Welpen geht. Lass dir vom Züchter unbedingt alle Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere vorliegen und achte darauf, dass Hündin und Rüde einen Stammbaum besitzen. Es wäre vollkommen unsinnig, einen überhöhten Preis für einen Labradoodle-Welpen zu bezahlen, der aus unbekannten Quellen kommt und weitere Rassen einbringt.

Laut Empfehlung der „Australian Labradoodle Association Europe“ – kurz ALAEU – und der Stiftung Australian Labradoodle Founders Alliance – kurz ALFA) – ist der Australian Labradoodle ohnehin die bessere Wahl. Darüber hinaus etabliert sich derzeit einer Parallelrasse mit dem Australian Cobberdog. Hier haben die Züchter den Irish Soft Coated Wheaten Terrier eingekreuzt. Auf der Suche nach einem geeigneten Assistenzhund, bist du ohnehin besser bei den Profis aufgehoben. Sie suchen nach strikten Kriterien die Welpen aus den Würfen aus, um sie danach in die Ausbildung aufzunehmen.

Quellen und weiterführende Ressourcen:

⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster
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