Blutserum bei Tieren

    90

    Aufgaben und Funktionen von Blutserum von Hund und Katze

    Die Blutanalyse ist in der Veterinärmedizin ein wichtiges Diagnosemittel, deswegen wird auch bei Haustieren das Blut untersucht. Dazu stellt das veterinärmedizinische Labor aus der Blutprobe aus Vollblut der Katze/des Hundes in einer Zentrifuge aus dem Vollblut → Blutplasma → Blutserum her. Wie Blutserum entsteht und welche Aufgaben und Funktionen die serologische Blutuntersuchung bei Haustieren hat, erfahrt ihr hier:

    Blut Bestandteile Hund Katzec

    weiterlesen:

    Von der Blutprobe zum Blutserum

    Das Wort Serum ist dem Lateinischen entnommen und würde auf Deutsch mit dem Begriff Molke wiedergegeben werden. Daraus wird ersichtlich, dass das Blutserum bei Tier und Mensch nicht mit der entnommenen Blutprobe gleichzusetzen ist.

    Das Blutserum ist jener Bestandteil der Blutprobe, der nach dem Zentrifugieren übrig bleibt.

    Die Probe wird im Labor zunächst in eine Zentrifuge gegeben. Dort wird das Behältnis in eine schnelle Rotation versetzt, bei der sich die festen Bestandteile zu einem sogenannten Blutkuchen verbinden. Dabei werden Gerinnungsfaktoren verbraucht. Was am Ende übrig bleibt, ist das Serum, das nur noch die gelösten Stoffe aus dem Blut enthält.

    Blutuntersuchungen bei Hund, Katze und Pferd:

    • Kleines Blutbild: untersucht werden Leukozyten, Erythrozyten, Thrombozyten, Hämoglobin, Hämatrokrit, MCH, MCHC, MVC
    • Differentialblutbild: zählt die Unterarten der Leukozyten: segmentkernige, stabkernige, eosinophile und basophile Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten
    • Großes Blutbild: verbindet das kleine Blutbild und das Differentialblutbild

    weiterhin sind folgende Messungen von Werten der Enzyme oder Untersuchungen im Blutserum möglich:

    • Geriatrieprofil: beinhaltet: Allgemeines Suchprogramm, Screening-Profil inkl. T4 (Schilddrüsendiagnostik)
    • Nierenwerte (Nierenprofil) beinhaltet: Harnstoff, Creatinin, Cholesterin, Eiweiß, Phosphat, Natrium, Kalium, Calcium, Chlorid, Albumin, Globuline
    • Leberwerte (Leberprofil) beinhaltet:  Harnstoff, Cholesterin, Triglyceride, Bilirubin, GLDH, GOT (AST) GPT (ALT), Gamma-GT, Alk. Phosphatase (AP), Gallensäuren, gesamt Albumin ,Globuline gesamt

    Zentrifuge im Labor, Veterinärlabor - zentrifugieren von Blut um Blutserum zu erhalten

    Welche Werte aus dem Blutserum sind wichtig?

    Prinzipiell geben alle flüssigen Stoffe aus dem Blut einen Anhaltspunkt zur Gesundheit des Tieres. Je nachdem welche Krankheitssymptome zu beobachten waren, legt der Veterinär andere Schwerpunkte.

    Das Serum besteht zum Großteil nur noch aus Wasser und einem kleinen Anteil an Eiweißen. Einen geradezu verschwindenden Teil machen Hormone, Elektrolyte und Nährstoffe aus. Sie sind es aber, die bei der Analyse am wichtigsten sind.

    A) Hormone

    Eine Analyse der enthaltenden Hormone kann auf Erkrankungen wie eine Schilddrüsenfehlfunktion hindeuten. Ebenso wie beim Menschen gibt es viele Tiere, die nur mit täglicher Medikamentenverabreichung ein normales Leben führen können. Die Bestimmung der Hormonwerte ist daher teils lebensnotwendig.

    B) Bilirubin

    Vermutet der Tierarzt eine Erkrankung der Leber oder Galle, wird der Farbstoff Bilirubin im Serum analysiert. Er wird von der Galle gebildet und stellt ein Abbauprodukt aus dem Blutfarbstoff Hämoglobin dar. Bei gesunden Menschen und Tieren wird er über den Darmtrakt ausgeschieden. Sammelt sich zu viel im Blut, ist das ein Krankheitshinweis.

    C) Cholesterin

    Zu viel LDL-Cholesterin ist auch beim Haustier ein Hinweis auf zu viel Blutfett und damit auf ein Risiko für Arteriosklerose.

    D) C-reaktives Protein

    Dieses Eiweiß wird als CRP abgekürzt und ist ein wichtiger Entzündungsmarker. Hohe Werte deuten auf Infektionen hin.

    E) Elektrolyte

    Zu ihnen zählen Stoffe wie Kalzium und Magnesium.

    Wie macht die Zentrifuge aus Blut Serum:

    Das Blut besteht aus festen und flüssigen Stoffen und erstere werden durch das Zentrifugieren komplett abgetrennt. Demnach fehlen:

    1. Erythrozyten
    Sie sind die roten Blutkörperchen, die den roten Farbstoff Hämoglobin besitzen. Nur dank ihnen kann Sauerstoff im gesamten Körper verteilt werden. Da sie aus dem Serum herausgefiltert wurden, ist dieses nicht mehr rot, sondern in einem Gelbton gefärbt. Das schwache Gelb entsteht durch den gelösten Stoff Bilirubin.

    2. Leukozyten
    Auch sie zählen zu den Blutkörperchen, dienen aber nicht dem Sauerstofftransport, sondern dem Immunsystem. Sie werden auch als weiße Blutkörperchen bezeichnet und lassen sich in weitere Untergruppen wie Lymphozyten aufgliedern.

    3. Thrombozyten
    Dies sind die lebenswichtigen Blutplättchen, die sich um die Blutgerinnung kümmern. Ohne sie würde eine Wunde nicht zu bluten aufhören. In zu großer Anzahl an der falschen Stelle können sie allerdings auch zu Thrombosen führen.

    Quellen, Links und weiterführende Literatur

    • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag. ISBN-10: 3981466063.
    • Klaus Dörner: Taschenlehrbuch Klinische Chemie und Hämatologie. 8. Auflage. Stuttgart 2013: Georg Thieme-Verlag. ISBN-10: 3131297182.
    • www.grossesblutbild.de Blutdiagnostik am menschlichen Blutserum↑
    ⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster, Redaktion
    1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 5 Bewertungen
    Loading...