Carl von Linné
Bild: Alexander Roslin
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Die Theorie von der Taxonomie beim Hund geht auf die von Carl von Linne 1753 geschaffene zoologischen Nomenklatur zurück. Demnach bedeutet Taxonomie: die früheren Haustierrassen als Ur-Rassen zu verstehen, auf die wir unsere heutigen Rassehunde zurückführen. So gab es schon vor vielen Jahren Versuche, die Erscheinungsformen der Hunde in Kategorien einzuordnen. Es war aber erst Carl von Linne, der im 18. Jahrhundert von der Unveränderlichkeit einzelner Arten sprach und eine moderne Taxonomie beim Hund einführte. Ich werde seiner spannenden Biografie nachgehen, um euch einen Überblick über die ersten Hunderassen zu geben.

Carl von Linné
Cover von: Systema Naturae, 10. Auflage, modifizierte Neuauflage von 1760 Carl von Linné

Carl von Linne Biografie

Carl von Linné war ein Naturforscher und gilt als Begründer der modernen Taxonomie. Er ist am 23. Mai 1707 im schwedischen Rashult geboren und am 10. Januar 1778 in Uppsala verstorben. Die Grundlage seiner zoologischen Taxonomie bildete die binäre Nomenklatur.

Die Basis legte Carl von Linne mit seinen Manuskripten zur Praeludia Sponsaliorum Planatarum. Hier entwickelte er die Idee der Sexualität der Pflanzen. In seinen späteren Arbeiten in Holland entwickelte er Prinzipien eines geordneten Pflanzensystems. Nach seiner Rückkehr in die schwedische Heimat war Carl von Linne als Arzt tätig und begründete u.a. die Akademie der Wissenschaften. 1741 wechselte er als Professor an die Universität von Uppsala, wo er seine enzyklopädischen Arbeiten zur Beschreibung der Tiere und Pflanzen weiterführte.

Carl von Linné
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  • Carl von Linne ist der Begründer der Taxonomie der Lebewesen
  • Unterscheidung des Rassestammbaums und des evolutionären Stammbaums
  • Nach diesen Erkenntnissen stammt der Hund vom Wolf ab
  • Klassifikation, Identifikation, Nomenklatur und Taxon gehören zu den Basics in der Taxonomie
  • Unterkategorien und Rassen kamen später hinzu

Carl von Linnés fundamentale These zur Taxonomie beim Hund

Ausgehend von der Systema Naturae übertrug er seine binäre Nomenklatur in der 10. Auflage auf die Tierarten. Im Laufe seiner letzten Lebensjahre entwickelte die 12. Auflage, in der er neue Pflanzen beschrieb. Heute profitieren wir von den Arbeiten von Carl von Linné. Sie sind die Grundlage für die botanische und zoologische Nomenklatur. Auf seinen Grundlagen fußt die Erkenntnis, dass sich die Natur in eine Taxonomie einordnen lässt.

Was bedeutet Taxonomie?

Die Rede ist von der Klassifikationswissenschaft. Dadurch können wir Lebewesen in Familien und Gruppen einteilen. Innerhalb der Taxonomie lassen sich verschiedene Stufen, wie Gattung, Art, Familie, Unterfamilie, Klasse, Stamm oder Domäne, unterschieden. Nun ist es nicht einfach diese Wissenschaft in wenigen Worten zu erklären, da ihre Erkenntnisse und Grundlagen äußerst komplex ausfallen.

Die Taxonomie des Hundes

Auf Basis der These zur Taxonomie beim Hund lassen sich echte Füchse von echten Hunden unterscheiden. Demnach gehen die modernen Methoden auf den Vergleich der Gene, der DNA und auf die Merkmalsanalyse zurück. So lassen sich die Verwandtschaften und evolutionären Beziehungen ermitteln.

Ausgehend von dem Haushund existieren Hunderte großer und kleiner Rassen. Die Rassebezeichnung geht auf die heutigen Nutz- und Haustiere zurück. Eines haben die domestizierten und wildlebenden Tierarten gemeinsam: Jede Spezies erhält einen Artnamen.

Diese Namen lassen sich durch die These der Taxonomie beim Hund in eine Systematik einordnen. Nach der Klassifizierungsmethode wird eine Einheit einem Taxon zugeordnet. Dieses Taxon entspricht einer bestimmten Gruppe von Lebewesen. Diese Gruppe zeichnet sich durch gemeinsame Merkmale aus, die sie von anderen Gruppen unterscheiden. Unterhalb dieser Artnamen gilt für die wildlebenden Tiere eine Nominatform.

Für Variationen innerhalb einer Art gibt es Zusätze, die mit lateinischen Namen bezeichnet werden. Wir sprechen von einer Subspezies. Dieses Prinzip lässt sich auch auf domestizierte Tiere anwenden.

Erkenntnisse für die Kategorisierung der Haustiere

Ausgehend von diesem Prinzip entwickelte sich das System der binomialen Nomenklatur. Danach ließen sich die Arten nach ihrem Geschlecht und ihrem Namen klassifizieren. Dann erfolgt eine Gruppierung nach Familien, ausgehend davon in Klassen und in Reiche. Später kamen weitere Untergliederungen hinzu. Heute wissen wir, dass wir Linné die Systematik der Lebewesen und aller Haustiere zu verdanken haben.

Durch die Taxonomie ist es uns möglich, die „Internationalen Nomenklatur Codes“ zu bestimmen. Über diese Codes können wir das taxonomische System bestimmen sowie die Namen und der dazugehörige Typ.

Wissenswertes zur Entstehung der Hunderassen

Die Beziehungen zwischen den Tierarten

Beim Haushund handelt es sich um eine Art des Wolfes. Im Gegensatz zu den wildlebenden Tiere unterscheiden wir bei den domestizierten Hunden die Rassen, die als Varietät bezeichnet werden. Im Vergleich zum Stammbaum des Rassehundes liefert der evolutionäre Stammbaum Informationen und Beziehungen mit anderen Tierarten.

Beim Rassestammbaum, den die Hunde vom FCI bekommen, erfahren wir mehr über die Elterntiere eines Hundes. So ist es einem Halter und Züchter möglich, eineindeutig nachzuweisen, dass es sich um einen „echten“ Rassehund handelt, der aus Verpaarungen innerhalb der Rasse entstanden ist.

Stammbaum der Rassehunde einfach erklärt

Das Dokument trägt den Namen des Zuchtbuches, das vom Zuchtbuchführer organisiert wird. Der Rassehundeverein bestimmt seinen Zuchtbuchführer und überträgt dieser Person eine große Verantwortung.

Zu den wichtigsten Eintragungen gehören u.a. der Name des Hundes, sein Geschlecht und das Wurfdatum. Für eine eineindeutige Identifikation führt das Zuchtbuch die Chip-Nummer. Je nach Relevanz kommen rassetypische Besonderheiten hinzu, die für eine mögliche Weiterzucht von Bedeutung sind. Die Züchter bekommen vom Zuchtbuchführer eine beglaubigte Kopie des Eintrags, die als Stammbaum bezeichnet wird.

Im Hinblick auf die biologische Systematik sind Rassehunde und Mischlingen identisch. Die Hunde folgen ihren natürlichen Instinkten und pflanzen sich untereinander fort. Eigentlich sind es nur wir Menschen, die diese biologische Gemeinsamkeit nicht akzeptieren und durch gezielte Verpaarungen eingreifen.

Die wichtigste Begriffe zur Taxonomie:

  • Klassifikation: Einteilung der Lebewesen nach ihren Verwandtschaftsbeziehungen
  • Identifikation: Einordnung der Individuen durch deduktive Verfahren in Gruppierungen. Dadurch finden wir heraus, um welche Gattung oder Familie es sich handelt.
  • Nomenklatur: Regelkonforme Vergabe von Namen innerhalb der Klassifikation
  • Taxon: Eine Gruppe von Organismen
  • Kategorie: Der Rang eines Taxons innerhalb der Klassifikation
  • Spezies: Die Gruppen der Populationen, die sich fortpflanzen
  • Gattung: Die niedrigste Kategorie
  • Familie: Gemeinschaft der Hunde in verwandtschaftlicher Beziehung
  • Klasse: Hund gehört zur Klasse der Säugetiere.
  • Stamm: Gruppe von Lebewesen, die besondere Gemeinsamkeiten aufweisen und sich so von einem anderen Stamm unterscheiden
  • Ordnung: Eine Rangstufe in der biologischen Taxonomie. Die Ordnung dient der Einteilung der Lebewesen innerhalb der Taxonomie.

Der Hund gehört zur taxonomischen Gruppe der Raubtiere. Schlussendlich ist die Taxonomie vom Haushund mit der des Wolfes identisch. Damit dürfte wohl bewiesen sein, dass der Hund vom Wolf abstammt.

Haushund, Hundeartige versus Wildhunde

Immer noch werden Begriffe, wie Haushund, Hund, Hundeartige und Wildhund, verwechselt. Nach den Erkenntnissen der Taxonomie verstehen wir unter einem Hund die Gattung der Canidae. Dazu gehören Marderhunde, die unterschiedlichen Hundearten, Haushunde und die gezüchteten Rassen. Der Wildhund wurde als Gegenbegriff zum Haushund entwickelt.

Gemeint sind damit die wildlebenden Hunde, wie der afrikanische Wildhund, der asiatische Wildhund und der Rothund. Die Hundeartigen sind all die Tiere der Canoidea. Dazu gehören Skunks, Bären, Walrosse, Hundsrobben und Ohrenrobben. Gemeinsam mit den Katzenartigen sind die Hundeartigen den Raubtieren zuzuordnen. Das erklärt zahlreiche Verhaltensmuster und Instinkte, die der Haushund sich bis in die Gegenwart bewahrt hat.

Carl von Linne – Begründer der heutigen Systematik der Hunde

Carl von Linne ist bis einer der Mitbegründer der Systematik der Hunde. Nicht zuletzt durch seine These zur Taxonomie schaffte er eine Grundlage für das heutige System, das es uns ermöglicht, den Hund bis zu seinen Urahnen zurückzuverfolgen. Anfangs wirken die vielen Begriffe innerhalb dieser Ordnung verwirrend. Wer sich aber ein paar Minuten Zeit nimmt, um dieses System zu verstehen, wird die einzelnen Beziehungen und Unterschieden zwischen den Haushunden und Wildhunden besser verstehen.

Quellen und Links

⏲ Letzte Aktualisierung am von Mario Foerster
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