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Wie funktioniert der Muskelaufbau beim Pferd?

Um sich im Gelände fortzubewegen und ihre Reiter zu tragen, brauchen Pferde eine funktionsfähige, kräftige Muskulatur. Speziell nach einer Verletzung oder einer langen Krankheit kommt es zu einer leichten Zurückbildung der Muskeln. Die Pferdebesitzer kümmern sich im Rahmen der Rehabilitierung um einen erneuten Muskelaufbau beim Pferd.

Alternativ tragen bestimmte Trainingsmethoden zu einem Muskelumbau bei. Dieser unterstützt beispielsweise die Ausbildung zum Spring- oder Turnierpferd. Experten empfehlen einen abwechslungsreichen Trainingsplan, um die Muskulatur zu stärken und den Kreislauf des Tiers in Gang zu bringen.

Muskelaufbau bei deinem Pferd – das Wichtigste im Überblick

  • Bei Säugetieren unterscheiden Mediziner drei Muskelgruppen: Herzmuskeln, glatte Muskulatur und Skelettmuskulatur.
  • Um beim Pferd einen Muskelaufbau zu fördern, eignet sich ein abwechslungsreiches Bewegungstraining.
  • Eine unzureichend ausgebildete Muskulatur erhöht bei den Reittieren das Risiko von Knochen- und Sehnenverletzungen.
  • Nach einer Verletzung oder einer längeren Krankheitsphase brauchen Pferde ein schonendes, aber kontinuierliches Training.
  • Überforderung und Stress belasten den Kreislauf des Pferds und beeinträchtigen den Erfolg beim Muskelauf- oder Umbau.

Welche Maßnahmen führen zum Muskelaufbau beim Pferd?

Mithilfe eines schonenden Muskelaufbaus bei Pferden gelingt es, die Skelettmuskulatur langfristig zu stärken. Wiederholte Trainingsabläufe und regelmäßige Bewegung lockern die Muskeln und sorgen für deren Entspannung.

Leidet das Reittier aufgrund fehlerhafter Trainingseinheiten unter einer verhärteten Muskulatur, drohen Verletzungen, beispielsweise im Bereich der Sehnen. Daher kommt es darauf an, das Auf- oder Umbautraining an den Gesundheitszustand des Tiers anzupassen.

Zunächst sorgen die Besitzer dafür, dass die Pferde eine Basismuskulatur aufbauen. Hierbei empfiehlt es sich, den Tieren ausreichend Weidegang anzubieten. Bewegen sie sich frei auf einem großen Gelände, kommt es zu einer Grundbelastung der Skelettmuskulatur. Vorwiegend eignen sich Weideflächen, auf denen die Reittiere problemlos galoppieren können. Bei den Pferden handelt es sich um Lauf- und Bewegungstiere, sodass sie ihren Bewegungsdrang selbstständig auszuleben versuchen.

Durch langsame und schnelle Gangarten entwickeln und stabilisieren sich:

  • Muskeln,
  • Sehnen,
  • Gelenke
  • und Bänder.

Durch die eigenständige Bewegung lernen beispielsweise Fohlen und Jungpferde, ihren Körper zu koordinieren. Nach einer langen Ruhe- oder Krankheitsphase ermöglicht der Weidegang eine schonende Regeneration der Basismuskulatur.

Nicht jedes Pferd braucht während der Zeit auf der Weide eine Herde um sich. Speziell scheue oder angeschlagene Pferde profitieren von Zweier- oder Dreiergruppen, die sie auf Koppel und Weide begleiten. Neben dem Weidegang bewährt sich ein abwechslungsreicher Trainingsplan, um den Muskelaufbau bei Pferden voranzutreiben. Neben leichten Ausritten im Schritttempo kommt es beispielsweise zum Galopptraining. Profitiert das Tier von einer gestärkten Skelettmuskulatur, folgen Schwerpunktübungen, um bestimmte Muskelgruppen zu trainieren.

Tipp: Vor jedem Training braucht das Pferd Aufwärmübungen

Bevor ein Muskelaufbautraining beginnt, ermöglichen es spezielle Übungen, die Muskulatur des Pferdes zu lockern. Das beugt während des eigentlichen Trainings Verletzungen vor. Eine gute Methode besteht im Vorwärts-Abwärts-Reiten. Dieses Basistraining bereitet das Tier körperlich und geistig auf die nachfolgenden Trainingsabläufe vor. Zudem besteht für Dich die Möglichkeit, die Tagesform des Pferdes in Erfahrung zu bringen.

Das Vorwärts-Abwärts-Reiten trainiert alle Muskelgruppen im Pferdekörper und beeinflusst den gesamten Muskelaufbau positiv. Um eine Überbelastung der Vorderhand zu vermeiden, beschränkst Du die Dauer der Reitübung auf maximal eine Stunde.

Vorrangig bei Reittieren mit Gelenkerkrankungen oder Sehnenverletzungen an den Vorderbeinen spielt eine dosierte Trainingsvorbereitung eine Rolle. Überanstrengt das Basistraining das Pferd, droht ein verstärkter Dehnungsreiz im Bereich der Bänder der Oberlinie. Dadurch leidet das Tier unter anhaltendem Bewegungsschmerz.

 

Welche Bewegungen tragen zum Muskelaufbau bei Pferden bei?

Bestimmte Bewegungsabläufe fördern die Stärkung der Muskulatur. Beispielsweise hilft während des Bewegungstrainings eine Verkürzung der Muskeln. Diese findet statt, wenn sich Muskelansatz und Ursprung nähern. Hierbei handelt es sich um eine konzentrische Kontraktion.

Damit sich der Quadriceps genannte Oberschenkelmuskel verkürzt, eignen sich Sprünge sowie das Galoppieren bergauf als Trainingsmethode. Um eine dauerhafte Spannung der Muskeln zu verhindern, bedarf es anschließend Übungen für eine verlängerte Muskulatur.

Tierärzte sprechen in dem Fall von einer exzentrischen Kontraktion. Für den Muskel erweist sich diese Bewegung als schwierig, sodass sie bei Überbelastung schnell zu Muskelkater führt. Dafür eignen sich entsprechende Bewegungsübungen, um die Muskelkraft des Pferdes innerhalb kurzer Zeit zu steigern. Für das Training der Muskelgruppen eignet sich das Reiten bergab. Der Trainingseffekt kommt dabei nicht durch das Verkürzen der Muskulatur zustande. Vielmehr helfen langsame und kontrollierte Bewegungen – unter Berücksichtigung von Schwerkraft und Gewicht – die Muskulatur zu kräftigen.

Des Weiteren unterstützt die isometrische Kontraktion den Muskelaufbau bei Pferden. Arbeiten die Muskeln isometrisch, bleiben sie unter einer gleichmäßigen Spannung, auch Dauerspannung genannt.

Während des Anspannens der Muskulatur fehlt dieser eine ausreichende Durchblutung, da sich die Blutgefäße zusammenziehen. In der Folge entsteht eine schnellere Muskelermüdung. Um die Muskeln von Sportpferden zu stärken, eignen sich laut einer 2004 veröffentlichten Studie Präparate mit Vitamin E und Selen. Die Publikation trägt den Titel „Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie zur Wirkung von Vitamin E und Selen auf die Muskulatur von Sportpferden“.

Ausritte ermöglichen eine kräftige Pferdemuskulatur

Neben einem gezielten Muskeltraining helfen Ausritte und sich wiederholende Bewegungsabläufe dabei, die Skelettmuskulatur der Pferde zu kräftigen. Damit sich die Muskeln systematisch aufbauen, reitest Du mit dem Tier im Gelände. Zunächst empfiehlt es sich, im Schritt eine Anhöhe auf- und abzureiten.

Das langsame Tempo sorgt für eine entspannte Atmosphäre und beugt einer Überbelastung vor. Vorzugsweise bleibt der Zügel während der Ausritte lang, sodass sich das Tier nach Belieben in die Tiefe dehnt. In der Fachsprache heißt die Maßnahme „hingegebener Zügel mit Genickkontrolle“.

Für einen schonenden Muskelaufbau bei Pferden bietet sich zudem das Reiten durch Wasser an. Dabei solltest Du eine Stelle mit einem griffigen Untergrund wählen. Flache Bachläufe bieten dem Pferd einen angenehmen Halt. Durchquert das Tier das Wasser – unabhängig von der Geschwindigkeit – erfolgt eine schonende Muskelkräftigung. Bei tieferem Gewässer heben die Reittiere die Beine automatisch und ziehen sie an. Dadurch entsteht eine Mischung aus konzentrischer und exzentrischer Kontraktion.

Das gibt es beim Muskelaufbau zu beachten

Bemühst Du Dich bei Deinem Pferd um den Muskelaufbau, kontrollierst Du vor jedem Training den Leistungsstand des Tiers. Vorwiegend nach langen oder anstrengenden Trainingseinheiten brauchen die Reittiere eine Erholungszeit.

Diese trägt zur Entspannung der Muskulatur bei. Keinesfalls sollte es zu einer Überlastung der Skelettmuskulatur kommen, da schwerwiegende Verletzungen drohen. Diese belasten den Kreislauf Deines Pferdes und machen bereits erzielte Trainingserfolge zunichte.

weiterführend:

https://edoc.ub.uni-muenchen.de/3248/1/Freismuth_Alexandra.pdf

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