Scheinschwangerschaft bei der Hündin // Copyright: Truengtra_Paejai bigstockphoto

Was geschieht bei einer Scheinschwangerschaft bei Hunden?

Die Scheinschwangerschaft bei Hunden bezeichnen Tierärzte als Scheinträchtigkeit. Sie tritt auf, wenn sich der Hormonhaushalt der Hündin nach der Läufigkeit auf eine bestimmte Weise verändert. In der Folge benimmt sich das Tier, als wäre es trächtig. Der Begriff „Scheinschwangerschaft“ bezieht sich auf die Tatsache, dass kein Rüde den weiblichen Hund deckte.

Dadurch besteht keine Möglichkeit einer tatsächlichen Trächtigkeit. Die scheinträchtigen Hündinnen weisen drei Wochen bis drei Monate nach der Läufigkeit psychische sowie körperliche Auffälligkeiten auf. Vorrangig tritt das Phänomen bei kleinen Hunderassen auf.

Besonders bei kleineren Hunden besteht ein hohes Risiko einer Scheinschwangerschaft.

  • Die Scheinträchtigkeit tritt vorrangig bei kleinen Hunderassen auf.
  • Drei bis zwölf Wochen nach der Läufigkeit zeigt die Hündin psychische und körperliche Auffälligkeiten, die auf die Scheinschwangerschaft hinweisen.
  • Die Scheinträchtigkeit resultiert aus dem Rudelverhalten von Wölfen, bei denen nur die Alphawölfin Welpen bekommt.
  • Ob eine Scheinschwangerschaft entsteht, hängt davon ab, wie stark der Progesteronspiegel der Hündin nach der Läufigkeit abfällt.
  • Viele Hündinnen weisen während der Scheinträchtigkeit ein ausgeprägtes Nestbau-Verhalten auf.

 

Resultiert die Scheinträchtigkeit aus der Evolution?

Der Hund weist eine genetische Abstammung zum Wolf auf. Daher handelt es sich bei ihm um ein Rudeltier. Die Scheinschwangerschaft bei Hunden resultiert aus einem typischen Rudelverhalten. In einem Wolfsrudel deckt der Alphawolf, das ranghöchste Männchen, ausschließlich die Alphawölfin.

Sie zeigt sich als Weibchen mit dem höchsten Rang im Rudel. Die anderen Fähen – weibliche Wölfe – bekommen keine Welpen. Bei ihnen setzt die Scheinträchtigkeit ein, sodass sie sich ebenfalls um den Schutz der neugeborenen Wölfe kümmern. Gleichzeitig führt ihre Fürsorge zu einer schnelleren Erholungsphase der Alphawölfin.

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Welche Ursachen führen zur Scheinschwangerschaft bei Hunden?

In der freien Natur stellt die Scheinträchtigkeit bei Wölfen keine Seltenheit dar. Obgleich die Kleinrassen der Hunde äußerlich kaum an den Wolf erinnern, bemerkst Du bei den Tieren ähnliche Verhaltensweisen.

Das geschieht auch, wenn Du die Hündin allein hältst und demnach kein Alphaweibchen existiert. Beim Haushund resultiert die Scheinschwangerschaft aus dem Einfluss spezieller Hormone. Naht das Ende der Läufigkeit, produziert der Organismus der Tiere eine geringere Konzentration am Gelbkörperhormon. Dieses nennt sich in der Fachsprache Progesteron.

In der Folge steigt der Anteil an Prolaktin im Blut der Hündin. Dieses Hormon sorgt dafür, dass ein Wachstum des Drüsengewebes im Gesäuge einsetzt. Gleichzeitig ermöglicht es eine Anregung der Milchbildung.

Vorrangig hängt die Wahrscheinlichkeit der Scheinträchtigkeit davon ab, wie stark der Progesteronspiegel abfällt. In der Regel führt ein steiler Abfall des Gelbkörper-Hormons zu einer hohen Konzentration an Prolaktin. Dadurch steigt das Risiko einer Scheinschwangerschaft bei Hunden. Des Weiteren existieren Hunderassen mit einer erhöhten Anfälligkeit für die Scheinträchtigkeit.

Sensible Hündinnen reagieren bereits auf einen leichten Anstieg des Prolaktinspiegels mit den Symptomen einer scheinbaren Trächtigkeit. Bei diesen Tieren kommt das Phänomen vergleichsweise häufig vor.

Welche Symptome treten bei einer Scheinschwangerschaft auf?

Die Anzeichen für eine Scheinträchtigkeit zeigen sich bei vielen Hündinnen in unterschiedlicher Ausprägung. Bei der Mehrzahl der Tiere schwillt nach der Läufigkeit das Gesäuge an.

Ebenso kommt es vor, dass die weiblichen Hunde Flüssigkeit oder Milch produzieren. Hierbei sprechen Veterinärmediziner von einer Pseudolaktation. Abhängig vom Charakter und dem gesundheitlichen Zustand der Hündin tritt ein aggressives oder depressives Verhalten auf.

Zu den charakteristischen Symptomen der Scheinschwangerschaft bei Hunden gehört das Nestbau-Verhalten der Tiere.

Betroffene Hündinnen tragen acht bis neun Wochen nach der Läufigkeit Spielzeuge, Kissen oder andere Gegenstände zusammen. Diese dienen als Ersatzwelpen. Folglich pflegt und bemuttert die Hündin den imaginären Nachwuchs.

Beispielsweise verteidigt sie das Spielzeug gegen Dich und andere Familienmitglieder. In seltenen Fällen nimmt während der Scheinträchtigkeit der Bauchumfang des Haustiers zu. Weitere Anzeichen sind:

  • vermehrte Anhänglichkeit,
  • Appetitlosigkeit,
  • Unruhe,
  • Verweigerung von Spaziergängen,
  • starkes Lecken des Gesäuges.

Solltest Du mit einer scheinträchtigen Hündin zum Tierarzt?

Weist Deine Hündin einmalig Symptome einer Scheinschwangerschaft auf, besteht kein Grund zur Sorge. Bemerkst Du bei dem Tier eine starke Aggression oder apathisches Verhalten, empfiehlt es sich, einen Tierarzt zu konsultieren. Dieser hilft dem Hund beispielsweise medikamentös über die belastende Phase hinweg.

Ebenso bewährt sich das Aufsuchen des Veterinärs, wenn die Scheinträchtigkeit wiederholt auftritt. Da diese den Organismus der Hündin auszehrt, berät Dich der Tiermediziner zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten.

Wie erfolgt die Behandlung der Scheinschwangerschaft bei Hunden?

In der Regel dauert die Scheinträchtigkeit zwei bis drei Wochen an. Bei einem körperlich gesunden Hund erfordert sie im Normalfall keine weitere Behandlung. Jedoch gibt es Möglichkeiten, das Haustier während dieser Phase zu unterstützen.

Beispielsweise empfiehlt es sich, Ersatzwelpen – Gegenstände, die das Tier für Welpen halten könnte – von der Hündin fernzuhalten. Des Weiteren raten viele Tierärzte, das Haustier durch Spiele oder Spaziergänge abzulenken.

Tritt die Scheinschwangerschaft bei Hunden auf, verhindern die Besitzer, dass sich die Hündin am Gesäuge leckt.

Dadurch stimuliert sie die Milchbildung und erhöht die Wahrscheinlichkeit der Pseudolaktation. Um das Lecken zu verhindern, hilft beispielsweise das Anlegen eines Halskragens. Bei einer ausgeprägten Verhaltensänderung der Hündin bedarf es einer Behandlung. Das geschieht, wenn das Tier eine verstärkte Aggressivität aufweist. Das Unterbrechen der Scheinträchtigkeit gelingt dem Tierarzt mittels bestimmter Medikamente.

Diese ermöglichen eine Reduktion des Prolaktins im Körper und hemmen dadurch die Milchbildung. Zu diesen Präparaten gehört beispielsweise ein Dopamin-Agonist namens Cabergoline. Tritt die Scheinträchtigkeit wiederholt auf, raten Tierärzte zur Kastration der Tiere. Andernfalls droht eine Entzündung der Gebärmutter. Mehrere Studien belegen einen Zusammenhang zwischen der Scheinschwangerschaft bei Hunden und der Pyometra.

Besitzer behalten scheinträchtige Hündinnen im Auge

Zeigt Deine Hündin ausgeprägte Verhaltensänderungen im Rahmen der Scheinträchtigkeit, empfiehlt sich der Gang zum Tierarzt. Bevor dieser die Behandlung beginnt, schließt er eine tatsächliche Trächtigkeit des Haustiers aus.

Die Medikamente gegen die Scheinschwangerschaft wirken sich ansonsten schädlich auf ungeborene Welpen aus. In der Regel kommt es bei den scheinträchtigen Haustieren zu einer guten Behandlungsprognose. Bei der Mehrheit der Hündinnen bedarf es keiner besonderen Behandlung.

Einige Besitzer verabreichen ihren Hündinnen Gestagene, um die Läufigkeit zu unterdrücken oder zu verschieben. Diese Tiere weisen in seltenen Fällen eine Scheinträchtigkeit auf. Allerdings steigt durch die Gestagene die Wahrscheinlichkeit eines Gesäuge-Tumors. Die sicherste Methode, um die Scheinschwangerschaft bei Hunden zu unterbinden, besteht in der Kastration.

 

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