Diese Frage stellen sich neue Pferdebesitzer und Pferdefreunde regelmäßig. Es kommt auf die Haltungsform und den jeweiligen Platzbedarf des Pferdes an. Bedenke, dass die Tiere von Natur aus Bewegung benötigen.

Pro Tag laufen sie bis zu sechs Kilometer in langsamen Schritten. Bei der Größe der Box oder des Stalls, berücksichtige den Bewegungsdrang der Tiere. Eines vorweg: Ein Pferd den ganzen Tag in einer Stallbox einzusperren, gehört zu den No-Gos der Pferdehaltung. Die Boxenhaltung zeigt sich artgerecht, sobald es sich um eine Paddockbox handelt.

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Die richtige Größe bei der Boxenhaltung

Hältst Du Dein Pferd in einer Box, achte auf einen ausreichenden Sicht-, Geruchs- und Hörkontakt zu den Artgenossen Deines Tieres. Bei der Frage: Wie viel Platz braucht ein Pferd? kommt es auf die Widerristhöhe des Pferdes an. Vorteilhaft zeigen sich Wände mit einer Größe von 0,8 x Widerristhöhe und einer Höhe von 1,3 x Widerristhöhe. Trennbar sind diese Boxen durch Metallgitter oder Metallstangen. Pluspunkte bei dieser Art der Box gibt es durch den guten Sichtkontakt. Pferde erhalten die Möglichkeit, in Ruhe zu fressen.

Wie viel Platz benötigt ein Pferd im Stall oder Aktivstall?

Ein normal großes Pferd weist im Durchschnitt eine Größe von 1,68 Meter auf. Für Tiere dieser Größenordnung erfordert der Stall eine Liegefläche von 8,47 m². Nicht mit eingerechnet gehört der Fressstand. Damit für die Pferde der Auslauf Platz bietet, erfordert dieser eine Größe von 150 m² für zwei Tiere. Bei mehreren Pferden kommen 40 m² pro Tier hinzu.

Ein Beispiel: Für vier Pferde mit einem Stockmaß von 1,68 Meter, benötigst Du einen Stall mit 264 m². Zusätzlich kommt der Fressstand hinzu. In einem Aktivstall brauchen die Pferde mehr Raum für die Bewegung. In diesem Fall hängt die Größe vom Konzept des Gebäudes ab.

Alternativ gibt es Offenställe. Diese benötigen einen entsprechenden Unterstand, um die Tiere vor Zugluft oder schlechten Witterungsverhältnissen zu schützen. Den Unterstand passt Du an die Anzahl der Pferde an, damit diese keine Probleme beim Hinlegen oder Umdrehen bekommen.

Eine weitere wichtige Rolle bei der Stallgröße spielt die Deckenhöhe. Diese ist wichtig, um die optimale Lüftung für die Tiere zu gewährleisten. Es empfiehlt sich, eine Mindesthöhe von 1,5 x Widerristhöhe anzustreben. Ein Luftraum pro 500 Kilogramm Tiergewicht von 30 m² erweist sich als ideal.

Wie viel Platz benötigt ein Pferd auf der Weide?

Grundsätzlich für Dich zu merken: Eine Weidefläche, egal welcher Größenordnung, ist besser als keine Weide. Ein Viertel Hektar, sprich ca. 250 m² pro Tier, empfehlen sich für eine Sommerweide. Teile die Weide in Abschnitte ein und bringe das Pferd regelmäßig in einen anderen Teil der Weide. Auf diese Weise wächst das Gras regelmäßig nach. Die Tiere haben stetig genügend Grasfläche zum Abfressen. Hast Du wenig Grasfläche zur Verfügung, bringe das Pferd täglich stundenweise auf die Weide.

Wichtig: Die Vorschrift verlangt es, einen Unterstand für die Pferde zu errichten. Auf diese Weise erhalten die Stuten und Hengste die Möglichkeit, sich bei starker Sonneneinstrahlung, Regen oder Schnee unterzustellen.

Planst Du, Dein Pferd im Winter überwiegend auf der Weide verbleiben zu lassen, empfiehlt sich eine Gesamtgröße von einem Hektar.

Der Zaun für die Koppelhaltung

Errichtest Du einen Zaun für Deine Koppel, unterscheide zwischen Klein-, Spring- und Großpferden. Für kleine Pferde reicht eine Zaunhöhe von 120 Zentimetern aus. Hast Du ein großes Pferd, rechne 20 Zentimeter hinzu, um die ideale Höhe für die Umzäunung zu errichten. Vorsicht bei Springpferden! Diese nutzen niedrige Zäune gerne, um zu entwischen. Bei dieser Art von Tieren veranschlage eine Zaunhöhe von 160 Zentimetern. Alternativ berechnest Du ¾ der Widerristhöhe.

Damit die Zaunpfähle halten, gräbst oder betonierst Du die Pfähle fest ein. Als Material für die Umzäunung eignen sich:

  • Holz
  • Metall
  • Elektrozäune

Leicht aufstellen lassen sich Elektrozäune. Elektrowerte zwischen 2.000 V und 10.000 V reichen aus. Vor der Nutzung prüfst Du die Geräte auf ihre Tauglichkeit, um Verletzungen am Menschen und am Tier zu vermeiden.

 

Mario Förster
Als Autor und Herausgeber von Tierischehelden.de helfe ich dir dein Haustier noch besser zu verstehen. Ich bin seit meiner Kindheit ein großer Tierliebhaber und teile meine Erfahrungen aus über 12 Jahren Hundehaltung und Katzenhaltung. Alle Artikel sind durch Fachexperten, Züchter oder Tiermediziner fachlich geprüft.