Zeckenbiss beim Pferd – Gefahren der Pferdeborreliose

    206

    Diese Folgen und Gefahren verursachen Zecken beim Pferd

    Der Befall mit Zecken birgt nicht nur für Menschen erhebliche Gesundheitsgefahren.

    Auch beim Pferdehalter sind sie als Überträger schwerwiegender Infektionskrankheiten gehasst und gefürchtet.

    weiterlesen:

    Insbesondere können Zecken bei Pferden Erkrankungen wie Borreliose oder (seltener) FSME auslösen, die wir auch beim Menschen gut kennen und die uns auch dort viele Sorgen bereiten können.

    Pferd Zeckenbiss
    Tierärztin untersucht den Zeckenbiss bei einem Pferd am Auge Copyright: F.C.G. bigstockphoto

    Während man als Mensch jedoch die Möglichkeit hat, einem Zeckenbefall durch bestimmte Maßnahmen vorzubeugen (etwa durch Wahl der „richtigen“ Kleidung), so ist ein Pferd nur zufrieden, wenn es sich unbeschwert in der Natur bewegen und auch mal auf einer Weide grasen kann.

    So kommt ein Zeckenbiss bei Pferden relativ häufig vor und der Halter bekommt es auf Grund des dichten Fells der Vierbeiner und wegen deren Färbung nur in den seltensten Fällen wirklich mit. Ein Zeckenbiss macht keine Symptome

    Als eines der ersten Symptome einer Borreliose tritt sowohl beim Menschen, wie beim Pferd das sogenannte „Erythema Migrans“ auf, bei dem es sich um eine Hautrötung handelt, die „wandert“ und damit also nicht auf ein Hautareal beschränkt bleibt. Der Pferdehalter steht hier ungefähr vor dem gleichen Problem, das sich ihm auch schon beim Auffinden einer Zecke präsentiert hat: das Fell des Pferdes macht das Absuchen der Haut nach möglichen Veränderungen praktisch unmöglich.

    Der Zeckenbiss beim Pferd und seine Folgen

    Die Pferdeborreliose

    Borreliose-Bakterien finden sich bei etwa einem Drittel aller in Deutschland vorkommenden Zecken. Aus diesem Grund ist es nicht unwahrscheinlich dass es auch beim eigenen Pferd zu eine Begegnung mit dem Borreliose-Bakterium kommt.

    Wenn man sich das bewusst macht, darf man aber nicht davon ausgehen, dass jedes Pferd, das mit den Erregern in Kontakt kommt automatisch erkrankt. Tatsächlich finden sich bei einer vergleichsweise großen Zahl von Pferden (etwa bei 16-30 %) Antikörper gegen die Borrelien, was zeigt, dass es dem intakten Immunsystem des Vierbeiners gelingen kann, die Erreger abzuwehren.

    Rein theoretisch kann ein Zeckenbiss beim Pferd aber immer eine schwere Verlaufsform der Erkrankung beim Pferd hervorrufen, so dass es für den Halter wichtig ist, auf mögliche Infektionszeichen zu achten. Im Folgenden werden die typischen Symptome einer Borelliose – die sich im Rahmen der unterschiedlichen Krankheitsstadien in jeweils ganz eigener Form präsentieren – kurz beschrieben.

    (1) Gerade da ein Zeckenbiss zunächst keine Symptome verursacht, sollte der Halter in den Frühsommermonaten grundsätzlich das Fell des Pferdes auf den Befall mit den Schädlingen untersuchen. Wenn man den Zeckenbiss beim Pferd mitbekommt, dann kann man das Insekt mit Hilfe einer Pinzette entfernen und weiß, dass man in der folgenden Zeit besonders auf mögliche Infektionszeichen achten muss. Während Zeckenbiss-Symptome ausbleiben präsentiert sich eine aktive Borreliose im Frühstadium mit einer spezifischen Hautrötung. Hat man den Befall mit der Zecke mitbekommen, dann kann man in der Folge als Halter leichter darauf achten, ob sich die im Fachjargon „Erythema Migrans“ genannte „Wanderröte“ unter dem Fell zeigt.

    (2) Löst der Zeckenbiss beim Pferd tatsächlich eine Borreliose-Erkrankung aus, so zeigt sich diese im zweiten Stadium eher mit unspezifischen Symptomen, die auch andere Ursachen haben können.

    Es kommt zu einer allgemeinen Erschöpfung des Tieres und zu einer Bewegungsunlust, die sich aus Schwellungen und Entzündungen der Gelenke ergibt. Auch Fieberschübe können in diesem Stadium vorkommen.

    (3) Auch ohne rechtzeitige Antibiotika-Gabe bleibt das dritte Stadium der bakteriellen Infektion bei Pferden zum Glück meistens aus. Allerdings ist dieses für den Vierbeiner immer lebensbedrohlich.

    Hier kommt es zu Koordinationsstörungen und Störungen der Hirnnerven, die zu Schluckbeschwerden führen können. Das Pferd verliert in Folge seinen Appetit, magert ab und wird meistens sehr schwach. Leider ist eine Antibiotika-Gabe in diesem Stadium nicht mehr hilfreich, da das Medikament das zentrale Nervensystem nicht erreicht.

    Zeckenbiss beim Pferd: Wie können Pferdehalter das Tier schützen?

    Auf Grund der Tatsache, dass ein Zeckenbiss keine Symptome beim Pferd verursacht, sind Halter und Pferdefreunde geneigt, zur Vermeidung einer Infektion Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

    Tatsächlich kann der Pferdeborreliose seit einigen Jahren mit Hilfe einer Immunisierung vorgebeugt werden. Der bereitgestellte Impfstoff wird zunächst als Grundimmunisierung und schließlich als jährliche Auffrischungsimpfung verabreicht und ist nach bisherigen Erfahrungen für das Tier sehr gut verträglich.

    Da es regionale Unterschiede bei der Verbreitung der jeweilig aktiven Bakterienstämme gibt, ist der Impfstoff an allen Deutschland vorkommenden Varianten des Erregers orientiert. Mit Hilfe des Aufwandes einer solchen Immunisierung kann der Pferdeliebhaber sich relativ sicher sein, dass das Tier vor der Erkrankung geschützt ist.

    Die einzige Alternative der Prävention ist die regelmäßige genaue Kontrolle des gesamten Pferdefelles so dass der Zeckenbiss – der keine Symptome erzeugt – dennoch erkannt wird.

    FSME beim Pferd

    Pferde können auch an einer weiteren von Zecken übertragenen Infektion erkranken, die wir vom Menschen her gut kennen: Bei der FSME-Erkrankung – also der sogenannten Frühsommermeningoenzephalitis – handelt es sich um eine Virusinfektion des zentralen Nervensystems, die beim Pferd seltener auftritt, die jedoch im Gegensatz zu ihrem menschlichen

    Gegenpart beim Vierbeiner in einem Großteil der Fälle zum Tode führt. Auch hier verursacht der Zeckenbiss keine Symptome und es gibt auch keine Vorboten der Erkrankung, wie wir sie bei der Borreliose sehen können.

    Führt der Zeckenbiss beim Pferd zu einer FSME-Erkrankung so präsentiert sich diese mit einer plötzlich auftretenden und schweren neurologischen Symptomatik, zu der Koordinationsstörungen und Krampfanfälle gehören. Die Behandlungsoptionen sind hier lediglich symptomatischer Art. Es existieren keine Medikamente, mit denen man diese schwere Infektion ursächlich in den Griff bekommen kann.

    Fazit

    Zeckenbisse beim Pferd sollten ernst genommen werden, da sie schwerwiegende Folgen haben können. Da Zeckenbisse kein Symptome hervorrufen und der Halter die Schädlinge leicht übersieht, ist es empfehlenswert während der Zechensaison im Frühsommer ein intensives Augenmerk auf das Fell der Tiere zu haben und die Insekten mit Hilfe einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange zu entfernen. Bei Auftreten unspezifischer Symptome sollte man immer daran denken, dass ein Zeckenbiss beim Pferd als Ursache einer Infektion möglich ist.

    ⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster, Redaktion
    1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 2 Bewertungen
    Loading...